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Zubehör und Erfahrungen damit Subjektiv empfundene Klangveränderungen

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Alt 25.06.2012, 10:59   #1
ruedi01
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Standard Überspielen von analogen Schallplatten auf digitales Medium

Übertrag aus einem anderen Thread (kein Threadersteller, Admin ist Moderator)

Zitat:
Zitat von gerry56 Beitrag anzeigen
1.) Es geht mit hauptsächlich darum, daß die analogen Tonträger (Vinyl)-Schallplatten geschont werden.
...wenn es Dir nur um die Schonung Deiner analogen Schallplatten geht...vergiss es! Ein guter Hifi-Plattenspieler mit einem guten Tonabnehmer und - ganz wichtig - einer nicht verschlissenen Nadel mit exakter Justage macht keine Platten kaputt! Den Verschleiß kann man praktisch vernachlässigen. Ich habe eine ganze Menge Platten, die 30 oder mehr Jahre alt sind und ich weiß nicht wie oft bereit abgespielt worden sind, die klingen heute immer noch fast wie am ersten Tag.

Zitat:
Zitat von gerry56 Beitrag anzeigen
2.) Um schnell ein bestimmtes Lied oder einen bestimmten Interpreten zu finden, braucht man bei 900 LP's, 200 Supersingles (Vinyl), 3.000 - 4.000 Singles (Vinyl), cirka 200 Musikkassetten und zirka 500 CD's verdammt lange.
Aus diesem Grund überspiele ich alles auf den PC.
Das ist natürlich ein schlagendes Argument für die Digitalisierung in Verbindung mit einer sauberen und korrekten Metadatenpflege, sprich taggen. Das kann man dann bequem über einen Client, der an der Stereoanlage angeschlossen ist abspielen und man kann sicher und schnell jeden Interpreten und jeden Song finden...aber mal nur so am Rande, hast Du eigentlich eine Vorstellung davon, was das für eine Arbeit ist, so eine Menge Platten zu digitalisieren? Das könnte eine Lebensaufgabe werden. Rechne mal grob mit einer Bearbeitungszeit von einer Stunde je Longplay (mit aufnehmen, schneiden, Taggen, Speicher...). Das ist sicher noch eher knapp kalkuliert. Und mit 15 Minuten je Singel...und jetzt rechne das mal hoch, wieviele Wochen, wenn nicht Monate das an Zeit in Anspruch nehmen würde...also meine Freizeit ist mir dafür zu kostbar.

Zitat:
Zitat von gerry56 Beitrag anzeigen
3.) Hintergrundberieselungsmusik ist mit dem PC viel schneller zusammengestellt als mit Analogplatten oder CD's.
Aus diesem Grund ist der gut gemeinte Rat, einen portablen Digitalrecorder für die Analogaufnahmen zu verwenden, nicht zielführend.
Ich glaube, hier hast Du was entscheidendes nicht verstanden. So ein mobiler Rekorder dient lediglich dazu, die analoge Quelle bequem, schnell und in sehr hochwertiger Qualität zu digitalisieren, also aufzunehmen. Man kann das natürlich direkt über den PC/Notebook machen, braucht dann aber für eine vergleichbare Qualität eine hochwertige Soundkarte. Mit den klassischen Onboard-Karten erreicht man idR. nicht so eine hochwertige Qualität und man muss auch den PC zur Aufnahme immer in der Nähe der Signalquelle aufstellen, was im Einzelfall ein Aufwand sein kann oder man verbindet beides durch ein meterlanges Kabel...das alles ist mit so einem kleinen Rekorder viel einfacher und unkomplizierter zu lösen.

Aber egal wie man es macht, man kommt nach der Aufnahme um eine recht aufwendige Nachbearbeitung am PC nicht herum. Dazu gehört das Schneiden der einzelnen Tracks, das Taggen der Titel sowie das Speichern in Ordnern und Unterordnern auf der Festplatte. Bei Bedarf kann man auch noch Rausch- und Knackfilter einsetzen.

Zitat:
Zitat von gerry56 Beitrag anzeigen
4.) Für Genußvolles bewußtes Musikhöhren benutze ich natürlich die Original Tonträger.
Und jetzt verstehe ich garnix mehr...'genussvoll' Hören kann man auch die digitalisierten Files von analogen Tonträgern. Man hat keinen hörbaren Klangverlust durch das Digitalisieren, wenn man es richtig macht. Selbst wenn man die Files als datenreduzierte MP3s abspeichert. Für sog. transparente Audioqualität nehme man den Lame Encoder mit variablen Bitraten und der korrekten Konfiguration. Einen Klangunterschied kann da niemand heraushören, schon garnicht bei digitalisierten Schallplatten.

Und du scheinst nicht mal im Ansatz eine Vorstellung davon zu haben, was es für ein Aufwand ist, so eine Menge Schallplatten zu digitalisieren. Das wäre schon fast eine Lebensaufgabe...da wäre der Tipp mit einem Online-Organisationetool für Deine Platten m.E. die bessere Alternative...

Gruß

RD

Geändert von ruedi01 (25.06.2012 um 11:49 Uhr).
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Alt 25.06.2012, 11:09   #2
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
...wenn es Dir nur um die Schonung Deiner analogen Schallplatten geht...vergiss es! Ein guter Hifi-Plattenspieler mit einem guten Tonabnehmer und - ganz wichtig - einer nicht verschlissenen Nadel mit exakter Justage macht keine Platten kaputt! Den Verschleiß kann man praktisch vernachlässigen. Ich habe eine ganze Menge Platten, die 30 oder mehr Jhre alt sind und ich weiß nicht wie oft bereit abgespielt worden sind, die klingen heute immer noch fast wie am ersten Tag.
Ich kann das Anliegen von Gerry durchaus verstehen. Das ist der Idealfall. (Abgesehen davon, daß schon nach 20 mal Abspielen der Frequenzgang nicht mehr der ist, der er bei einer ganz neuen Platte mal war.) In der Praxis kann auch mal etwas kaputt gehen oder ein Verschleiß entstehen, weil man z.B. eine falsche Justage übersehen hat - also unabsichtlich wegen eines dummen Zufalls. Vor 25 Jahren war das kein Problem - man kaufte dann die Platte neu. Das ist heute nicht mehr möglich - es werden nur noch wenige Platten gepreßt und dann meist noch sehr teuer verkauft. Deshalb finde ich es schon sinnvoll, eine solche digitale "Sicherheitskopie" zu erstellen - wenn man nicht Geld investieren will in CDs oder Downloads der auf LP gepreßten Aufnahmen, was den Aufwand erleichtert, aber eben auch zusätzliche Kosten verursacht.

Beste Grüße
Holger
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Alt 25.06.2012, 11:27   #3
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
(Abgesehen davon, daß schon nach 20 mal Abspielen der Frequenzgang nicht mehr der ist, der er bei einer ganz neuen Platte mal war.)
Also das ist schlicht falsch...durch den Verschleiß beim Plattenabspielen ergibt sich keine Veränderung des Frequenzgangs...nie und nimmer, das geht technisch auch garnicht. Bei analogen Bändern ist das so, wenn die Löschköpfe billige Permanentmagneten sind und das Band eine schlechte Löschdämpfung besitzt, dann werden die Höhen beschnitten, genauso bei einer zu warmen Lagerung. Aber von alle dem sind Schallplatten nicht betroffen...

Was bei Vinyl durch Abspielverschleiß zunimmt sind die Neben- oder Störgeräusche und der Klirr bzw. die Verzerrungen. Das alles ist aber - eine ordentliche Pressung und einen guten, gepflegten und korrekt eingestellen Hifi-Plattenspieler vorausgesetzt - in der Praxis kaum ein Problem.

Ich habe eine Menge Platten im Regal, die bestimmt 50 wenn nicht 100 Mal gespielt worden sind und immer noch in ausgezeichneter Qualität Musik wiedergeben. Nahezu wie am ersten Tag. Ich besaß allerdings auch immer ordentliches Gerät und habe mich auch immer um eine einwandfrei Technik gekümmert...

Gelegentliches Waschen hilft im Grunde auch die Störgeräusche teilweise zu verringern. Denn vieles was man da an Knacksern und Kratzern hört, resultiert aus festgebackenem Staub in der Rille, der auch durch die Benutzung einer Kohlefaserbürste nicht mehr entfernt werden kann...


Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
In der Praxis kann auch mal etwas kaputt gehen oder ein Verschleiß entstehen, weil man z.B. eine falsche Justage übersehen hat - also unabsichtlich wegen eines dummen Zufalls.
Wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat und nicht irgendeinen vollkommen exotischen von sog. High-Endern zusammengedrehten technisch absurden Monsterplattenspieler besitzt. Wenn vor allem der Tonarm sorgfältig konstruiert ist (Einpunkttonarmlager, der technische Schwachsinn schlechthin!, schlecht gewartete Tangentialarme stellen auch ein Problem dar) und man exakt Auflagekraft und Antiskating sicher einstellen kann und noch ein paar Grundregeln bei der Tonabnehmerjustage (Azimut, Überhang) berücksichtigt, dann ist es wirklich kein Hexenwerk alles korrekt einzustellen...da müsste man schon böswillig und vorsätzlich vorgehen, um da was so extrem falsch zu machen, dass es die Platten kaputtfährt...

Gruß

RD

Geändert von ruedi01 (25.06.2012 um 11:48 Uhr).
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Alt 25.06.2012, 12:01   #4
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
Also das ist schlicht falsch...durch den Verschleiß beim Plattenabspielen ergibt sich keine Veränderung des Frequenzgangs...nie und nimmer, das geht technisch auch garnicht. Bei analogen Bändern ist das so, wenn die Löschköpfe billige Permanentmagneten sind und das Band eine schlechte Löschdämpfung besitzt, dann werden die Höhen beschnitten, genauso bei einer zu warmen Lagerung. Aber von alle dem sind Schallplatten nicht betroffen...
Das kann man alles ganz objektiv nachmessen. Solche Messungen ergeben, daß schon nach 5 mal Abspielen der Frequenzumfang nicht mehr den Umfang von 20-20000 Hz erreicht. Und bei 20 mal Abspielen ist der Unterschied noch deutlicher. Ich kannte mal jemanden, der hatte sich damals deshalb immer 2 LPs von seinen Lieblingsaufnahmen gekauft, eine zum häufigen Abspielen, eine für gut.

Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
Was bei Vinyl durch Abspielverschleiß zunimmt sind die Neben- oder Störgeräusche und der Klirr bzw. die Verzerrungen. Das alles ist aber - eine ordentliche Pressung und einen guten, gepflegten und korrekt eingestellen Hifi-Plattenspieler vorausgesetzt - in der Praxis kaum ein Problem.
Das ist die schöne Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Bevor ich damals auf CD umgestiegen bin, habe ich manche LP-Boxen dreimal (!) umgetauscht, weil die Platten alle verzogen waren (konvex-konkav, wie bei einer Linse), und das letztlich ohne Erfolg. Da ist der Verschleiß - auch der hörbare - durch ungleichmäßige Nadelabtastung vorprogrammiert.


Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
Ich habe eine Menge Platten im Regal, die bestimmt 50 wenn nicht 100 Mal gespielt worden sind und immer noch in ausgezeichneter Qualität Musik wiedergeben. Nahezu wie am ersten Tag. Ich besaß allerdings auch immer ordentliches Gerät und habe mich auch immer um eine einwandfrei Technik gekümmert...
Du bist halt ein glücklicher Mensch, der immer alles richtig macht. Andere Menschen sind leider mit dieser göttlichen Glücksgabe nicht gesegnet und machen deshalb Fehler.

Beste Grüße
Holger
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Alt 25.06.2012, 12:20   #5
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Das kann man alles ganz objektiv nachmessen. Solche Messungen ergeben, daß schon nach 5 mal Abspielen der Frequenzumfang nicht mehr den Umfang von 20-20000 Hz erreicht.
...diese Messungen will ich sehen... BTW, einen sauberen Frequenzgang bis 20 Kilohertz erreichen Platten ohnehin nicht, da ist idR. bei 15 Khz Schluss, der Rest geht in Klirr und Störgeräuschpegel unter...und zwar ohne jeden Verschleiß.

Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Das ist die schöne Theorie. Die Praxis sieht anders aus. Bevor ich damals auf CD umgestigen bin, habe ich manche LP-Boxen dreimal (!) umgetauscht, weil die Platten alle verzogen waren (konvex-konkav, wie bei einer Linse), und das letztlich ohne Erfolg. Da ist der Verschleiß - auch der hörbare - durch ungleichmäßige Nadelabtastung vorprogrammiert.
Solche verzogenen Platten sind durchaus keine Seltenheit, habe genug davon in meinem Bestand. Genauso wie wellige Exemplare und welche mit nicht zentrisch gebohrtem Mittelloch. Im Grunde ist locker jede zweite Platte irgendwie nicht wirklich perfekt gepresst. Aber, so lange sich solche Fehler im Rahmen halten und das ist bei den allermeisten Platten der Fall, hat das weder eine hörbare Auswirkung, noch hat das für den Verschleiß beim Abspielen irgendeine praktische Bedeutung...die größten qualitativen Probleme machen verschlissene Presstempel, nicht korrekt eingehaltene Abkühlzeiten nach dem Preissvorgang (dann verziehen sich die Platten) und minderwertiges Vinyl. Aber sowas sieht man den Platten nicht an. Und das merkt man erst, wenn die Scheiben mehrfach abgespielt worden ist. Auch da habe ich leider auch einige Beispiele in meinem Bestand, aber so häufig kommt das nicht vor. Und auf die Pressqualität hat man als Konsument leider keinen großen Einfluss.

Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Du bist halt ein glücklicher Mensch, der immer alles richtig macht. Andere Menschen sind leider mit dieser göttlichen Glücksgabe nicht gesegnet und machen deshalb Fehler.
Es hat mit Glück oder einer Gottesgabe absolut nichts zu tun und ein Hexenwerk ist das alles auch nicht. Man braucht lediglich ein paar grundsätzliche Regeln zu beherzigen. Und man kann auch schweres Geschützt auffahren (Messplatten und Oszilloskope z.B.), um nachzuprüfen ob alles richtig eingestellt ist. Aber das ist nach meinen Erfahrungen nicht wirklich notwendig...

Gruß

RD
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Alt 25.06.2012, 12:43   #6
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
die größten qualitativen Probleme machen verschlissene Presstempel, nicht korrekt eingehaltene Abkühlzeiten nach dem Preissvorgang (dann verziehen sich die Platten) und minderwertiges Vinyl. Aber sowas sieht man den Platten nicht an. Und das merkt man erst, wenn die Scheiben mehrfach abgespielt worden ist. Auch da habe ich leider auch einige Beispiele in meinem Bestand, aber so häufig kommt das nicht vor. Und auf die Pressqualität hat man als Konsument leider keinen großen Einfluss.
Eben. Und wenn diese Probleme ausgerechnet die "Lieblingsplatten" betreffen, dann wird man ärgerlich. Zudem hatte ich den Eindruck, daß in der Endphase der Schallplattenära die Preßqualität doch merklich abnahm und solche Ärgernisse sich häuften. Deshalb bin ich auf CD umgestiegen und war froh, mich mit mit solcherlei Problemen nicht mehr herumschlagen zu müssen.

Beste Grüße
Holger
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Alt 25.06.2012, 13:39   #7
Dr. Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen

Ich habe eine Menge Platten im Regal, die bestimmt 50 wenn nicht 100 Mal gespielt worden sind und immer noch in ausgezeichneter Qualität Musik wiedergeben. Nahezu wie am ersten Tag.
Nur dazu eine kleine Anmerkung: Es ist eine Tatsache, daß die Empfindlichkeit unseres Ohres für hohe Frequenzen mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Nur merken wir davon überhaupt nichts, weil sich dieser Prozeß kontinuierlich, tagtäglich "schleichend" vollzieht. Genauso ist es, wenn man Platten immer und immer wieder und so schließlich 100 Mal abspielt. Man meint eben, beim hundertsten Mal klinge alles noch genauso gut wie beim ersten Mal, weil man durch das wiederholte Abspielen jede Vergleichsmöglichkeit verloren hat. Die mögliche Verschlechterung geht eben in so kleinen Schritten unmerklich vor sich, daß man eine Verschlechterung auch dann noch nicht wahrnimmt, wenn sie im Endergebnis ziemlich deutlich ist. Mit solchen Urteilen sollte man also vorsichtig sein - es könnte sich dabei schlicht um eine Täuschung handeln.

Beste Grüße
Holger
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Alt 25.06.2012, 15:03   #8
gerry56
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Hallo!

Nun, ich bin zwar der Meinung, daß sich die letzten Beiträge vom Ausgangsthema entfernen, möchte jedoch als Threadersteller auch etwas dazu beitragen.

1.) Mit meinem Analogplattenspieler PRO-JECT X-Tension-Basic-Plus, ausgestattet mit Tonarm Ortofon Evolution 9cc und einem Ortofon Rondo Blue Tonabnehmer habe ich sicherlich ein sehr gutes Abspielgerät.
2.) Im Eröffnungspost habe ich geschrieben, daß ich eine Creativ Sound Blaster X-Fi Xtreme Soundkarte habe. Diese Soundkarte ist sicherlich um einiges besser als die Onboard-Karten.
3.) Da ich - für viele unnötig - als Analogverbindung zwischen Stereoanlage und Computer die Kabel Copperhead mit vergoldeten Cinch-Steckern verwende, habe ich alles mögliche getan, um äußere Störeinflüsse so gering als möglich zu halten.

Soviel einmal zur Hardware betreffend abspielen / überspielen.

Zu Abnutzung.
Ich habe selbst schon öfter gelesen, daß eine Analogplatte nach maximal 10 Abspielungen nicht mehr so gut klingen soll, wie eine jungfräuliche (noch nicht abgespielte) Platte.
Egal, ob 10x stimmt oder nicht.

Logisch nachgedacht ergibt sich folgendes.
Das Tonsignal - auf dem Tonträger eingebettet in 1 spiralförmige Rille - wird mechanisch mit einem Diamanten abgetastet.
Ein Diamant ist das härteste Material der Welt.
Bei jedem Abspielen wird das härteste Material der Welt auf ein weiches Material gedrückt (Auflagedruck).
Daß so etwas nicht ohne Folgen bleiben kann, ist eigentlich logisch. Auch die Absätze von Schuhen werden mit jedem Schritt abgenützt, die Reifen von Fahrzeugen usw.

Zu Überspielung
Nun, ich möchte wissen, woher die Aufnahme stammt.
Hole ich mir ein Lied aus dem Internet, weis ich nicht, ob diese Aufnahme von einem Tonband, von einer MC, von einer CD oder LP stammt.
Wurde das Lied von einer Schallplatte überspielt, gibt es so viele Faktoren, die die Qualität beeinflussen (Abspielgerät, Tonarm, Tonabnehmer, Auflagedruck, Verkabelung usw.).
Niemand weis, ob das Lied vor dem Upload bearbeitet wurde oder nicht.

Aus diesen Gründen erledige ich die Überspielungen lieber selbst.
Habe ich ein Lied auf Schallplatte mit zu viel knacksen, rauschen, dann kann ich selbst bestimmen, wie viel rauschen, knacksen, knistern ich entfernen will oder nicht entfernen will.
Weiters weis ich dann wirklich, ob dieses Lied von einer Single, von einer Supersingle oder von einer LP stammt.

Zu Dauer der Überspielung
Es zwingt mich niemand, in einer gewissen Zeit fertig zu werden.

Jeder hat seine Lieblingslieder / Lieblingsinterpreten.
Beim normalen Liederabspielen werden immer wieder die gleichen Lieder / Interpreten gespielt und die anderen bleiben im Regal, geraten in Vergessenheit.

Beim konsequenten überspielen werden nach und nach ALLE LIEDER VON ALLEN INTERPRETEN abgespielt, gehört und überspielt.
Plötzlich merkt man "Das habe ich schon lange nicht mehr gehört", "Super, die Scheibe habe ich auch".
Da ich bei dieser Gelegenheit auch die B-Seite der Singles anhöre, habe ich schon einige unbekannte und sehr gute Lieder hören können, die ich sonst nie gehört hätte.
Spiele ich solche Lieder meinen Freunden vor, bemerke ich das Staunen und oft kommt der Satz "Von wem ist das" oder "Was, die haben das auch gespielt" oder "Diese Version kenne ich gar nicht".

SOLCHE ERFOLGSERLEBNISSE BEKOMMT MAN BEI EINEM LIEDERDOWNLOAD NIEMALS!

Ja, es ist richtig. 1 Single mit zirka 3 1/2 Minuten benötigt mit Plattenwäsche, Überspielung, nachhören und eventueller Nachbearbeitung plus Tageingabe zirka 15 Minuten Zeit - NA UND?
Als weiteren Nutzen habe ich den Vorteil, daß ich endlich einmal eine Liste erhalte, welche Lieder und welche Interpreten ich auf Single, LP und CD habe.

Gerry56
gerry56 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.06.2012, 15:41   #9
Blindniete
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@gerry56,

der Ansatz und die Zeit, die Du dafür investieren willst, Hut ab.

Ich habe mir vor Jahren alle Schallplatten, die ich hatte
und immer noch alle habe, auf CD gekauft.

Dass ich durchaus bei der einen oder anderen Scheibe ins Klo greifen
musste war mir klar.
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Alt 25.06.2012, 17:48   #10
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Dr. Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Nur dazu eine kleine Anmerkung: Es ist eine Tatsache, daß die Empfindlichkeit unseres Ohres für hohe Frequenzen mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Nur merken wir davon überhaupt nichts, weil sich dieser Prozeß kontinuierlich, tagtäglich "schleichend" vollzieht. Genauso ist es, wenn man Platten immer und immer wieder und so schließlich 100 Mal abspielt. Man meint eben, beim hundertsten Mal klinge alles noch genauso gut wie beim ersten Mal, weil man durch das wiederholte Abspielen jede Vergleichsmöglichkeit verloren hat. Die mögliche Verschlechterung geht eben in so kleinen Schritten unmerklich vor sich, daß man eine Verschlechterung auch dann noch nicht wahrnimmt, wenn sie im Endergebnis ziemlich deutlich ist. Mit solchen Urteilen sollte man also vorsichtig sein - es könnte sich dabei schlicht um eine Täuschung handeln.
Die Empfndlichkeit unserer Ohren nimmt mit zunehmendem Alter für hohe Frequenzen ab, das ist eine altbekannte Tatsache. Allerdings sind wir auch mit 50 und mit 60 noch locker in der Lage in dem Frequenzbereich wo sich Musik tatsächlich vor allem abspielt (40 bis 14.000 Hertz) ausreichend gut zu hören...ein gesundes Gehör vorausgesetzt.

Und dass sich die Frequenzgänge bei Schallplatten nicht verändern, kannst Du selber testen. Wenn Du nämlich den selben Titel auf CD nimmst und ihn direkt mit der Platte vergleichst...die CD darf natürlich keine Remaster Edition sein.

Ich muss mich noch einmal wiederholen, das wäre auch technisch gar nicht erklärbar. Die Frequenzen sind als Modulationen in der Rille der Platte verewigt und verewigt ist durchaus wortwörtlich zu interpretieren, denn da ändert sich im Laufe eines Plattenlebens garnichts mehr dran, weder durch Verschleiß, noch durch pures Rumliegen... Dreht sich die Platte mit der vorgegebenen (korrekten) Geschwindigkeit, wird die modulierte Frequenz in der richtigen Höhe wiedergegeben, ob die Rille dabei verschlissen ist oder nicht, spielt keine Rolle. Eine Frequenzgangänderung kann sich nur dann ergeben, wenn man die Platte langsamer oder schneller abspielt (pitched) oder wenn beispielsweise der Tonabnehmer mit der Zeit altert, genauer die Lagergummis verhärten und damit die Bewegung des Nadelträgers beeinträchtigt werden. Aber das betrifft ja dann alle Platten....

@ gerry

Ich kann Dich bei Deinem Equipment beruhigen, ist alles korrekt eingestellt, ist der Verschleiß der Platten beim Abspielen zu vernachlässigen. Es sei denn, Du nudelst drei Platten den ganzen Tag von morgens bis abends, sieben Tage die Woche rauf und runter...

Gruß

RD

Geändert von ruedi01 (25.06.2012 um 18:30 Uhr).
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Alt 25.06.2012, 17:49   #11
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Blindniete Beitrag anzeigen
...Ich habe mir vor Jahren alle Schallplatten, die ich hatte
und immer noch alle habe, auf CD gekauft.

Dass ich durchaus bei der einen oder anderen Scheibe ins Klo greifen
musste war mir klar.
...ähh, was meinst Du damit?!?

Gruß

RD
ruedi01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.06.2012, 19:35   #12
carlinhos
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
Die Empfndlichkeit unserer Ohren nimmt mit zunehmendem Alter für hohe Frequenzen ab, das ist eine altbekannte Tatsache. Allerdings sind wir auch mit 50 und mit 60 noch locker in der Lage in dem Frequenzbereich wo sich Musik tatsächlich vor allem abspielt (40 bis 14.000 Hertz) ausreichend gut zu hören...ein gesundes Gehör vorausgesetzt.

Und dass sich die Frequenzgänge bei Schallplatten nicht verändern, kannst Du selber testen. Wenn Du nämlich den selben Titel auf CD nimmst und ihn direkt mit der Platte vergleichst...die CD darf natürlich keine Remaster Edition sein.

Ich muss mich noch einmal wiederholen, das wäre auch technisch gar nicht erklärbar. Die Frequenzen sind als Modulationen in der Rille der Platte verewigt und verewigt ist durchaus wortwörtlich zu interpretieren, denn da ändert sich im Laufe eines Plattenlebens garnichts mehr dran, weder durch Verschleiß, noch durch pures Rumliegen... Dreht sich die Platte mit der vorgegebenen (korrekten) Geschwindigkeit, wird die modulierte Frequenz in der richtigen Höhe wiedergegeben, ob die Rille dabei verschlissen ist oder nicht, spielt keine Rolle. Eine Frequenzgangänderung kann sich nur dann ergeben, wenn man die Platte langsamer oder schneller abspielt (pitched) oder wenn beispielsweise der Tonabnehmer mit der Zeit altert, genauer die Lagergummis verhärten und damit die Bewegung des Nadelträgers beeinträchtigt werden. Aber das betrifft ja dann alle Platten....

@ gerry

Ich kann Dich bei Deinem Equipment beruhigen, ist alles korrekt eingestellt, ist der Verschleiß der Platten beim Abspielen zu vernachlässigen. Es sei denn, Du nudelst drei Platten den ganzen Tag von morgens bis abends, sieben Tage die Woche rauf und runter...

Gruß

RD

Da kann ich dir nur zustimmen. Ich habe wirklich sehr viele Platten, viele davon sind schon über 50 Jahre alt und sind sicher schon oft gespielt worden, trotzdem ist der Klang der meisten nach wie vor hervorragend. Einige habe ich selbst sicher schon mind. 100x gespielt, z. B. "Kind of Blue" von M. Davis, und ich habe nicht das Gefühlt, dass sie jetzt schlechter klingen. Ich habe auch ein paar neue "audiophile" Pressungen, die meistens auch nicht besser klingen.
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Alt 25.06.2012, 19:48   #13
Blindniete
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Zitat:
Zitat von ruedi01 Beitrag anzeigen
...ähh, was meinst Du damit?!?

Gruß

RD
das einige cd pressungen nicht so gut waren wie die scheibe
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Alt 25.06.2012, 20:14   #14
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Blindniete Beitrag anzeigen
das einige cd pressungen nicht so gut waren wie die scheibe
...ja gut, da schlägt dann die Loudness-Race zu, solche Beispiele habe ich leider auch...aber das hat mit dem Frequenzgang nichts zu tun...

Gruß

RD
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Alt 25.06.2012, 20:30   #15
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Zitat:
Zitat von carlinhos Beitrag anzeigen
Da kann ich dir nur zustimmen. Ich habe wirklich sehr viele Platten, viele davon sind schon über 50 Jahre alt und sind sicher schon oft gespielt worden, trotzdem ist der Klang der meisten nach wie vor hervorragend....
...und ich dachte schon, ich wäre der einzige Dino hier...

Gruß

RD
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