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Alt 18.01.2012, 15:31   #1
Cay-Uwe
Sonus Natura
 
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Standard Sonus Natura Raumakustik Optimierung bei einen Kunden

An dieser Stelle möchte ich über ein Projekt der Raumakustikoptimierung bei einen Kunden von mir berichten. Er verfügt über einen sehr großen Hör- und Hobbyraum mit den Massen 9,5 x 5 x 3 Meter und im Moment er ist dabei diesen fertig zu stellen. Dabei soll die Raumakustik nicht zu kurz kommen.

Aus diesen Grund bin ich schon bei ihn gewesen um mir ein hör- wie auch messtechnischen Eindruck vom Raum zu machen.

Zur Zeit ist der Raum spärlich ausgerüstet, was die Raumakustik nicht zu Gute kommt. Im Wesentlichen trifft man kahle Wände vor, Fenster ohne Gardinen, einen schwimmenden Parket auf dem ein Teppich liegt, ein Sofa aus Leder, ein Arbeitstisch, und zwei Musikanlagen.

Hörtechnische Eindrücke

Schon beim Betreten merkt man beim Sprechen, egal wo man sich befindet, starkes Nachhallen und Echos. Daher war ich auf erste hörtechnische Eindrücke mit den Musikanlagen gespannt.

Als erstes hörte ich mir seine "Queranlage" an. So nenne ich sie mal, weil man in Querrichtung des Raumes hört. Sie besteht aus unterschiedlichen Komponenten, wobei die Lautsprecher in jeder erdenklichen Kombination über Röhrenendstufen betrieben werden. Vorverstärker sind sowohl transistorisiert oder mit Röhre bestückt.

Interessant war, dass je nach Endstufe deutliche Unterschiede zu hören waren. Ich sage einfach mal "gefälliger" und "weniger gefälliger". Insbesondere war dies bei Frauenstimmen zu hören, aber auch im Bassbereich.

Da mich das sehr gewurmt hat, habe ich mich daran gemacht, die Anlagenkombinationen auszupegeln. Dabei stellten wir fest, das mit einer Vor- Endstufenkombination der Bassbereich unterhalb von ca. 150 Hz bis zu 2 dB lauter wiedergegeben worden ist. Es ergab sich somit ein wesentlich ausgeglichenerer Frequenzgang an den Boxen und die Kombination war auch die "gefälligere". Dies blieb auch subjektiv gesehen so, nachdem die Anlagen ausgepegelt waren.

Da die Lautsprecher der "Queranlagen" auf einen Sims und recht wandnahe stehen, litt die räumliche Abbildung etwas. Daher entschied ich, die Lautsprecher auf meine mitgebrachten Ständer zu platzieren und diese etwas weiter entfernt von der Wand zu stellen. Sofort war eine bessere Räumlichkeit zu vernehmen.

Wie gesagt, insgesamt hat mir die "gefälligere" Queranlage gut gefallen. Wie bereits beschrieben, waren die Unzulänglichkeiten der Raumakustik nicht zu überhören, aber man hat den Charakter der Anlage sehr gut erkannt.

Danach machte ich mich an die Hörprobe der Hauptanlage, die in Längsrichtung aufgebaut ist. Daher nenne ich sie einfach "Längsanlage".

Die "Queranlage" betreibt als Lautsprecher die Tannoy Kensigton Prestige.

Die Tannoy Kensigton Prestige habe ich letztes Jahr bei einen anderen Kunden von mir ausführlich hören dürfen und ich muss sagen, dass sie mir bei ihn gut gefallen haben. Sie nur etwas "hell", was im Wesentlichen an der Raumakustik lag, aber für mein Geschmack noch in Ordnung.

Daher war ich sehr überrascht, dass sie in diesen Raum sehr "warm" im Klang aufspielten, und dass obwohl der Raum im Moment viel Reflektionsflächen bietet. Das liegt eher daran, dass sie nicht so stark einwickelt worden sind. Ausserdem stellte ich hörtechnisch später fest, dass der Supertweeter nicht optimal in den Hochton passt. Es gibt meiner Ansicht nach Auslöschungen und ich persönlich empfand das Hören ohne Supertweeter als "natürlicher" und "echter".

Was die "Längsanlage" auf jeden Fall offenbarte war die Raumakustik; insbesondere im Bassbreich war ein deutliches Dröhnen nicht zu überhören.

Persönlich habe ich im Hochtonbereich ähnliches erwartet, aber dieser klang insgesamt eher etwas zurückhaltend und zahm. Dies ist auf den Koax der Tannoy zurückzuführen, denn der Hochton wird stärker gebündelt wiedergegeben und ist somit sogar bei dieser Raumakustik ein Vorteil.

Die hallige Raumakustik wirkte sich etwas negativ auf die räumliche Abbildung aus und auch die Ortung einzelner Instrumente, insbesondere bei großen Orchesterbesetzungen, war nicht wie von mir gewohnt.

Deutlich wurde dies beim Lied aus der CD "Peter und der Wolf", mit Loriot als Sprecher. Bei der Vorstellung der Instrumente / Charaktere wurden diese nicht an der richtigen Stelle platziert. Die Flöte die üblicherweise links / Mitte wahrnehmbar ist, wurde sehr mittig positioniert, wie überhaupt das Ganze geschehen.

Da ich diese Lieder auch schon in anderen großen Räumen, mit passender Raumaksutik und mit unterschiedlichen Boxen gehört habe ( z.B. Hörraum Seta Audio ), kann ich mit Gewissheit sagen, dass das dieses Manko im Wesentlichen der aktuellen Raumakustik angelastet werden kann.

Nachdem ich etwas über die "Längsanlage" gehört habe, bin ich übergegangen die mitgebrachten Sonus Natura Monitor anzuschliessen. Die Lautsprecher habe ich aus zwei Gründen dabei gehabt:

Sie eignen sich sehr gut um Praxis gerechte Raumakustikmessungen zu machen,
und mein Kunde wollte sie sich auch mal anhören

Dass die Sonus Natura Monitor nochmals deutlicher die Raumakustikmankos entlarvt, hat sie von Anfang an gezeigt, insbesondere im Hochtonbereich. Das gesamte Klanggeschehen wurde heller und präsenter wiedergegeben, obwohl der Frequenzgang der Tannoy Kensigton und der Sonus Natura Monitor Ähnlichkeiten auf Hörachse aufwiesen. Der auffallendste Unterschied ist, dass die Sonus Natura Monitor im Hochtonbereich, trotz kleinen Horns, eine breitere Abstrahlcharakteristik besitzt. Somit mischt sich viel mehr reflektierter Schall ins Musikgeschehen.

Meinen Kunden war es anfänglich ein bisschen viel des Guten, aber das schöne an einen Aktivlautsprecher ist, dass man unter anderen den Hochtonpegel einstellen kann. Das taten wir auch und senkten den Pegel um ca. -1 dB.

Mein Kunde kam meines Erachtens nicht aus den Staunen, denn er schaute mich vorab fragend an:

Nur -1 dB ? Wird das was bringen ?

Ja, es wurde insgesamt stimmiger

Wie bei mir im Hörraum, oder auch schon bei anderen Interessenten, fiel mir auf, dass die Sonus Natura Monitor den Oberbass etwas schlanker wiedergeben, als z.B. die Tannoy Kensigton, sprich das leichte "Dröhnen" war nicht so auffällig.

Nachdem mein Kunde etwas länger seine eigenen Musikstücke gehört hat, machte ich mich dann an die messtechnische Arbeit.
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Alt 18.01.2012, 15:32   #2
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Messtechnische Ergebnisse:

An dieser Stelle möchte ich über die messtechnische Seite der Raumakustik berichten. Dabei möchte ich auch aufzeigen, dass es Korrelationen zwischen dem Gehörten und Gemessenen gibt.

Ich möchte im Hörraum raumakustisch ähnlich vorgehen wie in unseren eigenen Hörraum, eher nach dem Motto: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich"

Im Wesentlichen geht es mir darum, dem Raum nicht das Leben zu nehmen, sondern dezent auf den Punkt zu bringen. Wie ich von unseren eigenen Hörraum berichtete, kann es schnell passieren, dass man zu viel des Guten tut und der Raum "tot" wirkt, was viele der Interessenten bei uns, durch das geringe Nachhallen unnatürlich empfunden haben.

Aus dieser Erfahrung heraus lasse ich mich nicht mehr rein durch das Messtechnische leiten, sondern es spielt in meinen Konzept auch das Hörtechnische ein wichtige Rolle.

Wie schon vorher gesagt, habe ich hauptsächlich mit unser aktiven Sonus Natura Monitor die Messungen durchgeführt, wobei die Ergebnisse sich mit anderen zur Verfügung gestellten Lautsprechern weitestgehend deckt.

Auch diese Vorgenweise ist mir wichtig, da sie aus meiner Sicht sehr praxisnahe orientiert ist und die Auswirkungen von Lautsprecher berücksichtigt und nicht die von omnidirektionalen Messlautsprechern.

Nach der beschriebenen Methode wurde die Nachhallzeit T30 und nicht wie oft beschrieben die Nachhallzeit T60 ermittelt. Der Grund für die T30 Messung ist, dass man für eine bestmögliche T60 Messung mit sehr hohen Lautstärken oder Dynamikumfängen messen müsste. Die T30 Messung ist am Ende eine mathematische Approximation auf T60 ( näheres dazu kann man z.B. im ARTA Handbuch nachlesen ).

Folgende Grafik zeigt die T30 Messung in Raum:



Zum Verständnis der Nachhallzeit muss man wissen, dass diese Raumvolumen abhängig ist. In Standardwohnräumen mit Deckenhöhen von ca. 2,5 Meter und bis ca. 25qm sollte die Nachhallzeit im Sprachbereich ( ca. 200 - 4000 Hz ) bei ca. 0,4 Sekunden liegen. In größeren Räumen darf die Nachhallzeit höher liegen. Aufgrund der Masse von zu vermessenen Hörraum sollte im Sprachbereich die Nachhallzeit 0,6 Sekunden nicht überschreiten und darf im Bassbereich ( < 150 Hz ) bis 1 Sekunde liegen.

Aus der Grafik ist deutlich zu sehen, dass im Sprachbereich die Nachhalzeit bei ca. 0,8 Sekunden liegt und im Bassbreich bis 1,6 Sekunden bei ca. 80 Hz ansteigt.

Im Prinzip kann man aus der Grafik die hörtechnischen Eindrücke sehr gut erkennen. Wenn man im Raum z.B. spricht, sind eindeutig ein längeres Nachhallen und Echos zu vernehmen. Auch die etwas "dröhnige" Wiedergabe vom Bass in vielen Musikstücken ist sehr gut zu erkennen, nämlich an der hohen Nachhallzeit bei ca. 80 Hz.

Interessant ist, dass eine gemachte Simulation mit dem Raumakustik-Rechner von Hunecke auf der Stereoplay Webseite, sehr gut mit der gemachten Messung übereinstimmt.

Das Ergebnis der von mir gemachten Simulation, unter Berücksichtigung der baulichen Gegebenheiten, sieht demnach wie folgt aus:



Die blaue Kurve zeigt den IST-Zustand des Raumes. Die Parameter vom Raum, wie Größe, Beschaffenheit, etc. können aus der Grafik entnommen werden.

Die grüne Kurve zeigt die zu erwartete Nachhallzeit nach der von mir empfohlenen Maßnahmen. Unter anderen sehen diese wie folgt aus:

Gardinen an den Fenstern anbringen ( ist sowieso geplant )
Breitbandabsorber installieren um den Sprachbereich zu dämpfen
Bassresonatoren aufstellen, die die Spitze bei ca. 80 Hz reduzieren

Sorge macht mir auch die großflächige Rauputzdecke die für starke Deckenreflektionen sorgt. Dieser Fakt wird sehr oft von HiFi Enthusiasten unterschätzt. Wie schon gesagt, der Raum soll nicht "totgedämpft" werden, weshalb es sehr sinnvoll ist die Decke mit Diffusoren zu versehen.

Mein Kunde und ich haben lange über die Diffusoren beraten und nach reiflicher Überlegung hat er sich durch gerungen auch diese Empfehlung umzusetzen

Wenn die Gardinen im Raum angebracht sind, und noch kleinere bauliche Maßnahmen fertiggestellt sein werden, werde ich bei Peter die vorgeschlagenen raumakustische Empfehlungen durchführen.

Bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen, aber ich werde weiter berichten.
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Alt 18.01.2012, 17:19   #3
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Dieser Raum ist aus akustischer Sicht eine mittlere Katastrophe.
So war aber mein Kellerraum ursprünglich auch. Heute würde ich ihn als "mittelgut" bezeichnen (oder weil gerade aktuell, Single A ).
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Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Gäste können Beiträge verfassen, die ich aber nur freischalte, wenn sie den Forumsregeln entsprechen. Zensur (nur in Bezug auf Respektlosigkeiten) behalte ich mir vor.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 22.01.2012, 12:33   #4
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Es geht weiter mit dem Projekt bei meinen Kunden.

Nach mehreren Beratungsgesprächen habe ich zusammen mit den Kunden eine Lösung gefunden, die raumakustisch und von der Gestaltung, zusammenpassen.

Die wesentliche Schwierigkeit bei diesen Projekt ist gewesen, dass die raumakustische Gestaltung nicht von der grünen Wiese aus durchgeführt werden konnte und das war die Herausforderung die bewältigt werden musste; denn die vorhandene Einrichtung, sei es Möbel, Bilder, Regale, etc. sollten möglichst in Ihrer Platzierung nicht verändert werden.

So hängen alle Bilder auf weißen Wänden und damit ihre Aussage nicht gestört wird, haben wir uns auf weiße Breitbandabsorber geeinigt, die sich dezent hervorheben werden - somit auf die Raumakustik aufmerksam machen – sich den Bildern aber nicht überordnen. Damit bleibt weitestgehend der Charakter des Raumes erhalten.

Bei den Breitbandabsorbern haben wir uns für Davidsound Dekor weiß entschieden. Von den Massen her passen sie ideal zu den Leinwandbildern die vorhanden sind. Auch optisch setzen sie aus unsere Sicht ein kleinen Akzent, da die Kanten gefast sind.

Ähnlich schwer gestaltete sich die Lösung der Bassfallen oder Resonatoren. Der ursprüngliche Plan war gewesen, diese an den hinteren Wänden in die oberen Ecken zu installieren. Sie wären optisch nicht zu stark aufgefallen, da sie über Regale platziert gewesen wären. Dann stellte sich heraus, dass die geplanten Masse doch nicht optimal passten. Kurzzeitig schwenkten wir auf flachere Plattenresonatoren, z.B. von Fastaudio um. Diese wären von der Optik sehr unauffällig gewesen, doch auch sie bereiteten durch ihre Masse Probleme, da sie nicht optimal hätten angebracht werden können. So fassten wir auch die Möglichkeit ins Auge, ob sich der Vicoustic Super Bass Extreme, gestalterisch integrieren lassen könnten. Ein erster Ansatz, der sich auch relativ einfach hätte umsetzen können, wurde verworfen, da er vom Raumdesign eher ein Kompromiss gewesen wäre. Nachdem ich den Kunden erklärt hatte wie die Bassfallen am idealsten funktionieren, freute es mich um so mehr, dass er bereit war die Regale an den hinteren Wänden vom Raum neu anzuordnen und Platz in den Ecken für jeweils eine ca. 2,4 Meter hohe Vicoustic Super Bass Extreme Zeile zu schaffen. Auch optisch wird es gut zu diesen Raum passen, da die Ausführung Holz Cherry sein wird und somit zu den vorhandenen Holzmöbelstücken passt.

Die letzte große Hürde waren die geplanten Diffusoren. Hierzu muss man wissen, dass der Kunde eine wellenförmige Rauputzdecke besitzt, an der sein Herz hängt. Stolz hat er mir bei meinen ersten Besuch den Aufwand erklärt, den er mit den Bau, Gestaltung und Planung der Decke hatte. Daher war mir verständlich, dass daran nichts geändert werden sollte und schon garnicht durch Raumakustikelementen im Design gestört werden sollte.

Prinzipiell kann man sagen, dass die leichte Wellenform wie ein Diffusor arbeitet, doch nicht in ausreichenden Masse. Daher habe ich mich im ersten Schritt dazu entschieden, eine auf Peter geschnittene Lösung zu erstellen. Im Plan war, wellenartige Gerippe von meinen Schreiner herstellen zu lassen, die sich an die Wellen der Decke optisch angepasst hätten. Geplant waren drei dieser Elemente, die durch ihre Platzierung, den Schall zusammen mit der wellenförmigen Decke, geschickt in der Form gebrochen hätten, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Hierzu muss man ehrlich sagen, dass es sich um eine Sonderanfertigung gehandelt hätte, die ihren Preis hat. Nach reiflicher Überlegung, mit dem Verständnis über die Wirkung der Diffusoren, hat sich der Kunde einerseits dazu entschieden doch Diffusoren an die Decke anzubringen, wobei die Wahl auf die Vicoustic SuperFusor Spike2 gefallen ist.

Alles in Allen bin ich sehr zufrieden mit der Planung, denn wir konnten uns auf die wichtigsten Maßnahmen einigen und wir haben ein Stand erreicht, der einerseits den Raum akustisch stark optimiert, aber ihn nicht zu sehr in seiner Gestaltung und Charakter stört.

Nächste Woche wird bestellt und hoffentlich können wir in Kürze Ergebnisse zeigen.
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Alt 21.03.2012, 01:02   #5
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Endlich ist es soweit gewesen, heute Abend habe ich die Endabnahme bei den Kunden durchgeführt. Das Projekt hat sich durch etwas längere Lieferzeiten und Geschäftsreisen meinerseits etwas in die Länge gezogen.

Laut den Messungen gab es eine deutliche Verbesserung der Nachhallzeiten und sie liegen praktisch alle in den zulässigen Fenster für die Raumgröße.

Da es recht spät geworden ist, werde ich morgen Genaueres berichten, aber eins kann ich schon sagen, Musik hören macht jetzt richtig Spaß .
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Alt 21.03.2012, 11:14   #6
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Heute früh habe ich den Abschlussbericht für den Kunden fertiggestellt und die gemachten Messungen und Vergleiche möchte ich an dieser Stelle auch zeigen.

Als erstes möchte ich die Messungen der Nachhallzeit in zusammengefasster Form zeigen, wie auch die empfohlenen Grenzwerte für ein Raum dieser Größe.




Deulich ist aus der „Naher – Messung“ zu sehen, dass die Nachhallzeiten über ein sehr breites Frequenzspektrum ( > 100 Hz ) innerhalb der vorgeschlagenen Grenzwerte liegen. Im Bereich von ca. 100 – 400 Hz liegen sie sogar noch deutlich geringer als die Simulation errechnet hat. Auch oberhalb von 400 Hz liegen die Werte niedriger als erwartet. Lediglich die festgestellte Resonanz bei ca. 80 Hz konnte nicht ganz bedämpft werden, da die notwendige Anzahl der Bassresonatoren raumbedingt nicht installiert werden konnten.

Nichts desto trotz, schon beim Sprechen merkt man gegenüber den Anfangsstadium eine deutliche verbesserte Sprachverständlichkeit und beim Musik hören fällt die Resonanz bei 80 Hz nicht auf, eher im Gegenteil der leicht dröhnige Basseindruck ist so gut wie nicht mehr zu vernehmen.

Ein kurzes Probe hören mit der Sonus Natura Monitor hat sehr deutlich die Auswirkungen der Raumakustik demonstriert. War vor dem raumakustischen Maßnahmen es noch notwendig den Hochton um ca. 1 dB zu senken, um z.B. Sibilanten als „angenehm“ zu empfinden, kann sie jetzt in der „0 - Stellung“ im Hochton belassen werden. Störende Zischlaute sind gar nicht mehr auffällig.

Auch die räumliche Abbildung und Ortbarkeit von Instrumenten und Sänger wird wesentlich realistischer dargestellt, man hat das Gefühl „dabei zu sein“.

Der Kunde hat mir auch erlaubt ein Bild hier einzustellen, das die wesentlichen raumakustische Maßnahmen zeigt.



Wie ich bereits öfters sagte, war mein Ziel, die Raumgestaltung so wenig wie möglich zu stören, was aus Sicht des Kunden gut gelungen ist.

Die benutzten Diffusoren an der Decke sind von Vicoustic, wie auch die Bassresonatoren neben der Anlage. Die hauptsächlichen Bassresonatoren befinden sich in den hinteren Ecken des Raums. Die Breitbandabsorber haben wir von Davidsound gewählt, da ihr Design am Besten in den Raum gepasst haben.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei den Kunden für den Auftrag bedanken. Es hat mich sehr gefreut, einen weiteres Forenmitglied kennen gelernt zu haben, und die Arbeit bei ihn hat auch sehr viel Spaß gemacht
.
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Alt 21.03.2012, 12:19   #7
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Über 100Hz gut und schön, aber im Tieftonbereich natürlich noch lange von "gut" entfernt. Allerdings wird das mit üblichen Mitteln auch nicht möglich sein, denn da muss man schon mit anderen "Geschützen" auffahren, um was zu bewirken.
Mich wundert, dass sich da überhaupt was verbessert hat.
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Alt 21.03.2012, 12:46   #8
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Wie ich bereits schrieb, wäre die doppelte Menge an Bassresonatoren notwendig gewesen um die Resonanz bei ca. 80 Hz in Griff zu bekommen. Es war raumtechnisch nicht möglich mehr Bassresonatoren zu intallieren. Hier musste also ein Kompromis gemacht werden.

Wie ich bereits beschrieb, macht sich diese Resonanz hörtechnisch nicht mehr bemerkbar, was vorher der Fall gewesen ist.
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Alt 21.03.2012, 17:16   #9
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In jedem Fall ist das schon einmal ein großer Gewinn gewesen.
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