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Klassik, klassische Meisterwerke Alles, was in diese Kategorie passt

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Alt 21.04.2012, 18:53   #61
Sven
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Zitat:
Zitat von Spalatro Beitrag anzeigen
Hallo,

also nochmal vielen Dank - ich habe mir die CD eben bestellt. Der Link hat mich wirklich berührt. Wirklich ganz tolles Stück, sehr emotional.

Danke !!
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Alt 21.04.2012, 19:08   #62
Babak
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Und was ist mit neuen Aufnahmen mit jungen Interpreten?

Oder waren nur die Alten gut, und die Jungen schaffen es nimmer?
;-)
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“The problem with today’s world is that everyone believes they have the right to express their opinion AND have others listen to it.

The correct statement of individual rights is that everyone has the right to an opinion, but crucially, that opinion can be roundly ignored and even made fun of, particularly if it is demonstrably nonsense!”


— Brian Cox, musician, physicist, and freethinker
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Alt 21.04.2012, 19:29   #63
B. Albert
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Hallo Babak,

Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Und was ist mit neuen Aufnahmen mit jungen Interpreten?

Oder waren nur die Alten gut, und die Jungen schaffen es nimmer?
;-)
Na dann schlag doch mal etwas vor ?

Ich kenne in der Tat keine neuere Aufnahme, die es mit den bisher genannten aufnehmen könnte. Vielleicht am ehesten noch die von Evgeny Kissin, aber die ist auch schon fast 15 Jahre alt.


amazon

Die Aufnahme von Buchbinder ist übrigens relativ neu (live eingespielt 2010/2011). Aber ihn kann man nun wirklich nicht mehr als "jungen Interpreten" bezeichnen.

Anscheinend trauen sich die jüngeren Pianisten nicht an ein solches "Schlachtross", von dem es schon soviele gute Aufnahmen gibt. Ein bekanntes Phänomen.

Viele Grüße, Bernd
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Alt 21.04.2012, 19:41   #64
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Und was ist mit neuen Aufnahmen mit jungen Interpreten?

Oder waren nur die Alten gut, und die Jungen schaffen es nimmer?
;-)
Mit den Klassikern wie Beethoven oder Mozart sich zu profilieren, ist eben schwer für junge Musiker. Die spielen meist lieber virtuoses romantisches Programm.

Zwei Beispiele. Olga Kern mit den Chopin-Sonaten Nr. 2 und 3. Wirklich ganz ausgezeichnet, sie gehört zu meinen Referenzaufnahmen:

http://www.jpc.de/jpcng/classic/deta...3/hnum/9615207

Ebenso die Debut-Platte von Rafal Blechacz. Damit gleich Interpretationsgeschichte zu schreiben, ist schon überragend:

http://www.jpc.de/jpcng/classic/deta...6/hnum/6978086

Beste Grüße
Holger
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Alt 21.04.2012, 19:42   #65
Babak
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Liegt vielleicht auch daran, dass an den alten zu erst eingespielten Aufnahmen festgemacht wird, wie es sein sollte.

Keiner ist interessiert an möglichst guten Kopien von Gilels, Pollini, Brendel, Michelangeli & Co.

Bei Ensembles und Orchestern geht es ja schon etwas.
Europa Galante, Il Giardino Armonico, das Kodaly Quartett etc zeigen ja, dass man auch anders interptetieren kann und es gut wird.

Solisten haben es da anscheinend schwerer ...

LG
Babak
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— Brian Cox, musician, physicist, and freethinker
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Alt 21.04.2012, 19:58   #66
B. Albert
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
...

Keiner ist interessiert an möglichst guten Kopien von Gilels, Pollini, Brendel, Michelangeli & Co.
Es geht ja nicht um "Kopien", sondern um neue Sichtweisen und Interpretationen. Da würden gerade auch die Beethoven-Sonaten einiges an Spielraum bieten, wenn man sich mal die "alten" Aufnahmen ansieht ... ähhh anhört.

Ich habe eher den Eindruck - so ähnlich wie Holger es schon sagte - derzeit ist Beethoven eher "nicht angesagt" unter den jungen Pianisten. Liegt vielleicht aber auch an der Vermarktung durch die Major-Labels.

Viele Grüße, Bernd
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Alt 21.04.2012, 20:26   #67
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Liegt vielleicht auch daran, dass an den alten zu erst eingespielten Aufnahmen festgemacht wird, wie es sein sollte.
Die sind ja alle auch durchaus sehr unterschiedlich, der Arrau-, Kempff-, Richter-, Brendel-, Gulda-, Gilels-, Michelangeli- oder Pollini-Beethoven. Wie soll man es also vorbildlich machen? Heute geht die Tendenz leider - forciert von den großen Plattenfirmen - Richtung "Star"-Qualitäten und Vermarktung. Beispiel Lang Lang. Das hat mit seriöser Kunst inzwischen nichts mehr zu tun, ist nur noch Zirkus. Das Wiener-Konzert war nur peinlich - verdiente die saure Zitrone für die miserabelste Platte eines Stars. Und sein Liszt, den ich zuletzt gehört habe, einfach grauenvoll. Aber China ist ein riesen Markt, da wollen die großen Firmen nur verdienen. Was soll man von Yuja Wang halten? Technisch exzellent, eine durchaus kluge Musikerin. Empfindsamkeit hat sie auch. Aber es mangelt einfach an vielem. Da fehlt der letzte Tiefgang und die Reife. Ganz schöne Platten, die sie macht, aber hat das wirklich Bestand? Valentina Lisitza ist bestimmt nicht schlechter, hat Tiefgang weil russische Seele, nur ist sie aber leider eine Ukrainerin und keine Chinesin. Von den jungen Chinesen gefällt mir Y. Wang aber am besten. Mit diesem Yundi Lee kann ich nicht viel anfangen. Eine technisch makellose Liszt-Sonate, aber mehr auch nicht. Die Nocturnes von Chopin für einen Chopin-Preisträger erstaunlich schwach, einfach blaß. Andere haben ein sehr einseitiges Profil. Anna Gourari ist eine wunderbare lyrische Begabung, aber im Vergleich mit Arrau u. Co. fehlt ein bisschen die Universalität. Kissin hat den Fehler gemacht, zu viel zu produzieren. Bei seinem Potential wäre weniger mehr gewesen. Viele Aufnahmen von ihm sind verzichtbar und man wäre gespannter auf seine neuen Aufnahmen, wenn es sie nicht im Paket gäbe. Dieser Tokarev ist ein wenig eine graue Maus. Strawinsky "Petruschka" ist ein Koloß, da gibt es einfach Aufnahmen von anderen (von Pollini über Gilels bis Kissin), die sind deutlich besser. Nikolai Luganski finde ich ist eine vielversprechende Begabung. Ein äußerst gewissenhafter Musiker, von ihm kann man noch viel erwarten. Sehr viel halte ich von Rafal Blechacz. Er hat eine Platte mit Beethoven und Mozart gewagt. Das ist pianistisch allererste Qualität und makellos, stringent und klar gespielt. Auch da fehlt aber noch vieles! Doch man erkennt das Potential, das er hat. Bei jungen Musikern ist wichtig finde ich, daß sie sich selber richtig einschätzen, wissen, wann sie sich was zumuten können. Da finde ich die bulgarische Mezzo-Sopranistin Vesselina Kasarova vorbildlich, die bestimmte Rollen nicht annimt, weil sie sagt, dafür fühle sie sich noch nicht reif. Arcadi Volodos ist so einer, der es richtig macht. Er spielt immer ein Repertoire, das er auch kann.

Beste Grüße
Holger
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Alt 21.04.2012, 21:05   #68
Sven
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Ohje - viel zu viel Input. Mein Gehirn krampft.
:
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Alt 21.04.2012, 21:29   #69
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von Sven1 Beitrag anzeigen
Ohje - viel zu viel Input. Mein Gehirn krampft.
:
Das verstehe ich durchaus - Fachsimpeleien von Kennern und Liebhabern. Kaufe Dir den Gilels und höre einfach! Gerade wenn man die Musik kennenlernen will, sollte man sich immer an die besten Interpretationen halten. Die beeindrucken nämlich nachhaltig mehr als alles hifidele Gedöns.

Beste Grüße
Holger
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Alt 22.04.2012, 04:27   #70
Babak
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Die früheren Aufnahmen bleiben in den Köpfen der Liebhaber immer auf eine oder andere Art Referenzen, mit denen andere verglichen werden.

Manchmal kommt eine Verklärung und eine Idealisierung dazu.

Ist in anderen Musikrichtungen auch so.
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Alt 22.04.2012, 07:15   #71
B. Albert
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Hallo Holger,

Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
...Arcadi Volodos ist so einer, der es richtig macht. Er spielt immer ein Repertoire, das er auch kann.
Wie auch Rafal Blechacz. Und Volodos selbst ist ja nun kein "junger Interpret" mehr.

Viele Grüße, Bernd
B. Albert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.04.2012, 08:37   #72
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Die früheren Aufnahmen bleiben in den Köpfen der Liebhaber immer auf eine oder andere Art Referenzen, mit denen andere verglichen werden.

Manchmal kommt eine Verklärung und eine Idealisierung dazu.

Ist in anderen Musikrichtungen auch so.
Hallo Babak,

das verstehe ich nicht so ganz, jedenfalls im klassischen Bereich nicht. Sicher hat der Mensch vielleicht zu bestimmten Aufnahmen eine persönliche Beziehung, wenn er sie früh kennengelernt hat. Das müssen allerdings überhaupt nicht "frühe Aufnahmen" vom Aufnahmedatum her sein. In der Klassik ist das mit der "Idealisierung" schwer zu begründen, weil vom selben Interpreten oft Aufnahmen verschiedenen Aufnahmedatums existieren. Kempff z.B. hat die Beethoven-Sonaten in den 30igern, in den 50igern und in den 70igern aufgenommen, welche nehme ich nun als Referenz? Die sind doch sehr unterschiedlich. Von mir kann ich nur sagen: Man lernt im Laufe des Lebens sehr viele hervorragende Alternativen kennen. Wenn sich da eine Aufnahme, die man früh kennengelernt hat, halten kann, dann muß sie wirklich überragend sein.

Beste Grüße
Holger
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Alt 22.04.2012, 08:40   #73
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von B. Albert Beitrag anzeigen
Wie auch Rafal Blechacz. Und Volodos selbst ist ja nun kein "junger Interpret" mehr.

Viele Grüße, Bernd
Hallo Bernd,

genau! Besser wäre vielleicht statt "jung" die Unterscheidung namhafte, etablierte Interpreten und solche, die sich erst noch einen Namen machen. Manche werden erst spät entdeckt, sind relative "Spätstarter"!

Beste Grüße
Holger
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Alt 22.04.2012, 10:08   #74
Babak
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Hallo

Ich empfehle Beschäftigung mit der Erkenntnistheorie.

Ich fürchte, da hab ich jetzt was ausgelöst.
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Alt 22.04.2012, 10:49   #75
Titian
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Wie ich schon in einem anderen Beitrag geschrieben habe, die Art zu interpretieren hat sich in den letzten paar Dekaden geändert. Die Technik ist viel wichtiger geworden, wie auch absoluter klare und saubere Klang (das erinnert mich an Hifi- und Musik-Liebhaber zu Hause) oder "alle Note ganz genau treffen". Die "Grossen", die hier erwähnt wurden, zeigten viel mehr das Spielen aus dem Herz, das Instrument "singen lassen". Ob das eine Folge vom Spielen mit "klarem und sauberen" Klang zu tun hat, wie viele Reaktionen im Hifi vor eine Kette, die absolut sauber wiedergibt, weiss ich nicht. Man muss aber betonen, dass die Grossen ihren Höhepunkt der Interpretation nicht vor 50 hatten. Sie waren sicher bekannt, wie heute die top junge Meister.
Ich bin fest überzeugt, dass die Grossen von damals nicht mit Mythen zu tun haben. Wer eine Live-Konzert von denen dabei war, erkennt den interpretatorischen Unterschied und wie die Klänge ganz genau im Inneren des Herzen getroffen haben, nicht weil alles so perfekt oder perfekter war als heute.

Geändert von Titian (22.04.2012 um 11:04 Uhr).
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