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Besuche bei Händlern Höreindrücke und sonstige Eindrücke

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Alt 31.08.2012, 16:22   #16
David
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Zitat:
mit Monitoren muss man typisch laut hören.
Für mich gibt es da keine Logik dazu. Eine Loudness-Korrektor ist aber - vor allem bei relativ linear arbeitenden LS - sinnvoll.
__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Gäste können Beiträge verfassen, die ich aber nur freischalte, wenn sie den Forumsregeln entsprechen. Zensur (nur in Bezug auf Respektlosigkeiten) behalte ich mir vor.
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Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
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Alt 31.08.2012, 17:40   #17
carlinhos
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Zitat:
Zitat von Albus Beitrag anzeigen
Tag,

für jemanden, der von sich weiß, nicht besonders laut hören zu können, der ist beim Hörversuch mit Studio-Monitoren gut beraten, deren Verhalten bei geringen Lautstärken sorgfältig zu registrieren - mit Monitoren muss man typisch laut hören. Im Kleinleistungsbereich (unter 60 dBA) ist die musikalische Konsonanz häufig nicht gegeben - was dann auch zu häufig im obersten Leistungsbereich als Kompression wiederkehrt (>100 dBC).

In der Kriterien-Listung fehlt dieser Punkt des eigenen Hörprofils bisher in dieser bedeutenden Ausprägung.

Freundlich
Albus

Also meine Monitore klingen auch leise besser als alle Hifi-LS, die ich so kenne, und da sind auch sehr teure darunter. Warum sollten sie leise schlechter klingen? Vielleicht weil viele Hifi-Boxen gesoundet sind?
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Alt 31.08.2012, 18:11   #18
Albus
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Tag,

die Formel "Mit den [bitte hier einsetzen: ...........; bspw. 'Klein & Hummel oder 'Genelec'] müssen Sie aber laut hören!" ist weitherum bekannt und zutreffend. Einerseits ergibt es sich aus den Gewohnheiten in einer Studiosituation weitherum, andererseits aus den internationalen Normen der reference level (typisch 85 dBC für -20 dBFS; ITU, SMPTE, etc.) für LS-Kalibrierungen. So reagieren bereichsspezifische LS im Kleinst- und Kleinleistungsbereich nicht linear. Die daraus, den Standards und den Gewohnheiten des Professionellen, gängigen Arbeitspegel für Produkte des professionellen Sektors sind für Heimanwender für übliches Programmmaterial typisch 5-10 dB zu laut. - Ja, im Einzelfall mag sich das gut und gerne anders verhalten.

Für Kompressionseffekte bei Monitor-LS, betrieben mit 102 dB siehe den bekannten Toole, zugleich das noch lineare Verhalten bei 95 dB (im Kapitel über die Wahrheit über professionelle Monitor-LS).

Im Übrigen kann einer Derartiges selbst leicht einer Probe unterziehen - und verwerfen oder bestätigt finden. Nicht wahr?

Freundlich
Albus
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Alt 31.08.2012, 18:32   #19
Mike
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Mike
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@Hifiaktiv
Auf der Hörtest 2011 hatten mir die kleinen Adam klanglich sehr zugesagt, die Elac mit dem ART ebenfalls. Der ART-Hochtöner klang sehr transparent.

@Albus
Für die Musikabmischung hatte ich gelesen, dass oft bei einem Pegel von 79dB abgehört wird, um das Gehör des Toningenieurs zu schonen. Ich schaue mal, ob ich den Link irgendwo finde. Ich werde auch meine JBL mal auf diesen Schalldruck einstellen, um ein Gefühl für die Lautstärke zu finden.
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Beste Grüße,
Mike

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Alt 31.08.2012, 18:41   #20
carlinhos
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Zitat:
Zitat von Mike Beitrag anzeigen
Für die Musikabmischung hatte ich gelesen, dass oft bei einem Pegel von 79dB abgehört wird, um das Gehör des Toningenieurs zu schonen. Ich schaue mal, ob ich den Link irgendwo finde. Ich werde auch meine JBL mal auf diesen Schalldruck einstellen, um ein Gefühl für die Lautstärke zu finden.

Wenn das stimmt, dann wäre ja das genau der Bereich, den die meisten auch zu Hause gerne hören. 10 dB auf oder ab würden auch keinen relevanten Unterschied machen bei guten Studiomonitoren.
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Alt 31.08.2012, 18:42   #21
Albus
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Tag,

aber, bitte, es geht doch darum, seinen eigenen 'most comfortable listening level' (MCLL) zu finden. Und dazu unter Bedingungen der Nachbarschaft (gelegentlich der wirkliche Krieg), was auf maximal 75-85 dB - merke: für Fortefortissimo, fff, hinausläuft. Wo der MCLL persönlich liegt, dass kann man an der bevorzugten Gesprächslautstärke gut ablesen.

Studioanwendung - ist etwas anderes als Heimanwendung. Gut. Soweit.

Freundlich
Albus

Zusatz: Man bedenke die Dynamik üblichen Programmmaterials, CREST-Faktor 15 dB (Differenz des höchsten zum mittleren Pegel), Rock/Pop geringer 6-10 dB. - Norm-Reference-Level für CD sind -20 bis -15 dB. Beispiel-Rechnung: Kalibrierung auf 85 dBC bei -20 dBFS, jetzt CD mit CREST-Faktor 15 dB (20 dB, Klassik) = Wiedergabe-Spitzenpegel 100 dBC (105 dBC, Klassik). Wer laut nicht mag, dem fliegen die Ohren auf dem Weg dahin weg.

Geändert von Albus (31.08.2012 um 18:51 Uhr).
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Alt 31.08.2012, 18:50   #22
carlinhos
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Zitat:
Zitat von Albus Beitrag anzeigen
Tag,

aber, bitte, es geht doch darum, seinen eigenen 'most comfortable listening level' (MCLL) zu finden. Und dazu unter Bedinungen der Nachbarschaft (gelegentlich der wirkliche Krieg), was auf maximal 75-85 dB - merke: für Fortefortissimo, fff, hinausläuft. Wo der MCLL persönlich liegt, dass kann man an der bevorzugten Gesprächslautstärke gut ablesen.

Studioanwendung - ist etwas anderes als Heimanwendung. Gut. Soweit.

Freundlich
Albus

Natürlich ist Studioanwendung etwas anderes als Heimanwendung, schon alleine wegen der Raumakustik, die in Wohnzimmer nie optimal sein wird.

Trotzdem ist mir noch immer nicht klar, wo das Problem bei einem Monitor mit linearem FG liegen soll, vor allem wenn dieser auf 79 dB optimiert wäre. Was macht ein Hifi-LS im Bereich 75-85 dB besser? Ich kann mir höchstens vorstellen, dass er so gesoundet ist, dass er sich zufälligerweise mit den raumakustischen Mängel meines Wohnzimmers perfekt ergänzt. In einem anderen WZ klingt er dann aber vermutlich schrecklich.
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Alt 31.08.2012, 22:44   #23
Babak
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Hallo

Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
Natürlich ist Studioanwendung etwas anderes als Heimanwendung, schon alleine wegen der Raumakustik, die in Wohnzimmer nie optimal sein wird.

Trotzdem ist mir noch immer nicht klar, wo das Problem bei einem Monitor mit linearem FG liegen soll, vor allem wenn dieser auf 79 dB optimiert wäre. Was macht ein Hifi-LS im Bereich 75-85 dB besser? Ich kann mir höchstens vorstellen, dass er so gesoundet ist, dass er sich zufälligerweise mit den raumakustischen Mängel meines Wohnzimmers perfekt ergänzt. In einem anderen WZ klingt er dann aber vermutlich schrecklich.
Nun, es gibt ja auch bessere Wohnzimmer.
So schlecht sind die meisten nicht, solange sie keine kahle neue Sachlichkeit darstellen.

Heim-LS strahlen oft breiter ab.
Das erhöht die Räumlichkeit, vor allem in Bezug auf die Einhüllung (Listener Envelopment).
Sounding muss da nicht unbedingt dabei sein.
Zweck ist eben eine bessere Wiedergabe für das AN-Hören von Aufnahmen.

Studio-Monitore (und die dazugehörigen Räume) dienen dem AB-Hören.
Da geht es um Details, die für den Tontechniker für die Abmischung wichtig sind.
manche mögen das auch daheim.

Das ist eben wie der Fadenzähler, das neutral weiße diffuse Licht, der neutralgraue Hintergrund für den Druckermeister.
Manche betrachten ihre Bildbände auch daheim unter diesen Bedingungen und mit dem Fadenzähler ...

LG

Babak
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“The problem with today’s world is that everyone believes they have the right to express their opinion AND have others listen to it.

The correct statement of individual rights is that everyone has the right to an opinion, but crucially, that opinion can be roundly ignored and even made fun of, particularly if it is demonstrably nonsense!”


— Brian Cox, musician, physicist, and freethinker
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Alt 01.09.2012, 06:56   #24
David
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Zitat:
Zweck ist eben eine bessere Wiedergabe für das AN-Hören von Aufnahmen.

Studio-Monitore (und die dazugehörigen Räume) dienen dem AB-Hören.
Wo ist da der Unterschied?

Ein hochwertiger/idealer Wandler (LS) hat ideale Wiedergabeeigenschaften und die kann man recht genau definieren.
Mehr ist da nicht!

Auch ändert ein idealer Wandler (LS) seinen Schalldruckverlauf nicht mit dem abgegebenen Schallpegel bis zum Bereich der Kompression, dieser sollte aber mit einem Sicherheitsabstand vom Betriebspegel entfernt sein.
-------------------------------------------------------

Dass es Konzepte gibt, die besser gefallen (mir beispielsweise Flächenlautsprecher), hat damit nichts zu tun. Diese Konzepte machen genau genommen Fehler (teils schwere), aber das ist wieder ein anderes Thema.

Alles nicht so einfach, letztlich aber doch.
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Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
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Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 01.09.2012, 11:01   #25
carlinhos
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Hallo

Nun, es gibt ja auch bessere Wohnzimmer.
So schlecht sind die meisten nicht, solange sie keine kahle neue Sachlichkeit darstellen.

Ja, es gibt auch bessere Wohnzimmer, aber gefühlte 99% sind für die Hifi-Wiedergabe nur suboptimal geeignet. Es gibt nur wenige Freaks wie uns, die raumakustische Massnahmen setzen und bei der Einrichtung auf die Aufstellung der LS Rücksicht nehmen. Bei den meisten stehen die LS irgendwo im Regal oder auf dem Kasten, möglichst unsichtbar. Oft ist die Aufstellung total asymmetrisch usw.


[/quote]Studio-Monitore (und die dazugehörigen Räume) dienen dem AB-Hören.
Da geht es um Details, die für den Tontechniker für die Abmischung wichtig sind.
manche mögen das auch daheim.[/quote]


Ich habe auch zu Hause nichts gegen das Hören von Details in einer Aufnahme. Hohe Feinauflösung ist ein wichtiges Kriterium für mich.

Studio-Monitore zeichnen sich durch einen sehr linearen FG aus, Hifi-LS sind oftmals gesoundet, um ihnen mehr "Charakter" zu verleihen. Mag sein, dass sie deswegen manchen - zumindest beim ersten Reinhören - besser gefallen.
Mir ist auf Dauer eine möglichst neutrale, detailgetreue Wiedergabe wichtiger. Den FG kann ich mit DSP oder Raumkorrektursystemen noch immer nach meinen Bedürfnissen verbiegen. Fehlende Feinauflösung kann ich jedoch mit keinem Gerät zurückholen.
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Alt 01.09.2012, 12:15   #26
Babak
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Hallo

Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
Ja, es gibt auch bessere Wohnzimmer, aber gefühlte 99% sind für die Hifi-Wiedergabe nur suboptimal geeignet. Es gibt nur wenige Freaks wie uns, die raumakustische Massnahmen setzen und bei der Einrichtung auf die Aufstellung der LS Rücksicht nehmen. Bei den meisten stehen die LS irgendwo im Regal oder auf dem Kasten, möglichst unsichtbar. Oft ist die Aufstellung total asymmetrisch usw.
Ok, anders ausgedrückt.

Wenn man eine ordentliche Aufstellung verwirklichen kann, sind die meisten Wohnzimmer besser als ihr Ruf, was die Akustik angeht.

Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
Ich habe auch zu Hause nichts gegen das Hören von Details in einer Aufnahme. Hohe Feinauflösung ist ein wichtiges Kriterium für mich.
Bitte keine falschen Umkehrschlüsse.

Was ich schrieb bedeutet nicht, dass man mit HiFi-LS keine Details mehr heraushören kann.
Es kommt auf die Verhältnismäßigkeiten an.

Nimm bitte meinen Vergleich mit dem Fadenzähler bei der Betrachtung eines Bildbands daher.
Damit die Fotos in dem Bildband sauber, knackig und scharf rüberkommen, muss alles mögliche passen, der Druck selber, das Raster, die Überlagerung der einzelnen Druckplatten etc.

Ein schlechter Druck (z.B. versetzte Raster) fallen auch bei einer normalen Betrachtung sofort auf. Die Kantenschärfe stimmt nicht, es gibt Verfärbungen etc.
Das wäre analog zum Anhören daheim.

In der Druckerei schaut sich der Drucker das Ganze mit dem Fadenzähler an, also mit einer Lupe.
Da kann er auftretende Fehler genauer charakterisieren und diverse Werte abschätzen, z.B. wie weit zwei verschiedene Farben zueinander versetzt sind. Somit kann er auch genaue Korrekturen vornehmen.
Das wäre analog zum Abhören durch den Tonmeister.

Details werden für meine Auffassung zu stark hervorgehoben.
Die Verhältnismäßigkeit stimmt eben für mich nicht mehr.

Dass es beeindrucken kann, steht außer Frage.


Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
Studio-Monitore zeichnen sich durch einen sehr linearen FG aus, Hifi-LS sind oftmals gesoundet, um ihnen mehr "Charakter" zu verleihen. Mag sein, dass sie deswegen manchen - zumindest beim ersten Reinhören - besser gefallen.
Mir ist auf Dauer eine möglichst neutrale, detailgetreue Wiedergabe wichtiger. Den FG kann ich mit DSP oder Raumkorrektursystemen noch immer nach meinen Bedürfnissen verbiegen. Fehlende Feinauflösung kann ich jedoch mit keinem Gerät zurückholen.
Das sind auch alles Stereotype und Annahmen.

Zur Detailtreue siehe oben.
Zum linearen Frequenzgang und der "Neutralen Wiedergabe" wurden schon Seiten gefüllt.

Doch beide sagen nichts über andere Eigenschaften aus, die wichtig sein können.
Räumlichkeit z.B.
Fast alle Monitore, die ich hören durfte - vor allem jene im privaten Bereich - waren in dieser Disziplin eher schwach.
Alles kam zwar sehr direkt, aber eher flach daher.

Das ist toll bei elektronischer Musik, auch bei Pop und Rock.
Aber sobald es Aufnahmen sind, die in einem Setting in einer bestimmten Umgebung stattgefunden haben (vom Kammerensemble über eine Combo in einem kleinen Club bis hin zu einem Orchester in einem Saal), geht vieles verloren.

Da geht es auch um unterschiedliche Schallabstrahlung der einzelnen Instrumenten und Instrumentengruppen.
Während die Streicher als Gruppe eine größere Ausdehnung haben als einzelne Instrumente, strahlen Hörner diffuser ab und Trompeten stehen scharf in der Bühne.

Bei Monitoren ist die Abbildung tendenziell zu scharf. Die Lokalisierung erfolgt deutlich schärfer als in der Realität.
Dadurch geht auch der Zusammenhang der Instrumente verloren. Ein Orchester ist dann selten ein zusammenhängender Klangkörper, innerhalb dessen man die einzelnen Instrumente lokalisieren kann, sondern die Instrumente wirken wie isoliert im Raum.

Und wenn wir schon beim Orchester sind:
Keiner der Monitore die ich bisher gehört habe, konnte den Klang der Streichergruppe eines Orchesters so seidig wiedergeben, wie man es im Konzertsaal hört.
Jene Systeme, die das halbwegs konnten, kann ich an einer Hand abzählen.

Zu viele Details wiedergeben und zu scharf lokalisieren sind eben oft zu viel des Guten.
Für mein Empfinden zumindest.

Man muss aber dazu sagen, dass jene, die mir daheim Monitore vorspielten, nicht oft Klassik oder ähnliches hören.
Schon gar nicht live.


LG

Babak
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Alt 01.09.2012, 13:52   #27
carlinhos
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Hallo


Ok, anders ausgedrückt.

Wenn man eine ordentliche Aufstellung verwirklichen kann, sind die meisten Wohnzimmer besser als ihr Ruf, was die Akustik angeht.


Bitte keine falschen Umkehrschlüsse.

Was ich schrieb bedeutet nicht, dass man mit HiFi-LS keine Details mehr heraushören kann.
Es kommt auf die Verhältnismäßigkeiten an.

Nimm bitte meinen Vergleich mit dem Fadenzähler bei der Betrachtung eines Bildbands daher.
Damit die Fotos in dem Bildband sauber, knackig und scharf rüberkommen, muss alles mögliche passen, der Druck selber, das Raster, die Überlagerung der einzelnen Druckplatten etc.

Ein schlechter Druck (z.B. versetzte Raster) fallen auch bei einer normalen Betrachtung sofort auf. Die Kantenschärfe stimmt nicht, es gibt Verfärbungen etc.
Das wäre analog zum Anhören daheim.

In der Druckerei schaut sich der Drucker das Ganze mit dem Fadenzähler an, also mit einer Lupe.
Da kann er auftretende Fehler genauer charakterisieren und diverse Werte abschätzen, z.B. wie weit zwei verschiedene Farben zueinander versetzt sind. Somit kann er auch genaue Korrekturen vornehmen.
Das wäre analog zum Abhören durch den Tonmeister.

Details werden für meine Auffassung zu stark hervorgehoben.
Die Verhältnismäßigkeit stimmt eben für mich nicht mehr.

Dass es beeindrucken kann, steht außer Frage.



Das sind auch alles Stereotype und Annahmen.

Zur Detailtreue siehe oben.
Zum linearen Frequenzgang und der "Neutralen Wiedergabe" wurden schon Seiten gefüllt.

Doch beide sagen nichts über andere Eigenschaften aus, die wichtig sein können.
Räumlichkeit z.B.
Fast alle Monitore, die ich hören durfte - vor allem jene im privaten Bereich - waren in dieser Disziplin eher schwach.
Alles kam zwar sehr direkt, aber eher flach daher.

Das ist toll bei elektronischer Musik, auch bei Pop und Rock.
Aber sobald es Aufnahmen sind, die in einem Setting in einer bestimmten Umgebung stattgefunden haben (vom Kammerensemble über eine Combo in einem kleinen Club bis hin zu einem Orchester in einem Saal), geht vieles verloren.

Da geht es auch um unterschiedliche Schallabstrahlung der einzelnen Instrumenten und Instrumentengruppen.
Während die Streicher als Gruppe eine größere Ausdehnung haben als einzelne Instrumente, strahlen Hörner diffuser ab und Trompeten stehen scharf in der Bühne.

Bei Monitoren ist die Abbildung tendenziell zu scharf. Die Lokalisierung erfolgt deutlich schärfer als in der Realität.
Dadurch geht auch der Zusammenhang der Instrumente verloren. Ein Orchester ist dann selten ein zusammenhängender Klangkörper, innerhalb dessen man die einzelnen Instrumente lokalisieren kann, sondern die Instrumente wirken wie isoliert im Raum.

Und wenn wir schon beim Orchester sind:
Keiner der Monitore die ich bisher gehört habe, konnte den Klang der Streichergruppe eines Orchesters so seidig wiedergeben, wie man es im Konzertsaal hört.
Jene Systeme, die das halbwegs konnten, kann ich an einer Hand abzählen.

Zu viele Details wiedergeben und zu scharf lokalisieren sind eben oft zu viel des Guten.
Für mein Empfinden zumindest.

Man muss aber dazu sagen, dass jene, die mir daheim Monitore vorspielten, nicht oft Klassik oder ähnliches hören.
Schon gar nicht live.


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Das widerspricht meiner Erfahrung, zumindest mit den MEG RL930. Und ich höre praktisch nie Rock und Pop, sondern fast ausschließlich Jazz und Klassik. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache und hat AUCH damit zu tun, was man gewohnt ist.

Du bist deine omnidirektionalen LS gewohnt, da kann ich mir schon vorstellen, dass dir der klar definierte Monitorsound nicht so gefällt.

Deswegen gibt es ja - zum Glück - so grundverschiedene Systeme.
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Alt 01.09.2012, 14:24   #28
Babak
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Hallo
Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
Du bist deine omnidirektionalen LS gewohnt, da kann ich mir schon vorstellen, dass dir der klar definierte Monitorsound nicht so gefällt.
Nicht ganz.

Ich hatte früher andere im Haupt System.

Und im Wohnzimmer stehen auch keine omnidirektionale LS.

Wenn du meinst, dass ich das gewohnte System als "Referenz" heranziehe, liegst du auch falsch.
Meine Referenz ist Live.
Das Orchester im Konzertsaal, die Combo im Club, etc.

Klar kann eine Aufnahme eines Orchesters über Monitore gut klingen.
Man hört vieles.
Aber es hört sich für mich deutlich anders an, für mich zu künstlich.


LG
Babak
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Alt 01.09.2012, 14:36   #29
carlinhos
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Zitat:
Zitat von Babak Beitrag anzeigen
Hallo

Nicht ganz.

Ich hatte früher andere im Haupt System.

Und im Wohnzimmer stehen auch keine omnidirektionale LS.

Wenn du meinst, dass ich das gewohnte System als "Referenz" heranziehe, liegst du auch falsch.
Meine Referenz ist Live.
Das Orchester im Konzertsaal, die Combo im Club, etc.

Klar kann eine Aufnahme eines Orchesters über Monitore gut klingen.
Man hört vieles.
Aber es hört sich für mich deutlich anders an, für mich zu künstlich.


LG
Babak


Meine Referenz ist auch LIVE. Aber du schreibst ganz richtig:
"Aber es hört sich für MICH deutlich anders an, für mich zu künstlich." (Hervorhebung von mir).

Gerade bei Klassik hört es sich für mich mit den Geithains erstmals wirklich gut an. Vorher hatte ich diverse Hifi-LS (auch nicht gerade die billigsten - bis ca. 3500€ pro Paar), aber Orchester hörten sich darüber nie wirklich gut an.

Aber wie ich schon oben gesagt habe, gibt es da unterschiedliche persönliche Vorlieben, und das ist auch gut so. Ich glaube nicht, dass eine bestimmte LS-Kategorie, egal ob omni-direktional, Elektrostat, Koax, Biegewellen oder was auch immer per se als besser zu bezeichnen ist. Ich glaube auch nicht, dass es vorrangig von den Musikpräferenzen abhängt, also ob jemand lieber Pop oder Klassik hört usw., sondern eher von den Hörgewohnheiten und von den räumlichen Voraussetzungen.
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Alt 12.09.2012, 09:20   #30
Mike
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Mike
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Jetzt habe ich einige Erfahrungen mit den Bewertungsbögen gemacht und will kurz meine Ergebnisse vorstellen:
Als ich bei "Just Music" die Klangeigenschaften der ersten sieben LS in den Bewertungsbogen eingetragen hatte, fiel mir auf, dass es schwierig ist, einen Referenzpunkt festzulegen: Wie klingt z.B. eine "mittlere" Tiefbasswiedergabe, eine "mittlere" Höhenpräsenz usw. Folglich habe ich willkürlich für mich festgelegt, wo dieser Referenzpunkt für MICH liegt. Das funktionierte leidlich, sicherlich fehlte mir auch die Übung.

Für den Vergleich der Flächenstrahler ließ ich dann den Bogen zu Hause, was ich als angenehm empfand. So konnte ich mich völlig auf das, was gerade zwischen mir und dem LS entsteht wahrnehmen, ohne abgelenkt zu werden. Gestern ließ ich wiederum die Bögen zu Hause, denn im Vorfelde bemerkte ich, dass ich zwar einen Referenzpunkt IN mir habe, mir aber ein Referenzpunkt AUSSERHALB von mir fehlte - das waren die bereits gehörten LS. Selbst wenn ich meinen Top-Favoriten mit neuen LS höre, kann ich nur die Unterschiede zwischen diesen sich gerade in der Testsituation befindlichen LS feststellen. Über die Unterschiede zwischen den bereits getesteten und den aktuellen, kann ich aber nur wenig aussagen. Das liegt daran, weil der Referenzpunkt AUSSERHALB von mir quasi einen Durchschnittswert über alle bereits gehörten LS darstellt. Somit kann ich nur die Items zwischen der aktuellen Testreihe bewerten. Damit ist dieser Bogen so subjektiv, dass ich ihn getrost vergessen kann. Ich merke mir besser, welcher LS mir in einer Testreihe am besten GEFÄLLT, um ihn ggf. mit den aktuell gehörten A/B zu vergleichen.
Denn je nach aktueller Situation (eigene Stimmung, Gefühl im Hörraum, Stress usw.) wird sich auch mein "innerer" Referenzpunkt verschieben und somit die verschiedenen Testreihen in der Gesamttestreihe unvergleichlich machen. (Ich frage mich, wie das die Redakteure in den Hifi-Magazinen hinbekommen, ohne in eine so große Subjektivität zu verfallen, dass die Tests für den Leser unbrauchbar werden.)

Relativ zuverlässig vergleichen, welcher LS mir besser gefällt, kann ich nur, wenn ich den Top-Favoriten aus der letzten Hörreihe mit in die aktuelle nehme und einen aktuellen Top-Favoriten wähle und schließlich möglichst alle Favoriten aus allen Reihen bei mir zu Hause anhöre, was wohl kaum zu bewerkstelligen ist: Hatte ich sieben Hörreihen durchgeführt, müsste ich sieben LS bei mir zu Hause im A/B-Vergleich hören. Und selbst das birgt noch die Unsicherheit, dass ein vorher aussortierter LS vielleicht besser mit meinem Raum harmonieren würde als meine Favoriten.

Fazit: Hören ist eine Eigenschaft im "Hier und Jetzt", daher von sich ständig wechselnden Faktoren abhängig und folglich höchst situations- und subjektgebunden. Ein Bewertungsbogen ist eine Krücke, die für mich nicht notwendig ist, wenn ich meinen Gesamteindruck sofort nach dem Hörtest niederschreibe.
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