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Verstärker in Halbleiter-Technik Die Standard-Technologie

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Alt 19.01.2016, 09:30   #61
David
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Zitat:
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Geht auch umgekehrt: Ich jage Sammler ...

LG, dB
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David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Gäste können Beiträge verfassen, die ich aber nur freischalte, wenn sie den Forumsregeln entsprechen. Zensur (nur in Bezug auf Respektlosigkeiten) behalte ich mir vor.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 19.01.2016, 10:05   #62
dipol-audio
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Hallo zusammen,

ich wollte übrigens niemandem den Spaß verderben, der etwa "dicke Endstufen" sammelt o. dergl. Geräte, aber es ist m.E. wirklich so, daß "Gerätesammeln" eine andere Beschäftigung ist, als "HiFi" zum Hören zu betreiben ...

Wer sich schon einmal gut gemachte(!) kleinere Class-D (auch z.B. "Class-T" Verstärker mit Tripath Chips und sehr moderater Ausgangsleistung) an passenden LS mit ordentlichem Wirkungsgrad angehört hat, der weiß, daß man z.B. mit einem Laptop und einigen externen Komponenten in der Größe weniger Zigarettenschachteln heute auf Seiten der Elektronik klanglich "ganz nach oben" kommen kann. Sorgfältige Auswahl und etwas Detailkenntnis gehören m.E. immer noch dazu ....

Aber es geht durchaus mit Komponenten in der Art "wo steht eigentlich Deine Anlage" ?

Ich habe zum Testen von Entwicklungen z.B. auch noch einen Fundus unterschiedlicher Geräte, die nicht immer zum Hören benötigt werden, dazu gehören auch Verstärker-Endstufen in unterschiedlicher Schaltungstechnik.

Das Ziel bei einem passiven LS sollte es jedoch immer sein, möglichst unempfindlich gegen den Wechsel eines Verstärkers zu sein und i.d.R. gelingt das auch in hohem Maß(*), wenn ein vernünftiger Impedanzverlauf erreicht wird (**).

Von der m.E. dominanten LS/-Raum Interaktion abgesehen:

"Komponentenklang" d.h. deutlich hörbare klangliche Unterschiede beim Wechsel von Komponenten oder gar Kabeln, sind keine "Klangnuancen", mit denen man "klanglich weiter nach oben kommen könnte", ähnlich wie beim Verkosten verschiedener Weinjahrgänge, sondern es sind meist Schnittstellenprobleme zw. Komponenten, falls sie auch in einem Blindtest nachvollzogen werden können.

Falls das nicht möglich ist, sind es Suggestionen oder Autosuggestionen.

Auch das Bewerten einer klanglichen Nuance als "besser" oder "schlechter" ist unter unverblindeten Bedingungen hochproblematisch:

Denn dem "teureren", "dickeren", "aufwändiger verpackten" Gerät wird bei subjektiv empfundenem Klangunterschied oft gänzlich unreflektiert unterstellt, "auf der besseren Seite" zu sein.

Dafür gibt es jedoch in vielen Fällen gar keinen Anlass: Auch deshalb ist es sehr vernünftig, diese "Wissensquellen" ("Bias", "Vorprägung" ) - die mit Hören nichts zu tun haben, sondern über andere Sinneseindrücke und bewusstes/unbewusstes "Vorwissen" kommen - möglichst auszuschalten.

-> u.a. Pelmazo äußert sich ähnlich dazu.

______________

(*) "Qualitätsverstärker" u.a. mit hohen Dämpfungsfaktoren werden vorausgesetzt, denn alle Frequenzgangmessungen an passiven LS gehen von "Spannungssteuerung" des LS aus ... d.h. der Impedanzverlauf eines LS soll möglichst keinen Einfluß auf die Eingangsspannung (an den LS-Eingangsklemmen) haben.


(**) Ich setze übrigens auch bei aktiven LS impedanzkorrgierende Bauteile zw. Schallwandler und Endstufe ein, wo mir dies vorteilhaft erscheint.

Aktive LS haben diesbezüglich nur keine "Schnittstelle" mehr nach außen, weil eine Anpassung "Schallwandlerimpedanz" zu "Ausgangsimpedanz Verstärker" für den Anwender unzugänglich ist.
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Alt 19.01.2016, 10:56   #63
David
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Ich sehe das alles genau so wie Oliver.

Jeder, der sich längere Zeit und mit der nötigen Portion an "Basiswissen, Realismus und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber" mit der Musikwiedergabe beschäftigt, der muss zu ganz ähnlichen (genau genommen zu den gleichen) Erkenntnissen kommen.

Wenn nicht, dann mangelt es einfach an den obergenannten Voraussetzungen.

Das ist aber nicht schlimm, so lange man lernfähig ist.
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David


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Alt 19.01.2016, 11:11   #64
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Hallo David,

könnte m.E. noch erwähnt werden, daß insbesondere bei Horn-LS mit Druckkammertreibern der Umstieg auf Stromsteuerung eine erhebliche Verbesserung bewirken kann u.a. hinsichtlich der Einschwingvorgänge (Zerfallsspektrum) ...

Die Bewegungsgröße der LS-Membran, auf die man per Spannungsteuerung Einfluss hat, ist die Membrangeschwindigkeit: Das ist für direktstrahlende LS durchaus sinnvoll.

Insbesondere bei Druckkammerhörnern kann jedoch eine konstant gehaltene (durch Signal gesteuerte ...) Eingangskraft am Treiber wesentlich besser die typischen Schwankungen der Strahlungsimpedanz (durch Moden) bei Hörnen ausgleichen: Hier kann man durchaus über "Stromsteuerung" nachdenken.

Dafür müssten die Systeme jedoch i.d.R. anders entzerrt werden, denn am Ende soll natürlich trotzdem wieder der erzeugte Schalldruck zur Signalspannung proportional sein.

Das ist jetzt aber eine Themenerweiterung ...

will nur sagen: Die meisten Hornsysteme werden m.E. nicht "artgerecht" angesteuert, was ihre prinzipbedingten Nachteile (durch Eigenmoden) eher noch vergrößert als mildert.
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Alt 19.01.2016, 11:21   #65
David
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Hallo Oliver!
Meinst du jetzt reine Stromverstärker, so wie man sie auch bei Bändchen ohne Übertrager einsetzt?
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Alt 19.01.2016, 11:28   #66
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Hallo David,

allg. Verstärker mit hoher Ausgangsimpedanz in Relation zur Lastimpedanz meine ich, d.h. "Konstantstromschaltung".
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Alt 19.01.2016, 11:36   #67
P.Krips
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Hallo Oliver,
Zitat:
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Wer sich schon einmal gut gemachte(!) kleinere Class-D (auch z.B. "Class-T" Verstärker mit Tripath Chips und sehr moderater Ausgangsleistung) an passenden LS mit ordentlichem Wirkungsgrad angehört hat, der weiß, daß man z.B. mit einem Laptop und einigen externen Komponenten in der Größe weniger Zigarettenschachteln heute auf Seiten der Elektronik klanglich "ganz nach oben" kommen kann. Sorgfältige Auswahl und etwas Detailkenntnis gehören m.E. immer noch dazu ....
Richtig, wird aber den "gemeinen" HiFi-Konsumenten oft überfordern....
Mal ein Bericht von der Front:
Vor einiger Zeit haben wir im kleinen Kreis mal einen Zigarettenschachtelverstärker gegen einen fetten Denon im Vergleich gehört, selbstverständlich unverblindet...( ), mit einer KEF Uni-Q nochwas...
Zwei überwiegende Klassikhörer schwärmten von mehr Auflösung obenrum und mehr Kontrolle im Bass.
Meine Meinung war, als Ältester der Runde: Dem Verstärkerle geht im Bass die Puste aus (Anmerkung: was bei dem bassbetonten Lautsprecher ja günstig war, aber wohl auch die eine oder andere Klirrkomponente erzeugt haben dürfte) und die oberen Höhen sind einfach nur lauter als beim Denon.
Protestgeschrei: Könne nicht sein, da der Tiefpass des Verstärkerles auf 8 Ohm ausgelegt ist und die Box 4 Ohm hätte, müsste also eher weniger Höhen bringen.
Eine später aufgetriebene Impedanzmessung offenbarte dann einen schönen Impedanzanstieg im Hochtonbereich bis weit über die 8 Ohm hinaus, da der HT ohne FFL war.
Ich hasse es Recht zu behalten.....

Zum Rest deines Beitrags: Zustimmung

Gruß
Peter Krips
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"Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, daß sie verdient war "
(Tacitus um 100 n. Chr)

(auch ein amerikanischer Präsi hats mal schön ausgedrückt:)

'Lieber schweigen und als möglicher Dummkopf gelten, als den Mund aufmachen und jeden Zweifel zu beseitigen..'
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Alt 19.01.2016, 11:48   #68
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Zitat:
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...
Protestgeschrei: Könne nicht sein, da der Tiefpass des Verstärkerles auf 8 Ohm ausgelegt ist und die Box 4 Ohm hätte, müsste also eher weniger Höhen bringen.
Eine später aufgetriebene Impedanzmessung offenbarte dann einen schönen Impedanzanstieg im Hochtonbereich bis weit über die 8 Ohm hinaus, da der HT ohne FFL war.
...

Hallo Peter,

mich wundert Dein Bericht nicht, ich hatte derartige Effekte mit Class-D gelegentlich auch ...

Class-D ist, vor allem wenn mit passiven Rekonstruktionstiefpässen außerhalb des Gegenkopplungszweiges gearbeitet wird, im obersten Hochton empfindlich gegenüber der LS-Impedanz.

Deshalb ist es m.E. sinnvoll und richtig, besonders bei LS und Hochtonsystemen, die für eine Kombination mit verschiedenen Verstärkern in Frage kommen, die Impedanzkurve auch bis in den obersten Hochton flach und auf vernünftigen Werten zu halten ...
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Alt 19.01.2016, 12:52   #69
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Zitat:
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...
Insbesondere bei Druckkammerhörnern kann jedoch eine konstant gehaltene (durch Signal gesteuerte ...) Eingangskraft am Treiber wesentlich besser die typischen Schwankungen der Strahlungsimpedanz (durch Moden) bei Hörnen ausgleichen: Hier kann man durchaus über "Stromsteuerung" nachdenken.

Dafür müssten die Systeme jedoch i.d.R. anders entzerrt werden, denn am Ende soll natürlich trotzdem wieder der erzeugte Schalldruck zur Signalspannung proportional sein.

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Zitat:
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Hallo Oliver!
Meinst du jetzt reine Stromverstärker, so wie man sie auch bei Bändchen ohne Übertrager einsetzt?

Zitat:
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Hallo David,

allg. Verstärker mit hoher Ausgangsimpedanz in Relation zur Lastimpedanz meine ich, d.h. "Konstantstromschaltung".

Hallo David,

nochmal kurz hierzu, falls es Dich interessiert:

"Acoustical Horns and Waveguides" von Jean-Michel Le Cléac’h, Nov. 2010

http://www.rintelen.ch/download/JMML...ture_etf10.pdf

Auf S. 84 stellt dort Jazek Zagaja - mit dem ich gelegentlich auch schon korrespondiert habe - bei einem bestimmten
Le Cléac’h Horn mit "TAD 2001" Druckkammer Treiber den Output des Gesamtsystems bei Spannungssteuerung demjenigen bei Stromsteuerung messtechnisch gegenüber.

Der Effekt auf die Qualität des akustischen Outputs ist dort m.E. deutlich ...
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Alt 19.01.2016, 16:08   #70
David
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Hallo David,

allg. Verstärker mit hoher Ausgangsimpedanz in Relation zur Lastimpedanz meine ich, d.h. "Konstantstromschaltung".
Das könnte dann auch ein Röhrenverstärker sein. Oder nicht?

Edit: jetzt sehe ich erst (deine Verlinkung Seite 84) was du meinst.
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Alt 19.01.2016, 17:03   #71
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Zitat:
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Das könnte dann auch ein Röhrenverstärker sein. Oder nicht?

Edit: jetzt sehe ich erst (deine Verlinkung Seite 84) was du meinst.
Da kann ich nichts dazu sagen, habe keine Erfahrung damit.

Gute Röhrenverstärker erreichen ja immer noch z.B. Dämpfungsfaktoren um 10, damit kann man m.E. immer noch von Spannungssteuerung sprechen, allerdings von "lausiger". Für bestimmte Hornsysteme muss das jedoch gar nicht so schlimm sein ...

Bei richtiger "Stromsteuerung" hätte man "Dämpfungsfaktoren" vielleicht unter 0.01 d.h. der Ausgangsstrom des Verstärkers würde kaum mehr von frequenzabhängigen Impedanzschwankungen des Schallwandlers beeinflusst:

Weil die Kraft an der Schwingspule dem Strom proportional ist
(F = B x L x I) hätte man bei tieferen Frequenzen, wo die Membranmasse in einem Druckkammersystem weniger eine Rolle spielt, praktisch konstante Eingangskraft für die Druckkammer. Die Eingangskraft wäre dann unabhängiger von der schwankenden Strahlungsimpedanz des Trichters:

- Hat der (nicht ideale) Trichter eine Resonanz (erhöhte mech. Impedanz und Spitze im Schalldruck), dann bewegt sich die Membran aufgrund höherer mech. "Belastung" (Load) durch den Trichter einfach weniger, was das Problem abmildert.

- Hat der (nicht ideale) Trichter hingegen ein Minimum der Strahlungsimpedanz bei einer best. Frequenz, dann bewegt sich die Membran aufgrund niedrigerer mech. "Belastung" (Load) durch den Trichter einfach mehr, was das Problem ebenfalls abmildert.

"Stromsteuerung" kann daher einen kompensierenden Effekt auf Trichter-LS mit schwankendem Strahlungswiderstand (Resonanzerscheinungen, Eigenmoden) haben.

________

Die übliche Spannungssteuerung (Verstärker mit hohem Dämpfungsfaktor meist >20) hat diesbezüglich eher einen "verschlimmernden" Effekt:

Wenn der Trichter resoniert geht die mech. Impedanz am Trichterhals hoch, der Treiber wird stärker "gebremst", seine elektrische Impedanz sinkt dadurch jedoch und der Verstärker "drückt" noch mehr Strom in die Schwingspule. Dumm gelaufen ...

Bei Minima der mech. Impedanz des Trichters reagiert die Spannungssteuerung "gegenteilig" genauso falsch.

Spannungssteuerung ist im Grunde nur "richtig" bei direktstrahlenden dynamischen LS, deren elektrische Impedanz nicht wesentlich von schwankenden mech. Impedanzen (infolge auch von Strahlungsimpedanzen) einer Schallführung beeinflusst wird.

Genau das ist bei Hornlautsprechern insbesondere mit Druckkammertreibern aber deutlich der Fall: Man kann am elektrischen Impedanzverlauf des Treiber sehr genau den (umgekehrten) Verlauf der mech. Impedanz des Horns ablesen.
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Alt 19.01.2016, 21:02   #72
P.Krips
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Hallo Oliver,
habe zu deinen Aussagen mal Hrnresponse "gewürgt", so ganz als allgemeine Regel trifft das leider nicht zu.
Zitat:
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Bei richtiger "Stromsteuerung" hätte man "Dämpfungsfaktoren" vielleicht unter 0.01 d.h. der Ausgangsstrom des Verstärkers würde kaum mehr von frequenzabhängigen Impedanzschwankungen des Schallwandlers beeinflusst:
soweit Zustimmung.

Zitat:
Weil die Kraft an der Schwingspule dem Strom proportional ist
(F = B x L x I) hätte man bei tieferen Frequenzen, wo die Membranmasse in einem Druckkammersystem weniger eine Rolle spielt, praktisch konstante Eingangskraft für die Druckkammer. Die Eingangskraft wäre dann unabhängiger von der schwankenden Strahlungsimpedanz des Trichters:
Die Strahlungsimpedanz ist nicht das Problem, die ist gegenüber den sonst noch anhängigen Impedanzen recht klein.

Zitat:
- Hat der (nicht ideale) Trichter eine Resonanz (erhöhte mech. Impedanz und Spitze im Schalldruck), dann bewegt sich die Membran aufgrund höherer mech. "Belastung" (Load) durch den Trichter einfach weniger, was das Problem abmildert.
Macht aber durch die TML-Längsreso (Mode) dennoch mehr Pegel.

Zitat:
- Hat der (nicht ideale) Trichter hingegen ein Minimum der Strahlungsimpedanz bei einer best. Frequenz, dann bewegt sich die Membran aufgrund niedrigerer mech. "Belastung" (Load) durch den Trichter einfach mehr, was das Problem ebenfalls abmildert.
Die Simus sagten, dass bei den Resos Membranhubreduzierung, Schalldruckerhöhung und Impedanzminimum stattfindet.
Der Effektivwert des Strahlungswiderstand ist allerdings verschoben, eher nahe einem lokalen Minimum.

Habe dann mal q+d Stromsteuerung mit einem Vorwiderstand simuliert.
Da ist das Ergebnis zwiespältig.
Es gab durchaus wie von dir geschrieben, Linearisierungen in einigen Frequenzbereichen, in anderen aber Verschlechterung.
Ein paar Veränderungen an den Hornparametern konnten aber auch als Ergebnis eine Verschlechterung der Schalldrucklinearität ergeben.
Unterm Strich sollte man also bei der konkreten Treiber/Horn Kombination testen, ob die Konstantstromstrategie Vorteile bringt oder nicht.

Gruß
Peter Krips

Zitat:
Genau das ist bei Hornlautsprechern insbesondere mit Druckkammertreibern aber deutlich der Fall: Man kann am elektrischen Impedanzverlauf des Treiber sehr genau den (umgekehrten) Verlauf der mech. Impedanz des Horns ablesen.
Aber: Das ist nicht der eigentliche Strahlungswiderstand, ansonsten: Zustimmung


P.S. Simus stell ich auf Wunsch ein, müsste noch reichlich machen um auch die Varianten mit Verschlechterung zu zeigen.
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Alt 19.01.2016, 23:20   #73
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Zitat:
Zitat von P.Krips
Die Strahlungsimpedanz ist nicht das Problem, die ist gegenüber den sonst noch anhängigen Impedanzen recht klein.
Hallo Peter,

Du hast recht, ich hätte mich hier ausnahmslos auf die mech. Impedanz beziehen sollen, die der Treiber sieht:

Habe den Post diesbezüglich nicht richtig "geputzt", was ich eigentlich vorhatte.

Einzelfallprüfung ist sicher angesagt für Stromsteuerung, aber Trichter mit "unruhiger" mech. Impedanz, die im Bereich ihrer Grenzfrequenz betrieben werden, sind m.E. durchaus Kandidaten.

Ich denke da vor allem an ("beliebte") Trichter für den Tiefton und unteren Mittelton, die zwar die erforderliche Länge aber aus Platzgrunden oft eine zu kleine Mundfläche aufweisen.

Aber auch beim von Jazek Zagaja oben getesteten Le Cleac'h Hochtonhorn gab es eindeutige Verbesserungen durch "Stromsteuerung" ("Current Drive"), obwohl es diese o.g. Probleme nicht hat vgl. S. 84 im verlinkten Vortrag von JMLC.

Ich habe übrigens meine grundsätzlichen Zweifel, ob ein Tool wie "Hornresp" hier u.a. bezüglich "Higher Order Modes" die Realität hinreichend abbilden kann ... tendenzielle Abschätzungen sind sicher möglich.


Zitat:
Zitat von P.Krips
Ein paar Veränderungen an den Hornparametern konnten aber auch als Ergebnis eine Verschlechterung der Schalldrucklinearität ergeben.
Treiberparameter und Kompressionsverhältnis der Druckkammer dürften ebenfalls mit entscheidend sein.

Geeignet entzerren müsste man am Ende wohl meist beide Varianten. Die Stromsteuerung hat jedoch m.E. in vielen Fällen zumindest das Potential, resonantes Verhalten abzumildern, so daß tatsächlich weniger Energie im Bereich der Eigenmoden gespeichert wird.

"Konstante Kraft" am Druckkammereingang (Membran) ist dazu m.E. der natürlichere Weg als "konstanter Hub", wenn der reale Trichter als resonanzbehaftet aufgefasst werden muss.

Wenn es keine reine "Stromsteuerung" sein soll, kann man auch mit "Leistungsanpassung" experimentieren, d.h. Verstärkerimpedanz etwa gleich der (mittleren) Treiberimpedanz wählen.

Am Ende ist dämpfendes Material zur Modenunterdrückung im Trichter a la Geddes auch ein Weg ...

Oder die "komplementären" Trichter mit "Membranbewegungsverschränkung" a la Horst Möller ...
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Hallo OLiver,
Zitat:
Zitat von dipol-audio Beitrag anzeigen
Einzelfallprüfung ist sicher angesagt für Stromsteuerung, aber Trichter mit "unruhiger" mech. Impedanz, die im Bereich ihrer Grenzfrequenz betrieben werden, sind m.E. durchaus Kandidaten.

Ich denke da vor allem an ("beliebte") Trichter für den Tiefton und unteren Mittelton, die zwar die erforderliche Länge aber aus Platzgrunden oft eine zu kleine Mundfläche aufweisen.
Sehe ich auch so, die Simus habe ich mit zu kleinen Basshörnern gemacht, da gab es durchaus positive Effekte. Bei ausreichend großen Hörnern hielten sich die Effekte sehr in Grenzen, da bei denen kaum weder lokale Impedanzspitzen noch Membranhubeinbrüche stattfinden. Lediglich Schwankungen des Strahlungswiderstandes gibt es, wie bei jedem nicht "unendlichem" Horn.

Zitat:
Ich habe übrigens meine grundsätzlichen Zweifel, ob ein Tool wie "Hornresp" hier u.a. bezüglich "Higher Order Modes" die Realität hinreichend abbilden kann ... tendenzielle Abschätzungen sind sicher möglich.
Mit HOMs werden wohl nahezu alle Simuprogs so ihre Probleme haben. Da es sich bei den HOMs aber eher um Quermoden handelt im Gegensatz zu den auffälligeren Längsmoden, dürfte sich die Auswirkung auf den Treiberhub aber in Grenzen halten und wohl auch eher nicht mit Stromsteuerung in den Griff zu bekommen sein.

Zitat:
Geeignet entzerren müsste man am Ende wohl meist beide Varianten. Die Stromsteuerung hat jedoch m.E. in vielen Fällen zumindest das Potential, resonantes Verhalten abzumildern, so daß tatsächlich weniger Energie im Bereich der Eigenmoden gespeichert wird.
Wie schon geschrieben, kann, muss aber im Einzelfall nicht funktionieren.
Auch wird man sich den Unmut Derjenigen zuziehen, die den (hohen) DF zur Treiberkontrolle als unverzichtbar ansehen....

Zitat:
"Konstante Kraft" am Druckkammereingang (Membran) ist dazu m.E. der natürlichere Weg als "konstanter Hub", wenn der reale Trichter als resonanzbehaftet aufgefasst werden muss.
Konstanten Hub gibt es bei Treibern ohnehin nicht, sie haben immer einen zunehmenden Membaranhub mit fallender Frequenz bis zum Maximum bei fs. Daher haben ja auch nahezu idealgroße Hörner, die einen konstanten Strahlungswiderstand zur Verfügung stellen, immer einen Energieabfall mit steigender Frequenz.

Zitat:
Wenn es keine reine "Stromsteuerung" sein soll, kann man auch mit "Leistungsanpassung" experimentieren, d.h. Verstärkerimpedanz etwa gleich der (mittleren) Treiberimpedanz wählen.
Da ist sicher ein lohnendes Experimentierfeld abseits ausgetretener Pfade vorhanden.

Zitat:
Oder die "komplementären" Trichter mit "Membranbewegungsverschränkung" a la Horst Möller ...
Mit seinen Konstruktionen stehe ich etwas auf Kriegsfuß, da einige nun wirklich nichts mit Hornfunktion zu tun haben.
Dennoch finde ich seine Idee, unterschiedlich lange TMLs zu kombinieren, vom Ansatz her durchaus als pfiffig.

Gruß
Peter Krips
__________________
"Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, daß sie verdient war "
(Tacitus um 100 n. Chr)

(auch ein amerikanischer Präsi hats mal schön ausgedrückt:)

'Lieber schweigen und als möglicher Dummkopf gelten, als den Mund aufmachen und jeden Zweifel zu beseitigen..'
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Alt 20.01.2016, 09:31   #75
dipol-audio
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Standard AW: Umstieg sinnvoll?

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
...
Wie schon geschrieben, kann, muss aber im Einzelfall nicht funktionieren.
Auch wird man sich den Unmut Derjenigen zuziehen, die den (hohen) DF zur Treiberkontrolle als unverzichtbar ansehen....
...

Hallo Peter,

klar ist das wahrscheinlich ...

"Kontrolle" ist jedoch etwas, daß man gern auf das Gesamtsystem aus Treiber und Trichter ausüben möchte, jedenfalls soweit als möglich.

Wäre der Trichter jeweils ideal und hätte keine Eigenmoden, dann würde auch eine Kontrolle der Bewegungsgrößen der Membran dafür ausreichen, daß über alles ein glatter Frequenzgang - und vernünftiges Einschwingverhalten - herauskommt.

Wenn ich "mit Gewalt" (und hier "modellhaft" gemeint ...) Bewegungsgrößen wie Membrangeschwindigkeit oder Hub steuere, jedoch gleichzeitig nicht auf resonante Erscheinungen des realen Trichters eingehe (d.h. rapide wechselnde mech. Impedanz über der Frequenz), dann bringe ich die akustischen Ausgangsgrößen damit allein jedoch nicht unter Kontrolle, sondern eher außer Kontrolle im Resonanzfall:

Das werden selbst Vertreter eines "an der Stange geführten" Treibers (*) einräumen müssen, falls sie die Argumentation bezüglich eines Gesamtsystems nachvollziehen können ...



Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
...
Mit HOMs werden wohl nahezu alle Simuprogs so ihre Probleme haben. Da es sich bei den HOMs aber eher um Quermoden handelt im Gegensatz zu den auffälligeren Längsmoden, dürfte sich die Auswirkung auf den Treiberhub aber in Grenzen halten und wohl auch eher nicht mit Stromsteuerung in den Griff zu bekommen sein.
...
Auf der einen Seite ist es nachvollziehbar, was Du schreibst.

Auf der anderen Seite: "Moden sind Moden", d.h. auch HOMs sind Moden.

Sie führen auch zu Druckmaxima am Hornhals und müssen von dort vom Treiber angeregt werden, sonst regt sie ja niemand an ...

Ihre Effekte auf mech. Impedanz des Trichters und Schalldruckfrequenzgang sind evt. weniger auffällig aber im Prinzip gleich gestrickt wie die Effekte der "Grundmoden":

Auch HOMs werden "vom Treiber gefüttert", verursachen mech. Impedanzmaxima und eine meist erhöhte Abstrahlung (**) ...

Damit wären sie einer Abmilderung ihrer Anregung durch Stromsteuerung (Idealisiertes Konzept: "Kontrolle der Eingangskraft an der Druckkammer" und nicht der Bewegungsgrößen der Membran) m.E. prinzipell zugänglich (***).


Ich interpretiere auch die Messungen von Jazek Zagaja - die an dieser Stelle m.E. aussagefähiger sind als Simulationen - sehr deutlich in diese Richtung:

http://www.rintelen.ch/download/JMML...ture_etf10.pdf

Ich halte es bei den Messsungen dort auf S. 84 nicht für ein Mess-Artefakt, daß das Wasserfallspektrum des Horn-LS bei Stromsteuerung insbesondere zu höheren Frequenzen hin etwas sauberer aussieht. Zumindest "tut sich was" auch bezüglich des Amplitudenfrequenzgangs oben rechts im Bild, das wird man nicht bestreiten können ... d.h. die beiden Betriebsarten zeigen unterschiedliche Effekte.


__________________

(*) Gegen den bei einem direktstrahlenden LS prinzipiell auch nichts einzuwenden ist.

(**) Hier könnte es knifflig werden, denn in welchem Maß eine Mode höherer Ordnung (HOM) zu erhöhter Abstrahlung führt, hängt tatsächlich von ihrer "räumlichen" Gestalt ab. Man wird die mögliche Wirksamkeit von Methoden wie "Stromsteuerung" daher eher auf statistischer Ebene ("Welligkeit" etwa für el. Impedanz und Amplitudenfrequenzgang) für eine gegebene Horn/Treiber Kombination auswerten müssen.

(***) Oder z.B. auch einer "Leistungsanpassung" (siehe vorangehender Post), wenn man sich gegen reine Stromsteuerung entscheidet.
__________________
Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

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