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Audiophiles Hören, Hörpsychologie Persönliche Hörgewohnheiten und Hörsituationen

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Alt 06.01.2012, 20:09   #121
Markus Berzborn
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Markus Berzborn
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Das ist ein Grund, warum ich mit Kant nie allzuviel anfangen konnte. Für mich wie auch für Stockhausen ist Musik die höchste der Künste.

Gruß,
Markus
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Alt 06.01.2012, 20:32   #122
debonoo
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Hallo..

Tatsächlich, scheint Kant kein großer Musikliebhaber gewesen zu sein..

http://www.textlog.de/32522.html

ist aber schon 200 Jahre her,

möglicherweise würde er

heute anders denken...

mfG.
Andreas
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Geändert von debonoo (06.01.2012 um 21:25 Uhr).
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Alt 06.01.2012, 20:53   #123
carlinhos
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@ Holger, Markus, Reno, Titian, Bernd, ...

Ich finde wirklich sehr erhellend, was ihr hier zu den unterschiedlichen Diskussionen zu sagen habt. Als musikalischer Amateur (= Liebender) lerne ich jedes Mal dazu und genieße in der Folge das Hören von Musik nur umso mehr. In einem "Forum für realitätsnahe Wiedergabe" hätte ich mir solche Diskussionen zur künstlerischen Ästhetik nie erwartet. Ursprünglich bin ich hier auch in erster Line aus Interesse an Hifi gelandet und nicht wegen der Musik. Dieses Forum ist aber grossartig, weil es sich nicht nur auf die technischen Aspekte der Musikwiedergabe beschränkt, sondern weil Leute wie ihr freiwillig und in grossem Ausmaß immer wieder eure Expertise in Sachen Musik (und nur darum geht es letztlich) zur Verfügung stellt. Vor allem Holger stellt immer wieder sein Wissen in beträchtlichem Umfang (siehe z. B. Liszt-Thread) zur Verfügung. Das ist nicht selbstverständlich und sicher sehr zeitaufwändig!

Dank und Gruß,
Karl
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Alt 06.01.2012, 21:11   #124
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von Markus Berzborn Beitrag anzeigen
Das ist ein Grund, warum ich mit Kant nie allzuviel anfangen konnte. Für mich wie auch für Stockhausen ist Musik die höchste der Künste.
Für mich ist ehrlich gesagt die Frage der Rangordnung nicht so interessant. Philosophisch spannend ist, wieso es zu dieser Rangordnung kommt, welche ästhetischen Prämissen dahinter stehen. Die gilt es zu reflektieren. Ich treibe auch keine Metaphysik. Mich interessiert die Frage: Was gehört alles zu einem musikalischen Erlebnis und was kann Musik eigentlich ausdrücken? Da ist die sensualistische Betrachtung einseitig - reduziert Musik auf den Wirkungsaspekt.

Beste Grüße
Holger
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Alt 06.01.2012, 21:17   #125
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
@ Holger, Markus, Reno, Titian, Bernd, ...

Ich finde wirklich sehr erhellend, was ihr hier zu den unterschiedlichen Diskussionen zu sagen habt. Als musikalischer Amateur (= Liebender) lerne ich jedes Mal dazu und genieße in der Folge das Hören von Musik nur umso mehr. In einem "Forum für realitätsnahe Wiedergabe" hätte ich mir solche Diskussionen zur künstlerischen Ästhetik nie erwartet.
Hallo Karl,

ich persönlich finde immer, daß die Musik an erster Stelle stehen sollte und nicht Hifi-Geräte, die zum Fetisch werden. Deshalb gehört die Musikkultur finde ich dazu - damit die Maßstäbe zurecht gerückt werden. Ich mag auch über möglichst saubere Musikwiedergabe reden, aber letztlich sollte das doch Mittel zum Zweck für die Beschäftigung mit Musik bleiben und nicht zum Selbstzweck werden. Hobbys neigen ja dazu, sich zu verselbständigen...

Beste Grüße
Holger
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Alt 06.01.2012, 21:24   #126
Markus Berzborn
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Markus Berzborn
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Philosophisch spannend ist, wieso es zu dieser Rangordnung kommt, welche ästhetischen Prämissen dahinter stehen.
Genau das meine ich ja.

Zitat:
Ich treibe auch keine Metaphysik.
Wieso nicht, kann nicht schaden.

Gruß,
Markus
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Alt 06.01.2012, 21:24   #127
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von debonoo Beitrag anzeigen
Hallo..

Tatsächlich, scheint Kant kein großer Musikliebhaber gewesen zu sein..

http://www.textlog.de/32522.html
Hallo Andreas,

er war natürlich auch ein Kind seiner Zeit. Die "Empfindsamkeit" prägte das Verständnis von Musik in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts: sie sollte vor allem "das Herz rühren".

Beste Grüße
Holger
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Alt 06.01.2012, 21:29   #128
debonoo
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Hallo Andreas,

Die "Empfindsamkeit"

prägte das Verständnis von Musik

in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts:

sie sollte vor allem "das Herz rühren".
Lieber Holger..

bitte eine etwas nähere Erklärung..

der Text selbst ist - sagen wir - typisch Kant..

etwas schwer, konzentriert zu lesen - um diese Zeit...

ich werde es morgen nochmals - gründlich - versuchen..

mfG.
Andreas
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Geändert von debonoo (06.01.2012 um 21:41 Uhr).
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Alt 06.01.2012, 21:36   #129
B. Albert
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Hallo Andreas,

Zitat:
Zitat von debonoo Beitrag anzeigen
Tatsächlich, scheint Kant kein großer Musikliebhaber gewesen zu sein..

http://www.textlog.de/32522.html
Danke für den Link.

Hier ist auch die herrliche Stelle aus der "Kritik der Urteilskraft", die ich meinte:

Zitat:
"Außerdem hängt der Musik ein gewisser Mangel der Urbanität an, daß sie ... ihren Einfluß weiter, als man ihn verlangt (auf die Nachbarschaft), ausbreitet und so sich gleichsam aufdringt, mithin der Freiheit anderer, außer der musikalischen Gesellschaft, Abbruch tut"
Zitat:
Zitat von debonoo Beitrag anzeigen
der Text selbst ist - sagen wir - typisch Kant..
etwas schwer, konzentriert zu lesen - um diese Zeit...
Kant leidet ein wenig unter dem Ruf, schwer lesbar zu sein. Und dieser Ruf ist leider, jedenfalls was die drei Kritiken angeht, auch berechtigt. Man muss dabei aber auch bedenken, dass er um höchste Präzision im Ausdruck bemüht war und ein sehr konzises Gebäude von Begriffen aufgebaut hat, die man ständig im Hinterkopf haben muss, um seine Texte verstehen zu können. Andererseits sind Werke wie "Zum ewigen Frieden" oder sogar seine "Anthropologie in pragmatischer Hinsicht" durchaus heute noch lesbar und leichter verständlich. Auch die von mir zitierte Stelle aus der KdU zeigt, dass er oft sehr plastisch und anschaulich schreiben konnte. Die Beschäftigung mit ihm lohnt sich in jedem Fall. Man kann mit Fug und Recht sagen, auf Kant und seiner Kritik insbesondere der Metaphysik, baut die neuzeitliche Philosophie auf. Er versteht sich - anders als Hegel - auch nicht als Abschluss, sondern eher als ein Beginn des Philosophierens. So würde ich als philosophieinteressierter Laie es jedenfalls sehen wollen.

Viele Grüße,

Bernd

Geändert von B. Albert (06.01.2012 um 21:45 Uhr).
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Alt 06.01.2012, 21:43   #130
KSTR
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Zitat:
Reno, glaubst du wirklich, dass das massive (!) Holz einer Stromgitarre derartig mitschwingt, dass sich die Saiten oder die Tonabnehmer davon beeinflussen lassen?
Also DER Quote vom Chef rettet mir jetzt den Abend! Hast du deinen Warwick mit einer Eisenbahnschiene verstrebt?

Wenn ich an meinen Fender Fretless ordentlich in die H-Saite (dafür keine G-Saite) knalle und dann meine Scheidezähne an's obere Korpushorn brächte, tät's die mir glatt raushauen, so vibriert das Ding.

Ich spiele zwar mit Pick (meistens) aber einer meiner Lieblingsspielweisen und Sounds ist mit dem Ballen den Blechanteil noch während des Anschlags kurz aber vollständig wegzudämpfen, und gern in hohen Lagen auf den tiefen Saiten mit recht brutalen Anschlag jedoch sparsamer Spielweise. Dumpfer mächtiger Overdrive-Sound, Röhrenamp auf Vollgas an 18"+4x10" (die 4x10 liefern nur Bassmacht bis 200Hz, und 18"er ist für Ton zuständig). So ziemlich das komplette Gegenteil zu deinem üblichen Sound wie mir scheint, soviel zum Klangideal....

------:------

Der Blindtest mit den Strads ging mE erwartungsgemäß aus. Mit Strats (aus den 50ern vs heute) wär das nicht passiert (*gacker*)
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Alt 06.01.2012, 21:58   #131
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von debonoo Beitrag anzeigen
Lieber Holger..

bitte eine etwas nähere Erklärung..
Ich versuche es mal: Die Bestimmung der Musik geschieht aus dem Vergleich mit der darstellenden, bildenden Kunst. Die darstellenden Künste haben ein Objekt, das dem Erlebnis gegenübersteht. Dagegen geht es in der Musik allein um den Ausdruck von Empfindungen - und die sind "transitorisch", "vorübergehend", d.h. nicht von Dauer. Das Werk eines Bildhauers überdauert den Moment, die musikalische Empfindung nicht. Und deshalb steht die Musik unter der bildenden Kunst - weil ihre Produkte, die Empfindungen, keinen Bestand haben.

Beste Grüße
Holger
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Alt 06.01.2012, 22:01   #132
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von B. Albert Beitrag anzeigen
Man kann mit Fug und Recht sagen, auf Kant und seiner Kritik insbesondere der Metaphysik, baut die neuzeitliche Philosophie auf. Er versteht sich - anders als Hegel - auch nicht als Abschluss, sondern eher als ein Beginn des Philosophierens. So würde ich als philosophieinteressierter Laie es jedenfalls sehen wollen.
So ist es - ohne Kant geht in der modernen Philosophie gar nichts!

Beste Grüße
Holger
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Alt 06.01.2012, 22:01   #133
Markus Berzborn
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Markus Berzborn
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Dagegen geht es in der Musik allein um den Ausdruck von Empfindungen
Das ist ja gerade der Denkfehler bei der Sache.

Gruß,
Markus
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Alt 06.01.2012, 23:34   #134
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Zitat:
Zitat von Markus Berzborn Beitrag anzeigen
Das ist ja gerade der Denkfehler bei der Sache.
Denkfehler? - hinter einer solchen Ästhetik steht eine ganz bestimmte Rezeptionshaltung, mit der man sich auseinandersetzen muß. Und sie ist natürlich auch in die Musik der Zeit eingeflossen. Auch wenn diese Betrachtung einseitig ist, so trifft sie doch einen wesentlichen Aspekt von Musik.

Beste Grüße
Holger
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Alt 06.01.2012, 23:39   #135
Markus Berzborn
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Markus Berzborn
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Man entfernt sich mit dieser Haltung vom Werk und von der Musik an sich und läuft Gefahr, in einen nicht mehr verifizierbaren Subjektivismus und letztlich in qualitätszersetzende ästhetische Beliebigkeit abzugleiten.

Gruß,
Markus
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