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David Berichtsforum von Hifi Aktiv

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Alt 22.02.2013, 08:59   #1
David
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Standard Analoger Plattenspieler, aus alt wird neu

Da ich momentan nichts Wichtigeres zu tun habe und schon länger daran denke, dass ich gerne wieder ein paar meiner analogen Platten spielen möchte, werde ich mir aus alten Beständen einen mehr oder weniger "zeitgemäßen" Plattenspieler erstellen.

Dazu nehme ich einen "Dachbodenfund". Das ist ein sehr kompaktes, aber schweres Vollmetall-Laufwerk, das ich vor ca. 30 Jahren gebaut habe. Das war ungefähr zu dem Zeitpunkt, wo ich mir die große Emco Fräsmaschine gekauft habe. Damals hatte ich auch noch die Emco Maximat 11 Drehbank, zwischenzeitlich habe ich eine neuere, die jetzt ca. 7 Jahre alt ist.

Ich kann mich noch erinnern, dass dieser Plattenspieler damals auch in Funktion war, aber welcher Arm (SME ist klar) da drauf war und welcher Tonabnehmer, das weiß ich nicht mehr.

Nach vielleicht 25 Jahren auf dem Dachboden sieht dieses "Ding" noch hässlicher aus als es ist (der fehlende Arm macht da auch viel aus), aber eines ist es allemal, nämlich (sogar bestens!) zweckmäßig.

Da meine private Anlage immer schon "nur zweckmäßig" und ziemlich hässlich war/ist, passt dieser schon ganz gut dazu.

Mal sehen, was sich daraus machen lässt.

Die Basis:

__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Gäste können Beiträge verfassen, die ich aber nur freischalte, wenn sie den Forumsregeln entsprechen. Zensur (nur in Bezug auf Respektlosigkeiten) behalte ich mir vor.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
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Alt 22.02.2013, 17:03   #2
David
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Als Erstes habe ich einmal alles komplett zerlegt. Dabei habe ich schnell erkannt, dass das damals eine recht aufwändige und langwierig Sache gewesen sein muss, denn jedes Teil ist aus Rohmaterialien selbst hergestellt (Tonarm und Motor natürlich nicht) und da gab es viel zu zerspanen.
Die Dreh- und Fräsarbeiten haben sich etwa die Waage gehalten.

Alles was ich bis jetzt vermessen habe ist extrem genau, beispielsweise beträgt das Lagerspiel 2 hundertstel Millimeter bei einer Führungslänge von 50mm und einem Durchmesser von 10mm. Dieses Spiel ist für den Ölfilm notwendig. Da wackelt nichts, der Teller läuft völlig ruhig und es gibt selbstverständlich keinerlei Geräusch dabei.
Unten im Lager habe ich eine Hartmetallkugel verwendet (in den Lagerdorn eingepresst) und diese läuft auf einer gleichen Kugel als Gegenlager.

Mit dem linken kleinen Messingknopf lassen sich die beiden wichtigsten Geschwindigkeiten 33 1/3 und 45U/min schalten. Neben diesem Knopf gibt es zwei kleine Bohrungen, in die man mit einem Schraubenzieher rein kann zum Betätigen von Trimmern.

Ob ich die Elektronik damals auch selbst gemacht habe, das weiß ich nicht mehr. Aussehen würde sie danach, aber ich glaube trotzdem eher, dass ich die von einem Thorens samt Motor ausgebaut habe.

Alle Teile sind unzerkratzt, es gibt keine Dellen oder sonstigen Unzulänglichkeiten, nur die Oberflächen sind teilweise durch die Umwelteinflüsse "angeknabbert". Auch deshalb, weil sie völlig natur sind, also nur feinst geschliffen und poliert. Es ist kein farbloser Lack drauf.

Hier die Teile, die angeblich auf den Müll gehören (so hat mir das hier Jemand geraten), noch unbehandelt:



Meine hauptsächliche Arbeit wird somit sein, jedes Teil komplett zu überarbeiten. So wie es jetzt aussieht, muss ich nichts neu machen.

Was leider jetzt schon sicher ist, ist das Nichtvorhandensein eines Tonarmlifts, denn der war im Thorens 316 eingebaut und ist Bestandteil vom Chassis. Das Ausbauen und Übertragen ist praktisch unmöglich weil viel zu groß, das habe ich mir schon angesehen.

Sicher gäbe es für diesen Tonarm einen dazugehörigen integrierten Lift, aber ich werde eher händisch auflegen und abheben, bevor ich da jetzt großartig auf die Suche gehe. Viel eher kaufe ich dann gleich einen neuen und vor allem aktuellen SME-Arm, aber dazu müsste mich das Abspielen von analogen Platten schon sehr begeistern und da bin ich vorerst einmal skeptisch.
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Gruß
David


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Alt 23.02.2013, 14:01   #3
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Heute vormittag habe ich alle Teile überarbeitet. Der Sockel und auch die kleineren rechteckigen Teile waren reine Handarbeit, die runden Teile habe ich dazu in die Drehbank gespannt.

Da die Spitzenhöhe meiner Drehbank für den Durchmesser des Tellers nicht ausreicht, habe ich ihn in die Drechselmaschine gespannt und den Spindelstock um 90 Grad gedreht.
Den Teller habe ich ganz bewusst nicht mehr hochglanzpoliert, er gefällt mir leicht matt besser.

Ist alles wieder recht schön geworden, ich bin schon beim Zusammenbau.

Fotos folgen.
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David


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Alt 23.02.2013, 20:38   #4
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Nach der Kosmetik.

Von unten:


Noch nackt:


Mit Subteller und auch schon Öl im Lager:


Mit Teller:


Mit Arm:


Erste Fräsversuche? Ein Fall für den Schrottplatz? Ich weiß nicht.......

Aber vielleicht doch, denn momentan funktioniert die 45er Geschwindigkeit nicht. Die 33er dagegen tadellos und auch die Feinjustage funktioniert.

Also morgen noch einmal alles weitgehend zerlegen und schauen warum das so ist. Blöde Sache, weil auch das Öl wieder raus muss.
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David


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Alt 24.02.2013, 07:55   #5
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Ohne es noch probiert zu haben, ist mir heute gleich nach dem Aufwachen der Grund eingefallen, warum die 45er Geschwindigkeit nicht funktioniert - bzw. nicht funktionieren kann, nämlich deshalb, weil sie sich gar nicht umschalten lässt.

Der Stufenschalter (grundsätzlich einer mit 12 Stufen) hat einen verdrehbaren Einsatz, der bestimmt, wie viele Schalterstellungen (von Anschlag bis Anschlag) man drehen kann. Dieser ist beim Zerlegen rausgefallen und ich habe ihn beim Zusammenbauen sicher falsch eingesetzt.

Das ändert aber nichts daran, dass ich viel zerlegen muss um das zu korrigieren.
Mache ich heute vormittag.
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Alt 24.02.2013, 12:32   #6
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So, jetzt ist er wirklich fertig und es funktioniert alles bestens.





Gemessen habe ich ihn dann auch noch.



Naja und was da rauskommt, da hüllen wir besser ein Tuch des Schweigens drüber......

Nur soviel: mit einem Digitalplayer oder PC als Tonquelle kann man das nicht einmal im Entferntesten vergleichen.

Wie auch immer, ich bereue den jetzt getätigten Aufwand in keinster Weise und freue mich schon darauf, wieder mein Platten hören zu können.
Messtechnik hin oder her, die interessiert mich dann wenn das Plattenhören Spaß macht, überhaupt nicht mehr.

Sollte sich aber herausstellen, dass der Tonkopf nicht mehr optimal ist, werde ich auf einen anderen wechseln. In einer Schachtel die am Dachboden stand, habe ich noch viele Zubehörteile von Plattenspielern gefunden, bis zu weiteren Tonabnehmern (sogar mehrere MCs dabei), Einstelllehren, Mitlaufbürsten, Libellen, Schablonen, eine Schachtel voller Schrauben und Beilagen zum Tonkopf montieren und sogar eine ganz tolle Waage zum Messen vom Auflagedruck:



Ich berichte eventuell noch wie mir das Schallplattenhören gefällt.
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