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Alt 16.10.2011, 20:58   #1
Cay-Uwe
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Standard Sonus Natura Hörraum - Renovierung und Optimierung

Seit langen steht es bei uns an und jetzt haben wir das in Angriff genommen:

Unser Hörraum wird renoviert und raumaksutisch optimiert

Noch bis vor kurzen sah der Raum im Wesentlichen wie folgt aus:



Im Prinzip war ich mit dem Raum aus akustischer Sicht zufrieden, die Nachhallzeiten waren zum Teil Hörstudio ähnlich, womit das Hörtechnische Beurteilen von Boxen sehr gut war.

Nichts desto trotz gab es zwei Bereiche die mich gestört haben:
  • Raumakustisch war es eine längere Nachhallzeit bei ca. 600Hz, die ich schon versucht habe anzugehen,
  • und die Raumgestaltung, da der Raum schon in die Jahre gekommen war.
Bei der Gesamtgestaltung habe wir uns als Ziel gesetzt, die Raumakustik und das Design so zu konzipieren, dass ein wohntauglicher Charakter entsteht, um zukünftigen Interessenten zu zeigen, dass ein Hörraum durchaus ansprechend und wohnlich gestaltet werden kann.

Die Problematik der höheren Nachhallzeit im Bereich von ca. 600 Hz hatte ich schon näher untersucht. Es stellte sich heraus, dass diese zum größten Teil dem Heizkörper zu verdanken waren, der zum Mitschwingen neigt. Aus diesen Grund wird ein kleinerer Heizkörper installiert, der weniger Resonanzen aufweist. Doch das war nur eine Ursache. Aus den vorderen Ecken gab es stärkere Reflektionen im Grund- Mittelton. Diese konnte ich schon mit Absorbern gut angehen, aber ich habe keine Absorber gefunden, die den Problembereich dämpften. Daher habe ich selber experimentiert und ich habe ein Lösung dafür gefunden, die sich zudem noch als sehr wohnraumtauglich erwies.

Dass meine Absorber gut funktionieren und auch im richtigen Bereich, zeigt folgende Schallpegelmessung unserer Sonus Natura Extremi am Hörplatz, die ich mit 1/3 Oktave geglättet habe.



Die Messung zeigt zwar noch eine leichte Überhöhung bei ca. 600 Hz, die allerdings noch mit den großen Heizkörper durchgeführt worden ist.

Ein kurzes "Reinhören" zeigte, dass ich auf den richtigen Weg bin. Manche Frauenstimmen klangen etwas "hohl" z.B. Enya und dies ist praktisch verschwunden. Die Räumlichkeit mancher Aufnahmen schien mir nicht präzise genug, was sich praktisch gegeben hat.

Der Heizkörper wurde heute ausgebaut und schon einfaches Sprechen zeigt, dass es keine Resonanzen mehr gibt ( ist klar, da es kein Heitkörper im Moment im Raum gibt ), womit die Entscheidung für einen Kleineren richtig war. Der neue Heizkörper wird diese Woche fachmännisch installiert.

Wenn alles glatt läuft wird unser renovierter Hörraum Ende nächste Woche fertig sein und dann zeige ich Bilder davon.
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Alt 22.10.2011, 13:57   #2
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Ich möchte die Problematik der Resonanzen in meinen Hörraum etwas anders darstellen, um sie besser zu erkennen.

Dazu habe ich ein Wasserfalldiagramm der Sonus Natura Extremi am Hörplatz erstellt, einmal ohne Raumabsorber, einmal mit. Die Messungen zeigt folgendes Diagramm.



Die obere Grafik zeigt das zeitliche Verhalten ohne Absorber. Deutlich ist die Resonanz in unseren Hörraum bei ca. 110 Hz zu erkennen, nämlich an der "Bergkette" ähnlichen Abbildung in dem Frequenzbereich. Ein vergleichbares Verhalten ist auch bei ca. 600 Hz zu sehen, was ich mit einer leichten grauen Schattierung untermalt habe.

Betracht man demgegenüber die untere Messung, dann wird man erkennen, dass es so gut wie keine "Bergkette" mehr bei ca. 600 Hz gibt. Das zeigt deutlich auf, dass der Absorber seine Arbeit gut verrichtet.

Ich habe absichtlich das Abklingen auf -30dB dargestellt, die sogenannte T30 Messung. Daraus lässt sich annähernd die T60 Messung ableiten, indem man die Nachhallzeiten T30 verdoppelt.

( Siehe dazu: http://www.akustikbuero.com/buchstab...hhallzeit.html )

Im Mittel ergibt die T30 Nachhallzeit oberhalb von ca. 200 Hz demnach ca. 0,145 Sekunden, oder ca. 0,29 Sekunden T60.

Unterhalb von 200 Hz ( außer der Resonanz bei ca. 110 Hz ) ist die T30 Nachhalzeit ca. 0,23 Sekunden, oder 0,46 Sekunden T60. Das ist für den Bass sehr gut und deckt sich mit den hörtechnischen Eindrücken vieler Interessenten bei mir, die den Bass als kontrolliert, "trocken" und präzise beschreiben.

Gestern habe ich erfahren, dass der neue Heizkörper nächste Woche intalliert werden kann, womit ich hoffe auch in der Woche mit dem Tapezieren fertig zu werden.

Ich halte Euch auf den Laufenden
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Alt 14.11.2011, 07:22   #3
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Gestern ist unser Hörraum fertig geworden und ich bin mit der gesamten Gestaltung, sei es von der Einrichtung oder der Raumaksutik sehr zufrieden

Natürlich habe ich bereits etwas Musik gehört und zwar mit Rolfs Sonus Natura Monitor, die er heute bei uns abholt.

Ich muss sagen, dass sich hörtechnisch genau dass getan hat was ich mir vorgestellt habe, nämlich eine etwas geringere Dämpfung im Hochtonbereich. Das war eins der Dinge mit den Interessenten bei uns nicht klar kamen und sehr oft meinten die Boxen würde etwas "dumpf" klingen. Das ist nun nicht mehr der Fall. Was mich aber freut ist, dass es trotz geringerer Dämpfung nicht nervig klingt.

Auch Frauenstimmen wurde das leicht "Quäckige" genommen, was ich anhand der Resonanz bei ca. 500 - 600 Hz messtechnisch erläutert habe. Sei es nun Enya, Sade, aber auch Männerstimmen wie die von Leornhard Cohen oder Loriot, alle bekommen einen natürlicheren Klangcharakter.

Besonders gefreut hat mich, dass Rechnung mit der Heizung aufgegangen ist. Die starken Resonanzen die bei der alten 160 x 60 cm großen Heizung zum Teil stark wahrzunehmen waren, sind so gut wie gar nicht mehr vorhanden

Sobald ich das alte Setup wieder aufgebaut habe, mache ich mich an Messungen um den jetzigen Zustand zu verifizieren, wobei mir wie gesagt der hörtechnische Eindruck schon sehr zusagt.
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Alt 17.11.2011, 16:56   #4
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So ich bin etwas fleißig gewesen und habe ein paar Bilder gemacht, damit man in etwa eine Idee bekommt wie es bei uns jetzt ausschaut. Es ist recht schwierig Bilder zu machen, da der Raum nicht sehr groß ist ( 3.2 x 6 x 2.5 Meter, B x T x H ).

Ich habe erstmal eins aus der Hörposition gemacht und habe statt meiner Prototypen mal die Sonus Natura Unikat als Modell genommen



Um eine bessere Idee über die Relationen zu bekommen möchte ich noch sagen, dass die Stereobreite in etwa 2,2 Meter sind und der Hörabstand ca. 2,4 Meter.

Aus einer anderen Position sieht man eine der Raumakustikelemente die ich gestaltet habe. Es ist hinter dem Leinwandbild verborgen. Von diesen Elementen habe ich drei Stück im Raum verteilt, die natürlich unterschiedliche Motive besitzen



Gut zu erkennen ist auch der kleinere Heizkörper. Diese Maßnahme hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn vorher war es so, dass man deutlich Resonanzen im Raum gehört hat, wenn man sich z.B. geräuspert hat. Das ist nun definitiv nicht mehr da

Ich habe für den Moment mal eine Messung am Hörplatz mit der Sonus Natura Unikat durchgeführt um nochmals das Nachhallverhalten dieser Box zu zeigen. Gerade die Boxen mit einen kleineren Tief- Mitteltöner haben die Resonanzen bei ca. 500 - 600 Hz stärker angeregt als solche mit großen Tief- Mitteltönern.



Deutlich zu erkennen ist, dass es zwar noch eine leichte Überhöhung bei ca. 600 Hz im Frequenzgang gibt, dies sich aber nicht als Resonaz zeigt. Das anzugehen und den Raum im Hochtonbereich etwas weniger zu dämpfen war ein Ziel der Renovierung.

Deutlich ist auch die sehr gleichmässige Nachhallzeit von ca. 200 - 5000 Hz zu erkennen. Laut dem Messsystem liegt sie bei ca. 0.34 Sekunden ( T30 x 2 ).

Hörtechnisch verhält sich der Stimmenbereich ähnlich mit den gemachten Erfahrungen mit der Sonus Natura Monitor. Ein Unterschied gibt es, die Unikat regt die Resonanz bei ca. 112 Hz viel stärker an, sprich bei manchen Musikstücken schleicht sich ein leichtes Dröhnen im Bass mit ein.

Ich habe festgestellt, dass die mit der Platzierung vom BR Rohr der Boxen zusammenhängt. Ist er nach hinten, wie bei der Unikat, ergeben sich solche Phänomene. Ist das BR Rohr nach vorne gerichtet fält das weniger auf. Das ist der Fall bei der Monitor und Extremi.

Das mal zum Thema, dass es egal ist wo das BR Rohr platziert ist ...
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Alt 04.12.2011, 18:26   #5
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Endlich bin ich dazu gekommen unsere Sonus Natura Extremi im renovierten Hörraum zu messen und dies ist das Ergebnis der RT30 Messung, am Hörplatz.



Die Position des Mikrofons habe ich vor der Renovierung markiert, wie auch die üblichen Standplätze der Boxen, um die Messungen so gut es geht vergleichbar zu machen.

Dies war insbesondere für die Messungen des Frequenzgangs am Hörplatz notwendig. Ich habe die linke und rechte Seite gemessen, die sehr schön zeigen, wie ähnlich beide Frequenzgänge ausfallen.



Unterhalb von 200 Hz zeigen sich die üblichen Abweichungen, die sich aber insgesamt gesehen etwas aufheben, denn da wo die eine Seite etwas lauter ist, ist die andere etwas leiser und umgekehrt. Diese Unterschiede rühren meistens daher, dass es doch keine absolute Symmetrie in einen Raum gibt.

Nichts desto trotz, der sehr ausgeglichene Frequenzgang oberhalb 200 Hz ist deutlich zu vernehmen. So z.B. gibt es eine eindeutige Mitte im Musikgeschehen, Stimmen klingen sehr natürlich, die Ortung einzelner Instrumente ist sehr gut.

Die gute Unterdrückung der Resonanz bei ca. 600 Hz ist sehr gut gelungen und ist garnicht mehr vorhanden. Dies und die Erhöhung der Nachhallzeiten war ein Ziel der Optimierung des Hörraums.

Für den Moment bin ich sehr, sehr zufrieden, auch deswegen, weil wir in der Lage sind zu zeigen, dass Raumakustik sich auch mit Raumgestaltung vereinbaren lässt.
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Geändert von Cay-Uwe (10.12.2011 um 09:30 Uhr). Grund: Linkfehler
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