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Private Besuche Höreindrücke und noch mehr

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Alt 22.02.2015, 18:28   #1
Punktstrahler
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Standard "Zum Hören bei Oliver (@dipol-audio)"

Zitat:
@Punktstrahler:

Wenn die Gemüter sich beruhigt haben oder etwas "durchgelüftet" sind (s.o.), und Du weiterhin Interesse an einem "Horcherl" hast, können wir bei Gelegenheit gerne etwas ausmachen.
Gestern, am Samstag, fand nun "das Hören" statt - ein Termin ward gefunden und verabredet.

Mein Höreindruck von Oliver's Biegewellen-Schallwandler:

Bereits nach wenigen Sekunden war mir klar und bewusst, dass hier etwas ganz besonderes spielte. Vivaldi tönte absolut "natürlich" und vollständig "homogen". Die einzelnen Töne standen praktisch "im Hörraum" - phantastisch plastisch und perfekt!

Oliver hat in Feinarbeit seine Eigenkonstruktion an seinen Hörraum angepasst. Diese liebevolle Detailarbeit hört man deutlich.

Später mehr.

Grüße vom Punktstrahler
 
Alt 23.02.2015, 19:26   #2
P.Krips
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Hallo,
wars das ?
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Gruß
Peter Krips
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Alt 23.02.2015, 19:40   #3
dipol-audio
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Hallo Peter,

nein, haben wir nicht. Aber da @Punktstrahler mit Raum und Lautsprechern als Gast zunächst "mehr Neues" zu verarbeiten hatte als ich selbst, halte ich mich erstmal mit meinen Eindrücken etwas zurück.

Wir haben uns jedenfalls Zeit genommen, zunächst meine LS und später Franz-Peter's Pfleid "FRS 20" in aller Ruhe und mit verschiedenen Genres zu hören ...

Dabei haben wir im zweiten Teil der Session "in Kooperation" die Pfleids auf Hörplatz und Raum eingestellt, wozu ich einen parametrischen Software Equalizer und dann auch die "Bordmittel" des LS verwendet habe, denn die Pfleid FRS 20 verfügt neben dem speziellen Breitband-Chassis auch über drei "Raumlautsprecher" jeweils links rechts und oben im Gehäuse, mit denen man den Energiefrequenzgang im Hochton verändern kann. Der Hochtonanteil des Breitbänders und der Pegel der 3 "Raumhochtöner" gemeinsam - so nenne ich sie mal - sind über 2 getrennte Regler einstellbar. Auch dafür haben wir uns dann etwas Zeit genommen ... um eine Tonalität zu finden, die von der zuvor gehörten nicht zu extrem abwich.

Franz-Peter (@Punktstrahler),
abseits vom "Technischen" kann ich sagen, daß es mir Spass gemacht hat, Dich außerhalb des Forums "in Natura" kennenzulernen. Grundsätzlich glaube ich, daß einige "Reibereien" glimpflicher ablaufen - oder gar nicht erst aufkommen - würden, wenn man sich persönlich kennenlernt und mal echte "hörbare Eindrücke" miteinander teilt.

Somit wäre es sicher schön, hier im Lauf der Zeit noch weitere Teilnehmer bei Gelegenheit persönlich kennenzulernen. Auch in diesem Zusammenhang finde ich es erfreulich, daß David sich entschlossen hat, das Forum zu erhalten.
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Alt 23.02.2015, 20:24   #4
P.Krips
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Hallo Oliver,
Zitat:
Zitat von dipol-audio Beitrag anzeigen
denn die Pfleid FRS 20 verfügt neben dem speziellen Breitband-Chassis auch über drei "Raumlautsprecher" jeweils links rechts und oben im Gehäuse, mit denen man den Energiefrequenzgang im Hochton verändern kann.
Dieses Gimmik ist mir unbekannt gewesen, in allen bisherigen Diskussionen zum Pfleid war davon nicht die Rede. Ich bin immer von dem "nackten" Single-BB ausgegangen.

Gruß
Peter Krips
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Alt 23.02.2015, 21:29   #5
Babak
Ich schau nur
 
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Hallo

Zitat:
Zitat von dipol-audio Beitrag anzeigen
Grundsätzlich glaube ich, daß einige "Reibereien" glimpflicher ablaufen - oder gar nicht erst aufkommen - würden, wenn man sich persönlich kennenlernt und mal echte "hörbare Eindrücke" miteinander teilt.

Somit wäre es sicher schön, hier im Lauf der Zeit noch weitere Teilnehmer bei Gelegenheit persönlich kennenzulernen.
Es gibt Leute, die bevorzugen es, Leute nicht zu besuchen, deren Systeme sie aus der Ferne als nicht besinders gut bewerten bzw. mit denen sie öfter Reibreien haben (oder beides).

Denn ein Besuch würde eventuell alles etwas relativieren, und man müsste hart diskutierte Standpunkte aufweichen oder gar aufgeben.

Besuche sind daher nicht sehr beliebt.




LG
Babak
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Alt 24.02.2015, 09:41   #6
dipol-audio
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Zitat:
Zitat von Babak
Denn ein Besuch würde eventuell alles etwas relativieren, und man müsste hart diskutierte Standpunkte aufweichen oder gar aufgeben.
Hallo Babak,

im Falle von @Punktstrahler und mir war es ja ein wechselseitiges "sich-einlassen" auf neue Eindrücke, wobei wir sogar seine eigenen LS neben meinen Systemen im gleichen Hörraum hatten:

Ich hatte Franz-Peter ausdrücklich dazu eingeladen, seine Pfleid "FRS 20" mitzubringen, was bei einem kompakten LS recht problemlos machbar ist, damit er meine Fullrange Biegewellen-Systeme und seine gewohnten LS in vergleichbarer Umgebung hören kann.

Dieses Angebot steht von meiner Seite grundsätzlich für Lautsprecher, deren Transport sinnvoll ist und die ich hier aufstellen kann.

Der umgekehrte Wunsch, meine Systeme mal bei einem Interessenten aufzustellen und einzumessen, kommt ja in der Regel erst auf, nachdem sich ein Hörer in meinem Hörraum einen ersten Eindruck verschafft hat.
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Alt 24.02.2015, 16:38   #7
Ellesound
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Zitat:
Aber da @Punktstrahler mit Raum und Lautsprechern als Gast zunächst "mehr Neues" zu verarbeiten hatte als ich selbst, halte ich mich erstmal mit meinen Eindrücken etwas zurück.
Kann ich mir gut vorstellen, zwei Systeme die überhaupt nicht vergleichbar sind , gut dass es vereinzelt noch Leute gibt die sich die Mühe machen mal etwas anderes zu hören, übers Forum kann man eigentlich fast nichts beurteilen, sei es persönliches oder was Systeme allgemein tonal betrifft.

Faustregel gibt's eben keine für optimales Hörvergnügen, da ist probieren angesagt, und was die technische Seite betrifft, kann man auch nur einige Punkte erfüllen, die für mich eher unwichtigen lasse ich einfach im Hintergrund.

Gruß, Felix
 
Alt 24.02.2015, 21:33   #8
Punktstrahler
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Zitat:
Hallo,
wars das ?
Habt ihr ein Schweigegelübde abgelegt ?
Nein, natürlich nicht, ich kam nur noch nicht dazu. Aber jetzt.

Also, Oliver hat sich unglaubliche Mühe gemacht seinen Biegewellenwandler perfekt auf seinen Hörraum anzupassen und einzustellen, das war mir schon nach wenigen Minuten des hörens bewusst geworden. Das hat mit Sicherheit viel Mühe gemacht, die Raum- und die Schallwandleroptimierung bzw. Anpassung. Hierzu sollte Oliver nochmal was sagen, aber ich denke, damit liege ich richtig.

Der Wechsel auf meine Pfleid war enttäuschend und über die Gründe grübele ich noch immer, denn bei mir zuhause klingt das wirklich anders. So wie es beim Oliver getönt hat, hätten die Pfleid's keine Woche hätten bleiben dürfen. Wir haben dann aber doch noch eine "erträgliche" Einstellung hinbekommen, aber gut ist was anderes.

Mein Hörraum (Wohnzimmer ca. 35 qm) ist von der Bedämpfung völlig anders. Da ist durchgängig Teppichboden vorhanden, Stoffsofas, Pflanzen, also wohnliches Ambiente, zudem viele schräge Wände, d.h. Rigipsplatten.

Die Pfleids wieder zuhause gehört, ergab sich mir ein völlig anderer Eindruck. Oliver's Biegewellenwandler wurden richtigerweise an der schmalen Wandseite im Dipol-richtigen Wandabstand betrieben. Die Pfleid's einfach vor die Biegewellenwandler zu stellen war insofern m.E. falsch. Sie klangen steril und gar nicht gut. So machte das keine Freude.

Aber es sollte auch kein shoot-out sein. Fakt ist, Oliver's Schallwandler sind eine Meisterleistung, keine Frage.

Ich persönlich bräuchte noch eine Pegelreserve, da ich normalerweise gerne etwas lauter höre, aber das wäre auch nach Oliver's Meinung mit einem Woofer leicht zu machen, seine Wandler entsprechend angepasst, d.h. ganz untenrum etwas entlastet.

Wer unverstärkte Instrumente bevorzugt, zudem auch in kleineren Besetzungen, der bekommt eine offene Hörlupe mit dem Biegewellenwandler vorgehalten. Wunderbar.


Der persönliche Kontakt war jedenfalls sehr gut und ich denke, wir sind uns beide in guter Erinnerung geblieben und wenn die Meinungen und Ansichten mal wieder auseinandergehen, dann werde ich mich sicher daran erinnern.

Grüße vom Punktstrahler
 
Alt 25.02.2015, 06:32   #9
Ellesound
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Die stärken einer großen Fläche liegen eben in der starken Bündelung, in stärker reflektierenden Räumen ist das ein klarer Vorteil, mit einem 8" BB kommt man dagegen nicht an, das Ergebnis oder Vergleich ist daher kein Zufall.

Gruß, Felix
 
Alt 25.02.2015, 08:35   #10
P.Krips
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Ach Felix,
Zitat:
Zitat von Ellesound Beitrag anzeigen
Die stärken einer großen Fläche liegen eben in der starken Bündelung, in stärker reflektierenden Räumen ist das ein klarer Vorteil, mit einem 8" BB kommt man dagegen nicht an, das Ergebnis oder Vergleich ist daher kein Zufall.

Gruß, Felix
hättest du mal auf der HP von Oliver die Messungen zum Abstrahlverhalten angesehen, hätte dir auffallen können, dass der Biegewellenwandler kein stark bündelndes System ist (ausser den Dipoleigenschaften).
Der 8" BB bündeld dagegen ab ca 700 Hz aufwärts zunehmend.
Insofern ist das was du da schreibst, völlig an der Sache vorbei.

Gruß
Peter Krips
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Alt 25.02.2015, 08:57   #11
Ellesound
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Nach vorne und hinten muss es rein theoretisch stark bündeln, aber Oliver kann es ja mal erklären, so wie ich das sehe, sind das 4 angeregte Leisten mit dämpfenden Verbindungen.

Gruß, Felix
 
Alt 25.02.2015, 11:18   #12
dipol-audio
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Hallo Franz-Peter, Hallo alle,

@Punktstrahler: Zunächst einmal vielen Dank für Deine anerkennenden Worte.

Daß ich mit der FRS20 etwas kritischer umgehen werde, wirst Du mir sicher nicht als persönlichen Angriff auslegen, denn Du hast weder Konstruktion noch Ausführung dieses LS aus Mitte der 80er Jahre auf der technischen Ebene oder gar persönlich zu vertreten.

Warum Du trotz Deinen Versuchen u.a. mit Voicepoint "VP160" bei der Pfleid "FRS 20" über Jahrzehnte "hängengeblieben" bist, hatten wir ja schon erörtert.

Ich glaube sogar, Deine Motivation dabei ganz gut verstanden zu haben und habe Dich als einen Hörer kennengelernt, der auf ein homogenes Klangbild bei gleichzeitiger "Luftigkeit" durchaus Wert legt.

Somit sind es wohl nicht zuletzt die "Raumhochtöner" der "FRS 20", welche in Tendenz einen Mangel im Energiefrequenzgang beheben sollen, die Dich bei diesem LS haben verweilen lassen.

Denn die gewünschte "Luftigkeit", die letztlich eine etwas breitere und vom Energiefrequenzgang her gleichmäßigere Abstrahlung im Hochton erfordern würde, wird auch von der Voicepoint "VP160" nicht in der Weise erreicht, wie es Dir vorschwebt. Deshalb bist Du auch mit meinen LS auf Anhieb sehr gut klar gekommen:

Deine Anforderungen weichen im Grunde nicht wesentlich von jenen allgemeinen Hörerpräferenzen ab, die auch in den hier im Forum immer wieder zitierten Arbeiten von Floyd Toole aufgezeigt wurden, und an denen man beim Entwurf von Qualitätslautsprechern kaum vorbeikommt: Auch wenn es "Abzweigungen" auf dem "Weg nach Rom" geben mag.


Zu den Einzelheiten:

Zitat:
Zitat von Punktsstrahler
Ich persönlich bräuchte noch eine Pegelreserve, da ich normalerweise gerne etwas lauter höre, aber das wäre auch nach Oliver's Meinung mit einem Woofer leicht zu machen, seine Wandler entsprechend angepasst, d.h. ganz untenrum etwas entlastet.
Dazu ist zu sagen, daß wir beim Hören - auch z.B. bei den Hörbeispielen zur Bigband 'Bert Kaempfert', 'Klaus Weiss Bigband' - noch sehr weit von den Pegelgrenzen meiner Fullrange Biegewellenwandler entfernt waren. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß jemand z.B. einen Anflug von harmonischen Verzerrungen wahrgenommen hat ...

Ich hatte aber speziell bei den Rock- und Blues Genres, wo gern hohe Pegel im oberen Bass/unteren Mittelton vorhanden sind, darauf hingewiesen, daß ich speziell bei diesen Genres "Übungsraumpegel" in meinem Hörraum nicht empfehle, weil die Durchhörbarkeit dann leidet: Hier ist der Raum die Begrenzung, nicht der Lautsprecher. Allerdings habe ich da auch am Hörplatz hinter Dir gesessen, wo etwas mehr Tiefton und Raumanteil vorhanden ist.

Wie auch immer: Für hohe Pegel bei diesen Genres ist der Nachhall in den Mitten noch etwas zu hoch und müsste für diese spezielle Anforderung etwas zurückgenommen werden: Ich selbst höre diese Genre nicht so laut.

Die meisten Hörer merken mit meinen Lautsprechern anfangs übrigens gar nicht, wie laut sie eigentlich hören: Ein durch "Lästigkeit" dominierter "zu laut" Eindruck stellt sich nämlich kaum ein. Deshalb drehen viele m.E. zu laut und überfordern dann zuerst den Raum, aber letztlich auch das eigene Gehör, wobei unnötig Differenzierung verloren geht.

Im Tiefton jedoch macht mein Raum den typischen Anstieg in der Nachhallzeit vieler Räume nicht mit und ist hier merklich "trockener".

Einem Interessenten mit hohen Dauerpegelanforderungen speziell in den elektroakustischen Rock und Blues Genres würde ich daher etwas mehr Absorption - wenn Monopol-LS eingesetzt werden sowieso - empfehlen.

Für ausgewogenere Raumanregung und Pegelreserve im Tiefton empfehlen sich aber auch noch zusätzliche Dipol-Subwoofer (am besten 4 Stück im Raum als Quelle/Senke System), die dann zu einem noch "relaxteren" Bild beitragen.

Mein Hörraum entspricht vom Nachhall recht genau einem "deutschen Durchschnittswohnzimmer", was aus Entwicklersicht aus zwei Gründen Sinn macht:

- Im Mittel wird die Differenz zu den Räumen möglicher Interessenten minimiert

- Ein Lautsprecher, der unter etwas reflektierenden Bedingungen (modernes "Durchschnittswohnzimmer") gut funktioniert, funktioniert auch unter weniger reflektierenden Bedingungen, wenn er im Direktschall ausgewogen ist.

Das ist bei meinen Systemen gegeben und darauf lege ich großen Wert. Diese Ausgewogenheit muss sich sogar bei geringer Glättung der Freifeld-Frequenzgänge wiederspiegeln.

Gewisse Feinanpasungen können dabei in jedem Raum erforderlich werden, sind aber vorgesehen und in verschiedensten Räumen auch schon durchgeführt worden. Die wünschenswerten Veränderungen sind insbesondere im Mittel- Hochtonbreich wirklich als "Nuancen" zu bezeichnen und werden dann nicht selten durch den jeweiligen Hörgeschmack mit beeinflusst.

Im Umkehrfall - Beispielsystem funktioniert nur(?) gut unter wenig reflektierenden Bedingungen ... - st das nicht ohne Weiteres gegeben, weil in der weniger reflektierenden Umgebung das Merkmal ausgewogener Energiefrequenzgang von vornherein erst gar nicht geprüft wird:
Diese Lautsprecher führen dann in unterschiedlichen Räumen gern zu "größeren Überraschungen", das liegt in der Natur der Sache und ist bekannt.



Zitat:
Zitat von Punktstrahler
Oliver's Biegewellenwandler wurden richtigerweise an der schmalen Wandseite im Dipol-richtigen Wandabstand betrieben. Die Pfleid's einfach vor die Biegewellenwandler zu stellen war insofern m.E. falsch. Sie klangen steril und gar nicht gut. So machte das keine Freude.
Zur Aufstellung der Pfleid, wie wir sie in meinem Raum vorgenommen haben:

Der Abstand zu den Seitenwänden und zum Hörplatz waren auch für die Pfleid völlig in Ordnung. Im Tiefton hätte größere Nähe zur Frontwand sogar eine noch stärkere Bassüberhöhung zu Folge gehabt. So wie wir gehört haben, musste ich mit einem parametrischen Equalizer nur den Bereich um ca. 300Hz breitbandig um mehr als 4dB zurücknehmen, damit wir im oberen Tiefton nicht zuviel "Verdeckung" produzieren.

Der Tiefton darunter war allerdings "für einen Monopol" in meinem Raum OK - auch nicht "zu dünn" (natürlich etwas hörplatzabhängig ... "Wunder" gibt es auch in meinem Hörraum keine ... ;)) - so daß ich sagen würde, die Position war insgesamt gut getroffen: Ich stelle öfters auch andere LS in meinem Raum auf, darunter auch immer wieder Monopole im Tiefton. Auch die eingestellte Höhe und das "etwas am Hörer außen vorbeizielen" waren dem Umstand geschuldet, die Schwächen des Systems auf Achse - praktisch alle Koax-Systeme haben diese Probleme - nicht noch unnötig zu betonen.

Der obere Mitten- und Präsenzbereich ist bei der FRS20 eher zurückgenommen - das lässt die Attribute "Grundtonwärme" und "Offenheit" m.E. merklich vermissen - und geht dann leider im Hochton in eine starke Betonung über, die ich knapp unterhalb 7Khz relativ breitbandig mit ca. -4.7dB (!) zurückgenommen habe.

Diese Störungen manifestieren sich eindeutig im Direktschall und können auch beim bestem Willen nicht mit Raumeinflüssen erklärt werden ...

Die aus diesen Verfärbungen resultierende von mir deutlich empfundene "Lästigkeit" im Hochton, kann auch mit dem bordeigenen Hochton-Regler der "FRS20" nicht korrigiert werden, weil nur ein "über alles" Hochtonpegel beeinflusst werden kann.

Die Überhöhung auf Achse (siehe Frequenzgang eines Vergleichsmodells unten) und das ungleichmäßige Abstrahlverhalten des Breitbänders bleiben vom eigebauten Regler unberührt.

Daß wir nach meinen Equalizer-Eingriffen - die insbesondere im Hochton eindeutig Lautsprecherkorrekturen waren und nicht etwa Raumanpassungen - alle Regler der "FRS20" (Hochtonpegel, "Raumhochtönerpegel") wieder in Mittelstellung bringen konnten und es dann "erträglicher" war, zeigte m.E. , daß meine Korrekturen den LS recht "nahe an sein eigenes Konzept" herangeführt haben.


Da wir verschiedene Genre gehört haben von

- Gitarre & Gesang über
- Kammerensemble bis zur
- Big Band

kann ich für mich sagen, daß die Pfleid "FRS20" nach den Equalizer Eingriffen bei weniger komplexem Material (Gitarre & Gesang) "recht versöhnlich" klang.

Jedoch verfügt sie bei komplexerem Material (Streicherensemble mit dichter und breiter Abdeckung des Obertonbereiches, Big Band mit scharfen Bläsersätzen und gleichzeitg Cymbals vom Schlagzeug ...) einfach aufgrund der genannten - auch messtechnisch bei dieser Chassisbauart bekannten - Störungen nicht annähernd über die Auflösung und Neutralität, die man von einem Qualitätslautsprecher (heute ...) erwarten würde.


Hier eine Messung eines Breitband Chassis einer Pfleid "FRS 16":



(Anklicken zum Vergrößern)

Die von mir als notwendig erachteten Eingriffe finden sich in dieser Messung, die nicht von mir stammt, sondern von Hubert Reith - dem Kopf hinter HiFiAkademie - vor Jahren in einem Forum der "Audio" verlinkt wurde - in relativ enger Übereinstimmung bestätigt.

Daß ein LS mit auffälligem Rundstrahlverhalten und tendenzieller Höhenbetonung - bis in den kritischen Bereich des Blauert'schen "Oben"-Frequenzbandes hinein - in einem Raum mit höherer Absorption "angenehmer" klingen mag, das bezweifle ich nicht.

Die Fehler des LS werden jedoch durch keinen Hörraum dieser Welt zu beseitigen sein: Gewohnheit spielt auch hier über die Jahre eine nicht zu vernachlässigende Rolle.


Das betrifft uns jedoch alle:

Deshalb habe ich das "Horcherl" keinesfalls bereut und hoffe, daß sich bald mal wieder eine Gelegenheit zum Austausch finden wird.

Daß ich der Pfleid "FRS20" sehr kritisch begegne, hat mich übrigens erst in die Lage versetzt, geeignete Korrekturen vorzunehmen: Eine andere Sichtweise auf Lautsprecher, seien es meine eigenen oder andere, kann ich mir gar nicht erlauben.
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Geändert von dipol-audio (25.02.2015 um 13:08 Uhr).
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Alt 25.02.2015, 13:29   #13
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Zitat:
Zitat von Punktstrahler"
Der persönliche Kontakt war jedenfalls sehr gut und ich denke, wir sind uns beide in guter Erinnerung geblieben und wenn die Meinungen und Ansichten mal wieder auseinandergehen, dann werde ich mich sicher daran erinnern.

@Franz Peter

Das sehe ich auch so und gebe Dir das in dieser Form gerne zurück. Wir wissen bei den "Meinungen und Ansichten" jetzt jedenfalls besser, was sich jeweils dahinter verbirgt: Das hätten wir ohne einen Hörversuch kaum feststellen können.

P.S.
Irgendwann gegen Mai - hoffentlich - will ich die ersten Prototypen meiner "virtuellen Biegewellenwandler" einem kleineren Kreis vorstellen. Das sind letztlich breitbandige Mittel-Hochton Systeme ab 400Hz, die ich wohl anfangs mit ganz normalen "Kompaktboxen" im Tiefton vorführen werde (noch ohne "optische Integration", das kommt später) ... dabei entfällt der Zwang zu einem so ausgedehnten Abstand zur Frontwand im Raum, wie er für Dipole gefordert ist.

Ich fürchte Du wirst - wenn Du im laufenden Jahr mal wieder Zeit hast - leider als Testhörer mit "dran glauben" müssen ... sei's hier oder auch mal bei Dir daheim ... Pech gehabt, lieber @Punktstrahler, so kann's gehen ...
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Alt 25.02.2015, 15:11   #14
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Zitat:
Irgendwann gegen Mai - hoffentlich - will ich die ersten Prototypen meiner "virtuellen Biegewellenwandler" einem kleineren Kreis vorstellen. Das sind letztlich breitbandige Mittel-Hochton Systeme ab 400Hz, die ich wohl anfangs mit ganz normalen "Kompaktboxen" im Tiefton vorführen werde (noch ohne "optische Integration", das kommt später) ... dabei entfällt der Zwang zu einem so ausgedehnten Abstand zur Frontwand im Raum, wie er für Dipole gefordert ist.

Ich fürchte Du wirst - wenn Du im laufenden Jahr mal wieder Zeit hast - leider als Testhörer mit "dran glauben" müssen ... sei's hier oder auch mal bei Dir daheim ... Pech gehabt, lieber @Punktstrahler, so kann's gehen ...
Hallo Oliver,

da bin ich auf jeden Fall dabei, das klingt hochinteressant und ich bin schon gespannt auf Deinen "virtuellen Biegewellenwandler"! Wenn Du damit der Performance Deines bisherigen Systems nahekommst bzw. es erreichst, dann ist/wird das eine große Nummer.

Man(n) ist gespannt...halte uns bitte auf dem Laufenden.

Grüße vom Punktstrahler
 
Alt 05.03.2015, 13:55   #15
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@ Punktstrahler, gefällt dir der Klang deiner LS in deinem Hörraum nach dem Test wieder so wie vorher?

Und einfach so massiv > Audio-Dipol: .... die ich knapp unterhalb 7Khz relativ breitbandig mit ca. -4.7dB (!) zurückgenommen habe.... < den Klang verbiegen, kann nicht in Ordnung sein.

Außerdem steht bei Pfleiderer zu lesen: > So muss der Direktschall nach seinem ersten Eintreffen beim Hörer, ca. 6 ms lang völlig ungestört sein und bleiben, um die Einschwingvorgänge zur Erkennung, zur Wahrnehmung der Ortung in der Entfernung und der Natürlichkeitsempfindung zeit- und klangrichtig sicherzustellen . Hauptfehler hier sind zu schnell eintreffende Reflexionen und die Klangbearbeitung des Direktschallsignals mit Equalizern. <

Insofern bringt es nichts, seine eigenen LS in einen fremden Hörraum zu schleppen, nach Gutdünken aufzustellen und dann mit externen Mitteln elektronisch zu verbiegen.
 
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