HiFi Forum  

Zurück   HiFi Forum > BERICHTSFORUM > D. Achenbach

D. Achenbach Berichtsforum von D. Achenbach

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 02.11.2010, 19:43   #1
D. Achenbach
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von D. Achenbach
 
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: D - Friesenheim/Rhh
Beiträge: 160
D. Achenbach befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Trinity

Nachdem die Trinity letztes Jahr auf der Hifi-Music-World offiziell vorgestellt wurde, kommt dieses Jahr die lange angekündigte Erweiterung mit dem Mundorf AMT.
Das war doch ein großer Schritt nach vorne, wenn man auf absolute Neutralität im Hochtonbereich aus ist. Dazu kommt eine gehörige Portion Dynamik, wie man sie von AMTs gewohnt ist.

Mittelton
Die Trinity ist ein Baukastenkonzept, welches den PHL Mitteltöner E17-1120 immer als Grundlage hat. Dieser Mitteltöner hat, wie die Bezeichnung schon sagt, einen Durchmesser von 170mm. Die imrägnierte Papiermembran wird von einer flachen Schaumstoffsicke geführt. Entfernt erinnert er an die klanglich hervorragenden 17er Mitteltöner aus alten Audax-Zeiten. Kein Wunder, ist doch der damalige Chefentwickler von Audax, Philippe Lesage, der Gründer von PHL.
Der Mitteltöner zeichnet sich durch ein extrem niedriges Verzerrungsneiveau selbst bei hohen Lautstärken aus. Ein glatter Frequenzgang ohne Störungen und schnelles Ausschwingen lassen eine neutrale Reproduktion erwarten.
Montiert ist er in ein sich nach hinten verjüngendes Gehäuse mit ca. 6l Volumen. Durch eine geschickte Bedämpfung im Gehäuse konnte erreicht werden, dass kein Schall auf die Membran zurück reflektiert wird und Störungen verursacht.
Hier der Link zum Test in der Klang + Ton: http://www.lsv-achenbach.de/images/lautsprecher/test/KT_Test_phl-E17-1120.jpg

Bässe
Als Bass stehen zwei Versionen zur Verfügung:
Ein 12" PHL, der B30-4531, ein Bass der von PHL für den Studiobetrieb eingruppiert ist und be dem auf extremen Wirkungsgrad zugunsten der Klangqualität verzichtet wurde.
Wie auch schon der Mitteltöner leistet sich der 4531 in Bezug auf Linearität, Ausschwingverhalten und Klirr keine Ausrutscher. Der für einen 30cm Bass niedrige Rms von 2,86 lässt einen straffen, dynamischen Auftritt erwarten. In der Trinity ist er in einem Volumen von ca. 80l verbaut, was zu einer unteren Grenzfrequenz von ca. 40Hz führt.
Test der Klang + Ton (hier noch der Vorgänger 4530, der aber bis auf eine modernere Zentrierung baugleich und messtechnisch identisch ist):
Seite 1: http://www.lsv-achenbach.de/images/lautsprecher/test/kt_test_phl_4530-1.jpg
Seite 2: http://www.lsv-achenbach.de/images/lautsprecher/test/kt_test_phl_4530-2.jpg

Der zweite im Bunde ist der B38-5011, der ebenso wie der 12-Zöller aus dem Studiobereich stammt, kommt zum Einsatz, wenn große Wohnräume ab 30m² oder bassschwache Räume beschallt werden sollen. Der 38cm -Bass bietet eine nochmal deutlich gesteigerte Authorität im Bassbereich im Vergleich zum kleinen 30cm Bruder. Der 5011 verfügt über die gleichen positiven Eigenschaften wie der 4531 und ließe sich sogar bis 1kHz problemlos betreiben. Im 110l Gehäuse gibt es herunter bis 33Hz Tiefbass satt mit ordentlichem Wirkungsgrad.
Test der Hobby Hifi: http://www.lsv-achenbach.de/images/lautsprecher/test/hh_test_phl5010.jpg

Hochtöner
Von den ursprünglich geplanten 4 Varianten sind 3 übrig geblieben. Die Option mit große Folie, dem Gradient GRT195 wird nicht weiter verfolgt. Dessen Toleranzen waren zu groß für ein solch hochwertiges Projekt. Schade, denn der klang wirlich sehr gut in der Kombination.

Von den drei verbliebenen Varianten basieren zwei auf dem 1000Hz Horn von Stereolab.
Als 1"-Treiber kommt in der preiswerten Variante der Celestion CDX1-1425, alternativ der bis auf den zusätzlichen Kühlkörper auf dem Magneten, identische 1430 zum Einsatz. Es ist schon erstaunlich wie viel Klangqualität in einen so kleinen "Treiberchen" steckt. Er hat einen etwas frischeren Touch als der nachfolgend beschriebene 18Sound, ohne jedoch zu übertreiben und lästig zu klingen.

Deutlich hochwertiger als der kleine aber beileibe nicht schlechte Celestion ist der zweite Treiber, der 18Sound ND1095NSD. Die Titanmembran dieses Ausnahmetreibers ist speziell beschichtet, um die sonst bei Treibern dieser Gattung üblichen Membranresonanzen bei 15kHz zu bekämpfen. Das ist offensichtlich äußerst effektiv gelungen: Hat man bei anderen Treibern sehr häufig den Eindruck, dass sie im oberen Hochtonbereich lästig und kratzig klingen, glänzt der 1095NSD in diesem Bereich mit völliger Abwesenheit dieser Eigenschaften. Er spielt transparent, neutral und mit vorzüglicher Dynamik ohne aufgesetzte Effekte.
Ich halte diesen Treiber qualitativ für einen der derzeit besten erhältlichen 1-Zöller.

Dritte Option ist der Mundorf AMT 2510c, der in Sachen Transparenz, Auflösungsvermögen und hervorragenden Messwerten derzeit Maßstäbe setzt. Durch seine große Membranfläche hat die Wiedergabe ein Mühelosigkeit an die Kalotten weder bei kleinen noch bei großen Lautstärken herankommen.

Link zum Produkt: http://www.lsv-achenbach.de/kits/trinity12slc.htm

Das Bild zeigt die Trinity mit 12" Bass und Hornhochtöner.

__________________
Achenbach Akustik
www.achenbach-akustik.de
D. Achenbach ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2010, 19:44   #2
D. Achenbach
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von D. Achenbach
 
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: D - Friesenheim/Rhh
Beiträge: 160
D. Achenbach befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Da die Trinity ja als Baukastensystem konzipiert ist, sollten Bässe und Hochtöner getauscht werden können, ohne die Mitteltonweiche anpassen zu müssen.
Das funktionierte sogar mit dem Bass! Der 12" und 15" funktionieren an der gleichen Weiche perfekt. Da die beiden Bässe in Punkto Wirkungsgrad praktisch identisch sind, erübrigt sich eine Anpassung der Lautstärke des Mittel- und Hochtonbereichs. Prima!

Aufgrund der stark differierenden Eigenschaften der Hochtöner ist hier natürlich für jeden eine angepasste Weiche notwendig.

Getrennt wird bei 450Hz sowie bei 2kHz.

Etwas kritisch gestaltete sich das Filter des Mitteltöners. Es musste der Anstieb ab 1kHz eingeebnet werden. Weiteres Problem: Der Durchlassbereich des Filters ist nur etwa zwei Oktaven breit, so dass sich die Bauelemente des Hoch- und Tiefpasses gegenseitig beeinflussen. Ändert man am Tiefpass etwas, wirkt sich das auch beim Hochpass aus und umgekehrt.
Zum Glück gibt es Simulationsprogramme. mit denen man heute sehr genau Weichen designen kann. Ich verwende die Software Bassyst (http://www.bassyst.de/), die über Adam Hall vertrieben wird (bzw. wurde, wie ich gerade feststellen musste). Sie bietet gerade in der Weichensimulation den Vorteil, dass Bauteilewerte über die + bzw. - Taste geändert werden können und die Auswirkung im Frequenzgang in Echtzeit angezeigt wird.

In der Ursprungsversion war der Mitteltöner noch gegenüber dem Bass- und Hochtonzweig verpolt. An sich kein Drama, ich habs aber lieber gleichphasis, auch wenn es sich klanglich nicht auswirken soll.
Aufgefallen war mir aber, dass Stimmen und Instrumente relativ tief geortet werden, was mir auch nicht 100% zusagt. Ich mag eine Darstellung, die näher an der Realität ist und höher abbildet.

Mit der Entwicklung der Weiche für den Mndorf AMT zeigte sich, dass dieser sich nicht perfekt in das bisherige Weichenkonzept einfügen wollte. Zwar lies sich eine wunderschöne, lineare Frequenzganzkurve einstellen, jedoch addierten sich die Einzelfrequenzgänge von Mittel- und Hochtöner nicht optimal.
Mehrere Gründe also, um sich dem Mitteltonfilter noch mal anzunehmen. Mit dem Bassyst wurden das Filter probeweise umgestellt, was gut passte. Nun durchläuft das Signal zuerst einen Hochpass, danach den Tiefpass. Vorher war es umgedreht. Einige Bauteilewerte mussten noch angepasst werden, bis die notwendige Übertraungsfunktion wieder gegeben war. Diese addiert jetzt Mittel- und Hochtöner perfekt.

Die Gegenprobe mit dem 18Sound Hochtöner verlief zum Glück auch postiv. Auch der addiert sich gut zum Mitteltöner. Glück gehabt - muss ja auch mal sein

Logischerweise blieb diese Änderung nicht ohne Auswirkung auf den Tieftonbereich. Durch das nun gleichphasige ankoppeln des Mitteltöners ergibt sich ein Loch bei der Trennung zum Bass. Bei dem hatte ich mir sowieso eine etwas tiefere und steilere Trennung gewünscht. Als Lösung kan eine zusätzliche Spule in den Signalweg und der Parallelkondensator wurde um 30% vergrößert. Nun addierten sich auch wieder Bass- und Mitteltöner so, wie es sich gehört.

Nun war ich auf das erste Probehören gespannt. "Natürlich" noch in Mono. Aber die Tonalität lässt sich auch so gut beurteilen. Falsch war nichts, es klang gewohnt wie vorher.
Die nächsten beiden Tage wurden die alte Mittelton- und Bassweiche demontiert und komplett neu aufgebaut.
Die Räumlichkeit zur alten Version hat sich verbessert, auch die Abbildung ist um gefühlte 20cm nach oben "gewandert". Gefällt mir! Die nächsten Stunden wurde das Standardprogramm durchgehört und nichts negatives festgestellt.
__________________
Achenbach Akustik
www.achenbach-akustik.de
D. Achenbach ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:05 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.7.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Powered by vBCMS® 1.2.2 ©2002 - 2017 vbdesigns.de