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Allgemeines zur Musikwiedergabe Alles das wo anders nicht passt

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Alt 07.07.2018, 08:47   #1
David
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Standard Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Seit Jahrzehnten will ich mir schon einen (ich nenne ihn so) "Rocking-Chair" bauen, habe mich aber bisher nicht dazu durchringen können, weil mir der Aufwand zu groß ist.

Hier hat das zumindest von der Funktion her ein Hersteller umgesetzt.

Für eine Person die hört, ist so etwas der Idealfall, weil schlechte Raumakustik dabei weitgehend ausgeblendet wird.

https://www.sombetzki-elektrostaten.de/esl-home.html

Hier ein Test dazu:
https://www.fidelity-magazin.de/2018...sonal-speaker/

Damit ginge sicher auch übliche Raumbeschallung, denn da stimmt ja auch sonst so gut wie nichts.
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Gruß
David


Einen „Audio-Laien“ erkennt man daran, dass er sich viel mehr mit Audiokomponenten beschäftigt als mit Raumakustik, LS-Aufstellung und Hörplatzwahl.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
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Alt 07.07.2018, 09:06   #2
longueval
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

würd ich auch gern mal hören

wobei ein winziger einwand bleibt, vor eine nahe wand würde ich mich damit nicht setzen.

wobei es natürlich auch möglich wäre, sowas mit nahfeldmonitoren nachzustellen. bissi billiger und weniger raumgreifend. vorteil der flächenstrahler natürlich, sie bündeln mehr.

zb:
https://www.thomann.de/at/neumann_kh_80_dsp.htm
https://www.thomann.de/at/neumann_kh...f=search_prv_3
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Alt 07.07.2018, 09:16   #3
David
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Klar kann man so etwas ganz leicht simulieren, ich würde dabei aber nicht auf einen Subwoofer verzichten.

Vielleicht realisiere ich das doch noch, aber ohne fahrbarer Plattform und ohne ausklappbarer Fronts. Ich würde dann einfach meine 45-Grad Raumschräge dafür verwenden, die 2 Meter breit ist. Die große Anlage käme dann wahrscheinlich weg.
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David


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Alt 07.07.2018, 13:47   #4
Atmos
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

.... eine schlechte Raumakustik fängt erst bei höheren Pegeln an zu nerven, und der SW wird sich immer negativ bemerkbar machen.
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Alt 07.07.2018, 14:59   #5
Anton
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Hallo David, wäre bestimmt wieder ein überzeugendes Ergebnis, wenn Du das bauen würdest.

Ich höre im Stereo-Dreieck von ca. 1,10 m mit Koaxen, 2 Weger und sitze dabei bequem im Lounge Chair.

Mit der Frau dann bequemer auf dem Sofa in einem anderen Raum, mit viel größerem Stereo-Dreieck und Surround sound bei Bedarf.

Beides finde ich stimmig.

VG an alle, Anton
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Alt 07.07.2018, 15:08   #6
dipol-audio
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Ich kann gerne etwas erläutern, welche positiven (ggf. aber auch negativen) Effekte man unter Kleinraumakustik zu erwarten hat, wenn man
  • mit Fullrange Dipol-Schallquellen hört und
  • diese in einem sehr deutlich verkleinerten Stereodreieck betreibt (z.B. Hörabstände <= 1m) und
  • diese ggf. (sehr) deutlich einwinkelt

Ich lege jedoch Wert auf die Feststellung, daß ich mich dazu nur allgemein äußere und nicht im Hinblick auf konkrete Schallwandler bzw. Hersteller.

(Anmerkung: Ich versuche mich im Folgenden möglichst "untechnisch" auszudrücken, so ganz "ohne" Vorkenntnisse geht es aber trotzdem nicht, denn es geht nunmal um Elektroakustik bzw. Raumakustik.)


Möglicher Pegel am Hörplatz im unteren Tiefton

Ganz vergleichbar dem Nahbesprechungseffekt

http://www.neumann.com/homestudio/de...rechungseffekt

bei Mikrofonen mit Dipol / "Acht" (jedoch vermindert auch bei Kardioid- ...) Charakteristik wird der Tiefton deutlich angehoben, sobald der Hörabstand (beim Mikrofon der Abstand zur Schallquelle) zum jeweilgen Dipol-LS in die Größenordnung der sog. "Dipol-Pfadlänge" des jeweiligen LS kommt:

Der Tiefbass wird dann in Relation "mehr, je näher man herangeht".

Dies ermöglicht eine subjektiv wie objektiv messbar kräftigere Tieftonwiedergabe selbst mit solchen (Dipol-) Schallwandlern, bei denen das zur Verfügung stehende Verschiebevolumen (Mebranfläche x Hub) im Tiefbass unter anderen Bedingungen nicht für höhere Pegel reichen würde:

Der LS kann dann auf einen geringeren Membranhub im Tiefton eingepegelt werden, und trotzdem darf der Hörer an einem nahen Hörplatz auf einen hinreichenden Tieftonpegel und einen ausgewogenen Frequenzang im Tiefton hoffen, wenn einige weitere "Spielregeln" eingehalten werden.

Etwas verkürzt: Bei gleichen Pegelanforderungen ist hier also der Einsatz "kleinerer" Schallwandler möglich ...



Mögliche Kompensation von (nur) bestimmten (sehr tieffrequenten) Raummoden für den nahen Hörplatz

Wenn ein Hörplatz so gewählt wird, daß der Abstand zur Dipol-Schallquelle deutlich kleiner als 1/4 der jeweiligen Wellenlänge ist (oder der Aufstellungsort des Dipols in Relation zum Hörplatz anderweitig "geeignet" gewählt wird ...), kann ein "Kompensationseffekt" genutzt werden, der durch die Komplementarität des Dipol-Schallwandlers (dieser ist ein "Schnellesender") zum Empfänger (der Mensch mit seinem Gehör ist ein "Druckempfänger") zustande kommt:

Wenn der Dipol eine bestimmte Raummode in ihrem Schnellemaximum anregt und der Mensch (Hörer) sich körperlich/räumlich im selben (oder einem korrespondierenden) Schnellemaximum (dieser Mode) im Raum aufhält (Schnellemaxima einer Mode sind Druckminima), dann ist für ihn als Druckempfänger keine Bassüberhohung bezüglich dieser konkreten Mode spürbar bzw. ist sie an diesem Ort im Raum auch für ein übliches Messmikrofon (Kugelchrakteristik) nicht messbar.

Es ist jedoch klar, daß dieser "Kompensationseffekt" auch bei "Nahabhören" (z.B. 0,8m Distanz) mit Dipolen nur für einen sehr eingeschränkten Frequenzbereich funktioniert:

Spätestens bereits ab ca. 100Hz befindet sich bei einer derartigen Distanz der Hörer räumlich nicht mehr gemeinsam mit dem Dipol-LS im Schnellemaximum (=Druckminimum) von relevanten Raummoden (weil eine Distanz von 1/4 der Wellenlänge erreicht wird), sondern ggf. schon in einem räumlich benachbarten Druckmaximum ...

Der kompensierende Effekt auf den Frequenzgang am Hörplatz lässt dann also im Beispiel bereits in der Oktave darunter (hier oberhalb von 50Hz) merklich nach.

Die Modenproblematik kann also hier im Tiefbass deutlich abgemildert werden, ist aber für Frequenzen vom mittleren Bass aufwärts immer noch vorhanden und kann (je nach Größe und Beschaffenheit des Raums ...) sich bis in den unteren Mittelton hinein fortsetzen.


Wichtig zu wissen:

Man kann im "modalen" Frequenzbereich des Raums den Eigenmoden nicht wirklich durch "Abstand zur Schallquelle" entgehen, denn die Druckmaxima einer Mode im Raum haben im eingeschwungenen Zustand der Mode überall vergleichbare Pegel und diese sind typischerweise wesentlich höher, als die Schallquelle sie (bei der gleichen Frequenz im gleichen Abstand) außerhalb eines Raums erzeugen würde.

Es gibt also so etwas wie eine Unterscheidung "direkter" vs. "reflektierter" Schall bezüglich der Schallausbreitung im Tiefton in kleinen Räumen im Grunde nicht: Genau das kennzeichnet den modalen Frequenzbereich des Raums.

Erst deutlich oberhalb der Schröderfrequenz werden "Direktschall" und "Raumanteil" deutlicher unterscheidbar.


Deutliches "Einwinkeln" von Dipolen

Wer mit Fullrange Dipolen (z.B. ohne separate Dipol-Subwoofer) hört, für den ist ein "deutliches Einwinkeln" ( z.B. > 30 Grad) auf den Hörplatz bei "üblichen" Abhörentfernungen oft ein "zweischneidiges Schwert" ...

Warum ?

Vorteile beim Einwinkeln ergeben sich im Mittel-/Hochton i.d.R. dadurch, daß der Frequenzgang der meisten Schallwandler (nicht nur bei Dipolen) "auf bzw. irgendwo nahe der Achse" ausgewogener ist und "mehr Glanz" im oberen Hochton vorhanden ist (zu den Seiten hin typischerweise Hochtonabfall).

Speziell im Tiefbass (ggf. aber auch bis in den unteren Mittelton hinein, je nach Raum) kann man sich durch (zu) starkes Einwinkeln eine mäßigere Perfomance (oder "höheren Korrekturbedarf" ...) einhandeln, weil auch der Dipol nun beginnt, Quermoden im Raum anzuregen, die er bei einer parallelen Ausrichtung mit der "längeren Achse" eines Raums nicht anregen würde ...

Das kann soweit gehen, daß er dann hinsichtlich Ausgewogenheit und Einschwingverhalten im Raum seine potentiellen Vorteile im Tiefton gegenüber einer "gewöhnlichen" monopolaren Schallquelle gänzlich verliert.

Ideal wären dann Dipol-Schallquellen für den Tiefton, die sich unabhängig (von einem "Satelliten") ausrichten und positionieren lassen.

Für sehr kleine Abhördistanzen kann dieser mögliche Nachteil des Einwinkelns im Tiefton jedoch durch die o.g. "Kompensationseffekte" etwas weniger zum Tragen kommen.
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Alt 07.07.2018, 16:17   #7
dipol-audio
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Hier mal ein simples Beispiel (nur eine Dipol-Quelle, keine Einwinkelung) als "tendenzielle" Simulation:



...

Der "Hörer" wird durch den blauen Punkt symbolisiert.

Hellblaue Kurve: Mehr als 2m Hörabstand (zur Dipol-Quelle)

Dunkelblaue Kurve: Weniger als 1m Hörabstand (zur Dipol-Quelle)

Man sieht das oben Erläuterte hier als Tendenzen:

  • bei sehr geringem Hörabstand ist der (Tiefton) - Pegel am Hörplatz für die Dipol-Quelle merklich angehoben. D.h. es kann dort für gleichen "Bassdruck" ein merklich verkleinerter LS verwendet werden.
  • im relevanten Frequenzbereich (Tiefbass), in dem der (verringere) Hörabstand deutlich kleiner als 1/4 der jeweiligen Wellenlänge ist, ist der Tiefton jeweils am konkreten Hörplatz auch merklich ausgewogener.
  • im Beispiel ist jedoch bereits zwischen 50 ... 100 Hz keine allzusehr verbesserte Ausgewogenheit mehr zu erkennen und im Frequenzbereich darüber praktisch gar nicht mehr ...

Um das besser zu erkennen, müsste man in Gedanken jedoch ein geeignetes Filter über die hellblaue Kurve legen, welche diese z.B. irgendwo unterhalb 200Hz anhebt, um den "Proximity Effect" zw. beiden Kurven in Relation zu kompensieren ...
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Alt 07.07.2018, 16:54   #8
David
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Danke Oliver für deine Erläuterungen. Liest sich plausibel. Was ich nur nicht verstehe das ist, ob sich das alles nur auf Dipole bezieht oder gilt das ganz allgemein?
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David


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Alt 07.07.2018, 17:02   #9
dipol-audio
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Hallo David,

ich habe mich oben auschließlich auf Dipol-LS (und z.T. Kardioide) bezogen, das Eingangsbeispiel dieses Threads verwendet ja ebenso Dipole ...

  • nur diese (und vermindert ebenso Kardioide) haben einen "Proximity" Effekt (vergleichbar dem "Nahbesprechungseffekt" bei Dipol- und Kardioid Mikrofonen), der zu einer relativen Tieftonanhebung bei (sehr) geringem Hörabstand (bereits im Freifeld) führt (*).
  • nur für diese (und vermindert ebenso bei Kardioiden) kann man die oben beschriebene "Komplementarität" ("Schnellesender LS" vs. "Druckempfänger Mensch") nutzen, um Druckmaxima von Moden als Hörer "auszuweichen", indem man sich z.B. sehr nah an der Schallquelle aufhält (das funktioniert praktisch nur für den Tiefbass bis evt. in den mittleren Bass hinein, denn man muss dann auf deutlich weniger als 1/4 der Wellenlänge "rangehen" ...)


Im Tiefton (modaler Frequenzbereich des Raums) sind bei ungerichteten Tieftonquellen (also üblichen "Kugelstrahlern" im Bass) derartige Effekte durch "Nähe allein" (kurze Abhördistanz) nicht zu erzielen.

Der Vorteil (sehr) kurzer Abhördistanzen ist damit für ungerichtete Schallquellen im Tiefton und in "akustisch kleinen" Räumen geringer als für die o.g. gerichteten Schallquellen.

________________


(*) Diesen "Proximity Effekt" (er ist zunächst im Freifeld zu betrachten), gibt es bei einer Kugelschallquelle (also einem üblichen monopolaren LS) im Tiefton nicht. D.h. ich kann dort nicht "den Tiefton absenken, nur weil ich sehr nahe rangehe".

Für die Anordnung mit Dipol-LS im Eingangspost hat das jedoch folgenden Effekt:

Geht der Hörer "sehr nah ran" (z.B. deutlich weniger als 1m an den Dipol-LS), dann kann (eher muss !) der Tieftonpegel abgesenkt werden, um an der Abhörposition immer noch einen ausgewogenen Frequenzgang zu erzielen.

In größerer Entfernung (auch "woanders in einem Raum") klingt das jedoch (wieder je nach Abhörposition) sehr "dünn", weil "Tiefton fehlt": Daher ist diese o.g. Anordnung wirklich nur auf einen Einzelhörer in unmittelbarer Nähe eines Dipols (oder ggf. auch eines Kardioid-LS bei verringertem Proximity Effekt gegenüber einem Dipol-LS) beschränkt.

In einem Wohnraum hat das u.U. den Vorteil, daß Nachbarn weniger gestört werden (Tiefton dringt meist stärker durch) und insgesamt weniger Tieftonenergie in den Raum "gespeist" werden muss:

Die Raummoden werden dann (zumindest im Tiefbass bis evt. in den mittleren Bass hinein) mit vermindertem Pegel angeregt.
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Alt 07.07.2018, 17:24   #10
longueval
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bilder sagen oft mehr als tausend worte

https://www.google.com/search?q=hall...w=1707&bih=824

warum nahfeldhören einen sinn hat
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Alt 07.07.2018, 17:35   #11
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@longueval (bezügl. "Hallradius")

Bei mittleren/höheren Frequenzen (sagen wir mal oberer Bass oder unterer Mittelton aufwärts) machen Begriffe wie "Hallradius", "Direktschall", "Diffusschall" auch in "akustisch kleinen" Räumen (z.B. in einem größeren Wohnzimmer) einen Sinn:

D.h. auch bei ungerichteten Schallquellen zieht man hier Vorteile aus geringeren Abhördistanzen (d.h. sich als Hörer eben deutlich innerhalb des "Hallradius" aufzuhalten ...).

Im Tiefton unter Kleinraumakustik (auch größere Wohnzimmer sind "akustisch kleine" Räume ...) sind diese Begriffe jedoch "bedeutungslos":

Und ich habe mich in meinen Posts (s.o.) nahezu ausschließlich auf den Tiefton bezogen. D.h. unsere Beiträge ergänzen sich und stehen in keinem Widerspruch.

Jedoch ist es auch für mittlere und höhere Frequenzen so, daß gerichtete Schallquellen - jeweils im selben Raum betrachtet - einen größeren Hallradius erzeugen als ungerichtete ...
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Alt 07.07.2018, 19:53   #12
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Standard "Proximity Effect" bei Dipol-LS im Freifeld

Wen's interessiert, hier eine externe Quelle zum "Proximity Effect" bei Dipol-Lautsprechern, welche im Tiefton betrieben werden (Freifeld Betrachtungen):

http://www.musicanddesign.com/Dipole-axis.html


Hier ist Bild 2 ("Figure 2") zunächst interessant.

Das Diagramm zeigt, wie sich der Frequenzgang bei Annäherung an eine Dipol-Quelle (im Freifeld!) verändern würde, wenn man auf das 16-fache, 8-fache, 4-fache der Dipol Pfadlänge an den LS herankommt (mit einem Mikrofon oder als Hörer).

Die Dipol Pfadlänge beträgt hier "1 Fuß" also ca. 0.3m und ist die eff. Länge des "akustischen Pfads" zwischen "vorderer" und "rückwärtiger" Schallquelle des Dipols.

Zur Veranschaulichung könnte das ganz grob (!) etwa eine ca. 60cm breite Schallwand (flach) mit einem darauf montierten dynamischen Tieftöner oder auch ein ca. 60cm breites ESL Panel sein.




Zum Diagramm 2: "Figure 2" (o.g. Quelle)

Der linear mit 6db/Oktave zum Tiefton hin fallende Frequenzgang (lila) ergäbe sich, wenn der jeweiligen Membran des Dipols eine frequenzunabhängige Beschleunigung erteilt würde.

Ein Dipol hätte dann "auf Achse" einen mit -6db/Oktave zum Tiefbass (bis in den Infraschall) hin fallenden Freifeld-Frequenzgang (*), sofern man bei großen Distanzen misst.

Nähert man sich dem o.g. Beispiel-Dipol jedoch im Freifeld bis auf ca. 1.2m (rot) an, dann wäre der Schalldruck bei 40Hz bereits um ca. 3 db angehoben gegenüber einer "großén" Abhörentfernung: Das scheint noch nicht "sehr viel" ...
Ginge man jedoch noch näher heran, wird diese relative Anhebung größer und setzt ebenso bereits bei höheren Frequenzen ein.

Das ist einer der Effekte, den ein wie in Post #1 für sehr kleine Abhörentfernungen konfiguriertes Dipol-System nutzen kann: "Proximity Effect" (zu deutsch evt. "Annäherungseffekt" oder analog bei Mikrofonen "Nahbesprechungseffekt", sofern das Mikro "Dipol/Acht" bzw. Kardioid Charakteristik aufweist).

______________

(*) In der Praxis wird dieser durch Aufstellung im Raum und/oder elektronische Filterung (DSP oder analog ...) und/oder geschickte Wahl von Eigenresonanz und Güte des Systems kompensiert ...
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Alt 07.07.2018, 21:02   #13
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Standard "Feurtado Effect" bei "geschickter" Aufstellung von Dipol-Tiefton LS

Das ist keine "offizielle" Bezeichnung, ich nenne das "nur für mich" (quasi "hausintern" ) so, weil die "Mutter" dieser Aufstellungsoptionen für Dipol Woofer bzw. Subwoofer hier so schön beschrieben ist:

Feurtado, Philip Andrew: "Modal Coupling of Directional Subwoofers in Rectangular Rooms":

https://etda.libraries.psu.edu/catalog/18841

(vgl. Kap 4.2 "Unique Solution for Particularly Flat Bass Response", Figur 4.12, S. 49)


Hier habe ich das "früher" schon mal veranschaulicht:

http://www.hififorum.at/showthread.p...ado#post341760


Die Grundidee geht etwa so:

Man stellt (hängt) eine Dipol Quelle mittig (streng genommen 'schwebend' ...) in den Raum und richtet sie parallel zur "längeren" Achse des Raums aus.

Die Längsmoden das Raums kann der Dipol dann (als "Schnellesender") nur anregen, wenn er sich in einem "Schnellemaximum" (d.h. Druckminimum) der Mode befindet, welches ebenfalls in der Mitte des Raums zw. Front- und Rückwand liegen muss.

"Setzt" man nun einen Hörer "sehr nah an/auf den Dipol", dann kann er jedoch diese angeregten Raummoden nicht wahrnehmen, weil er eben ein "Druckempfänger" ist:

Es kommt durch die komplementäre Beschaffenheit von "Schnellesender" und "Druckempfänger" zu einer "Selbstkompensation" des Amplitudenfrequenzgangs am Hörplatz, der zugleich Aufstellungsort des Dipols ist.

Diese "Lösung" ist von der Aufstellung her meist völlig(!) unpraktikabel aber es lassen sich dennoch Varianten daraus ableiten, die zumindest für bestimmte Frequenzbereiche und Hörzonen ziemlich gut funktionieren.

Dabei können für tiefe Frequenzen Dipol-Subwoofer und Hörer sogar "verteilt" im Raum sein: In vielen Fällen gelingt es, daß z.B. <80..100Hz nur 1-2 Moden übrig bleiben, welche (etwa per DSP) kompensiert werden müssen und es gelingt so vor allem (bei geeigneter Aufstellung der Dipol-Quelle) eine Tieftonwiedergabe ohne "tiefe Basslöcher", welche per DSP kaum "zu füllen" sind (*).

Das Grundprinzip ist dabei stets "ich rege (als Schnellesender) eine Raummode an, die Du (als Druckempfänger) dort, wo Du gerade sitzt, nicht mitbekommst."

Auch einen solchen Effekt kann man - zumindest teilweise - u.a. durch Nahhabhören eines Dipols wie in Post #1 nutzen:

Dabei müssen allerdings wieder bestimmte Spielregeln eingehalten werden, wie man die Anordnung im Raum positioniert. Die Nähe der Dipol-LS zum Hörer macht das allerdings merklich leichter ...

_____________________

(*) Genau das ist bei der üblichen Konfiguration - d.h. "Drucksender" (also übliche ungerichete Kugelstrahler als Tieftonboxen ...) und "Druckempfänger" wenige Meter im Raum beieinander - oft ein Problem: Es bleiben dann sehr gern "Basslöcher" am Hörplatz übrig, gegen die dann "kein Kraut gewachsen" ist, auch nicht per DSP ...
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Alt 08.07.2018, 11:33   #14
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Standard AW: Sinnvolle Anlage für Raumakustik-Geplagte

Gäbe es keine Raumakustik (noch dazu: jeder Raum ist anders!), wäre alles so einfach!

Deshalb wollte ich sie (die Raumakustik) von Haus aus so weit wie möglich "ausschalten". Dass mir das nur zu einem Bruchteil gelungen ist, das ist mir klar. Und dass das was ich gemacht habe, umstritten ist, ebenso.

Trotzdem, ich würde es immer wieder machen. Etwas anders nur dann, hätte/wollte ich Dipole als Fronts.

Im nächsten Leben dann, denn über 14 Kubikmeter Steinwolle entferne ich nicht.
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Alt 08.07.2018, 12:22   #15
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Ich empfinde Konfigurationen, wie im Eingangspost beschrieben, durchaus als eine mögliche Alternative z.B. für Hörer, die
  • eine wirklich "widrige" Raumakustik haben (z.B. sehr hohe Nachhallzeiten) und/oder
  • ein "übliches" Stereodreieick einfach nicht (z.B. in der geforderten Symmetrie) bei sich unterbringen können.

Trotzdem darf man m.E. nicht glauben, daß man so ein "Mini Stereodreieck" mit Fullrange Dipolen und Hörabständen deutlich unter 1m nun "irgendwohin stellen" darf:

Auch hier sind z.B. gewisse Wandabstände (u.a. von den LS zur Frontwand und hinter dem Hörer zur Rückwand ...) einzuhalten und gewisse Raumanpassungen speziell im Tiefton wären für ein "bestmögliches Ergebnis" ebenso erforderlich.

Man kann auf diese Weise jedoch auch mit kleineren Dipol ESL Panels oder solchen offenen mit dynamischen Treibern bestückten Schallwänden, die ebenfalls nur ein "moderates" Verschiebevolumen aufweisen, eine "ordentliche" Basswiedergabe erreichen, weil der "Proximity" Effekt im Tiefton schlicht Verschiebevolumen (für den Tiefbass) bei einem Fullrange Dipol einspart und somit (für einen jeweils gegebenen LS) höhere Pegel erlaubt, als es bei größeren Distanzen der Fall wäre.

Wer so etwas möchte, der wird sicherlich auch ein denkbares Subwoofer System lieber weglassen, denn er will typischerweise nur an diesem Platz ganz in der Nähe der LS hören und lieber eine Anlage, die im Raum "nicht so dick aufträgt", was die Stellplätze für die Komponenten betrifft.

Die Art der Wiedergabe geht in der Tendenz dann in Richtung "sehr trocken", d.h. für viele Hörer klingt das u.U. "kopfhörerartig" (ggf. mit reduzierter Räumlichkeit oder "Loslösung" des Geschehens im Vergleich zu einem sehr gut aufgestellten "Full Size" Stereodreieck ...), jedoch ohne typische Kopfhörerartefakte wie "Im Kopf Lokalisiertheit" und es gibt auch einen körperlich spürbaren Bass, was m.E. wichtig ist, und mir persönlich bei Kopfhörer Wiedergabe fehlt.

__________________
Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

Gewerblicher Teilnehmer

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Nihil sine causa




Geändert von dipol-audio (08.07.2018 um 13:32 Uhr).
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