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Technische Grundsatzdiskussionen Vor- und Nachteile technischer Konzepte

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Alt 07.07.2016, 00:18   #16
bauersound
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Hallo,

für mich ist jede Form von Tiefton Wiedergabe in geschlossenen Räumen kompromissbehaftet, egal wie sie ausgeführt wurde.

Meine Erfahrungen decken sich auch alle mit Olivers Aussagen bezüglich der Wiedergabe in Räumen, es geht durchaus gut, allerdings habe ich nirgendwo einen präziseren Bass gehört, als mit richtenden Basssystemen Outdoor. (Endfire oder Array/Zahnlücke)

Diese Aussage bezieht sich ausschließlich auf den Bassbereich, das man für "HiFi" Reflexionen braucht, habe ich hier schon gelernt.

Gruß Markus
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Alt 07.07.2016, 00:21   #17
dipol-audio
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Hallo Markus,

lass' mich nicht doof sterben, was ist eine "Zahnlücke" ?

Meinst Du ein Array "mit Lücken" ?
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Alt 07.07.2016, 00:39   #18
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Ja, genau, maximale obere Grenzfrequenz des Arrays ist Lambda/2 Abstand Mitte/Mitte der Membranen oder Austrittsöffnungen.

Es ist hier bei Outdoor Bedingungen auch einfacher die Satelliten Systeme zu integrieren, so meine Erfahrungen.
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Alt 07.07.2016, 07:12   #19
David
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Zitat:
Zitat von bugatti66 Beitrag anzeigen
Den Beitrag, den du hier http://www.hififorum.at/showpost.php...&postcount=336
frei geschaltet hast, steht, dass man das Trio Basshorn erst ab 160 Hz betreiben sollte.
In den Systemdaten steht aber eine Trennfrequenz von 100Hz.

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Alt 07.07.2016, 07:32   #20
David
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Oliver, liest sich logisch was du in #13 schreibst.

Bei meinem System habe ich 75Hz gewählt. Die 60Hz (schon probiert) gingen nur noch mit recht "kräftiger" Entzerrung der 15 Zöller. Bei meiner Forderung nach hohen und relativ unverzerrten Pegeln wird das dann sogar schon für die nicht gerade brustschwachen Endstufen knapp.
Alternative wären größere BR-Gehäuse für die 15 Zöller. Die daraus wahrscheinlich nur messtechnisch erfassbare Verbesserung (klanglich würde mir das höchstwahrscheinlich gar nicht auffallen) ist es mir aber wert (Kompromiss).
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Alt 07.07.2016, 11:44   #21
dipol-audio
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Hallo David,

es geht mir nicht darum, (unbedingt) so tiefe Trennfrequenzen (z.B. 60Hz) zum Subwoofer zu realisieren.

Aber selbst wenn man sich mit der Übernahmefrequenz z.B. im Bereich 70 ... 90 Hz bewegt, gibt es je nach Raum und Aufstellung Möglichkeiten bzw. den Bedarf, die Anregung des Raums "um die Übernahmefrequenz herum" noch zu optimieren.

Gibt es dort noch "Herausforderungen modaler Art" (z.B. bezogen auf relevante Hörplätze), so kann man den Umstand nutzen, daß man hier mehr Schallquellen zur Verfügung hat und u.a.

- Flankensteilheit der Front LS

- Überlappung Subwoofer / Front LS

- Delay zw. Front LS und Subwoofer

- ...

variieren kann, um das gezielt für eine ausgewogenere Raumanregung auch im Übernahmebereich zu nutzen (*).

Wenn die Front LS bis 60Hz herunter noch "klaglos" mitmachen (evt. mit nur leicht vermindertem Pegel), dann ist man für solche Situationen sehr gut aufgestellt und hat diesebzüglich einen wirklich universell einsetzbaren Satelliten, dem man bei Bedarf hier eine "mittragende" Rolle geben kann, auch wenn man es nicht in jedem Raum braucht.

Hat man jedoch ein Satellitensystem, daß untere Grenzfrequenzen nur irgendwo >100Hz erlaubt und darunter rein akustisch/mechanisch bei weitem nicht mehr für die vorgesehenen Pegel gut ist, dann gibt es keinerlei Spielräume für die Integration eines (echten) Subwoofersystems in verschiedenen Raumsituationen:

Man kann dann bestenfalls ein System aufbauen, bei dem es "nicht gleich (jedem) auffällt", daß ein Subwoofersystem im Spiel ist, doch selbst das dürfte schwer fallen.

Spielräume für wirklich gute raumspezifische Lösungen im Bedarfsfall hat man mit so einem Satelliten >100Hz jedoch überhaupt nicht: Es ist ähnlich wie eine Bettdecke, die immer "zu kurz" ist.

Ein solcher (Horn-) "Satellit" müsste durch "Beistellen" stereofoner Woofer (**), erst zu einem wirklichen Satelliten ausgebaut werden, solche Lösungen haben wir ja hier auch gesehen.


_______________

(*) Das läuft oft auf den Quelle/Senke Gedanken auch im Bereich um die Übernahmefrequenz zum Subwoofer hinaus.

(**) die dann typischerweise auch (funktional) im betreffenden Frequenzbereich keine Hörner mehr sind ... und genau das führt dann aus meiner Sicht die Existenz des Tief-/Mitteltonhorns im ursprünglichen "Hornsatelliten", dessen Übertragungsbereich dann oft kaum noch mehr als 1 ... 1 1/2 Oktaven ausmacht, schon fast ad absurdum. Es führt jedoch m.E. hier zu weit, diesen Gedanken gänzlich auszubauen.

Ich will nur soviel sagen: Auch in seiner Rolle als "Träger von Richtwirkung" (vom mittleren Bass bis in den unteren Mittelton) ist ein solches Tief-/Mitteltonhorn vollständig durch andere Systeme ersetzbar, die in keinerlei Hinsicht nachstehen und im Übrigen auch das Problem "der zu kurzen Bettdecke" am unteren Ende des Übertragungsbereiches (im Übernahmebereich zum Subwoofer) nicht haben. Der maximale unverzerrte Pegel ist dann eher eine Frage, wieviel Verschiebevolumen man in ein solches Woofersystem (als Teil der Front-LS) einbaut ...

@David ich hoffe, dieser Link ist als "technischer Ausblick" bzw. Hinweis hier gestattet:

http://www.hififorum.at/showthread.php?t=8016

(u.a. Kardioid Woofer als Basis eines "robusten" s.o. Satelliten für Wohnraumanwendung)
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Alt 07.07.2016, 13:11   #22
bauersound
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Hallo Oliver,

könntest Du mir bitte einige Quellen für Papers oder Bücher nennen, welche sich mit Kardioiden, bevorzugt resistance enclosures widmen?

Da ich mich sehr für diese Technik interessiere und auch eigene Experimente dazu unternehme, hätte ich auch nicht's gegen deinen eigenen Erfahrungsschatz zum Thema.

Ein Satellit, welcher einige von Dir beschrieben Eigenschaften hat, gibt mein nächstes Projekt.
Vielleicht mache ich dazu auch einen eigenen Threat auf.

Danke und Gruß, Markus
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Alt 07.07.2016, 13:28   #23
dipol-audio
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Hallo Markus,

ich weiß natürlich nicht, was Du schon kennst d.h. ob hier noch was Neues für Dich dabei ist. Ich finde die Analyse von John Kreskovsky zum "damped U-Frame" sehr gut als Einstieg, er gibt auch ein paar Literaturhinweise zur "Resistance Box" ( was de facto "das Gleiche" ist).

Was mir als "Starterset" so spontan einfällt, kommt weiter unten, ich habe jedoch nicht überprüft, ob alle Links noch existieren.

Dies gilt gemeinhin als "erste Beschreibung" des Prinzips:

Kalusche, "Eine Lautsprecheranordnung mit einseitiger Richtwirkung",
Zeitschrift für angewandte Physik 1950, Bd. 2, Heft 10, S.111-114


Weitere Links:

Bedämpfter U-Frame, Resistance Box

John Kreskovsky:
http://www.musicanddesign.com/u_frame.html

Sigfried Linkwitz:
http://www.linkwitzlab.com/H-U%20woofer2.htm



Betrachtungen zum Nutzen von Kardioid Tieftonquellen und gerichteten Tieftonquellen in akustisch kleinen Räumen allgemein:


TMT 2004 H3: Verbesserung der Modenanregung durch Einsatz von kardioiden Tieftonquellen in Mehrkanalsystemen,
Uwe Kempe, Lampos Ferekidis (15 Seiten)
http://www.vdtshop.de/2004H3

Proceedings of the Institute of Acoustics
Vol.25. Pt.8.2003
THE BENEFICIAL COUPLING OF CARDIOID LOW
FREQUENCY SOURCES TO THE ACOUSTICS OF SMALL
ROOMS
L Ferekidis
http://www.yumpu.com/en/document/vie...rces-to-w-vier

MODAL COUPLING OF DIRECTIONAL SUBWOOFERS IN
RECTANGULAR ROOMS
A Thesis in Acoustics by
Philip Feurtado
The Pennsylvania State University Aug.2013
https://etda.libraries.psu.edu/paper...17442%E2%80%8E



Und wenn es mehr zum "Anfassen" (DIY Stil) sein soll, kannst Du u.a. auch mal bei Kimmo Saunisto vorbeischauen:

http://kimmosaunisto.net/CardSub/CARDSUB.html
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Alt 28.07.2016, 11:43   #24
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Standard Exkurs: "Reine Dipol Subwoofer"

Zitat:
Zitat von DAVID Beitrag anzeigen
...
Vielleicht ist das mit Dipol-Subwoofern anders/besser, damit habe ich aber keine Erfahrung. Ich glaube es aber nicht so recht, denn "stehende Wellen" können auch sie nicht verhindern.

Hallo David,

damit hast Du grundsätzlich zwar recht, aber ich erläutere den Ansatz hier trotzdem nochmal, denn die erreichbaren Resultate sehen anders aus.

Als reines Subwoofersystem z.B. <80Hz sind die mit - selbst nur einem einzelnen - Dipol Subwoofer machbaren Ansätze von der raumakustischen Anregung recht ähnlich einem SBA (Single Bass Array) und mit mehr als nur einem Dipol Sub lassen sich auch DBA (Double Bass Array) ähnliche Ansätze vom Verhalten her aufbauen:

Ähnlich wie bei den Tiefton Arrays, lässt sich nämlich mit einem Dipol Subwoofer die Richtung der Anregung von Raummoden durch Richtwirkung der Schallquelle recht gut auf die Längsachse des Raums beschränken.

Sobald man den Raum "quasi eindimensional" bezüglich der Modenanregung (für einen eng umgrenzten Bereich tiefer Frequenzen ...) gemacht hat, kann man mit einem "Quelle/Senke" System (also "Bassaubsaugung") arbeiten und erhält eine quasi modenfreie Basswiedergabe:

Dazu sind aber mindestens 2 (enorm leistungsfähige ...) Dipol Subwoofer nötig ("Quelle" und "Senke" bedeutet hier, daß mindestens ein Dipol-Sub weiter vorn und einer weiter hinten aufgestellt wird) und die Art der Aufstellung lässt das auch nur für etwas größere Räume als sinnvoll erscheinen.


Es gibt jedoch eine Option der Aufstellung (als "Idealmuster" immer mit raumspezifischen Abwandlungen in der Realisierung) (*), die bereits mit einem einzelnen Dipol Subwoofer möglich ist und vom Verhalten gegenüber konventionellen Subwoofersystemen, die ebenfalls nur eine moderate Anzahl von z.B. 1-3 Tieftonquellen aufweisen, einzigartige Resultate innerhalb der Hörzone liefert:

Ein Dipol Subwoofer ausgerichtet an der Längsachse des Raums und positioniert in der Mitte zwischen Frontwand und Rückwand des Raums
  • regt von von dort verstärkt nur die Längsmoden ungerader Ordnung an, die also ein Schnellemaximum auf halbem Abstand zwischen Front und Rückwand des Raums haben
  • regt von dort die Längsmoden gerader Ordnung, die ein Druckmaximum am Aufstellungsort haben, praktisch nicht an

Platziert man jetzt z.B. ein "Hörsofa" nahe der gleichen Ebene wie den Dipol-Subwoofer (also "in vergleichbarer Tiefe" innerhalb des Raums bezogen auf die Längsachse) kommt es trotz objektiv vorhandener Modenanregung zu einer Kompensation zw. Sender und Empfänger im modenbehafteten Raum.

Menschen und übliche Mikofone sind Druckempfänger, der Dipol Sub ist hingegen ein Schnellewandler (anders als übliche monopolare Subwoofer):

Druckmaxima von stehenden Wellen kann der Dipol Sub bei dieser Aufstellung am Hörplatz prinzipbedingt nicht anregen und die Schnellemaxima stehender Wellen, die er von dort tatsächlich anregen kann, werden vom Hörer (oder einem Mikrofon) dort umgekehrt nicht wahrgenommen bzw. aufgenommen.

Es entsteht so trotz modenbehaftetem Raum ein ausgewogener Amplitudenfrequenzgang in einer Hörzone, die sehr breit ist und primär nur von der Tiefe her (wellenlängenbedingt) begrenzt ist:

Für reine Subwoofer (große Wellenlängen) passt da "locker" ein (gern auch breiteres ...) "Hörsofa" hinein und auch für Plätze unmittelbar dahinter ist das Ergebnis immer noch "OK" im Vergleich zu anderen Optionen der Tiefbasswiedergabe: Hier können Gestaltungswünsche bezüglich der (optimal ausgewogenen) Hörzone im Raum berücksichtigt werden.

In der Realität müssen solche Umsetzungen für Dipol Subwoofer im Vorfeld geplant werden, um unter gegebenen Raumverhältnissen möglichst nahe an die "Idealumsetzung" (es gibt tatächlich mehrere Grundvarianten der Umsetzung, die man je nach konkreter Raumsituation auswählen und anpassen kann) zu kommen.

Der Subwoofer (oder mehrere) wird (werden) dann hinsichtlich
  • erreichbarer bzw. gewünschter unterer Grenzfrequenz im konkreten Raum
  • für die konkrete Aufstellung im Raum und die
  • konkreten Pegelanforderungen

konfiguriert d.h. "individuell maßgescheidert".

Das Ergebnis ist eine ausgewogene und impulssaubere Basswiedergabe in der Hörzone selbst in Räumen mit schallharten Wänden und ohne besondere Tieftonabsorption, die ohnehin im tiefen und mittleren Bass als nachträgliche bauliche Maßahme meist völlig unpraktikabel wäre ...


Eine abschließende Einmessung für die Hörzone rundet das Ganze vor Ort ab und kompensiert Abweichungen von der Idealkonfiguration, die man aus praktischen Grunden im Wohnraum tolerieren muss. Diese elektronische Kompensation kann jedoch i.d.R. sehr viel sanfter ausfallen, als das bei üblichen Subwoofersystemen der Fall wäre:

Die vorgeplanten Systeme würden in aller Regel sogar ganz ohne raumspezifische elektronische Kompensation schon sehr zufriedenstellend arbeiten. Das ist übrigens keine Theorie, sondern ich habe dazu schon öfters Messungen an verschiedenen Stellen gezeigt.

Insbesondere können die berühmten - bei konventioneller Tieftonanregung oft üblichen - tiefen "Senken" im Tiefton Frequenzgang am Hörplatz mit dieser Technik umgangen werden. Dazu muss in der realen Umsetzung natürlich auch ein besonderes Augenmerk auf die Integration mit den Stereo Haupt-LS (Satelliten) gelegt werden.


__________________________________________________ ________________

(*) Grundmuster und Verhalten einer solchen Konfiguration werden u.a. hier beschrieben:

"Modal Coupling of Directional Subwoofers in Rectangular Rooms",
Feurtado, Philip Andrew
Master Thesis, June 17th 2013
Pennsylvania State University USA

Figur 4.12 S.49

https://etda.libraries.psu.edu/catalog/18841

Die o.g. Arbeit behandelt primär Grundlagen der Raumanregung mit gerichteten Schallquellen, d.h. die konkrete techn. Umsetzung liegt dort weniger im Fokus.
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Alt 28.07.2016, 13:31   #25
P.Krips
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Hallo Oliver,

bei all deiner Bevorzugung von Dipol-Subwoofern sollte man aber nicht übersehen, dass die im Tiefgang irgendwo bei der untersten Raummode am Ende sind. Eine Anregung unterhalb, im Druckkammerbereich des Raumes ist damit nicht möglich.

Wer also auf mehr Tiefgang Wert legt, kommt dann um zusätzliche Monopole unterhalb der untersten Raummode nicht herum....

Gruß
Peter Krips
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"Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, daß sie verdient war "
(Tacitus um 100 n. Chr)

(auch ein amerikanischer Präsi hats mal schön ausgedrückt:)

'Lieber schweigen und als möglicher Dummkopf gelten, als den Mund aufmachen und jeden Zweifel zu beseitigen..'
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Alt 28.07.2016, 14:01   #26
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Standard Dipol Subwoofer und Länge des Raums

Hallo Peter,


hier mal die ungefähr benötigte Länge des Raums (ca.) für eine gewünschte untere Grenzfrequenz (dort halbe Wellenlänge):

- um 40Hz: 4,3m

- um 35Hz: 4,9m

- um 30Hz: 5,7m

(de facto kommt man meist jeweils noch "etwas weiter runter")


Je nach Anforderungen rate ich bei Raumtiefen z.B. deutlich unterhalb z.B. 4,2 ... 4,5m vom Einsatz von Dipol-Subwoofern eher ab, das ist aber vom Einzelfall und den Anforderungen abhängig.

D.h. ich plane und baue natürlich nur solche Subwoofersysteme, welche die jeweils gewünschten Eigenschaften auch erreichen: Was so nicht geht, wird auch so nicht geplant oder gebaut.

In der Regel kann und darf ich jedoch Dipol-Subwoofersysteme mit Grenzfrequenzen (im Raum und nach Einmessung) im Bereich um 30Hz (auch mal "drunter" oder "drüber") realisieren.

Bei mir im Hörraum ist die Grenzfrequenz am Haupthörplatz derzeit - mit einem für meine Verhältnisse recht "dünnen" Subwoofer - auf ca. 32Hz eingestellt. Selbst bei dieser kleinen Version kommen von (durchaus anspruchsvollen) Musikhörern keine Beschwerden über "mangelnden Tiefgang" ...

Erst wer in "zu kurzen" Räumen Grenzfrequenzen deutlich unterhalb z.B. 26-28Hz sucht, dem kann ich mit meinen Dipol Subwoofern nicht mehr helfen und er wird definitv noch eine monopolare Schallquelle "darunter" benötigen.

Eine Anforderung, der ich bei Musikhörern jedoch kaum begegne: Grenzfrequenzen weit unterhalb 30Hz (bei entsprechender Pegelfestigkeit) bringen m.E. im Wohnraumbereich klanglich kaum etwas, dafür aber extremen techn. Aufwand und oft ebensolchen Platzbedarf.

Tieftonqualität - u.a. ein "unauffälliges Rolloff Verhalten" am unteren Ende - im Raum ist da m.E. wesentlich entscheidender, jedenfalls bei den Hörern, die ich so kenne.

Man muss jetzt aber dazu sagen, daß vielen üblichen Dipol-Subwoofer Bauformen am unteren Ende schlicht "die Luft ausgeht", wenn etwas Pegel gefragt ist. Das trifft bei meinen Systemen so nicht zu (*), das will ich aber hier aus Dir bekannten Günden auch nicht weiter "ausrollen" .


___________

(*) Aussagen bezüglich Pegel "am unteren Ende" sind natürlich immer in Relation zu Größe und Aufbau des jeweiligen Dipol-Subwoofers zu sehen:

Eine individuelle Konfiguration der Dipol-Subwoofer passend zu Raum und Aufstellung ermoglicht es hier erst, Ressourcen optimal einzusetzen und jeweils passende Auslegungen u.a. bezüglich

  • Größe (und ggf. Anzahl ...) der Subwoofer
  • unterer Grenzfrequenz bei Rauminstallation
  • max. unverzerrtem Schalldruck

zu realisieren.
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Alt 28.07.2016, 16:47   #27
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Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
bei all deiner Bevorzugung von Dipol-Subwoofern sollte man aber nicht übersehen, dass die im Tiefgang irgendwo bei der untersten Raummode am Ende sind. Eine Anregung unterhalb, im Druckkammerbereich des Raumes ist damit nicht möglich.
Im Nahfeld schon, was oft vergessen wird (und dass das Nahfeld bei eine größeren Dipol mit großer Pfadlänge auch recht groß ist).
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Alt 28.07.2016, 21:12   #28
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Standard Dipol Subwoofer untere Grenzfrequenz im Raum

Hallo Peter,

so sieht das für einen kleineren meiner Dipol Subwoofer (rot und blau) an unterschiedlichen Positionen in meinem Hörraum aus, wenn noch keinerlei elektronische Korrekturen oder Hochpassfilter eingesetzt sind.



Die Kurve in grün ist ein errechneter Summenfrequenzgang aus beiden Positionen.

Momentan habe ich ein Setup, welches ohne Korrekturen etwa "blau" entsprechen würde. Allerdings nutze ich derzeit bei dem "kleinen" Subwoofer nicht die hier im Raum damit mögliche untere Grenzfrequenz von ca. 26 Hz, sondern habe sie per Hochpass auf ca. 32Hz eingestellt.


Der Grund war:

Ich hatte einige Synthesizer Live Mitschnitte bekommen, auf denen "fiese Sachen" < 30Hz drauf waren (teilweise völlig übertrieben, denn das Material hatte keinen Mastering Prozess gesehen ...) und dafür bin ich mit der Grenzfrequenz (bei weiterhin sanftem Rolloff) sicherheithalber etwas raufgegangen, um höhere Pegelreserven zu haben.

Jetzt höre ich mit der Einstellung - aus Faulheit - seit einigen Wochen weiter und vermisse nichts, auch nicht bei "vernünftig produzierten" Aufnahmen mit Tiefbassanteil ...

e.g.

https://www.discogs.com/de/Bach-Dani...elease/4565470

https://www.discogs.com/de/Philip-Gl.../release/63473

...
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Alt 30.07.2016, 04:53   #29
Ellesound
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Hallo Oliver, ich denke ein Dipol Subwoofer lässt sich mit einem ordentlichen SBA/DBA nicht vergleichen, alleine die Tatsache, dass ein Dipol Subwoofer viel Energie verbratet und wesentlich mehr Platz in Anspruch nimmt.

Ich komme mit 14cm Bautiefe durch, und da es an der Wand sitzt, nimmt es praktisch kaum Platz ein, der FG lässt sich schon beim SBA fast beliebig auf nahezu perfekt linearisieren, und wenn man bedenkt, dass der Pegelgewinn durch die Begrenzungsflächen sehr hoch ist, gibt es Pegel ohne Ende.

Gruß, Felix
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Alt 30.07.2016, 09:47   #30
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Hallo Oliver, ich denke ein Dipol Subwoofer lässt sich mit einem ordentlichen SBA/DBA nicht vergleichen, alleine die Tatsache, dass ein Dipol Subwoofer viel Energie verbratet und wesentlich mehr Platz in Anspruch nimmt.

Entschuldige Felix,

schreibst Du gerade über die von mir konstruierten und gebauten Dipol-Subwoofer ?


Die "verbraten" für einen gegebenen Schalldruck nicht mehr Energie als gewöhnliche monopolare Subwoofer, u.a. weil sie - ähnlich wie übrigens Kardioid Subwoofer im PA Bereich - bereits durch ihre Dipol Pfadlänge für den Tiefbass optimiert sind.

Der umbaute Raum, der beansprucht wird, ist zudem sehr viel geringer als bei einem SBA/DBA und es ist für viele Installationen nur ein einzelner Platz (einzelner Dipol Sub) einzuplanen (typischerweise sehr dezent in einer seitlichen Raumkante) und nicht 4-8 Orte für Schallquellen an der Frontwand plus 4-8 Orte für Schallquellen an der Rückwand des Raums wie bei einem DBA.

Für den Endanwender stellt sich das i.d.R. schlicht als der Unterschied zwischen einem sehr dezent im Raum aufstellbaren bzw. installierbaren Subwoofersystem (im Fall einer meiner Dipol Subs) und einer Unmöglichkeit in den meisten Wohnräumen (im Fall SBA/DBA) dar, denn selbst bei den wenigen Hörern, die in einem Wohnraum dazu bereit wären, macht dann meist die Ehefrau bei einem SBA/DBA nicht mehr mit (*).


Allerdings sind Aufstellung und Dimensionierung meiner Dipol-Subs für einen gegebenen Raum nicht beliebig. Deshalb treffe ich ausschließlich raumspezifische Auslegungen, die bereits im Vorfeld für ein definiertes Endergebnis geplant werden: Nur "irgendwelche Schallwandler" schnell mal im Raum "irgendwohin" stellen (mit "irgendeinem" Ergebnis ...), das gibt es bei mir grundsätzlich nicht.

Typische Abmessungen für ein kleines Dipol-Subwoofer Modell finden sich übrigens auf meiner Webseite, aktuelle kundenspezifische Anfertigungen/Installationen für sehr hohe Schalldruckpegel werden etwas größer, jedoch von den Proportionen recht ähnlich.



____________

(*) @Felix Falls Du im Nachgang mit mir trotzdem gern noch eine "Haarspalter" Diskussion - ohne Kenntnis der Sache, um die es geht - anfangen möchtest: Ich habe momentan leider keine Zeit und auch sehr wenig Lust dazu ...
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