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Die Anlagen unserer Mitglieder Anlagenbeschreibungen und Bilder

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Alt 28.05.2020, 16:35   #841
David
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Standard AW: Der Neubau meiner Anlage

@Franz schrieb:
Zitat:
Genau so sollte David als Signatur dann vielleicht wählen: "Alles, was ich sage, entspricht meiner Meinung, auch wenn ich die Wahrheit im Munde führe".
Richtig wäre:
Zitat:
was ich behaupte, ist zumindest über verblindete Tests abgesichert und in den meisten Fällen zusätzlich noch mittels Messungen überprüft.
__________________
Gruß
David


Einen „Audio-Laien“ erkennt man daran, dass er sich viel mehr mit Audiokomponenten beschäftigt als mit Raumakustik, LS-Aufstellung und Hörplatzwahl.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube, ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
Wichtig: zumindest versuchen, beim Thema bleiben!
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Alt 28.05.2020, 16:46   #842
Franz
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Standard AW: Der Neubau meiner Anlage

Zitat:
Zitat von David Beitrag anzeigen
@Franz schrieb:

Richtig wäre:

Das macht deine Schlußfolgerung auch nicht objektiver, auch wenn du das glaubst.


Gruß
Franz
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Alt 28.05.2020, 16:49   #843
David
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Standard AW: Der Neubau meiner Anlage

Zitat:
Zitat von Franz Beitrag anzeigen
Das macht deine Schlußfolgerung auch nicht objektiver, auch wenn du das glaubst.


Gruß
Franz
Ich weiß, dass wir da nie auf einen Nenner kommen werden. Müssen wir auch nicht.
__________________
Gruß
David


Einen „Audio-Laien“ erkennt man daran, dass er sich viel mehr mit Audiokomponenten beschäftigt als mit Raumakustik, LS-Aufstellung und Hörplatzwahl.
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Alt 19.06.2020, 05:48   #844
Holger Kaletha
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Holger Kaletha ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Der Neubau meiner Anlage

Ich stelle hier nochmals einen Hörbericht vom November 2014 ein (in zwei Teilen wegen der Länge) über meinen LS-Kabeltest damals, weil ich nicht mehr finde, wo ich ihn damals gepostet habe:

(I)


Der Anlass ist ein ganz prosaischer: Ich möchte den Fernseher in die Anlage integrieren und dafür ist mein altes LS-Kabel (Fast Audio Compact 6M) einfach zu kurz. Also habe ich mir einige zum Probieren von meinem Händler ausgeliehen.


Audioquest Rocket 44 Banana-Silber, Full-Rang

Nach dem Umstöpseln und meinem üblichen Beginn mit Mozarts Klavierkonzert KV 488, langsamer Satz, der Aufnahme mit Vladimir Horowitz und C. M. Guilini (DGG), dachte ich mir spontan nach dem ersten Eindruck: bei dem Unterschied geht es (Gott sei Dank!) doch mehr oder weniger um Nuancen zu meinem sehr guten Fast Audio Compact 6M! Aber schließlich schälten sich die Merkmale und Qualitäten des Audioquest sehr deutlich heraus. Je länger ich hörte, desto mehr verdichtete sich der Eindruck, dass dieses Kabel mein gutes altes Compact 6M doch noch einmal um eine Klasse übertrifft! Unmittelbar fällt die Schwerelosigkeit und Luftigkeit auf – die kann das Compact 6M nicht bieten, etwa bei Michelangeli/Guilini Beethoven-Klavierkonzert Nr. 1. Und gerade die räumliche Abbildung – sonst eine große Stärke des C. 6M – gewinnt erheblich. Der Raum ist breiter und tiefer – dass die einzelnen Instrumente mehr „Luft“ haben, was man oft in Hörbeschreibungen lesen kann und ein bisschen abgedroschen wirkt, hier trifft es wirklich zu. Wo man es besonders gut merkt ist bei Arturo Benedetti Michelangelis (ABM) legendärer 1957iger Aufnahme (EMI) des Ravel-Konzerts. Die Instrumente sind in weitem Abstand voneinander aufgestellt, wirklich umgeben von einem Raum. Die Abbildung des Raumes ist generell deutlich breiter und weiträumiger. Unbefriedigend gläsern hörte sich in der Vergangenheit die DGG-Aufnahme der Bartok-Konzerte mit Pollini und Abbado bei mir an. Jetzt auf einmal ist der Raum da – die Instrumente rücken auseinander und das Klavier steht mitten drin. So durchsichtig geworden entsteht eine fast schon kammermusikalisch intime Atmosphäre. Die gewisse reizlose Dumpfheit und Nüchternheit bei so mancher Wiedergabe, die mich bei aller Ehrlichkeit des C. 6M doch immer ein wenig störte, ist einer „faszinierenden“ aber nicht weniger redlichen Musikalität gewichen. Dieses Kabel klingt einnehmend schön, warm, farbig, satt, aber ohne jede Tendenz zur Schönfärberei. Die einzelnen Instrumente werden mit einer realistischen Plastizität dargestellt und nebeneinander in den Raum gestellt, als könne man sie mit den Ohren „sehen“. Aufregend war das Wiederhören von Sergui Celibidaches Aufnahme von Debussys „Iberia“ mit dem Rundfunkorchester Saarbrücken (DGG). Wie „analytisch“ diese Interpretation ist, wie Celi da das Orchester wie ein Kammermusikensemble spielen lässt, ein polyphones Zusammenkommen von einzelnen Bewegungen, habe ich überhaupt bisher noch nie so nachvollziehen können. Diese große Stärke zeigt sich ganz besonders bei Kammermusik. Bei der wunderschönen Sonate für Klavier und Violine von Cesar Franck (Aufnahme Mintz/Bronfman, DGG) ist frappierend, wie scharf umrissen Klavier und Violine nebeneinandergestellt werden. Nicht wie sonst mischt sich die Violine in den Klavier-Klang ein, resoniert gleichsam quer über die Boxen. Nein, vollkommen stabil steht jedes Instrument an seinem Platz. Die Fokussierung ist von einer beeindruckenden Realistik! Die große Klarheit macht sich vor allem bei nicht so perfekten Orchesteraufnahmen deutlich, wo man sonst „aus Not“ bei leisen Passagen den Lautstärkeregler nach oben drehen muss und bei lauten dann wieder herunterregelt (Ravel Daphnis et Chloe, Aufn. B. Haitink, Chicago SO). Hier bleibt das Klangbild immer wohlsortiert und jede Einzelheit klar erkennbar, auch in den impressionistischen Klangmischungen, so dass man durchgehend eine angenehme mittlere Lautstärke wählen kann. Die Präzision der Wiedergabe ist außergewöhnlich. Dazu kommt eine wunderbare Farbigkeit und bemerkenswerte Homogenität. Es gibt nirgendwo einen „Bruch“ im Klangbild oder eine erkennbare Übertreibung – es entsteht also auch kein aufdringlich übertriebenes „analytisches“ Klangbild auf Kosten der Musikalität. Die Homogenität macht sich bemerkbar etwa bei einem Klangstück wie Liszts Consolation Nr. 3 (Horowitz, RCA) und vor allem bei den Streichern. Da gibt es diesen „Fluss“, das selbstverständliche „Gleiten“ des Bogenstrichs (das Cello zu Beginn von M. de Falla, Nächte in spanischen Gärten, A. de Larrocha, R. Frühbeck de Burgos, Decca). Die Streicher haben keinerlei unangenehme Schärfe – man kann jede Modifikation des Bogenstrichs verfolgen, aber immer bleibt die Luftigkeit und unaufdringliche, niemals unangenehme dynamische Plastizität erhalten. Dazu kommt eine gegenüber meinem alten C 6M doch erheblich gesteigerte Feindynamik. Es gibt hörbar mehr Abstufungen, welche den Gesang von Jessye Norman farblich schillernder (Brahms-Lieder) und einen Klavierton plastisch und lebendig modellierter erscheinen lassen, so als könne man dem Entstehen von Musik unmittelbar beiwohnen. Der Bass ist ungemein präzise, hat dabei Substanz und Farbwert. Das Kabel vermag auch bei älteren Aufnahmen das Klavier perspektivisch aufzufächern. „Reflets dans l´eau“, die berühmte Aufnahme von ABM (DGG 1971) habe ich noch nie so stupend plastisch und räumlich gehört, so dass man ABMs einzigartig ausgefeilte Klangregie bis in jedes Nachschwingen des Flügels verfolgen kann. Die Basswiedergabe ist exzellent – Stimmen kommen ungemein natürlich und realistisch. So hat Dietrich Fischer-Dieskau bei „Un grand someil noir“ (Ravel-Lieder mit Hartmut Höll, Orfeo) deutlich mehr Schwärze mit dem Audioquest als mit meinem C. 6M.

Das Beindruckendste ist aber die Realistik, mit der wirklich jede Eigenart der Aufnahmetechnik verblüffend naturgetreu wiedergegeben wird. In den 70igern hat die DGG die Mikros gern weit weg vom Flügel gestellt, so dass in der Aufnahme das Instrument wenig präsent eher im Hintergrund steht. All das hört man – der Flügel erscheint groß oder klein, nah oder fern, breitbandig oder schmal und hinten in den Raum gestellt, so wie die Mikrophone es eingefangen haben. Bei Lazar Berman beeindruckt (Liszt, die Tellskapelle aus den „Années de Pèlerinage“, Heft 1 Nr. 1, Aufn. DGG) wie der Flügel sich trotz der Distanz im Hintergrund nicht verliert, die dynamische Kraft und Substanz nicht verloren geht. Eben wegen des nun nicht mehr unterschlagenen Substanzreichtums werden Bermans subtile Feinheiten allererst hörbar – ein Effekt, der auch bei anderen Klavieraufnahmen beglückend festzustellen ist. Im Vergleich dazu ist Rubinstein mit dem Intermezzo von F. Poulenc (RCA) ungemein präsent aufgenommen, der Flügel nutzt die ganze Breite des Raumes – die abstürzenden Läufe klingen sehr lebendig. Vitalität und Spritzigkeit hat dieses Kabel auch, wenn es sein muss. Der jeweilige „Ton“ des Klaviers wird sehr realistisch-naturgetreu wiedergegeben, sei es die satte Fülle bei Rubinstein oder der eher schlanke Ton der CBS-Aufnahmen von Horowitz. Das Prélude op. 45 mit ABM, wo die DGG die Mikros unter den Deckel gehängt hat, so dass man bei Gebrauch des Pedals den Dämpfungsfilz hört, hat eine auf meiner Anlage nicht gekannte Feinzeichnung und farbliche Differenzierung. Bei „Danseuses de Delphes“ (Debussy Préludes Heft I Nr. 1) entdecke ich ganz am Schluss, wo ABM den Akkord sehr lange ausklingen lässt, eine Schwingung im Bass, die mir bisher noch gar nicht aufgefallen war, weil sie sich mit dem Vibrieren der höheren Resonanz vermischte. Die hervorragend aufgenommene Mompou-CD von Arcadi Volodos ist mit diesem Kabel gehört ein weiteres Highlight (das erste Stück, Preludio Nr. 7). Es fällt die „Ruhe“ auf, so dass der einzelne Ton wirklich aus der Stille entsteht – die Zurücknahmen ins ganz Leise werden so zum Erlebnis. Wieder einmal fasziniert, wie die einzelnen Resonanzbereiche getrennt werden. Das Glissando über die ganze Tastatur von unten nach oben hört man wirklich in zwei räumlichen Ebenen, „neben“ den Tönen die obertonreichen Pedalmischungen, eine Art Dampfwolke, die das Geschehen aber nicht in einen Nebel einhüllt. Was immer wieder fasziniert, ist die absolute Sauberkeit der Wiedergabe. Da wird nichts verschliffen, keine störenden Unsauberkeiten trüben die Wiedergabe. Mit diesem Kabel hat meine Elektronik die Chassis meiner LS perfekt unter Kontrolle. Ein merkwürdiges Detail ist, dass man mit diesem Kabel den Eindruck bekommt, dass die Instrumente tiefer in Bodennähe stehen und weniger in einer imaginären Höhe. Wirklich umgeworfen haben mich dann zwei exzellent auf einem Yamaha-Flügel aufgenommene Konzertmitschnitte von Svjatoslav Richter vom Chiemsee und aus Ludwigsburg – Grieg Lyrische Stücke und Ravel Mirroirs. Verblüffend, wie man jedes kleinste Räuspern des Publikums wahrnimmt, den Raum physisch spürt, als wäre man leibhaftig dabei! Nicht nur, dass der Flügel in seinen Umrissen im Raum quasi abgebildet wird, man das Umblättern der Noten hört (Ravel, Richter spielte im Alter nach Noten), sondern der Ton „im“ Flügel entsteht, auf der jeweiligen Saite an ihrem Ort. Man hört mit den Ohren des Pianisten an seinem Instrument. Zudem kann man mit diesem Kabel sehr deutlich realisieren, ob das klatschende Publikum vor oder hinter dem Flügel sitzt – also das Mikrophon auf dem Podium oder irgendwo im Publikum gestanden hat (bei manchen semiprofessionellen Mitschnitten). Eine kaum glaubliche Realistik. Wirklich buchstäbliches „Hifi“!
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Alt 19.06.2020, 05:50   #845
Holger Kaletha
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Standard AW: Der Neubau meiner Anlage

(II)


Silent Wire LS 12

Das Kabel von Silent-Wire ist wahrlich auch kein billiges – es hört sich (jedenfalls auf meiner Anlage, andernorts unter anderen Voraussetzungen kann der Eindruck ganz anders sein!) im Vergleich mit dem Audioquest aber leider doch eher so an. Der Ton ist deutlich schlanker. Aber nicht nur das! Horowitz mit Rachmaninows Klaviersonate Nr. 2 (CBS/Sony) klingt zwar auch sehr anspringend, aber zugleich unangenehm lärmig. Das ist einfach nur flach – keine räumliche und klangfarbliche Tiefenstaffelung, ein eher „kompakter“ als räumlich aufgefächerter Klang. Eng macht das Silent Wire den Tonraum freilich nicht, es klingt durchaus offen, zieht aber den Raum eher in die Breite und reduziert dreidimensionale Plastizität tendentiell zur Flächigkeit. Die deutlichen Unterschiede in der Aufnahmetechnik schmelzen mit diesem Kabel zusammen. Homogenität und vor allem Präzision lassen erheblich zu wünschen übrig. So wirkt der Mompou von Volodos tendentiell eher unschön hell, im Forte schlanker. Bei den leiseren Tönen wird’s dann leicht „topfig“, die Mitten werden merklich eingedickt. Auch in A. de Larrochas RCA-Aufnahme des Preludio Nr. 7, ebenfalls vorzüglich aufgenommen, geht die Trennung von Ton und Resonanzwolke beim Glissando verloren. Irgendwie klingt der Klavierton „allerweltsmäßig“. Der Bösendorfer-Imperial (Aufnahme Aton, Franz-Josef Birk, Debussy Estampes Nr. 2) verliert deutlich an Größe und Bassmächtigkeit, der Ton wird „dünn“. Pollini klingt bei den Debussy-Etüden regelrecht langweilig und bei ABM in „Danseuses de Delphes“ verschwinden die tonräumlichen und dynamischen Abstufungen. Dieses Kabel klingt zudem nicht sauber, sondern neigt zum Verschleifen von Konturen. Besonders drastisch erlebt man dies bei Itzhak Perlmans Aufnahme der Capricen für Violine solo von Nicolai Paganini (EMI). Präziser kann man das bogentechnisch nicht spielen – mit diesem Kabel wirkt aber sogar der Perfektionist Perlman „unsauber“ – der Bogenstrich ist wattig und der Violinton klingt im Forte drahtig und nervig. Das Instrument verliert deutlich an Körper. In den mehrstimmigen Passagen wird der Ton – ähnlich wie beim Klavier – aufgebläht. Bei der C. Franck-Sonate – von der DGG sehr mittenbetont aufgenommen – bekommt das Klavier einen topfigen Klang und die Violine wirkt einmal mehr verwaschen. Die sagenhafte räumliche Fokussierung des Audioquest ist weg. So langsam reichte es mir. Den Schluss bildete der 1. Satz aus Dvoraks berühmtem Cellokonzert – in einer Aufnahme mit Vaclav Neuman und Angelica May (Supraphon). Das macht wahrlich keinen Spaß, mit diesem Kabel diese schöne Aufnahme zu hören. Lärmig ist das, in den lauten Passagen läuft alles zu einer großen Klangwolke zusammen. Die verschiedenen Farben der Instrumente werden monochrom grau. Eine erstaunliche Erfahrung. Ich wusste bislang eigentlich nicht, wie langweilig und farblos meine Anlage klingen kann. Also habe ich das Silent Wire-Kabel schleunigst rausgenommen und das Audioquest wieder eingestöpselt. Und dann falle ich wirklich vom Stuhl: Der Flügel steht bei Volodos greifbar plastisch vor einem und das Cellokonzert glänzt nur so mit musikalischer Farbigkeit, offener und präziser Räumlichkeit. Kein Vergleich – und ich bin wieder versöhnt mit meiner Anlage, mit der es so versorgt einfach Freude macht, Musik zu hören und auf musikalische Entdeckungsreise zu gehen.


Audioquest Castle Rock

Zur Standortbestimmung habe ich mir auch noch einmal dieses Kabel ausgeliehen – für das man dreimal so viel Euros hinblättern darf wie für das Rocket 44 (und was mein Budget deutlich übersteigt). Es zeigt sich bei der Hörprobe aber einmal mehr, dass „teurer“ keineswegs „besser“ bedeuten muss. Für meine Anlage ist dieses Kabel jedenfalls nicht passend. Während sich beim Rocket 44 der Raum in die Tiefe öffnet – der Lautsprecher gibt gleichsam den Blick auf eine Bühne dahinter frei, versetzt das Castle Rock die Musik merkwürdig irritierend zwischen den Lautsprecher und den Hörer. Mit diesem Kabel klingt es noch weiträumiger, aber das musikalische Geschehen löst sich nach vorne hin bewegend vom Lautsprecher ab und rückt einem auf die Pelle – das ist kein irgendwie realistisches Raumerlebnis mehr. An Präzision lässt auch dieses Kabel nichts zu wünschen übrig. Vielleicht passt es perfekt zu einer Anlage im großen Raum mit großem Abstand der LS zum Hörplatz. Für mich und meine Anlage, ein Hören im Nahfeld, ist dieses Kabel dagegen völlig ungeeignet.

Fazit: Das Rocket 44 wird gekauft!


Schöne Grüße
Holger
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Alt 24.07.2020, 15:12   #846
Holger Kaletha
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Holger Kaletha ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Der Neubau meiner Anlage

Gestern habe ich meinen Urlaub wirklich genossen - nämlich nachmittags meine neuen Lautsprecher "getestet". Wenn man etwas Neues hat, muss man sich erst einmal einhören und man ist immer gespannt, was man bei seinen alt bekannten Aufnahmen nun "entdeckt". Ich bin hoch zufrieden, dass ich - vor Corona - diese günstige Gelegenheit ergriffen habe!

ZUnächst habe ich eine neue CD in meiner Sammlung gehört:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/det...7/hnum/1829401

Dort dirigiert der armenische Komponist Aram Katchaturian seine bekanntesten Kompositionen selbst, u.a. den "Säbeltanz". Auch aufnahmetechnisch ist diese Decca-Produktion von 1962 spektakulär. Bemerkenswert sind auch zwei Dinge: Aufgenommen ist das im inzwischen leider abgebrannten Wiener Sofien-Saal, der eine besondere Akustik hatte. Und es spielen die Wiener Philharmoniker. Kaum zu glauben, wie rhythmisch und urwüchsig sie das spielen können und so gar nicht "akademisch". Die Kompositionen sind sozusagen "Klassik-Pop", es klingt etwas nach Filmmusik in den lyrischen Passagen - aber einfach muss man sagen ist das tolle Musik in ihrer originellen Urwüchsigkeit. Das hat richtig Spaß gemacht, das mit den Dynaudios zu hören. Da merkt man, wie lebendig diese Lautsprecher sind. Beeindruckend auch, dass man wirklich hört, wenn der Schlagzeuger die Pauke wechselt - die Instrumente stehen direkt nebeneinander. Die räumliche Ortbarkeit ist exquisit! Auch der Glazunow mit Ansermet auf der CD ist toll! Die CD kann ich nur jedem emfpehlen - auch dafür, um die Anlage zu testen!

Wirklich beeindruckend ist auch, wie genau der Lautrsprecher die verschiedenen Aufnahmetechniken wiedetgibt. Da habe ich z.B. diese Hybrid-SACD von Vladimir Ashkenazy, wo er das kaum bekannte klavierwerk von Jean Sibelius spielt:

https://www.amazon.de/Sibelius-Piano...5577384&sr=8-2

Das Booklet ist komplett auf Japanisch - es sind aber schöne Fotos drin von ihm und seiner Frau und auch aus dem Haus von Sibelius. Aufnahmetechnisch ist das Top! Aber über meine alten Lautsprecher habe ich nie so deutlich den Unterschied der beiden Aufnahmen des "Valses triste" - eigentlich ein Orchesterstück - vernommen. Ashkenazy spielt das nämlich einmal auf dem modernen Steinway und dann im Haus von Sibelius auf dessen Flügel - einem historischen Steinway B. So "drastisch" und naturgetreu, wie die Lautsprecher hier den so unterschiedlichen Klang der Instrumente rüberbringen - das konnten meine alten nicht.

Eine Offenbarung regelrecht war dann dieser Live-Mitschnitt von Arturo Benedetti Michelangeli aus Tokyo von 1973. Aufnahmetechnisch ist das exzellent, was die Japaner damals gemacht haben. Das freut einen umso mehr, denn es gibt von den Stücken keine Studioaufnahme von ABM, nur diverse Konzertmitschnitte nicht immer ganz optimaler Qualität. Und erst mit den Dynaudios höre ich nun ABMs Hexerei bei Ravel ("Valses nobles et sentimentales"), was er da im leisen und ganz leisen an unerhörten Dingen aus dem Flügel herauszaubert. Auch die dynamische Dramaturgie konnte ich mit dem alten Lautsprecher nicht nachvollziehen:

https://www.amazon.de/%E3%82%A2%E3%8...5591979&sr=8-2

Am Sonntag höre ich mir dann von derselben CD noch den Chopin und Schumann an!

Dazu muss ich eins sagen: Nur mit der AVM-Kette holt man das aus dem Lautsprecher heraus. Ich habe es zuerst wirklich überdeutlich gemerkt bei akustischer Gitarre und dann auch bei der neuen Schubert-Platte von Arcadi-Volodos. Auch in Idealaufstellung mit CD-Direkt hat der Yamaha einfach das Nachsehen.

Bei dieser schönen Gitarrenplatte mit spanischer Gitarrenmusik von Pepe Romero:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/det...s/hnum/4558270

insbesondere im 2. Stück "Asturias" von Albeniz, das eigentlich die Gitarren-Transkription eines Klavierstücks ist, klingt der Yamaha einfach zu "fett". Das Filigrane, die sprühende Farbigkeit und den betörenden Zauber, der Lautenmusik wie die der akustischen Gitarre auszeichnet - das höre ich nur über die AVM-Kette. Die Wiedergabe ist einfach viel feiner, differenzierter und auch räumlicher. Im Oberbassbereich unsbesondere ist die Auflösung mit AVM deutlich besser - und die Tiefenstaffelung mit dem Lautsprecher.

Insofern bin ich wirklich rundum zufrieden. Ich glaube, das Preis-Leistungsverhältnis ist kaum zu schlagen!

Schöne Grüße
Holger
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Alt 24.07.2020, 15:31   #847
Klaus
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Glückwunsch Holger

Ich kann bestätigen, dass Deine Dynaudio LS von Preis/Leistung wirklich herausragend gut klingen.
Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Freude damit
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Ich bin ein Subjekt, folglich können alle meine Beiträge und auch Äußerungen zum Klang nur subjektiv sein. Diese Signatur gilt insbesondere auch als Beitragsinhalt meiner Beiträge, in denen ich mich zum Klang von Geräten äußere. Ich bitte dies zur Kenntnis zu nehmen und nicht erneut in Antworten auf die Subjektivität meiner Beiträge und den darin getätigten Aussagen hinzuweisen.
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Alt 25.07.2020, 17:58   #848
Holger Kaletha
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Danke, lieber Klaus!
Wenn Du das nächste mal bei mir bist, führe ich es Dir vor! Nichts desto Trotz bin ich auch mit dem Yamaha RN 803 D mehr als zufrieden, den Du mir empfohlen hast. Auch da ist das Preis-Leistungsverhältnis Top! Er erfüllt voll seinen Zweck - eine wirklich sehr gute "zweite Wahl" und auch klangliche Steigerung gegenüber meinem alten AX 930!


Liebe Grüße
Holger
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