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David Berichtsforum von Hifi Aktiv

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Alt 30.06.2015, 09:48   #16
David
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Standard AW: Berichte meiner Konzertbesuche

Tom Jones am 28. Juni 2015 in der Wiener Stadthalle

Es war nun das dritte Mal in Folge, dass wir seine Wien-Konzerte besucht haben. Die beiden letzten waren so gut, dass es für uns keine Frage war: „kommt er wieder, sind auch wir dabei“.
Dieses Mal hatten wir Plätze in der zweiten Reihe vor der Bühne, leicht linkslastig, aber das hat nicht sonderlich gestört. Auch hatten wir das Glück, dass vor uns keine „Riesen“ saßen, unser Blick auf die Bühne war bestens.
Ich schätze, dass knapp 5.000 Leute da waren. Sehr gemischtes Publikum, erstaunlicher Weise auch viele jüngere Leute, deren Opa Tom Jones sein könnte. Um uns herum einiges an Prominenz, was mich weniger gewundert hat, denn immerhin ging es ja nicht um Irgendwen, sondern um einen weltbekannter Sänger, der eine herausragend gute Stimme hat (ich schätze, er verfügt noch immer über 3 Oktaven mit vollem Volumen und auch sein ganz spezielles Timbre hat nichts an Intensität verloren) und dessen Lieder sehr viele Leute über Jahrzehnte begleitet- und sich in deren Köpfe eingebrannt haben.

OK, jetzt ist er 75 und wahrlich kein Jüngling mehr. Aber er sieht gut aus (kein Bierbauch), er scheint sehr gut drauf zu sein und das Singen vor großem Publikum macht ihm offensichtlich noch immer viel Spass. Nur manches Mal, wenn er sich umdreht oder auf der Bühne bewegt, ist erkennbar, dass er kein Jüngling mehr ist. Damit scheint er aber kein Problem zu haben, denn auf der Videowall gab es laufend Fotos von ihm so wie er jetzt aussieht und nur selten welche von früher.

Die beiden ersten Konzerte die wir von Tom Jones gesehen haben, waren durchaus miteinander vergleichbar. Alles war in höchster Qualität, so wie man es sich von einem Sänger seines Kalibers erwarten durfte. Wäre das jetzige Konzert ähnlich gewesen, hätte es uns ebenfalls gefallen, aber es wäre mehr oder weniger eine Wiederholung von dem gewesen, das wir ohnehin schon kannten. Das war es aber nicht! Viel mehr hatte man da Gefühl, dass er „Tom Jones neu“ präsentieren wollte, bei dem er sich sowohl vom angesammelten Staub als auch vom (zum Teil) Schnulzigen befreit. Dazu gehört einiges an Mut und Feingefühl, denn man darf nicht vergessen, dass ein Großteil seiner Fans kaum jünger ist als er und dass sie vielleicht gar nicht bereit sind, mit ihm neue Wege zu gehen. Danach sieht es aber nicht aus, nimmt man den Applaus des Publikums und die Bewertungen der Kritiker seiner beiden neuen CDs als Anhaltspunkt.
„Im Kern“ gibt es noch immer Tom Jones wie man ihn kennt, aber seine Lieder wurden einer eindeutigen Verjüngungskur unterzogen. Fast könnte man jetzt im Nachhinein sagen „war auch schon höchste Zeit“, wenn man sich die alten Lieder noch einmal vergegenwärtigt. Dazu weiter unten mehr.....

Zur Band:
So ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass keiner der Musiker die ich dieses Mal gesehen habe, vorher schon einmal dabei war. Es gab auch keinen weiblichen Background-Gesang mehr (was ein bisschen schade war, auch optisch), diese Aufgabe haben die Instrumentalisten übernommen und zwar bestens.

Auf der Bühne waren außer Tom Jones:

→ Ein irre guter Schlagzeuger. Ganz am Schluss, als die Musiker vorgestellt wurden, hat sich herausgestellt, dass er der neue musikalische „Chef“ ist und dass er alle Lieder neu arrangiert hat.
Er hatte (ganz genau habe ich es nicht gesehen) anscheinend 2 Schlagzeug-Sets aufgebaut. Jedenfalls hat er abwechselnd (je nach Lied) einmal zum Publikum hin schauend - und dann um 90 Grad verdreht gespielt. In der einen Position war der Kickbass relativ dezent, in der anderen (wieder einmal) sehr laut, aber noch erträglich.

→ Ein Bassist (kein „junger Wilder“, viel mehr einer „von der alten Garde“ mit einem einfachen 4-Saiter Bass), der - wie so oft – zuerst unscheinbar begonnen hat, der aber mit der Zeit dann immer mehr aufgezeigt hat was er kann und das war mehr als beachtlich!

→ Ein Rhythmus-Gitarrist, der sicher einen ganz wichtigen Job gemacht hat, der aber nie herausragend in Erscheinung getreten ist.

→ Ein Lead-Gitarrist (wahrscheinlich nicht viel jünger als Tom Jones), der immer wieder für Extra-Applaus gesorgt hat. Was der aus seinen vielen Gitarren (nach jedem Lied wurde gewechselt!) herausgeholt hat und mit welcher Lässigkeit er das gemacht hat, das war schon einmalig.

→ Zwei Keyboarder (!). Der eine war eher der Pianist, der andere eher der mit dem Hammondsound plus Leslie-Effekt. Nicht immer haben beide Keyboarder gleichzeitig in die Tasten gegriffen. Der eine hat ab und zu Percussion gemacht und der andere Akkordeon (!) gespielt.

→ Drei Leute mit diversen Blasinstrumenten. Jeder von ihnen war recht vielseitig. Abgesehen von den klassischen drei Instrumenten (Saxofon, Posaune und Trompete – davon wurden allerdings jeweils mehrere verwendet) gab es noch Klarinette und Bluesharp. Und – sehr eindrucksvoll – eine große weiße Tuba, die anscheinend nicht aus Metall- sondern aus Kunststoff war. Noch nie habe ich so etwas bisher wo gesehen. Habe danach gegoogelt, es scheint ein "Sousaphon" gewesen zu sein.
Von diesen Leuten wurde auch so manches „percussive Handinstrument“ bedient.
Alleine schon diese Drei waren eine Show für sich!

Mit Tom Jones waren 10 Leute auf der Bühne. Allerdings nicht immer alle, das hat sich je nach Lied geändert. Teils gab es sogar Lieder ohne Bass, die aber trotzdem sehr voll geklungen haben durch den kräftigen Kickbass. Jedenfalls gab es ständig irgendwelche Veränderungen auf der Bühne, die aber nie zu irgendwelchen Verzögerungen geführt haben und die nur dann aufgefallen sind, wenn man darauf geachtet hat.

Jetzt aber zum „Eigentlichen“:
Keines der bekannten Lieder wurde nur annähernd so gespielt wie man es von den Aufnahmen her kennt. Im Schnitt waren die Lieder rockig, aber es gab abwechselnd (teils auch gleichzeitig) jazzige/bluesige/funkige, boogie- und country-artige Einschläge, die alles sehr interessant gemacht haben.

Kaum ein Lied hat so begonnen dass man es gleich erkennen konnte, eher war man darüber erstaunt, dass es sich nach einem meist längeren Intro zu einem der bekannten Lieder hin entwickelt hat. Und dann ist die Post abgegangen, mit teils schrägen Harmonien, die aber ganz genial waren. Es gab andere Rhythmen als sonst, Tonartwechsel, spezielle Einlagen (mit absoluter Präzision) und immer wieder diese geilen Bläsersätze, die zusätzlich noch durch die Tuba aufgepeppt wurden.

Tom Jones hat sich dieser neuen und modernen Art zu musizieren voll angepasst, keine Spur von „altbacken“. Das Publikum hat dementsprechend reagiert, wie immer sind zum Schluss bei den Draufgaben alle gestanden.

Es waren auch mehrere Lieder von seinen zwei neuen CDs dabei. Und für die hat er bereits von Kritikern viel Lob bekommen. Voll zurecht wie ich meine, denn die paar Lieder die wir gehört haben, gingen schon beim ersten Mal wunderbar ins Ohr.

Die Tonqualität war auch dieses Mal gut bis sehr gut, nur der Bass war wenig durchzeichnet. Das war aber auch das letze Mal so.

In Summe ein sehr gelungenes Konzert mit einem „ganz neuen“ Tom Jones.

Tom Jones und Musik für alte Leute! Wie lächerlich, so mancher viel jüngere Superstar kann dem was hier geboten wurde nicht das Wasser reichen!
__________________
Gruß
David


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Alt 28.10.2015, 10:42   #17
David
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Standard AW: Berichte meiner Konzertbesuche

Simply Red am 27. Oktober 2015 in der Wiener Stadthalle

Ich habe ja viel erwartet, denn sonst hätte ich keine Karten für dieses Konzert gekauft, aber eine "rappelvolle" Stadthalle in der größtmöglichen Variante und Besucher von sehr weit her, erkennbar in der Garage an den Autokennzeichen und überhaupt....., das nicht.

Wie leider in letzter Zeit immer öfter üblich, gab es im Parkett nur Stehplätze. Dort standen die Besucher "wie die Sardinen", so extrem habe ich das noch nie gesehen. Die seitlichen Tribünen waren bis ganz oben hin voll belegt, ebenso der riesige Ost-Balkon. Wir saßen mehr oder weniger "bestmöglich", vielleicht wäre ein bisschen weiter unten noch besser gewesen, aber ich hatte damals als ich die Karten gekauft habe keine Alternative, entweder Stehplätze oder diese Sitzplatze.

Pünktlich um 19h30 begann so etwas wie eine "Vorgruppe" (ein absolut undankbarer Job!), mit einer sehr feschen dunkelhäutigen Sängerin und dazu noch zwei Instrumentalisten (Keyboard und Percussion), der Rest der Instrumentenklänge wurde per Playback eingespielt. So etwas mag ich überhaupt nicht, aber gut waren diese Leute schon. Die vermutlich eigenen Kompositionen sind mir nicht ins Ohr gegangen, irgendwie hat alles gleich geklungen.

Danach der Umbau der Bühne. Das Equipment der Musiker war nicht üppig, alles wirkte nicht bombastisch, es gab nicht einmal Videowalls, es wurde nur auf den welligen Stoff hinter der Bühne projiziert und das war qualitativ eher mau.

Alles in allem also das Gegenteil von großem Aufwand, da habe ich schon ganz Anderes gesehen, aber mir ist das ohnehin nicht wichtig.

Wieder pünktlich um 20h30 ging es "wirklich" los. Die Musiker vom Simply Red kamen bei relativ heller Beleuchtung auf die Bühne, kaum anders als Amateurmusiker in einem Lokal, also auch hier keinerlei Show mit Überraschungseffekten.

Dann fingen sie einfach an zu spielen, noch ohne Mick Hucknall. Der kam dann vielleicht eine Minute später von der Seite her auf die Bühne, bereits spielend auf einer Konzertgitarre, ging zum Mikrofon und fing an zu singen.

Da war aber nichts von "Tschinbummkrach", so wie es andere Superstars gerne gleich vom Start weg machen, genau das Gegenteil war der Fall. Dieses Konzert begann recht zurückhaltend und in sehr dezenter Lautstärke, der Begriff "gehobene Zimmerlautstärke" hat gepasst und viel mehr wurde es an diesem Abend auch kaum. Es gab also keinen Kickbass wie bei Lionel Richie der einem die Eingeweide durcheinander bringt und auch sonst gab es nichts das irgendwie unangenehm wurde.

Mick Hucknall sieht aus wie man ihn von früher her kennt, nicht sehr groß, ganz schlank und dazu sein "ziemlich karottenfarbiger" Lockenkopf. Seine Bewegungen sind - passend zum Rest - ebenfalls dezent, aber ganz lässig und so als würde er nur zu seiner eigenen Musik mittanzen.

Er macht einen kumpelartigen Eindruck, dabei wirkt er absolut sympathisch, er redet weder zu viel noch zu wenig und er bedankt sich laufend sowohl bei seinen Musikern als auch beim Publikum.

Am Ende gab es zwei Zugaben, somit hat dieses Konzert etwa 2 Stunden gedauert.

Nach der bisherigen Beschreibung könnte man annehmen, dass dieses Konzert nichts Besonderes war. Und das stimmt auch, aber nur in Bezug auf Optik und Aufwand.

Sehr wohl außergewöhnlich war das worauf es wirklich ankommt, nämlich die gesamte musikalische Qualität. Und die war so extrem, dass ich zum Teil nur kopfschüttelnd da saß.

Was das Können der Musiker betrifft, da müsste ich jetzt laufend Superlative hervorkramen und das will ich mir sparen.

Somit zähle ich nur "bunt gemischt" das auf, das mir so einfällt:

-> Mick Hucknall hat eine sehr markante, kräftige und ausdrucksstarke Stimme, die bis in sehr hohe Tonlagen hinaufreicht. Seine Stimme stand bei diesem Konzert immer im Vordergrund, so wie sich das gehört. Aus meiner Sicht gehört er mit zu den besten Sängern dieser Welt.

-> Die Lieder die gebracht wurden, kannte ich nur etwa zur Hälfte. Praktisch alle seiner Hits waren dabei. Ich weiß nicht was er davon selbst komponiert hat und was er covert. Fest steht, dass jedes dieser Lieder so etwas wie ein Ohrwurm ist, obwohl musikalisch sehr anspruchsvoll und aufwändig arrangiert. Normaler Weise schließt das Eine das Andere aus, hier passt es bestens zusammen.

-> Die Musikrichtung von Simply Red kann man nur schwer definieren. Es ist so etwas wie Soul, mit Reggae-Einflüssen und manches Mal wird es fast ein bisschen jazzig bzw. funkig.

-> Auf der Bühne waren außer Mick Hucknall noch sechs weitere Musiker. Zur üblichen Besetzung (Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboard) gab es noch zwei "mehr oder weniger Multiinstrumentalisten", die mehrere Blasinstrumente spielten und die Percussion machten, sowie Background sangen. Background haben aber auch alle anderen Musiker gesungen.

-> Interessanter Weise hat Mick Hucknall ohne Funkmikro gesungen, er hat ein kabelgebundenes verwendet. Damit das Kabel nicht zum Problem wird, ging es über die ganze Bühnenbreite mehrmals hin und her, in Summe war es sicher an die 100 Meter lang, noch bevor es zum Mischpult ging, das geschätzt noch einmal diese Kabellänge in Anspruch genommen hat (das Sound-Management spielte sich am Beginn der Osttribüne ab).

-> Abgesehen vom unpackbar hohen Können der Musiker kam nie das Gefühl auf, dass sich da wer in den Vordergrund spielen möchte. Klar, wenn der Saxophonist nach vorne kam um sein Solo zu spielen, oder dieser Wahnsinns-Gitarrist (endlich einer, der nicht die Spur "genervt" hat, mit einem Sound zum niederknien!), dann muss es ja so sein, aber selbst diese Solis waren nie aufdringlich und eher kurz.

-> Diese Zurückhaltung in Kombination mit dem hohen Können der Musiker, das hat die Sache so besonders gemacht. Jeder Musiker hatte mit dem was er spielte seinen Platz im Gefüge, nichts wurde nur ansatzweise "zugemüllt", viel mehr war das Gegenteil der Fall mit dem Effekt, dass jeder Ton jedes Musikers zu jeder Zeit einzeln heraushörbar war. Es gab also eine Durchsichtigkeit wie man sie kaum auf irgend einer Aufnahme vorfindet, schon gar nicht wenn es komplex wird.

-> Die Tonqualität war über jeden Zweifel erhaben, selbst auf unseren Plätzen. Nur ganz selten hat der Bass etwas gedröhnt, aber das hat die Sache in keinster Weise geschmälert. Erstaunlich auch die feinen Höhen, vielleicht auch nur deshalb, weil wir zufällig im Strahlkegel eines der LS-Arrays saßen.

Selbst meine Frau, die alles das unter ganz anderen Gesichtspunkten beurteilt, war restlos begeistert.

Für sie war das einfach das beste Konzert das wir je miterlebt haben.
Ich kann mich dieser Auslegung durchaus anschließen.
Der kürzeste Sammelbegriff der mir zu diesem Konzert einfällt ist "edel".

Wer nicht dabei war, der hat viel versäumt.

Ein neuer Song der mir sehr gut gefällt:

https://www.youtube.com/watch?v=CNhFgdBn85c
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Gruß
David


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Alt 03.11.2015, 10:21   #18
David
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Standard AW: Berichte meiner Konzertbesuche

Cassandra Wilson am 2. November 2015 im Wiener Konzerthaus



Ich wusste ungefähr auf was ich mich einlasse, als ich Karten für dieses Konzert gekauft habe, denn Aufnahmen von Cassandra Wilson waren eine Zeit lang auf HiFi-Messen als Vorführmusik beliebt.
Mit dieser Art von Musik bin ich auch schon früh in Kontakt gekommen, denn meine ältere Schwester hat sie tagein-/tagaus gehört und ich wurde damit mehr oder weniger zwangsbeglückt.

Das Ambiente im relativ kleinen Konzerthaus ist unvergleichlich besser als das in der Stadthalle. Nur etwa 2.000 Besucher haben darin Platz und die Sitze sind wunderbar gepolstert. In der Stadthalle sitzt man „brettlhart“, von Bequemlichkeit also keine Rede.

Unsere Plätze gestern waren: erste Reihe fußfrei mittig. Noch näher zur Bühne geht nicht und nachdem Cassandra Wilson sich praktisch ausschließlich in Bühnenmitte und am vorderen Bühnenrand befand, hätten wir ihr fast die Hand reichen können, sie war stets nur etwa 2,5 bis 3m von uns entfernt.

Noch eine Besonderheit kam dazu, die anscheinend fixer Bestandteil der Konzerthaus-Technik ist: vorne am Bühnenrand stehen in Summe 8 kleine PA-Lautsprecher verteilt und einer davon strahlte uns aus einer Entfernung von geschätzt 1,2m an. Vor allem ich saß direkt in dessen Strahlkegel. Über diese kleinen Zusatzlautsprecher wurde ausschließlich die Stimme von Cassandra Wilson übertragen, dadurch konnten wir alles hören das sie von sich gab, bis zum leisesten Lispeln und das in hervorragend guter Qualität. Es war fast so, als würden wir ihre Stimme über Kopfhörer hören, so etwas habe ich zuvor noch nie erlebt.

Die Technik auf der Bühne war spärlich, kaum aufwändiger als von einer Amateur-Band. Eventuell etwas aufwändiger war das seitlich stehende Mischpult, dort gab es dann zwei Tontechniker, die aber die meiste Zeit getratscht haben, getan haben sie scheinbar nichts.

An Instrumenten war nur ein Schlagzeug, ein großer Flügel und ein Keyboard sichtbar. An Verstärkern gab es eine eher bescheidene Basscombo und eine Combo von Fender, von der ich annahm, dass sie für die Gitarre vorgesehen ist, was sich aber dann als Irrtum herausstellte. Vorne stand nämlich noch eine wunderschöne rote Fender-Stratocaster, die aber (dazu später mehr) nie wirklich zum Einsatz kam.

Etwas verspätet ging es dann los. Das Licht wurde abgedunkelt und gar nichts geschah. Erst als das Publikum nach ein paar Minuten zu klatschen begann - nicht aus Begeisterung, sondern als Aufforderung für einen Beginn - kamen die Musiker daher. Fünf Leute, einer davon mit einem Stand E-Bass (absolut „geiles“ Instrument), einer mit E-Violine (oder E-Fidel) und einer mit ein paar Blasinstrumenten (wie dann später deutlich sichtbarer, Saxophon, Klarinette und Querflöte).

Nachdem sich alle positioniert hatten (jetzt war es klar, die Fender-Combo wurde für die E-Violine verwendet), ging es dann auch musikalisch los und zwar so leise, wie Barmusik bei einem Dinner, wo Wert darauf gelegt wird, dass die zahlenden Gäste auch noch gut miteinander plaudern können. Nur ab und zu wurde es später etwas lauter, aber geschätzt waren das nie mehr als 80dB/C.
Nicht dass mich das gestört hätte, den hören konnte man trotzdem alles, sogar bestens und was da lief, das war einfach klassischer Jazz in kleiner Besetzung. So etwas kann man auch in Form von Strassenmusikern in den USA oft hören, allerdings ohne Keyboard, dafür aber mit mehr Percussionsinstrumenten und meist auch mit mehreren Blasinstumenten.

Cassandra Wilson kam dann auch bald auf die Bühne. Jetzt ist sie 60, sie hat aber immer noch ein hübsches Gesicht, nur so ein hautenges Kleid sollte sie besser nicht mehr tragen.
Es ist nicht zu übersehen, wie sehr sie jeden Ton den sie singt - und darüber hinaus jeden Ton der sich auf der Bühne abspielt -, „mitlebt“. Sie hat eine ausgeprägte Mimik und Körpersprache. Manches Mal hat es so ausgesehen als wäre sie in Trance. Dementsprechend singt sie, laut wird sie dabei nie, Vieles ist sogar nur angedeutet.
Nach dem zweiten Lied hat sie mit einer kurzen Bemerkung ihre High Heels ausgezogen die ihr anscheinend weh taten und ab dann ging es bloßfüßig weiter.

Cassandra Wilson singt natürlich makellos und auch die Musiker sind über jeden Zweifel erhaben, alles gestandene Profis, da gibt es nichts zu diskutieren. Vor allem der Schlagzeuger hat mich begeistert, die Jazzer sind da eine eigene Liga, so mancher Rock-Drummer sieht daneben eher blass aus......

Der Haken an dieser Art von Musik ist, dass sie bald langweilig wird, wenn man es nicht schafft, für Abwechslung zu sorgen. Und die gab es hier leider nicht. Wären da nicht ein paar Jazz-Klassiker gewesen die man üblicher Weise kennt, wäre das zwar schöne und edle Musik gewesen, aber es hätte mich nicht gewundert, wenn rund um mich irgendwann einmal wer eingeschlafen wäre.

Und jetzt ist halt die Frage ob das was dann kam, richtig war. Denn zum Entsetzen Vieler (es gab lautes Gemurre deshalb), war dieses Konzert nach knapp einer Stunde auch schon wieder vorbei. Es gab nur eine Zugabe mit einem Lied und das war's dann.

Irgendwie war das schon enttäuschend, so viel Aufwand (Fahrzeit, Garage etc.), in unserem Fall noch recht teure Karten und das Konzert selbst bestand aus (ich habe nicht mitgezählt) vielleicht 8 Liedern, die allerdings länger waren als welche aus dem Rock-/Pop-Bereich.

Am Ende gab es dann noch zwei technische Probleme, die alles Andere als professionell gelöst wurden. Zuerst hat die E-Violine nicht mehr funktioniert. Der Musiker hat versucht das Problem alleine zu lösen und dabei ist er am Boden herumgekrochen. Erst nach etwa 2 Minuten kam dann einer von den beiden stets plaudernden Technikern daher (die haben das gar nicht mitbekommen) und dann sind zwei Leute am Boden herumgekrochen. Alles das hat nichts genützt, die Fidel blieb "tot". Deshalb wurde ein weiterer Verstärker angeschleppt. Bevor der in Betrieb genommen wurde, hat sich herausgestellt, dass nur ein Kabel abgezogen war. Die Fidel funktionierte wieder.

Cassandra Wilson hat dabei den bösen Blick bekommen, aber für sie kam es dann noch dicker, denn für ihre Zugabe war vorgesehen, dass sie auf der schönen roten Gitarre mitspielt.
Komisch war schon anzusehen, wie sie versucht hat, den Gitarrengurt um ihren Körper zu legen. Sicher wollte sie ihre Haarpracht nicht zerstören, aber vielleicht wäre das sogar besser gewesen, denn dieses Gemurkse und ihr offensichtlicher Ärger mit dem Schnellverschluss (nennt man Security-Locks) der nicht und nicht halten wollte, das war schlimm anzusehen, aber anscheinend konnte sie damit nur nicht umgehen. Dann endlich hat der Gurt gehalten, aber damit war der Spuk noch immer nicht vorbei, denn ihre Gitarre war nicht hörbar. Zwischenzeitlich plauderten die Tontechniker wieder (ich würde die durch Sonne und Mond schießen!) und Cassandra Wilson wusste nicht was sie tun sollte. Eine Zeit lang drehte sie an den Knöpfen der Gitarre herum, aber nichts half. Sie hat sich dann dafür entscheiden zu singen und die Gitarre nur als „Schmuckstück“ an ihrem Körper zu belassen. Ab und zu hat sie mit der flachen Hand auf die Saiten geklopft, mehr war da nicht.

Kommt Cassandra Wilson wieder nach Wien, werde ich nicht noch einmal Karten für ihr Konzert kaufen.
Schade, denn aus meiner Sicht hätte man das alles viel besser machen können.
__________________
Gruß
David


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Alt 11.11.2015, 18:25   #19
David
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Viktor Gernot und die Richard Österreicher Bigband am 10. 11. 15 im Globe Wien

Wenn Viktor Gernot wüsste, dass meine Frau und ich im Normalfall nur Konzerte von Weltstars besuchen, wäre er stolz darauf, würde er erfahren, dass wir nun schon zum zweiten Mal (das erste Mal ist hier im Thread beschrieben) zu einem seiner Konzerte gegangen sind. Noch dazu in einem ehemaligen Schlachthof! Schon der Gedanke daran lässt uns als Menschen die seit bald drei Jahrzehnten Vegetarier sind, erschaudern. Obendrein noch ist diese Location für uns verdammt weit weg, wir müssen quer durch Wien durch, in eine Gegend, in die wir sonst kaum kommen. Ohne Navi wären wir komplett aufgeschmissen gewesen, auch hat sich dort die letzten Jahre alles sehr verändert, wahrscheinlich eine Folge des in diesem Bezirk neu erbauten Südbahnhofes. Nichts war uns dort irgendwie vertraut, viel mehr war es so, als wären wir in einem fremden Land.
Vom offiziellen Parkplatz bis zum Eingang der Halle ist es ebenfalls ziemlich weit, ich schätze 300 Meter, bei gutem Wetter kein Problem, bei Regen und/oder Kälte sicher nicht mehr ganz so lustig......

Karten hatten wir sehr gute, mittig vor der Bühne, quasi im idealen Stereodreieck. Da die Sitzreihen dort relativ steil ansteigen, sind große Personen die man vor sich hat, kein Problem. In diese Halle passen geschätzt 1.000 Personen und so weit erkennbar, waren alle Plätze belegt. Das Publikum war gemischt, von ca. 25 bis zum „Greisenalter“ war wieder einmal alles dabei.

Angeblich hat es dort bisher noch keine musikalischen Darbietungen gegeben, da aber Viktor Gernot und Michael Niavarani fast schon als Brüder anzusehen sind und M. Niavarani zumindest Mitbegründer- wenn nicht sogar Mitinhaber dieses Gebäudekomplexes ist, war es naheliegend, dort auch Musik zu machen. Vermutlich wird das in Zukunft fortgesetzt.

Richard Österreicher hatte an diesem Abend seinen 83sten Geburtstag, Viktor Gernot hat dieses Jahr seinen 50er überschritten, beides wurde mit diesem Konzert „gefeiert“, samt Geburtstagstorte, die zum Schluss von M. Niavarani überbracht wurde.

Die „Big Band“ von Richard Österreicher (ich finde diese Bezeichnung für ein 17 Mann Orchester etwas übertrieben, aber für diese Art der Musik stimmt sie schon) besteht fast zur Hälfte aus (älteren, teils schon sehr „betagten“) Musik-Professoren. Erst zum Schluss, als jeder einzelne Musiker vorgestellt wurde, kam das zutage. Auch ohne diesem Wissen würde jeder der ein bisschen was von Musik versteht, schnell erkennen, dass da echte Profis am Werk sind. Kein falscher Ton, alles kommt locker und unverkrampft daher, es gibt keine „Egopflege“, nur die Summe zählt.
Es gab offensichtliche Freude am Musizieren, nie kam bei mir der Eindruck auf, dass diese Leute nur ihre Aufgabe erfüllen und sonst an nichts interessiert sind.
Richard Österreicher hat nicht nur dirigiert, er hat ein paar Mal – und das unglaublich gut!!! - Mundharmonika gespielt. Die ganze Band war einfach perfekt.

13 Blech- und Holzblasinstrumente, Schlagzeug, Kontrabass, Konzertgitarre (nur bei einem Lied wurde eine E-Gitarre eingesetzt) und Klavier. Am Klavier übrigens wieder Aaron Wonesch, dessen Eltern ich gut kannte (Vater ist schon verstorben, auch er war ein sehr guter Musiker). Aaron Wonesch ist zwischenzeitlich ebenfalls Musik-Professor geworden.

Pünktlich ging es los. Zuerst nur das Orchester, nach kurzer Zeit kam Viktor Gernot dazu. In Anzug und Krawatte, also so richtig „herausgeputzt“, wie es früher bei den „Rat Pack“ üblich war.
Als einen, der den „Swing“ des vorigen Jahrhunderts (quasi die „Rock-Musik“ der 30er bis Ende der 50er Jahre) in die heutige Zeit „hinüber rettet“, sieht sich Viktor Gernot auch. Damit knüpft er an Robbie Williams, Rod Stewart und Michael Buble an, die ihm (meiner Meinung nach) zwar gesanglich und stimmlich recht weit überlegen sind, dafür kommen aber bei Viktor Gernot wirklich einmalig gute Entertainer-Fähigkeiten dazu, die keiner von den vorhin genannten weltbekannten Stars nur annähernd so drauf haben.
Seine lustige Art, seine vielen kleinen Späßchen und Kurzgeschichten, aber auch sein Können beim Imitieren und Parodieren machen ihn auf eine andere Art zum Superstar. Langweile kommt mit ihm jedenfalls nie auf.
Das „Gesamtpaket Viktor Gernot“ ist es also, das fasziniert. Nicht unbedingt sein Gesang, der aber für sich alleine betrachtet durchaus beachtlich ist.

Wir haben praktisch alle Lieder gekannt, der Schwerpunkt lag wie gesagt bei denen der Rat Pack (Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin), aber es wurde auch ein Lied von Stevie Wonder und eines von Queen (hier der Einsatz der E-Gitarre) gebracht (Crazy Little Things Called Love).

Nach etwa 12 Liedern gab es eine 25-minütige Pause. Danach wurden noch einmal ca. 8 Lieder gebracht (ich habe nicht mitgezählt) und zwei Zugaben.

Die Tonqualität war makellos und die Lautstärke angenehm, aber es ist nicht zu unterschätzen, wenn 13 Blasinstrumente "voll angasen", denn dann ist man von Rock-Lautstärken nicht mehr weit entfernt, nur mit dem Unterschied, dass solche Passagen meist nur kurz andauern.

Eventuell wäre ein bisschen lauterer Gesang besser gewesen, aber sonst war auch technisch alles perfekt.

Alles in Allem ein äußerst vergnüglicher Abend. Konzerte von und mit Viktor Gernot sind eine dicke Empfehlung wert. Ob mit seiner „kleinen Band“ oder mit der Big Band von Richard Österreicher, das ist egal, die Qualität ist immer top.
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David


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Blues Brothers are back im Wiener Museumsquartier am 10. Februar 2016

Gleich vorweg, ich habe mich so geirrt, dass es mir fast schon vor mir selbst peinlich ist! Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass das eine Gruppe aus den USA ist. Was dann kam, das beweist mir wieder einmal, wie sehr auch ich von Vorurteilen befallen bin......

Von Anfang an und in Kürze:

→ Beste Parkmöglichkeit in einer großen Unterflur-Garage direkt beim „MQW“ um wenig Geld.

→ Relativ kleine „Halle“, so an die 1.000 Leute passen da rein, alles ist sauber, guter Anstieg der Sitzreihen, somit immer gute Sicht auf die Bühne, auch wenn man große Personen vor sich sitzen hat.

→ Wir hatten mittige Sitzplätze, vielleicht 25 Meter von der Bühne entfernt. Näher wäre mir lieber gewesen, da ich mich aber ziemlich spät für dieses Konzert entschieden habe, waren die besten Karten weiter vorne leider schon weg.

→ Im Publikum gab es mehrere als Blues-Brothers verkleidete Menschen, auch Frauen, sogar einen vielleicht 10-jährigen so verkleideten Buben haben wir gesehen.

→ Pünktlicher Beginn um 20h. Es gab eine 20-minütige Pause nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit. So etwas ist eher unüblich bei Konzerten, ich finde es aber gut.

→ Als Bühnenbild wurde die Skyline von Chicago (glaube ich zumindest) an die Rückwand projiziert. Ständig lief ein Nebelwerfer, sogar schon vor Beginn des Konzertes, um dem Ganzen eine „nebelige und düstere Stimmung“ zu vermitteln.

→ Auf der Bühne nichts Besonderes, übliche Aufstellung, zwei kleinere PA-Arrays links und rechts, irgendwo sicher ein großer Subwoofer, gesehen habe ich ihn nicht. Erwähnenswert eventuell das „gröbere“ Keyboard, das an eine alte Hammond erinnert hat und das auch so geklungen hat, sogar mit Leslie-Effekt, ob echt oder simuliert, das konnte ich nicht feststellen.

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Begonnen hat dieses Konzert mit einem projizierten Video-Schauspiel und einer Handlung wie man sie vom Blues-Brothers Spielfilm her kennt. Währenddessen dieses Video abgelaufen ist, kamen die Musiker auf die Bühne. In ganz normaler Kleidung, jeder anders, mehr oder weniger im „Freizeitgewand“.

Standesgemäßes Outfit gab es natürlich bei den Blues-Brothers. „Fesch-sexy“ angezogen waren die beiden (überaus hübschen) Background-Sängerinnen.

In Summe waren 12 Leute auf der Bühne. Abgesehen von den vier zuvor genannten gab es die übliche Instrumentenbesetzung: Schlagzeug, E-Bass, 2 Gitarren, Keyboard. Dazu noch ein 3-Mann Bläsersatz, ebenfalls in üblicher Besetzung: Saxofon, Trompete, Posaune.
Für diese Art von Musik also „klassisch“.

Vom Video ausgehend wurde dann „real eingeblendet“, das Schauspiel ging musikalisch auf der Bühne weiter. Immer wieder mit kleinen Show-Einlagen, wobei sich herausgestellt hat, dass die Leute im Video die Musiker selbst waren.

Der Sound war makellos, alles war deutlich hörbar. Sehr knackiger Kickbass, ebenso die Snare-Drum, immer dominante Singstimmen so wie es sein soll, ebenfalls ganz sauber hörbar der Bläsersatz. Eventuell etwas zu leise der E-Bass. Der eine Sänger hat oft und gut Bluesharp gespielt.

Musikalisch ging gewaltig die Post ab, so wie es sich bei dieser Musik gehört! Gebracht wurden alle bekannten Lieder der Blues-Brothers. Da es davon aber kein abendfüllendes Programm gibt, wurden einfach perfekt dazu passende „Soul-Hadern“ aus den 60ern und 70ern hinzugemischt, besser hätte man das nicht machen können.

Jeder einzelne Musiker war supergut, überhaupt war alles auf einem Niveau, dass ich keine Zweifel daran hatte, dass das Leute aus den USA sind, noch dazu, wo ausschließlich englisch gesprochen wurde.

Dann kam etwas, das mich zuerst erstaunt - und danach zusätzlich noch verwirrt hat: eine der beiden Background-Sängerinnen war auch diejenige, die schauspielerisch die Nonne abgegeben hat, sowohl im Video als auch auf der Bühne. Sie hat dann als Nonne verkleidet das Lied „Respekt“ gesungen, das man im Original von Aretha Franklin kennt. Das hat sie großartig gemacht, mir hat ihr Gesang besser gefallen als der von Aretha Franklin, deren unangenehme Stimme ich noch nie leiden konnte. Da habe ich mir gedacht „toller Nachwuchs aus den USA“.
Kurz darauf war sie dann wieder umgezogen, es war eindeutig, dass es sich dabei um die selbe Person handelt. Und plötzlich hat sie deutsch gesprochen!!!.......nicht nur deutsch, „WIENERISCH“!!!

„Träume ich oder was“ habe ich mir gedacht, haben die zufällig eine Sängerin aus Wien dabei, vielleicht sogar nur als Gaststar???
Ich ließ das für mich einmal unbeantwortet so stehen.

Die (nach wie vor perfekte) Show ging nach der Pause weiter, um einiges lauter als zuvor, aber immer noch mit perfektem Sound. Wieder wurde nur englisch gesprochen.

Ganz am Schluss wurden dann die Musiker von der Sängerin vorgestellt und da hat sich herausgestellt, dass alle Bandmitglieder Wiener sind!

Nie und nimmer wäre ich auf so eine - für mich absurde - Idee gekommen und nie und nimmer wäre ich zu diesem Konzert gegangen, hätte ich es gewusst. Ich bin froh, es nicht gewusst zu haben, denn dieses Konzert hatte durchaus „Las-Vegas Niveau“. Schande über mein Haupt!
Meine Frau hat nur gelacht, denn sie hat diese Vorurteile nicht.

Wiener Musiker, davon hatte ich bisher eine ganz andere Vorstellung, ich muss umdenken!

http://www.rkmusic.at/blues-brothers-show/

http://www.blues-bros.com

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David


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Alt 15.02.2016, 12:28   #21
David
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John Williams – seine größten Filmhits, am 14. Februar 2016 im Wiener Konzerthaus

http://medea-music.com/john-williams-in-concert/

Dirigent: http://www.kolonovits.com/biographie/index.html

Orchester: http://hollywoodinvienna.com/de/people/max-steiner
Bio zu Max Steiner: https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Steiner


Einmal ganz was Anderes! Aber nicht minder beeindruckend als die besten Rock-Konzerte die ich bisher gesehen habe.

Warum ich da hinging:
Seit vielen Jahren will ich ein klassisches Konzert besuchen, wirklich aufraffen konnte ich mich dazu bisher nicht, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass ich mich dabei fadisiere. Klassik ist nichts für Leute wie mich die ungeduldig sind und die ständig wollen, „dass sich was Spektakuläres tut“.
Mein ganzes Leben lang wurde ich mit Klassik „zwangsbeglückt“, das fing schon in meinem Elternhaus an und hat sich in meiner beruflichen Laufbahn durchgehend fortgesetzt. Es ist aber keineswegs so, dass ich diese Musik nicht zu schätzen weiß. Dazu noch kenne ich weitgehend alle Musikinstrumente die dabei Verwendung finden und deren Klang. Trotzdem konnte mich diese Musik nie „mitnehmen“, ich habe oft versucht Gefallen daran zu finden, leider vergebens.

„Filmmusik“ - auch das ist nichts das ich bevorzuge, denn ich bin kein „Cineast“ und Action-Filme sind mir meist viel zu brutal, dazu noch sind sie unrealistisch und übertrieben. Die Effekte sind viel zu laut und die Dialoge viel zu leise, schon daran erkennt man worauf es dabei ankommt, die Handlungen sind nur Nebensache und dementsprechend seicht. Auf derartigen „Spektakel“ (im Gegensatz zu dem was ich weiter oben geschrieben habe) kann ich also gut verzichten. „Star Wars“ interessiert mich nicht die Bohne, ich habe nicht eine einzige Episode daraus gesehen. Die Musik daraus kenne ich zum Teil, so wie auch andere Filmmusik die ja immer wieder einmal wo läuft, ohne Film. Das heisst, ich kenne einiges davon, aber ich kann es nicht zuordnen.

Als ich gelesen habe was bei diesem Konzert gebracht wird, bin ich ins Grübeln gekommen, denn da ist alles dabei wie bei einem „Monster Klassik-Konzert“, aber es werden nur kurze Stücke gespielt die kaum länger dauern als Rock-Klassiker. Die Gefahr dass mir dabei „fad wird“ war somit nicht gegeben.
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Also habe ich mich dazu entschlossen mir das anzusehen, wie immer mit meiner Frau. Sehr gute Plätze waren für die Nachmittagsvorstellung (es gab eine zweite am Abend) noch zu haben, die Preise waren dementsprechend. Wir saßen in der 5. Reihe vor der Bühne und ziemlich genau mittig. Viel besser geht’s nicht.

Das Konzerthaus ist einfach wunderschön, ich habe ein schnelles Foto davon in der Pause gemacht, denn während dem Konzert war fotografieren verboten:



Auf der Bühne waren 130 Musiker (!), in etwa 75 Intrumentalisten und 55 Leute im Chor. Ich hatte Gelegenheit in der Pause mit zwei von denen zu sprechen, sie haben mir das so gesagt. Überhaupt waren sie sehr nett, sie haben mir alle meine Fragen beantwortet.

Einer der Höhepunkte war ein Gastmusiker, der „blutjung“ ist und der wirklich beeindruckend Solo-Violine zur Filmmusik von Schindlers Liste gespielt hat. Der Applaus war dementsprechend.

Sehr gut, locker und teils lustig war die gesamte Präsentation von Christian Kolonovits. Er hat das Orchester dirigiert und immer wieder hat er dem Orchesterleiter (der in der Gruppe der Violinen war) die Hand geschüttelt. Oft wurden die Instrumentalisten dazu aufgefordert aufzustehen, um ihnen viel Applaus zukommen zu lassen und den haben sie sich auch verdient.

Auf der großen Videowall sind Ausschnitte des jeweiligen Films abgelaufen. Auch wurden immer wieder von den beiden Kameraleuten, die sich links und rechts der Bühne befanden, Ausschnitte aus dem Orchester eingeblendet.

Zum Dirigieren: immer wenn ich Leute bei dieser Tätigkeit zuschaue frage ich mich, inwieweit das wirklich notwendig ist was sie da machen und ob das nicht einfach nur „Show“ ist. Aber davon verstehe ich nichts. Fest steht, dass die Musiker fast nie zu den Dirigenten schauen, das habe ich schon oft so beobachtet, auch gestern. Das heisst, die Musiker könnten ohne einem Dirigenten genau so gut spielen, zumindest sieht es danach aus.

Wir hatten einmal einen Bekannten (Karl Österreicher) der Dirigent war (ist schon gestorben) und den habe ich auch einmal danach gefragt. Die Antworten die damals kamen waren für mich alles Andere als befriedigend und haben mich sogar in meiner Meinung bestärkt, dass es so ist wie ich es vermute. Mag sein dass es bei den Proben anders ist, aber bei einem Konzert wird da anscheinend nur noch ein gestikulierendes Schauspiel abgeliefert. Tut leid, das Gegenteil konnte mir noch nicht schlüssig bewiesen oder erklärt werden. Es ist aber auch nicht wichtig!

Viel eher muss man es so sehen, dass ein Orchester alleine – egal wie klein oder wie groß es ist - irgendwie „führungslos“ wirkt, wenn es dazu nicht eine Person gibt (gerade fällt mir auf, dass ich noch nie eine Dirigentin gesehen habe, wieso?) die dem Ganzen „vorsteht“. Es ist also OK so wie es ist und es hat sich bewährt.

Dieses Konzert war wirklich toll und ich habe es nicht bereut es besucht zu haben, obwohl es in Summe „sauteuer“ war (selbst die Garage war teuer, weil es nachmittag war und es keine Ermäßigung gab).
Ein klassisches Konzert kann ich mir jetzt sparen, meine Entscheidung damals mir das hier anzusehen war „goldrichtig“.

Aus „audiophiler“ Sicht: zum Teil gab es Pegel die recht ordentlich waren (ähnlich wie bei einem nicht sehr lauten Rock-Konzert), aber tiefe Bässe gibt es bei so etwas nicht. Woher auch? Selbst die großen Trommeln sind unverstärkt, deren Tieftonanteil ist somit unbedeutend und die der Kontrabässe ebenso. Besondere Höhen gibt es auch nicht, alles in allem gibt es ein breites Mittelton-Spektrum, sonst nichts. Das soll aber keine negative Aussage sein, denn das was man da zu hören bekommt, das klingt einfach nur wunderbar, auch wenn es nicht das ganze Hörspektrum abdeckt.

Das war ein schönes Erlebnis!
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Gruß
David


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Alt 12.03.2016, 10:28   #22
David
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Beatles Musical in der Wiener Stadthalle am 11. März 2016

http://www.beatles-musical.com/de/show/

Foto von gestern vor dem Konzert (man durfte sonst nicht fotografieren oder filmen):



Wir waren gestern bei diesem Musical. Normaler Weise mag ich Musicals nicht, aber zu dem habe ich mich als alter Beatles-Fan hinreissen lassen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Man darf so etwas nur nicht falsch sehen, denn ein Musical ist kein Rock-Konzert im klassischen Sinne, viel mehr ist es eine Show, in der etwas erzählt wird.

Dieses Musical spielte sich in der kleinen Halle "F" ab, in die ungefähr 3.000 Besucher reinpassen. Diese Halle ist unvergleichlich schöner, moderner und neuer als die alte große.

Wir hatten sehr gute Plätze in der zweiten Reihe vor der Bühne, ziemlich genau mittig.
Das Publikum war sehr gemischt, von ganz jungen Leuten bis zu "Methusalems" war da alles dabei. So weit ich es überblicken konnte, wurden alle Karten verkauft, die Musik der Beatles lockt immer noch viele Leute an.

Abgesehen von den Musikern die offensichtlich wirklich aus den USA kamen, waren noch drei "Deutsche" dabei, die die Show geleitet- und die schauspielerisch mitgewirkt haben. Das hat bestens gepasst, weil die Karriere der Beatles ja in Hamburg begonnen hat. Diese deutschen Schauspieler haben auch die Musiker dargestellt, die anfangs kurz bei den Beatles dabei waren.

Die vier "Basismusiker" haben den originalen Beatles-Musikern recht ähnlich gesehen und sie haben alles dazu getan, um "echt" zu wirken. Sie hatten Perücken auf und sie haben ihr Outfit mehrmals gewechselt, bis hin zu den eigenartigen Kleidungsstücken die man auf dem Platten-Cover der "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" sieht.

Nicht gepasst hat, dass Paul McCartney als Linkshänder den Bass verkehrt herum gehalten hat und der Musiker hier nicht, aber das zu kritisieren, das ist fast schon unfair.

Gespielt wurden alle Klassiker und die jeweils oft nur sehr kurz. Kaum ein Lied dauerte länger als zwei Minuten. Das hat aber auch gereicht und auf diese Art wurden alle bekannten Lieder der Beatles "durchgeackert".

Die Bühnenausstattung war recht einfach gehalten, der gesamte Aufwand war eher gering. Wie üblich gab es hinten an der Bühnenwand ein großes Display, darauf wurden laufend Aufnahmen von damals eingespielt. Dazwischen wurden auch immer wieder die Musiker auf der Bühne eingeblendet. Alles das wurde gut gemacht.

Die Musiker haben "fast original" gesungen und das war auch wirklich live. Alle haben sie recht hohe Stimmen und der Chorgesang war toll.
Eher wenig live ist das gewesen was die Musiker auf ihren Instrumenten abgeliefert haben. Zwar haben sie es wirklich gut verstanden so zu tun "als ob", denn sie haben alle Griffe auf den Instrumenten nachvollzogen. Wahrscheinlich können sie sogar ganz gut musizieren, aber für Jemanden der sich dabei halbwegs auskennt wurde bald klar, dass das weitgehend "gefaked" war. Ganz klar wurde das dann bei den Liedern aus besagter "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" Platte, denn da haben sie kaum noch mitgespielt, was auch verständlich ist wenn man sich die Aufnahmen von damals anhört, bei denen große Orchester mitgewirkt haben. Da haben sie dann auch gar nicht mehr getan als würden sie das selbst spielen und das war gut so, weil zumindest ehrlich.

Alles in allem war das ein gelungener Abend und ich bereue es nicht, dort gewesen zu sein.
Das "Übererlebnis" war es allerdings nicht und das liegt eher an mir, weil ich von wirklich guten Musikern mehr gewohnt bin und weil ich das fälschlicher Weise auch hier so erwartet habe.
Meine Frau dagegen war total begeistert und egal was ich gesagt habe, sie hat immer nur betont, dass für sie nur das Endergebnis zählt und wie dieses zustande kommt, das ist ihr egal.
Wahrscheinlich ist das die richtige Einstellung dazu.
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Gruß
David


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Alt 05.04.2016, 11:27   #23
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Natascha Flamisch mit Back to Blues Band am 1. April 2016 im Reigen/Wien

Es gibt ab und Dinge die spontan passieren und die sich als schönes Erlebnis herausstellen.

Ein "Musikerkumpel" von früher hat mich angeschrieben und mich gefragt, ob ich bei diesem Konzert auch dabei sein will. Ich habe kurz entschlossen zugesagt. Mit dazu eingeladen habe ich dann noch ein paar Leute meiner Band und schon haben wir in diesem Lokal einen ganzen Tisch belegt.

Der "Reigen", das ist ein Lokal in dem jede Band spielen kann. Dort treten aber auch immer wieder internationale Interpreten bzw. Gruppen auf. Keine "großen Stars", aber durchaus welche mit beachtlichem Können (zuletzt habe ich dort die großartige Dana Fuchs mit Band erlebt: http://danafuchs.com )

Unsere Erwartungshaltung war nicht besonders hoch, vielleicht ungerechter Weise deshalb, weil die Sängerin Österreicherin ist (die jetzt in Deutschland lebt) und die Musiker Deutsche sind. Da ich durch eine kurze Recherche gesehen habe dass in deren Repertoire kein einziges deutschsprachiges Lied vorkommt (sonst wäre ich sicher nicht hingegangen), hat es für mich gepasst.

Was wir dann erlebt haben, das war alles Andere als üblicher Blues mit "üblichem Strickmuster" (zwei glatt - zwei verkehrt) und wo es oft so ist, dass alle Lieder irgendwie gleich klingen und wo man schon nach kurzer Zeit genug davon hat.

Einige der Lieder die an diesem Abend gebracht wurden waren zwar auch typische "bluesige", aber der größere Teil davon ging ins rockige, soulige und funkige. Ich habe kaum ein Lied davon gekannt, vielleicht waren viele Eigenkompositionen dabei, aber selbst wenn, sie gingen supergut ins Ohr. Es war also nicht wie sonst bei Eigenkompositionen, die einen kaum vom Hocker reissen.

Die Sängerin dieser Gruppe ist ein lustiger und lockerer Typ. Sie hat viel geplaudert (es waren offensichtlich viele Leute im Publikum die ihre Freunde, Bekannten oder Verwandten sind), aber das durchaus gekonnt und routiniert. Ihr Gesang war gut aber nicht wirklich großartig (Dana Fuchs ist eindeutig besser), letztlich auch deshalb, weil sie keine sehr charakteristische und kräftige Stimme hat. Bei den Balladen hat sie mir fast besser gefallen als bei den schnelleren Liedern.
Optisch war sie mit ihrem roten Kleid eine "stattliche Erscheinung" mit sehr guter Bühnenpräsenz.

Die restliche Band bestand aus Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard und einem "Mini-Bläsersatz", nämlich Saxofon und Trompete.

Besonders positiv hervorgestochen sind für mich:

-> der Schlagzeuger, der einfach einen perfekten Job gemacht hat. Er hatte einen wahnsinns Kickbass drauf (wurde allerdings verstärkt) und er hat sehr dynamisch sowie schön differenziert gespielt.

-> der Gitarrist, der mit seinem Spiel nie "nervtötend" wurde. Im Gegenteil er hat eher zurückhaltend gespielt, mit praktisch gleichbleibendem Sound (auch immer mit der selben Gitarre), aber das was er gespielt hat, das hat immer gepasst. Also kein "Hochleistungssportler" auf seinem Instrument, der versucht möglichst viele Töne pro Sekunde zu spielen (wie unnötig das oft ist!), sondern einer, der es verstanden hat dass weniger mehr ist. Solche Gitarristen habe ich immer nur im Zusammenhang mit "Weltstars" gehört, die begriffen haben dass sie nicht der Mittelpunkt einer Band sind, sondern dass sie nur eines der Instrumente spielen, das zum gesamten guten Sound beiträgt.

-> der Saxofonist, der einerseits sehr eindrucksvolle Solis gespielt- und andererseits im Zusammenhang mit dem Trompeter für soulige Riffs gesorgt hat, die den gesamten Sound dieser Band stark geprägt haben. Er hat auf einem "uralten" Instrument gespielt, das aus dem Jahr 1954 stammt und das er selbst restauriert hat (wir haben nach dem Konzert ein bisschen mit ihm geplaudert, er hat uns unter Anderem gesagt, dass das eines seiner Hobbys ist).

Auch die anderen Musiker waren überdurchschnittlich gut, aber nicht ganz so herausragend.

Besonders beeindruckt hat mich die Dynamik dieser Band. Alleine schon daran erkennt man ob es sich um Hobby-Musiker handelt oder um welche die schon einen riesigen Schritt weiter sind. Ebenso an dem was sich zwischen den Liedern abspielt. Es gibt nichts "Unprofessionelleres" als lange Pausen dazwischen (außer es wird zum Publikum gesprochen) oder gar eine "Herumprobiererei" mit schon erkennbarem "Gefudel" welches Lied als nächstes kommt.
Alles das war hier nicht der Fall. Es gab zwar auch ab und zu kleine Fehler, aber die sind nicht der Rede wert.

Dieses Konzert war ein sehr gutes und es kam nie Langweile auf.
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David


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Alt 20.04.2016, 16:15   #24
David
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Mariah Carey am 19. April 2016 in der Wiener Stadthalle

Vor dem Kartenkauf habe ich eine Zeit lang überlegt, ob ich dieses Konzert überhaupt besuchen soll. Dass Mariah Carey eine der allerbesten Sängerinnen auf Erden ist (bzw. „war“), mit einem irrwitzigen Stimmumfang von angeblich 5 Oktaven (es gibt bei Youtube Live-Beispiele dafür, mit Tonhöhenangaben), das hätte mich im Normalfall sofort dazu veranlasst es zu tun, fast egal was die Karten dafür kosten.

Unsicher war ich nur, weil man schon lange von ihr weder musikalisch noch sonst etwas Positives gehört hat, statt dessen aber, dass sie eine extreme Diva geworden sein soll und dass sie oft Aktionen abliefert, die ziemlich schockieren. Noch dazu habe ich bei Youtube spätere Bühnen-Shows von ihr gesehen, mit unzähligen Tänzern auf der Bühne die nur seltsam um sie herumgehüpft sind und so etwas mag ich gar nicht.

Dann habe ich aber die Setlist dieses Konzertes gesehen und darin habe ich mehrere Lieder gefunden die ich gut kenne. Diese Lieder hat sie früher großartig gesungen, ohne Bühnenshow. „Was soll's“ habe ich mir gedacht, „mehr als dass ich mich danach ärgere kann ja nicht passieren“. Und dann habe ich Karten gekauft. Die wirklich guten Plätze weit vorne waren schon weg, ich wollte aber zumindest halbwegs in der Mitte sitzen und da ist mir dann nichts Anderes übrig geblieben als Plätze im 2. Parkett in der 5. Reihe zu nehmen. Diese Entscheidung war insofern eine schlechte, weil wieder einmal – und zwar vom ersten Lied an – fast alle Besucher aufgestanden sind (der berühmte Schneeballeffekt) und wir die meiste Zeit deshalb auch haben stehen müssen, sonst hätten wir gar nichts gesehen. Genau genommen hatten wir während des Konzertes Stehplätze und keine Sitzplätze.

Gewartet haben wir aber vorher fast 2 Stunden (!), ohne zu wissen warum. Schon alleine deshalb war diese Veranstaltung sehr ärgerlich. Dafür konnte Mariah Carey aber nichts, wie sich später herausgestellt hat.

Vermutlich (aber sehr wahrscheinlich, denn die ersten Zeitungsberichte heute bestätigen das schon) wurden viel weniger Karten verkauft als angenommen. Angeblich waren nur ca. 3.000 Konzertbesucher da. Auch für uns war sofort erkennbar wie schlecht dieses Konzert besucht ist, denn wir kommen immer etwa eine halbe Stunde vorher in die Stadthalle und im Gegensatz zu sonst befanden sich dieses Mal nur wenige Leute im Vorraum.

Das Konzert hätte um 19h30 beginnen sollen. Es war schon eigenartig, dass wir erst zu diesem Zeitpunkt in den zweiten Vorraum gelassen wurden. Dort mussten wir wieder eine halbe Stunde warten, bis wir endlich in die Halle zu unseren Sitzplätzen gehen konnten. Dort saßen wir dann lange Zeit herum, ohne dass sich irgendwas tat. Zufällig befand sich genau neben uns der Bereich der Tontechnik, aber darin befand sich Niemand. Nicht einmal irgendeine Berieselungsmusik lief. Auf der Bühne war auch kein Mensch zu sehen und die Halle war hell erleuchtet.

Viele Leute sind dann wieder aufgestanden um hinaus zu gehen (Buffet, WC, Beine vertreten.....) Zwischenzeitlich wurde es immer später.
Rätselhaft war für mich nur, wieso das Publikum das alles so gelassen hingenommen hat, denn es gab weder ein Gemurre noch das übliche „Gepfeife“, wie sonst bei einer gröberen Verspätung.

Irgendwann sind wir dann auch hinausgegangen und bei dieser Gelegenheit haben wir einen Platz-Anweiser gefragt, was da los ist. Er hat gesagt, dass die Vorband nicht erschienen ist, Mariah Carey aber pünktlich (von einem Beginn ihrerseits stand nirgends etwas!) um 21h beginnen wird.
Zuerst habe ich das noch so geglaubt, aber dann ist mir langsam gedämmert was viel eher dahinter steckt, nämlich dass der Veranstalter längst erkannt hat, welchen Verlust er bei diesem Konzert einfährt und dass er deshalb die Vorband (aufgrund einer Vertragsklausel) mit einer Abschlagszahlung abgefunden hat. Diese Zeit haben wir also „absitzen“ müssen!

Um 21h gab es dann erstmals (!) einen Hinweis über die Lautsprecher. Mariah Carey ist angeblich erst um 20h in Schwechat gelandet, sie ist aber vor wenigen Minuten in der Stadthalle angekommen und in 2-3 Minuten wird das Konzert beginnen. Dann hat es allerdings noch einmal 15-20 Minuten gedauert bis es tatsächlich los ging.

Ganz genau 3 Stunden zuvor sind wir von zu Hause weggefahren. Unsere Fahrzeit zur Stadthalle beträgt mit allem Drum und Dran (in die Parkgarage fahren, Platz suchen, Park-Ticket bezahlen usw.) maximal 40 Minuten.

Dann war es endlich soweit. Die Band legte los, kurz darauf wurde Mariah Carey von vier stattlichen Herren (wenn man so will, von „tanzenden Bodybuildern“) singend auf die Bühne getragen und „abgestellt“. Diese Vier waren es auch, die anfangs ständig um sie herumgehüpft sind, so wie ich es nicht mag.

Der Opener war ein bekanntes und schnelles Lied, bei dem die Diva gleich einmal ihren Wahnsinns-Stimmumfang unter Beweis gestellt hat. Da war dann gleich klar, dass sie „es“ immer noch kann. Ihre Stimme hat nicht gelitten, sie ist unverkennbar, kräftig, ausdrucksstark, extrem phrasierend, und mit einer Bandbreite, die ihresgleichen sucht.

Es folgten Balladen und Duette mit einem der Instrumentalisten, der ebenfalls sehr gut singen kann, aber immer war die Diva dabei dominant. Es gab auch beeindruckende „virtuelle Duette“ mit Michael Jackson und Whitney Houston, die auf den Bühnenhintergrund projiziert wurden. Technisch hat das mit dem Live-Gesang von Mariah Carey bestens funktioniert und echt gewirkt.

Der mittlere Liederblock war eher nichts für mich. Auch da waren immer wieder Instrumentalisten singend dabei und sie haben ihre Sache auch wirklich gut gemacht, aber die Musik kippte stark in Richtung Rap.

Danach gab es wieder mehrere bekannte und wunderschöne Balladen, mit denen Mariah Carey bekannt wurde. Diese gingen sehr „unter die Haut“. Dafür gab es zurecht tobenden Applaus vom Publikum.

Mariah Carey hat sich während dem Konzert mehrere Male umgezogen. Sie ist wieder deutlich schlanker geworden, angeblich hat sie vor Kurzem erst 'zig Kilo abgenommen.

Der Übergang zu der einzigen (!) Zugabe war irgendwie nahtlos und das Ende war dann ein endgültiges, das recht schnell kam. Dieses Konzert hat 1,5 Stunden gedauert.
Kaum dass der letzte Ton gespielt und gesungen wurde, kamen schon viele Leute mit gelben Helmen auf ihren Köpfen (?) auf die Bühne, um abzubauen. Da waren wir gerade erst von unseren Plätzen aufgestanden. Auch das hat keinen guten Eindruck hinterlassen.

Noch ein paar Worte zur Band: qualitativ war jeder einzelne Musiker absolut top und die Gesamt-Performance war auf ganz hohem Niveau. Die Besetzung war unüblich, aber der Sound hat exakt gepasst, so wie man ihn von den Aufnahmen her kennt. Gitarristen gab es keinen! Die Band war in zwei Blöcke geteilt, dazwischen war freier Platz für Mariah Carey und für die Bühnenshow.

Im linken Block gab es auf Bühnenebene einen Konzertflügel. Dahinter erhöht waren Schlagzeug und E-Bass positioniert. Im rechten Block gab es unten zwei Leute für den Background-Gesang und dahinter/darüber befanden sich weitere vier Leute, die alle so etwas wie Keyboards vor sich hatten (genauer konnte ich das von der Ferne her nicht sehen). Einer von denen hatte meist noch einen Umhänge-Synthesizer am Körper. Ab und zu spielte sogar der Bassist auf einem Keyboard, das vor ihm stand (ein Bass-Synthesizer?).

In Summe was das ein Abend mit einigen Hochs, aber auch mehreren Tiefs. 200 Euro war es mir wert, dabei gewesen zu sein. Wiederholen würde ich es nicht, denn um ein Zehntel davon gibt es Musik-DVDs oder blurays, die kaum weniger Vergnügen bereiten, bei wesentlich höherem Komfort.

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Cindy Lauper am 3. Juli 2016 in der Wiener Staatsoper

Dieser Konzertabend lief zwar unter dem Namen von Cindy Lauper, aber genau genommen hat sie sich diesen mit der „Vorband“ Meena Cryle & The Chris Fillmore Band geteilt, denn beide Auftritte haben etwa gleich lang gedauert.

Gleich vorab, für mich war die musikalische Qualität von Meena Cryle & Band keinesfalls schlechter als die von Cindy Lauper & Band.

Was in beiden Fällen „grottenschlecht“ war, das war der Sound – wer oder was immer daran Schuld hatte. Wobei in beiden Fällen der Instrumentenklang noch als „naja, geht so halbwegs“ durchgehen könnte, aber nicht beim Gesang, der bei den schnelleren Liedern zusätzlich noch komplett untergegangen ist. Das war im Besonderen bei Meena Cryle ganz schade, denn es wurde ihrem Können und ihrer Stimme in keinster Weise gerecht.
Nur bei den Balladen war es etwas besser.

Dieser Konzertabend hat ganz pünktlich begonnen. Auf der Bühne waren offensichtlich zwei Anlagen aufgebaut, es gab ein dichtes Gedränge an Instrumenten, Boxen und Elektronik. Nur PA-Boxen habe ich keine gesehen. Ich habe längere Zeit suchen müssen, bis ich dann in ca. 10m Höhe kleine Arrays entdecken konnte, mit wenig Krümmung nach unten. Das war offensichtlich die fix installierte „Saalanlage“. Diese Anordnung mag für Besucher auf dem hinteren Balkon hilfreich sein, aber für Leute die unten im Parkett sitzen ist sie völlig ungeeignet, weil diese Boxen weit über deren Köpfen hinweg ihren Schall abgeben.
Es gab aber sehr viele Bühnenmonitore und geklungen hat es so, als wären nur sie in Betrieb gewesen. Das würde erklären, warum dieser miese Sound auf der Bühne gar nicht aufgefallen ist. Ich frage mich also ernsthaft, ob die im Deckenbereich positionierten PA-Boxen überhaupt in Betrieb waren, denn gehört habe ich sie nicht. Überhaupt frage ich mich, wieso bisher nichts getan wurde, um auch die Akustik für derartige Konzerte zu verbessern, noch dazu, wo es dieses Festival schon seit 10 Jahren gibt.







Zu Meena Cryle & The Chris Fillmore Band:

Meena habe ich anders eingeschätzt, nämlich als „wilde Rock-Lady“ oder (sorry!) als „Rampensau“, aber davon konnte keine Rede sein. Vielmehr kam sie etwas schüchtern rüber, aber durchaus sympathisch. Gesprochen hat sie mit recht dünner Stimme, oft kaum verständlich.
Ganz anders dann ihr Gesang, insoweit vernehmbar. Dass sie singen kann und das sogar sehr gut, das beweist sie mehrmals auf youtube, beispielsweise bei „I'd Rather Go Blind“, das sie in einem Studio mit Profimusikern eingespielt hat. Für mich gehört ihre Interpretation mit zu den besten Coverversionen die es zu diesem Lied gibt, sie muss sich damit nicht hinter den weltbekannten Superstars verstecken, die dieses Lied auch covern (die Studiomusiker, die sie dabei begleiten, ebenfalls nicht).

Der (in Fachkreisen bekannte) Gitarrist Chris Fillmore hat mich mit seinem Können überzeugt, allerdings hat er an diesem Abend – sicher nicht absichtlich – alle anderen Musiker „an die Wand gespielt“. Irgendwie war er immer im Mittelpunkt, mehr noch als Meena Cryle. Meiner Meinung nach (Kritik auf hohem Niveau!), wäre seinerseits oft weniger mehr gewesen. Er fällt für mich in die Kategorie der „Gitarren-Hochleistungssportler“, die glauben dass sie nur dann gut sind, wenn sie ihrem Instrument möglichst viele Töne in möglichst kurzer Zeit entlocken. Das mag für andere Gitarristen interessant und beeindruckend sein, aber für die Gesamt-Performance einer Band ist so etwas eher kontraproduktiv (hängt selbstverständlich vom jeweiligen Lied ab). Besser wäre aus meiner Sicht, mit mehr Zurückhaltung zu spielen und nur dann „aufzugeigen“ wenn es passt und wenn es Sinn macht. So beobachte ich es seit vielen Jahren bei den Profimusikern internationaler Superbands. Das hat jetzt nichts mit dem jeweiligen Instrument zu tun, das gilt allgemein. Wie auch immer, Chris Fillmore ist ein Top-Gitarrist, das wird kaum jemand ernsthaft bestreiten wollen.

Der Schlagzeuger hat ebenfalls einen sehr guten Job gemacht. Zwar hat es durch seine etwas eigenartige Körperhaltung immer so ausgesehen als wolle ein sich „hinter seinem Schlagzeug verstecken“, aber so etwas hat er wirklich nicht nötig bei diesem Können.

Dem Keyboarder kann man auch nicht viel vorwerfen, aber auch bei ihm wäre manches Mal etwas weniger mehr gewesen. Nur selten merkt man bei Keyboardern, dass ihnen das Musizieren Spass macht. Bei diesem hier scheint das der Fall zu sein und das trägt er auch gut nach außen.

Dann gab es noch „ein interessantes Wesen“ auf der Bühne (nicht negativ gemeint), ein scheinbar älterer Mann mit grauem Vollbart, Sonnenbrille und Texashut, der die Steel-Gitarre bedient hat. Und das hat er gekonnt gemacht. Leider war er mit seinem leisen Spiel nur sehr wenig präsent.



Der Bassistin kann man ebenfalls nichts vorwerfen, das einzige Attribut das mir zu ihr, ihrer Bühnenpräsenz und ihrem Spiel einfällt, ist „brav“. Ihr Bass-Sound war mir zu „mulmig“, das war aber beim Bassisten von Cindy Lauper ganz genau so. Auch E-Bässe haben ein reiches Spektrum an Oberwellen, warum werden die immer komplett unterdrückt?

Die Background-Sängerin hat – soweit erkennbar - auch eine gute Stimme, mit der sie aus meiner Sicht sogar noch etwas mehr in den Vordergrund kommen sollte.

Die ausgewählten Musikstücke waren gut passend für diesen Abend. Bis auf ein paar Lieder die gecovert wurden, habe ich nichts davon gekannt.

In Summe also eine gute Darbietung, die aber leider durch den sehr schlechten Sound und kaum hörbaren Gesang extrem verloren hat.

Cindy Lauper & Band:



Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, wie ich diese Sängerin, diese Musik und diese Band beschreiben soll.

Cindy Lauper geht für mich am besten als „gealterte Rock-Ulknudel“ durch, mit einer piepsigen und leisen Stimme, die aber trotzdem recht charakteristisch ist. „Typ Waldgeist“ trifft es auch ganz gut. Was sie in jedem Fall sehr gut versteht, das ist „das Publikum mitzunehmen“. Dementsprechend bekam sie Applaus und immer wieder Standing-Ovations. Ihre Bühnenshow war beachtlich und sie hat es immer verstanden, im Mittelpunkt zu stehen. Gesprochen hat sie sehr viel.

Mehrere ihrer bekannten Lieder habe ich gleich erkannt, alles Andere war mir neu.

Eindeutig (wenn auch nicht gleich vom Start weg) war zu erkennen, dass mit Playback-Musik gearbeitet wurde. Es gab nämlich keine klangliche Veränderung als der Keyboarder die Hände von seinem Instrument nahm und stattdessen einer Melodika ein paar Töne entlockte.

Von den Musikern hat mich nur der dunkelhäutige Schlagzeuger fasziniert, der überragend gut gespielt hat und das hinter einer Plexiglasabdeckung.

Die restlichen Musiker konnten mich nicht überzeugen. Zwar war an dem was sie gespielt haben nichts schlecht oder falsch, aber so richtig gut war es auch nicht.

Eine sehr gelungene Einlage war dann zum Schluss, dass Cyndi Lauper die Bandmitglieder von Meena Cryle auf die Bühne geholt hat. Sie und einige ihrer Leute (die Bassistin wieder „ganz brav“) haben dann zum letzten Lied den Backgrund-Gesang mit unterstützt.



Für Leute, die nur gut unterhalten werden wollen (meine Frau mit eingeschlossen), war das ein durchaus vergnüglicher Abend. Für Leute die auch das Musikalische, vor allem aber auch die Einzelleistungen der Musiker interessiert, war dieser Konzertabend kein Highlight.
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Gruß
David


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Alt 06.07.2016, 19:38   #26
David
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Standard AW: Berichte meiner Konzertbesuche

Beth Hart am 04.07.16 in der Wiener Staatsoper

Vor etwas mehr als einem Jahr (Bericht hier) habe ich Beth Hart & Band das erste Mal live gehört und gesehen.
Vieles das in diesem Bericht steht, könnte ich nur wiederholen. Falls es interessiert, bitte lesen:

http://www.hififorum.at/showpost.php...3&postcount=15

Am Vortag waren meine Frau und ich bei Cyndi Lauper und Meena Cryle, jeweils mit Band. Die selbe Location im Abstand von 24 Stunden. Und fast die selben Sitzplätze.

Das Konzertereignis am Vortag war für mich kein besonderes, im Falle einer Wiederholung würde ich keinesfalls mehr hingehen.
Sollte Beth Hart wieder nach Wien kommen, egal wie oft, ich wäre immer dabei, denn diese Frau gehört für mich mit zu den besten MusikerInnen der Gegenwart.

Im Vergleich zum Konzert am Vortag war der Sound nicht um sehr viel besser, aber durch die extrem kräftige Stimme von Beth Hart war sie akustisch immer im Vordergrund. Wenn Beth Hart (und das macht sie sehr oft – ganz tolle Mikrofontechnik!) das Mikrofon etwa einen halben Meter weit von sich weg hält und singt, ist sie mit ihrer kraftvollen Stimme garantiert noch immer lauter als es Cyndi Lauper und Meena Cryle gemeinsam wären, bei kurzem Mikrofonabstand.

Begonnen hat dieses Konzert wieder ganz pünktlich. Und sowas von ruhig! Beth Hart kam alleine auf die Bühne, als Erstes nahm sie eine Akustikgitarre (die kaum verstärkt wurde), setzte sich auf einen Hocker und legte los. Dieses Lied (sicher selbst komponiert) hat leise angefangen, es hat aber immer mehr an Lautstärke zugelegt und am Schluss war es bereits recht „raumfüllend“.
Schon bei diesem Lied war erkennbar, wohin die Reise geht, nämlich in die hochkomplizierte, hochkomplexe und sehr dynamische Musik, vollgespickt mit Harmoniefolgen, die man sonst kaum wo hört.
Vom millionenfach „gequälten“ Blues-Schema und vom Standard-Ablauf Intro/Strophe/Refrain/Bridge/noch eine Strophe/Schluss war alles was sich an diesem Abend abgespielt hat, „meilenweit“ entfernt.

Am extremsten waren die Dynamik und die Harmoniefolgen. Kaum etwas wurde in einem der Lieder wiederholt, immer kam Neues und Unerwartetes dazu. Und das hat die für mich komplett unbekannte Musik so spannend gemacht. Immer kam noch etwas „obenauf“.

Beth Hart hat bei mehreren Liedern auch Keyboard gespielt (und wie!!!), teils ganz alleine, teils im Rahmen der Band und einmal hat sie sich eine akustische Bassgitarre geschnappt, auf der sie – wieder ganz alleine, nur mit ihrem Gesang – Dinge gespielt hat, die einfach „unpackbar“ waren.

Jedes Lied, egal ob mit oder ohne Band, war ein „musikalisches Feuerwerk“. Mehr geht kaum und ich wüsste nicht von wem.

Die Band war so weit ich mich erinnern kann gleich bestückt, bis auf den (dunkelhäutigen) Schlagzeuger. Der vom letzten Mal ist mir nicht besonders in Erinnerung geblieben, der aktuelle ist der pure Wahnsinn, obzwar er manches Mal ein bisschen zu laut war. Aber so wie er die Lieder „gelebt hat“, das gibt es nicht oft.

Der sich kaum bewegende, sonnenbebrillte und nie eine Miene verziehende Bassist war der vom Vorjahr. Ein braver und guter Handwerker, aber wie schafft er es, sich diese laufenden Harmonieänderungen zu merken? Mit Noten ist das noch irgendwie vorstellbar, aber er hat frei und ganz locker drauf los gespielt, als wäre es die einfachste Sache der Welt. Schade nur, dass auch er den üblichen „mulmigen Sound“ drauf hatte, aber vielleicht ist das bei einer derartigen „geringen Musikerdichte“ sogar notwendig, denn mit dem äußerst kräftigen Kickbass gemeinsam hat sich auf diese Art ein sehr sattes musikalisches Fundament ergeben.

Überhaupt waren die Bässe zum Teil gewaltig! Ab und zu gingen Basswellen durch den Raum, die die Sitze zum Vibrieren gebracht haben. Das hat aber nicht gestört und hat zur jeweiligen Musikpassage gepasst.

Zumindest einer der beiden Gitarristen war schon voriges Jahr dabei („Markenzeichen“, er spielt die Gitarre auf Höhe der Oberschenkel, wie die Punker), beim zweiten weiß ich es nicht genau, aber ich glaube dass auch er schon dabei war.
Fest steht, das was die beiden drauf haben, so stelle ich mir Top-Gitarristen vor. Nie aufdringlich, nur im Mittelpunkt stehend wenn erforderlich, dann aber „aufgeigend“, dass es eine wahre Freude ist. Ich könnte jetzt gar nicht sagen wer von beiden mir besser gefallen hat, noch dazu haben beide abwechselnd Rhythmus und Solo gespielt und sie sind sich sozusagen gegenseitig „nichts schuldig geblieben“. So macht man das! „Dauerfudler“ haben bei mir ganz schlechte Karten in der Hand, aber das mag an mir liegen, denn mir geht laute Gitarren-Dauerberieselung – noch dazu mit stark verzerrtem Klang - schnell auf die Nerven.
(In diesem Zusammenhang fällt mir der Gitarrist meiner jetzt erst vor kurzem zerfallenen Band ein, der sicher der beste war mit dem ich je zusammengespielt habe, aber auch er hatte diese weit verbreitete „Amateur-Gitarristen-Krankheit“).

Im Saal waren - soweit erkennbar - alle Plätze belegt, bis in die obersten Logen. Das Publikum war wieder stark gemischt, es war keine Tendenz erkennbar. Ich habe mich schon das letzte Mal gewundert dass so viele Leute da waren, denn bei uns ist Beth Hart eher so etwas wie ein Geheimtipp. Auch ich habe von ihr noch vor wenigen Jahren nichts gewusst.
Jetzt oute ich mich gerne als einen ihren größten Fans.

Leider habe ich nur Handy-Fotos, die ganz schlecht sind. Fotografieren wird bei Konzerten gar nicht gerne gesehen, man muss das – wenn schon – dann schnell machen:



















Vor uns saß übrigens Rod Stewart...........(Scherz):

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David


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Alt 25.09.2016, 10:44   #27
David
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Whitney Housten Show am 24. September 2016 im Wiener Konzerthaus mit Belinda Davids

Als "immer und ewiger" Whitney Housten Fan musste ich da natürlich dabei sein.

Hier die Ankündigung davon:
Zitat:
Bis heute gehört Whitney Houston zu den weltweit am meisten verehrten Künstlerinnen. Nach ausverkauften, von Medien und Zuschauern gleichermaßen umjubelten Konzerten in den USA, Kanada, Australien, Singapur und Neuseeland kommt mit «The Greatest Love Of All» die atemberaubende Hommage an einen der größten Superstars 2016 erstmals nach Europa und auch ins Wiener Konzerthaus.
In der beeindruckenden Bühnenshow begeistert Belinda Davids seit 2013 in der Rolle Whitney Houstons. Dank ihrer fabelhaften, dem Original überwältigend ähnlichen Stimme entzückt die geborene Südafrikanerin weltweit Whitney-Fans und Kritiker. «Ich möchte, dass die Menschen Whitney Houston so in Erinnerung behalten, wie sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war – und sie war fabelhaft», sagt Davids. In der zweistündigen Entertainment-Show präsentiert sie die größten Hits der Legende live on stage mit Band und Top-Tänzern durch imposante Choreographien, Lichteffekte, aufwändige Kostümen und wunderbaren Projektionen auf großer Videowall.
«The Greatest Love Of All» präsentiert die größten Whitney-Houston-Hits wie «I Will Always Love You», «One Moment In Time», «I Wanna Dance With Somebody», «Didn't We Almost Have It All», «I'm Every Woman», «Exhale (Shoop Shoop)» oder «Million Dollar Bill» und lässt ihre Karriere in einer großartigen Bühnenshow wieder aufleben.
Als eine von ganz wenigen Musikerinnen ist es Whitney Houston gelungen, in drei aufeinanderfolgenden Dekaden ein Nummer-eins-Album in den internationalen Charts zu platzieren. Ihr Titelsong des Soundtracks zum Film «Bodyguard», in dem sie 1992 in der Hauptrolle an der Seite Kevin Kostners ihr Schauspieldebüt gibt, findet sich bis heute unter den Top Ten der meist verkauftesten Singles weltweit. Mit mehr als 170 Millionen verkauften Tonträgern, über 200 Gold-, Platin-, Silber- und Diamantschallplatten sowie sechs Grammy-Auszeichnungen zählt die US-Amerikanerin zu den erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten.
Hier eine repräsentative Aufnahme: https://www.youtube.com/watch?v=89ehEImQ57Y

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Es gehört schon eines an Mut dazu, die Rolle von Whitney Housten nach ihrem tragischen und unnötigen Tod zu übernehmen.
Schafft Belinda Davids das? Aus meiner Sicht durchaus, aber je nach Lied nur zu 80-90% und das ist mehr als ich anderen sehr guten und weltbekannten Sängerinnen zutraue. Was ihr nicht ganz so gut gelingt, das sind die wirklich hohen Töne, die Whitney völlig sauber und mühelos singen konnte, Belinda strengt sich dabei offensichtlich mehr an. Leider ist mein absolutes Gehör "dahin", aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mehrere Lieder für Belinda tiefer gesetzt wurden (ich könnte das überprüfen anhand von aktuellen Aufnahmen, ist mir aber nicht wirklich wichtig). Auch singt Belinda nicht immer 100% richtig, aber das ist Kritik auf ganz hohem Niveau und etwas, das nur wenigen Menschen auffallen würde, wenn sie sich sehr darauf konzentrieren.

Was bei Belinda eindeutig besser ist als bei Whitney dazumal (ich kann vergleichen, denn ich war bei einem Konzert von Whitney) das ist ihre Bühnenpräsenz im Zusammenhang mit einer tollen Bühnenshow. Sie ist auch in der Lage das Publikum "mitzunehmen" und das ist etwas, das Whitney so gut wie gar nicht konnte.

Optisch erinnert Belinda durchaus an Whitney, wenn auch mit ein paar Kilos mehr an ihren Rippen. Sie ist eine sehr attraktive Frau und vor allem hat sie eine tolle Persönlichkeit.

Eine "echte Band" habe ich an diesem Abend nicht erwartet, aber die gab es. Leider war der Sound bestenfalls „mittelprächtig“, vor allem bei den schnellen Liedern. Wie üblich war der Klang bei den Balladen wesentlich besser, aber übrig blieb immer ziemliche Schmalbandigkeit (das Schlagzeugblech war so gut wie nicht hörbar) und ein kaum definierbarer, schwammiger Bass.

Die Musiker selbst waren wieder einmal Weltklasse! Der Unterschied zu Amateur-Musikern ist für mich jedesmal auf's Neue erschütternd, selbst wenn es sich um ausgesprochen gute Amateur-Musiker handelt. Vor allem der Schlagzeuger und der Bassist waren irre gut, aber auch der Multiinstrumentalist (Keyboard, Saxofon und Querflöte) hat immer wieder für Sonderapplaus gesorgt.

Die Instrumentierung: (gewaltiges!) Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre, (weisser) Stutzflügel und Keyboard/Saxofon/Querflöte. (E-Bass und E-Gitarre wurden bei diesem Konzert nie getauscht).
Gesanglich gab es neben Belinda noch zwei Background-Sängerinnen (der Pianist hat auch fast immer mitgesungen).

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Unbedingt erwähnenswert sind die überaus schönen und sehr komplizierten Kompositionen praktisch aller Lieder die Whitney Housten gesungen hat. Eine Coverband, die sich der "ehrlichen und handgemachten Musik" verschrieben hat, wird so etwas kaum ins Programm aufnehmen, denn das kann nur schief gehen und das nicht nur wegen dem Gesang.
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Zur Bühnenshow gehörten auch zwei Frauen und zwei Männer, die "mitgeturnt" haben. Ich kann so etwas normaler Weise nicht leiden, aber das was diese vier Leute geleistet und gemacht haben, das war nicht nur genau zum jeweiligen Lied passend, es war auch erstaunliche Akrobatik (Streetdance) und es war choreografisch perfekt einstudiert.

Gegen Schluss hin wurden die Musiker vorgestellt und jeder von ihnen hat dazu ein kurzes Solo gespielt. Vor allem der Bassist (ein Slaper, ähnlich wie Marcus Miller) und der Schlagzeuger haben dabei "abgeliefert", dass es eine wahre Freude war.

Alles in allem ein Konzert der Superlative, wenn auch mit bescheidenem Sound.















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Alt 05.11.2016, 09:39   #28
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Tony Jagitsch 04.11.16 im Musikverein, goldener Saal.

Da musste ich dabei sein: ein alter Freund von mir (wir haben in Urzeiten miteinander musiziert, er hat Saxofon gespielt) hat ein Konzert gegeben und zwar dort, wo jährlich das Wiener Neujahrskonzert stattfindet. Normaler Weise gibt es da nur klassische Musik, ab und zu auch ein bisschen Jazz. Er ist "Jazzer" und er leitet seit langem eine Bigband. Was ich nicht wusste ist, dass das gestern sein zwanzigstes (!) Konzert in diesem Saal war, denn wir haben erst vor Kurzem wieder Kontakt zueinander aufgenommen.

Seine Spezialität ist die Musik aus den 30ern und 40ern. Und die bringt er mit "ordentlicher Besetzung" (mit den singenden Leuten etwa 40 Musiker auf der Bühne) so, wie Aufnahmen aus dieser Zeit klingen. Ich bin mir sicher, dass diese Musik im Original kaum anders geklungen hat. Sogar der vierstimmige Gesang wurde absolut zeitgemäß vorgebracht, genau so "schwülstig" hat man damals gesungen.

Bitte anschauen, hier wird alles klar: http://www.jagitsch.at/Deutsch/dframe.htm

Die haben gesungen: http://vienna-swingsisters.com/index_de.html
Ebenfalls mit dabei war Markus Richter als Sänger.

Tony Jagitsch hat seine Sache wirklich perfekt gemacht! Kein Wunder, immerhin ist er eine Zeit lang mit seiner Bigband durch die USA getourt und hat dort große Erfolge gefeiert. Er ist Präsident des Europäischen Glenn Miller Institutes und er hat 2006 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erhalten: http://www.jagitsch.at/Deutsch/news.htm

Ein paar (nicht erlaubte und schnell gemachte) Fotos von gestern:

Der prächtige Saal "vorher"


Im ersten Block




Im zweiten Block mit "Verkleidung"



Alles in allem ein schönes Erlebnis und vor allem einmal ganz was Anderes als Rock.
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David


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Alt 10.11.2016, 11:42   #29
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Rod Stewart am 09.11.16 in der Wiener Stadthalle

Für uns war es das dritte Mal, dass wir ein Konzert von Rod Stewart besucht haben. Und jedesmal war es komplett anders. Das schönste war für uns das Konzert gestern, denn so gut war die Stimmung bisher noch nie, obwohl immer sehr gut.

Die „Halle“ war bis ganz oben hin offen und es hat danach ausgesehen, als wäre sie weitgehend ausverkauft.

Die 70 Jahre merkt man Rod Stewart überhaupt nicht an, noch immer ist er total schlank und beweglich, und noch immer ist er voller Schalk und Charme. Kein Wunder, dass ihm immer die Frauen zu Füßen gelegen sind, das versteht man sogar als Mann.

Die Band war eine komplett andere als bisher. Abgesehen von der Grundbesetzung (Schlagzeug, E-Bass, 2 Gitarren und Keyboard) gab es noch einen sehr guten dunkelhäutigen Saxofonisten und 6 fesche Frauen, die aber alles Andere als „nur hübsch“ waren, denn die Musik wurde fast immer von ihnen dominiert. Je nach Bedarf haben 2-3 von ihnen wie „Teufelsgeiger“ agiert, alle haben sie für satten Background-Gesang gesorgt, eine von ihnen hat Gitarre gespielt, eine hat eine riesige goldfarbige Harfe bedient und eine hat fast durchgehend Percussion gemacht.

Diese 6 Frauen haben der Musik – vor allem durch die „Fiedeln“ - einen stark country-artigen Charakter verliehen. Kein Lied hat ähnlich wie das Original geklungen, aber der Erkennungswert ist erhalten geblieben.

Die beiden Gitarren waren überhaupt nicht dominant, außer ab und zu bei kurzen Solos. Und da wurde „gewaltig aufgegeigt“, so wie es sich gehört.

Was auch verblüfft hat, das war ein „Doppel-Schlagzeugsolo“. Zum Schlagzeuger dazu (der in einem Plexiglaskobel gesessen ist) kam noch einer der Gitarristen, den dem eigentlichen Schlagzeuger um nichts nachgestanden ist. Dazu noch die Frau an den Percussionsinstrumenten – das war schon große Klasse und nicht nur „viel Wirbel“.

Der E-Bassist hat abwechselnd auch Kontrabass gespielt. Am Schluss hat er mit dem Schlagzeuger zusammen ein Slap-Feuerwerk abgebrannt, das seinesgleichen sucht.

Absolut toll war auch der sich ständig ändernde Bühnenhintergrund. Etwas Ähnliches habe ich bisher noch nicht gesehen. Diese Bühnenbilder sind aber nicht auf die Nerven gegangen, denn es gab keine grellen Scheinwerfer dazu.
Auf den diversen Displays hat man immer alles sehr gut sehen können.

Bei einem Lied hat Rod Stewart geschätzt 30 Fußbälle ins Publikum geschossen, manche davon wirklich weit.

Gegen Ende hin wurden hunderte verschieden große und bunte Luftballons, die die ganze Zeit an der Decke gehangen sind, abgeworfen.

Rod Stewart und die 6 Frauen haben sich mehrmals umgezogen. Als „Füller“ gab es immer Besonderes und einmal, als sich nur Rod Stewart umgezogen hat, haben die 6 Frauen plus Band den Motown-Klassiker „River Deep, Mountain High“ (ein sehr schwieriges Lied!) in einer Qualität und Präzision gespielt, die weit besser war als jede Coverversion die ich davon kenne.

Die Lautstärke war weitestgehend angenehm, nur ganz zum Schluss wurde es teilweise bei den rockigen Sachen grenzwertig laut.

Alle Hits von Rod Stewart wurden gebracht. Nur zwei Lieder habe ich nicht gekannt. Das Publikum hat offensichtlich genau das erwartet, denn es gab dementsprechend Applaus.

Ich würde sagen, nach Simply Red und Tom Jones (neu!), das beste Konzert bisher.

Wie jedesmal hat es lange gedauert, bis wir aus der Garage draussen waren.























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