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Verblindete Vergleiche Wenn es "um die Wahrheit" geht, führt kein Weg daran vorbei

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Alt 03.01.2012, 15:49   #16
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Reno Barth Beitrag anzeigen
natürlich ist das so. nur sind die Ergebnisse nach dem Umschiffen dieser Tücken so gut, dass die Mehrzahl der Top-Geiger doch alte Meisterinstrumente bevorzugen. Menuhin hätte praktisch jede Geige haben können.
...dem würde ich ja auch gar nicht widersprechen....nur sollte man sich auch darüber im klaren sein, dass heute keines dieser Instrumente tatsächlich noch in der Originalform existiert, zumindest keines, dem man auch noch anständige Töne entlocken könnte.

Zitat:
Zitat von Reno Barth Beitrag anzeigen
Im Übrigen ist man ja in der Aufklärung der Geheimnisse der Cremona-Geigen schon recht weit. Ein wesentlicher Grund für die Qualität dürfte das Holz gewesen sein. Damals war aufgrund der klimatischen Verhältnisse die Dichte bestimmter Hölzer höher. Dazu gibts es eine Reihe von Untersuchungen.
Ein Aspekt....von vielen.

Keiner kann heute noch sagen, welchen Klang diese historischen Instrumente damals, kurz nach ihrer Fertigstellung besessen haben mögen. Denn das Holz, egal wie einzigartig es auch gewesen sein mag, ist gealtert....

Gruß

RD
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Alt 03.01.2012, 15:54   #17
Reno Barth
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
Keiner kann heute noch sagen, welchen Klang diese historischen Instrumente damals, kurz nach ihrer Fertigstellung besessen haben mögen.
das ist allerdings auch völlig egal. Originalklag war im Zusammenhang mit Stradivari nie das Thema.

lg
reno
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Alt 03.01.2012, 15:57   #18
ruedi01
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...richtig, im Rahmen des hier diskutierten Vergleichstest kann man nur noch sagen, wie diese historischen (aber in jedem Falle auch nicht mehr komplett originalen!) Instrumente heute noch gegenüber aktuellen Instrumenten abschneiden.

In so fern sollte man das nicht überbewerten...

Gruß

RD
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Alt 03.01.2012, 16:05   #19
Reno Barth
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ja, darum ging es. Ich bestreite allerdings, dass sich ein Musiker in einem abgedunkelten Hotelzimmer mit einer Schweißerbrille vor den Augen und einem Wunderbaum unter der Kinnstütze innerhalb einer Minute ein irgendwie sinnvolles Urteil über ein Instrument bilden kann.

lg
reno
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Alt 03.01.2012, 16:32   #20
debonoo
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Reden

Hallo..


das ist die moderne, schnelle Zeit...

die in 100 Sekunden Weltnachrichten bringt,

Küchenschlachten veranstaltet - Skandalgeschichten verbreitet,

und den Zuseher alleine lässt - indem sie bloß Informationen bringen aber keinerlei Wissen..

dazu aber - gibt's dann wieder vorgeblich die Talkshows...

so sind die Massenmedien endgültig zum Bedürfnisweckungsundbefriedigungsringelspiel verkommen...

Brot + Spiele


mfG.
Andreas
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Alles Leben = Energie

wer sich schlecht fühlt - hat zuwenig Energie...

Geändert von debonoo (03.01.2012 um 16:37 Uhr).
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Alt 03.01.2012, 16:53   #21
David
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Zitat:
.....mit einer Schweißerbrille vor den Augen und einem Wunderbaum unter der Kinnstütze.....
Der war gut!
__________________
Gruß
David


Einen „Audio-Laien“ erkennt man daran, dass er sich viel mehr mit Audiokomponenten beschäftigt als mit Raumakustik, LS-Aufstellung und Hörplatzwahl.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
Ganz wichtig: immer beim Thema bleiben!
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Alt 03.01.2012, 17:01   #22
Reno Barth
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Zitat:
Zitat von Hifiaktiv Beitrag anzeigen
Der war gut!

Realsatire. So wurde der Test wirklich gemacht. Der Wunderbaum war halt ein "parfumiertes Tuch".

lg
reno
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Alt 03.01.2012, 18:38   #23
Scheller
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Immerhin wurde die Stabilität der Präferenz zumindest rudimentär überprüft. Da hätte man m.E gerne noch ein oder zwei Kontrollgänge anhängen dürfen, sodass dann auch der letzte Geiger immer wieder andere Geigen als die bessere benennt.

Trotz (zu) kurzer Spieldauer und nicht hinreichend wasserdichter Bedingungen zeigen solche Test -genau wie Hifi-Hörtests- sehr deutlich, in welchen Dimensionen die "Urban Legends" zu suchen sind, und was ganz allgemein vom pseudoelitären Gerede im entsprechednen "Fachbereich" zu halten ist. ;)....Das gilt für Schickimicki-Weine, und für für Schickimicki-Hifi ebenso

Geändert von Scheller (03.01.2012 um 18:49 Uhr).
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Alt 03.01.2012, 18:45   #24
Dr. Holger Kaletha
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Da fragt man doch besser die Geiger, die Stradivaris spielen. Erst einmal ist Stradivari nicht gleich Stradivari. Anne-Sophie Mutter sagte mal, daß Yehudi Menuhins Stradivari zwar ein wunderbares Instrument sei, aber sie käme damit absolut nicht zurecht. Jeder große Geiger sucht sich seine Stradivari oder Guarneri aus, die zu ihm paßt.

Wer sich ein bisschen mit Geigenbau auskennt, der weiß, das bei neuen Instrumenten die Lackierung das Problem ist - deshalb sind die alten meist erheblich wertvoller. Das neue Instrument kann überwältigend klingen - dann verändert sich aber leider nach ein paar Jahren der Lack und der schöne Klang ist hinüber. Da ist man mit einem "historischen" Instrument auf der sicheren Seite.

Aus der Sicht von jemandem, der Klavier spielt: Wenn mir jemand erzählt, ein Steinway klinge in jedem Fall besser als ein Yamaha o.ä., dann ist das ziemlich laienhaft. Es gibt sehr gute Steinways und solche, die ziemlich mäßig klingen, was verschiedenste Gründe hat. Für den Musiker zählt letztlich nur das individuelle Instrument - das andere sind wirklich ziemlich überflüssige Diskussionen. Es ist doch schön, wenn hervorragende neue Instrumente gebaut werden. Denn eine Stradivari für ein paar Millionen Euro können sich sowieso nur eine handvoll Auserwählte leisten.

Beste Grüße
Holger
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Alt 03.01.2012, 18:51   #25
Albus
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Tag,

ganz klar: die Raumakustik! - Wie in HiFi. Keiner will es so richtig wahr haben. Der Raum, Hotelzimmerakustik, taugte nicht, alles nivelliert, wie sonst auch. Fast kein Instrument ist so gut untersucht und vermessen wie die Geige.
Siehe nur zu den Effekten der Raumakustik auf den Klang von Geigen: Briner, H., Über die unterschiedliche Wirkung der Schallabsorption auf den Klang von neuen und alten Geigen, in: Experimenta 6, 1950, 59-60.

Wer lacht denn da?

Freundlich
Albus
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Alt 03.01.2012, 18:56   #26
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Reno Barth Beitrag anzeigen
....Ich bestreite allerdings, dass sich ein Musiker in einem abgedunkelten Hotelzimmer mit einer Schweißerbrille vor den Augen und einem Wunderbaum unter der Kinnstütze innerhalb einer Minute ein irgendwie sinnvolles Urteil über ein Instrument bilden kann.
...da mag ich Dir sogar Recht geben. Ich kann auch nicht mal eben kurz ein Paar Lautsprecher mit ein paar Tackten Musik gegen mehrere andere Pärchen probehören und dann genau sagen was mir am besten gefällt und warum...

Immerhin konnten die Hörer keine deutliche Überlegenheit der alten Meistergeige(n) heraushören. Die ja angeblich so deutlich hörbar wäre. Wie mit Scheller gesprochen, wieder eine Urban Ledgend zerstört...

Gruß

RD

Geändert von ruedi01 (03.01.2012 um 19:20 Uhr).
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Alt 03.01.2012, 19:01   #27
Reno Barth
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Da fragt man doch besser die Geiger, die Stradivaris spielen. Erst einmal ist Stradivari nicht gleich Stradivari. Anne-Sophie Mutter sagte mal, daß Yehudi Menuhins Stradivari zwar ein wunderbares Instrument sei, aber sie käme damit absolut nicht zurecht.
Genauso ist es. Jacqueline Du Pre ist vom Dawidow-Stradivari auf ein modernes Cello umgestiegen, weil sie mit der Spielbarkeit des alten Instruments unzufrieden war. Heute gehört das Dawidow Yo-Yo Ma, der damit offenbar gut zurecht kommt. Wobei mir dieses Instrument - so weit man das anhand der Aufnahmen sagen kann - in den Händen von Frau Du Pre besser gefällt (was aber auf jedes andere Cello auch zutreffen würde )

lg
reno
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Alt 03.01.2012, 19:46   #28
Dr. Holger Kaletha
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Hallo Reno,

Itzhak Perlman hat seine Bach-CD zuerst mit seiner Guarneri angefangen aufzunehmen, später dann die Stradivari gekauft. Sehr interessant, der Vergleich: Die Guarneri klingt unglaublich sauber, die Stradivari eher "romantisch" mit Schmelz. Ganz anders - welche nun "besser" ist, kann man nicht sagen!

Beste Grüße
Holger
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Alt 03.01.2012, 19:52   #29
David
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Zitat:
Für den Musiker zählt letztlich nur das individuelle Instrument - das andere sind wirklich ziemlich überflüssige Diskussionen.
In diesem Fall stimme ich sogar zu, denn es ist egal, ob ein Instrument tatsächlich "besser" als ein anderes ist (gibt es dafür irgendwelche Normen?), es zählt nur, wie der jeweilige Musiker das für sich entscheidet und ob er sich mit einem bestimmten Instrument "wohl" fühlt.
Ob nun eingebildet (laut Blindtest) oder nicht, das ist seine Sache.

Umgelegt auf unser leidiges Thema ist es so, wie wenn jemand behauptet, dass für ihn seine Anlage mit einem bestimmten Kabel am besten klingt (nur als Beispiel).

An dieser Stelle hat jeder Andere noch (!) "die Klappe zu halten".
__________________
Gruß
David


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Alt 03.01.2012, 20:53   #30
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Hifiaktiv Beitrag anzeigen
Umgelegt auf unser leidiges Thema ist es so, wie wenn jemand behauptet, dass für ihn seine Anlage mit einem bestimmten Kabel am besten klingt (nur als Beispiel).
Das würde ich so nicht sehen...

Im Gegensatz zur Kabeldiskussion im Hifi-Bereich gibt es bei Musikinstrumenten tatsächlich hörbare und auch klar nachvollziehbare klangliche Unterschiede. Das kann sogar ich als musikalischer Laie in gewissen Grenzen zumindest problemlos nachvollziehen.

Ich stimme allerdings in so fern zu, als dass die Entscheidung (des Musikers) mit welchem Instrument man besser spielt eher dem persönlichen Geschmack als irgendwelchen objektiven Kriterien geschuldet ist...

Gruß

RD
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