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Raumakustik Alles rund um dieses wichtige Thema

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Alt 03.01.2017, 20:54   #1
Gerhard
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Beiträge: 532
Gerhard befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Überdämpfung in Hörraumen

In einem anderen Thread ist das Thema "Überdämpfung von Hörräumen" angesprochen worden.

Als interessierter Laie habe ich folgende Fragen an Euch:

1. Gibt es Überdämpung überhaupt?

Wenn ja:

2. Ist diese meßbar?
3. Ist diese hörbar? Wie hört Ihr sie? Dumpfer/mulmiger Klang? Sofort wahrnembar bei Betreten des Raumes, weil dieser leblos/total dumpf wirkt? Durch Abspielen bestimmter Musik (etwa menschlicher Stimmen/Gesang)? Dass man es schlicht nicht aushält, über einen längeren Zeitraum am Stück Musik zu hören?


Eure Rückmeldungen würden mich sehr interessieren!

Besten Dank

Gerhard
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Alt 03.01.2017, 21:54   #2
Thelemonk
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Beiträge: 259
Thelemonk befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

Ein Effekt der als "Überdämpfung" wahrgenommen werden kann tritt ein, wenn der Frequenzbereich nicht gleichmäßig absorbiert wird. Wenn beispielsweise der Bereich über 4000Hz überproportional bedämpft wird im Vergleich zu dem Rest. Dann klingt es dumpf und muffig.

Es ist also darauf zu achten, die Nachhallzeiten gleichmäßig über den gesamten FQ-Bereich
Zu senken.
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Alt 03.01.2017, 23:37   #3
longueval
Erfahrener Benutzer
 
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Beiträge: 6.436
longueval befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

du kannst das leicht ausprobieren, schieb die vorhänge nach vorne

deine ht bündeln relativ stark, daher hast im hochton wenn vorhänge vorne, oraktisch keinen einfluss mehr über 2000hz

wenn dir der direktschall zu dumpf ist, den ht regler 1,5db nach oben schieben.

weitere möglichkeit
kippkurve am antimode

teil uns das ergebnis mit
__________________
ALSregel: besser man kann mehr, als man macht, als man macht mehr, als man kann. (brecht)

Geändert von longueval (03.01.2017 um 23:43 Uhr).
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Alt 04.01.2017, 07:46   #4
David
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David hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

Zitat:
Es ist also darauf zu achten, die Nachhallzeiten gleichmäßig über den gesamten FQ-Bereich
Zu senken.
Unter "normalen" Umständen ist so etwas nicht zu machen. Unter ca. 400Hz wird es zunehmend immer schwieriger, im Bassbereich ist es dann fast unmöglich, da muss man andere Maßnahmen treffen.

Zitat:
1. Gibt es Überdämpung überhaupt?
Aus meiner Sicht in der Praxis nicht. Das ist ein Schreckgespenst.

Zitat:
Wenn ja:

2. Ist diese meßbar?
Die Raumakustik ist messbar, "Überdämpfung" ist kein messbarer Begriff.

Zitat:
3. Ist diese hörbar? Wie hört Ihr sie? Dumpfer/mulmiger Klang?
Keinesfalls, hohe Töne "verschwinden" nicht so einfach, schon gar nicht im Stereodreieck am Hörplatz. Auch das ist ein Schreckgespenst.

Zitat:
Sofort wahrnembar bei Betreten des Raumes, weil dieser leblos/total dumpf wirkt?
Ein sehr stark schallabsorbierender Raum wirkt im ersten Moment ungewohnt, das gibt sich aber bald.

Zitat:
Durch Abspielen bestimmter Musik (etwa menschlicher Stimmen/Gesang)? Dass man es schlicht nicht aushält, über einen längeren Zeitraum am Stück Musik zu hören?
Auch dieser Unsinn wird ständig so verbreitet.

Wäre alles so, könnte man unmöglich mit Kopfhörern Musik hören.

Mich stören zuviele Reflexionen unvergleichlich mehr als "zuwenige", aber in dieser Sache gehen die Meinungen auseinander und ich bin hier der Außenseiter.

Grundsätzlich gilt: umso lauter man hören möchte, ohne dass es "plärrt", desto geringer muss der Anteil der Reflexionen sein.
Fast immer "plärrt" der Raum und nicht die Anlage. Und Leute, die unter diesen Umständen hören, glauben, dass lautes Hören - ähnlich der Realität - eine Qual ist. Tatsächlich ist nur "ihr Raum eine Qual".

Hört man ohnehin nur "Zimmerlautstärke", genügt bald was zum Musikhören. Das ist ja auch der Standard und deshalb ist "die große Masse" mit dem zufrieden was sie hat.
__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Gäste können Beiträge verfassen, die ich aber nur freischalte, wenn sie den Forumsregeln entsprechen. Zensur (nur in Bezug auf Respektlosigkeiten) behalte ich mir vor.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 04.01.2017, 11:20   #5
Unregistriert
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Beiträge: n/a
Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

Zitat:
Zitat von David Beitrag anzeigen
Unter "normalen" Umständen ist so etwas nicht zu machen. Unter ca. 400Hz wird es zunehmend immer schwieriger, im Bassbereich ist es dann fast unmöglich, da muss man andere Maßnahmen treffen.


Aus meiner Sicht in der Praxis nicht. Das ist ein Schreckgespenst.


Die Raumakustik ist messbar, "Überdämpfung" ist kein messbarer Begriff.


Keinesfalls, hohe Töne "verschwinden" nicht so einfach, schon gar nicht im Stereodreieck am Hörplatz. Auch das ist ein Schreckgespenst.


Ein sehr stark schallabsorbierender Raum wirkt im ersten Moment ungewohnt, das gibt sich aber bald.


Auch dieser Unsinn wird ständig so verbreitet.

Wäre alles so, könnte man unmöglich mit Kopfhörern Musik hören.

Mich stören zuviele Reflexionen unvergleichlich mehr als "zuwenige", aber in dieser Sache gehen die Meinungen auseinander und ich bin hier der Außenseiter.

Grundsätzlich gilt: umso lauter man hören möchte, ohne dass es "plärrt", desto geringer muss der Anteil der Reflexionen sein.
Fast immer "plärrt" der Raum und nicht die Anlage. Und Leute, die unter diesen Umständen hören, glauben, dass lautes Hören - ähnlich der Realität - eine Qual ist. Tatsächlich ist nur "ihr Raum eine Qual".

Hört man ohnehin nur "Zimmerlautstärke", genügt bald was zum Musikhören. Das ist ja auch der Standard und deshalb ist "die große Masse" mit dem zufrieden was sie hat.
Im großen und ganzen teile ich deine Ansichten dazu. Aber eine Anmerkung zur "Zimmerlautstärke" - das wird oft als negativ besetzt verstanden - sei mir gestattet: Zimmerlautstärke heißt nicht ohne Grund so, denn es gibt tatsächlich für jeden Raum eine dem Raum angemessene Lautstärke. Wer also dort lauter hört als es der Raum eigentlich verträgt, darf sich nicht wundern, wenn es "plärrt". Viele hören ohnehin mit gesundheitsschädigenden Abhörpegeln, weilö sie das irgendwie anmachend empfinden. Ihr Gehör wird es ihnen früher oder später vergelten.

Man kann übrigens die volle Pracht der Musik auch unterhalb von 90 dBC am Hörplatz erleben.
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Alt 04.01.2017, 13:39   #6
DIN-HiFi
Gast
 
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Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

Zitat:
Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
Man kann übrigens die volle Pracht der Musik auch unterhalb von 90 dBC am Hörplatz erleben.
Alles über 85 dba halte ich für unverantwortlich der eigenen Gesundheit gegenüber und nicht nicht nur des Gehörs. In einem anderen großen Forum stand dass man ab 45 dba alles hören kann - ob dies Zimmerlautstärke ist darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Beispiel User Dezibel: Er achtet auf sein Gehör, verwendet Gehörschutz und hört noch bis 15 kHz wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Bei dem Loudness War seit fast 20 (!) Jahren ist die Dynamik sowohl in der Musik als auch bei den Geräten und der Aufnahme sowieso leider kein Thema mehr.

Edit: Bereits ab 60 dba geht die Fingerpulsamplitude deutlich zurück - ein Beweis dafür, dass sich Lärm negativ auf das vegetative Nervensystem auswirkt.

Geändert von DIN-HiFi (04.01.2017 um 13:44 Uhr). Grund: von 90 auf 85 verschärft
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Alt 04.01.2017, 07:53   #7
Thelemonk
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Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

Messen kann man den Grad der Dämpfung auch.
Dazu wird der Raum maximal angeregt ( z.B. Schuß einer Schwarzpulver-Salutkanone ) und man mißt die Abklingzeit über die Frequenz. Das sind dann die RT60/30/20 Diagramme.
Heißt bei RT60: es wird die Zeit gemessen (bzw. interpoliert) in der, nach dem Anregungssignal, der Pegel um 60db gefallen ist.

Für unterschiedliche Anwendungbereiche wurden Zielkorridore definiert.

DIN 18041 Musik
DIN 18041 Sprache
EBU 3276 Studio

David Spezialnorm 0000

Danach kann man sich orientieren.
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Alt 04.01.2017, 08:17   #8
David
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David hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

Mir sind diese Normen "schnuppe", wenn es für mich schlecht klingt.

Zitat:
David Spezialnorm 0000
Da ich noch nie in einem RAR war und schon gar nicht dort Musik hören konnte, kann ich dazu nichts sagen. Aber auch ich denke, dass das kein gutes Umfeld dafür ist.

Könnte ich es mir aussuchen, wäre ich für 0,2 RT60 über das gesamte Hörbereich.
__________________
Gruß
David


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Alt 04.01.2017, 08:26   #9
Thelemonk
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Beiträge: 259
Thelemonk befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: Überdämpfung in Hörraumen

@David: die Studionorm schlägt einen Korridor zwischen 0.2 -0.3 vor.
Mit Toleranzzuschlag kleiner 200Hz. Also Welten bist Du davon nicht entfernt...
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