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Technische Grundsatzdiskussionen Vor- und Nachteile technischer Konzepte

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Alt 01.05.2015, 12:25   #46
longueval
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

@tone

da hast du recht, das hätte ich als meine meinung deklarieren müssen, noch dazu weil ich belcantosänger noch nie aufgenommen oder gemischt habe.
da hast du recht.

allein, was hast du für eine erklärung für die vorliebe des genannten für einen sehr dämpfungsarmen amp, der einen weichen bass/grundton erzeugt?
weil das ist technisch gesehen, der einzige unterschied, den sein tandberg zu modernen konstruktionen hat, die er nicht will.

im übrigen spiele ich selbst geige seit mehr als 50jahren, bin sozusagen semiprofi und nehme sehr viel kammermusik und jazz auf und mastere. insofern geht dein vorwurf teilweise ins leere.

weiters habe ich erfahrung damit, wie professionelle musiker daheim musik hören und wie wenig sie im überwiegenden fall gesteigerten wert auf "richtige" wiedergabe legen.
irgendwie scheinen sie auf anderes mehr wert zu legen, als auf tonale/klangliche richtigkeit.
sie übersetzen oft das gehörte nach anderen kriterien. schon zu oft so gehört.
offensichtlich geht es vielen beim reinhören mehr um die darbietung, also timing, interpretation, intonation und zusammenspiel, als um den klang.
__________________
ALSregel: besser man kann mehr, als man macht, als man macht mehr, als man kann. (brecht)

Geändert von longueval (01.05.2015 um 12:49 Uhr).
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Alt 01.05.2015, 12:58   #47
dipol-audio
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Zitat:
Zitat von Tore

"ein opernsänger ist das flauschig plüschige von opernhäusern gewohnt und den relativ dumpfen klang dort
ergo ein wenig wohlig übertriebene grundtonwärme ist genau das richtige für solchane"

Faszinierend wie Hobbyforisten, die im Zweifel weder ein Musikinstrument (professionell) bedienen können, noch darüber hinauskommen mehr als „dem Spender sei ein Trullalla“ in schiefer Tonlage zu trällern, messerscharf analysieren wie ein ausgebildeter Opernsänger (falsch) tickt.
Hallo Tore,

mir gefallen solche Pauschalierungen auch nicht besonders und halte sie vor allem für wenig lehrreich oder gar zielführend.

Ich persönlich erlebe Musiker grundsätzlich nicht als "bessere" Kritiker von HiFi, es gibt da sehr große Unterschiede.

Viele Musiker sind es gewohnt, im eigenen Schaffen mit einer enormen Bandbreite an unterschiedlicher Raumakustik - und daraus resultierender "Tonalität" - zurechtzukommen und dabei darauf zu achten, die musikalische "Essenz" ihres Vortrags - auch unter schwierigeren Bedingungen - zu vermitteln.

Ich war u.a. einmal dabei, wie sich ein Opernsänger in einem mittleren Saal mit eher "tragender" Akustik im Hochton "eingesungen" und sein abendliches Repertoire geprobt hat, bevor das Publikum erschien ...

Unter anderem hat er in erheblichem Umfang mit der Lautstärke aber auch dem Timbre in dem auch für Ihn und den Pianisten zuvor unbekannten Saal experimentiert (auch mit seiner eigenen Position und Körperhaltung), bis er zusammen mit dem Pianisten eine Form des Vortrags fand, die für Größe und aktuellen Charakter des Saals "angemessen" war.

Es scheint mit auch klar, daß beide Musiker durchaus in der Lage waren, den Effekt des später noch eintreffenden Publikums auf die Saalakustik in etwa zu "extrapolieren".

Allein schon die experimentellen Dynamikabstufungen beim Proben - auch in Relation zum Konzertflügel - haben mir dabei den allergrößten Respekt eingeflößt ... das war wirklich lehrreich und ein großer Genuss, vor allem wenn man dann später im Konzert als Teil des "regulären" Publikums unmittelbar miterlebt, für welche "Variation" des Vortrags sich die Musiker aktuell entscheiden ...

Viele Musiker erlebe ich von daher nicht als "Erbsenzähler" was z.B. Tonalität betrifft, sie achten jedoch teils auf ganz andere Aspekte als die übrigen Hörer. Diese Aspekte mögen jedoch je nach eigenem Instrument oder Gesangstonlage, Genre und Stilrichtung, konkreter Konzerterfahrung etc. völlig unterschiedliche sein.

"Musiker" sind von daher m.E. alles andere als eine "homogene" Gruppe ...
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Alt 01.05.2015, 13:34   #48
Reno Barth
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Zitat:
Zitat von longueval Beitrag anzeigen
weiters habe ich erfahrung damit, wie professionelle musiker daheim musik hören und wie wenig sie im überwiegenden fall gesteigerten wert auf "richtige" wiedergabe legen.
irgendwie scheinen sie auf anderes mehr wert zu legen, als auf tonale/klangliche richtigkeit.
stimmt. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass es unter Musikern sehr viele Breitbänder-User gibt, die mit den erheblichen linearen Verzerrungen dieser Systeme offenbar keinerlei Probleme haben.

lg
reno
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Alt 01.05.2015, 13:50   #49
longueval
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

beispiel geige

eine geige klingt unterm kinn völlig anders für den spieler, als mit einigem abstand gehört.
auch ein sänger hört sich selbst völlig anders, das liegt auch an der übertragung durch das skelett aufs gehör.

eine geige hat sehr stark variierende abstrahlwinkel, das linke ohr über der decke nimmt den ton sehr anders wahr (lässt sich messen)
da ein großer teil des klangs nach oben abgestrahlt wird, ist der klang sehr von der raumhöhe abhängig für den geiger. geiger hassen niedere decken usw usw.

sie sind also variierende klangmuster gewohnt. was also ist richtig?
durch erfahrung sind sie in der lage zu übersetzen, das erklärt, warum sie manches nicht stört.
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Alt 01.05.2015, 15:07   #50
JoachimA
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Zitat:
Zitat von dipol-audio Beitrag anzeigen
Hallo Joachim,
Hallo zusammen,

... ich stimme in der Chor, der sagt "die meisten (?) Aufnahmen sind schlecht" nicht ein, von daher kann ich diese Mär eigentlich schon gar nicht mehr hören ...
Das ist wohl nicht richtig rübergekommen, ich meinte auch im Wesentlichen so allerwelts Pop Billig Produktionen.

Zitat:
Für mein Empfinden ist eher die Mehrheit der Aufnahmen u.a. aus dem Jazz und Klassikbereich, wo akustische Instrumente und Akustik eines - gelegentlich abstrakten - Aufnahmeraums zumindest wiedergespiegelt werden, als "sehr akzeptabel" zu bezeichnen. Es gibt natürlich auch für mich eine kleinere Zahl von Aufnahmen, die nochmals besonders gut "funktionieren": Das geht aber meist auch mit einem besonderen musikalischen Reiz einher, der sehr subjektiv sein kann, darf und soll.
Das sehe ich auch so, habe im Klassikbereich viele Scheiben, die aussergewöhnlich gut sind.

Zitat:
Jedoch kann ich sagen - auch aus Hörerfahrung bei vielen Hörern daheim - daß die eigenen Anlagen und Abhörräume im Großen und Ganzen der qualitätsminderne Faktor sind.
Auch das ist natürlich völlig richtig, keine Frage


Zitat:
Bei Popmusik und "elektroakustischen Genres" allgemein ist m.E. "mehr erlaubt" und von daher ein Qualitätsbegriff oder "Authentizität/Glaubhaftigkeit" als mögliche Dimensionen von Aufnahmen schwerer anzusetzen, aber auch hier gibt es "bessere" und "weniger überzeugende Produktionen":

Diese Genre nehme ich jedoch für die Bewertung u.a. von Lautsprecher/Raum Systemen ganz nicht so ernst, obwohl ich sie auch oft höre.
Stimmt, obwohl es gar nicht mal so selten wirklich grauenhaft schlechte Sachen dabei gibt. Mit diesem Wissen beurteile ich LS auch meist nur mit klassischer Musik im weitesten Sinne.

Zitat:
Die Qualität einer Wiedergabeanlage als "Lautsprecher/Raum System" ist für mich fast gleichbedeutend mit dem Umfang des "genussvoll hörbaren Repertoires". Für mich gilt das ausdrücklich auch über verschiedene Musikgenre und "Aufnahmetechniken" (Art der Mikrofonierung einer Aufnahme etc.) hinweg.
Volle Zustimmung, bei meinen LS hat sich das Repertoire an "hörbarer" Musik durch ein paar Optimierungsmassnahmen hinsichtlich der Aufstellung drastisch vergrössert. Manches war vorher einfach gesagt nur grässlich anzuhören. Heute höre ich mir diese Scheiben wieder an, die lange im Schrank vor sich hinstaubten. So gesehen lohnt es wirklich, den Aufstellungort genau zu überdenken, bei solchen Exoten wie meinen schon lange.

schönen Gruss,
joachim

Geändert von JoachimA (01.05.2015 um 15:19 Uhr).
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Alt 01.05.2015, 20:10   #51
David
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Zitat:
Für mein Empfinden ist eher die Mehrheit der Aufnahmen u.a. aus dem Jazz und Klassikbereich, wo akustische Instrumente und Akustik eines - gelegentlich abstrakten - Aufnahmeraums zumindest wiedergespiegelt werden, als "sehr akzeptabel" zu bezeichnen. Es gibt natürlich auch für mich eine kleinere Zahl von Aufnahmen, die nochmals besonders gut "funktionieren": Das geht aber meist auch mit einem besonderen musikalischen Reiz einher, der sehr subjektiv sein kann, darf und soll.
Stimmt eindeutig. Arm sind nur die dran, die vorwiegend verstärkte Musik hören.

Zitat:
Jedoch kann ich sagen - auch aus Hörerfahrung bei vielen Hörern daheim - daß die eigenen Anlagen und Abhörräume im Großen und Ganzen der qualitätsminderne Faktor sind.
Entspricht auch meiner Erfahrung. Nicht zu vergessen die oft katastrophale LS-Aufstellung und ein "Hörplatz irgendwo".

Zitat:
Bei Popmusik und "elektroakustischen Genres" allgemein ist m.E. "mehr erlaubt" und von daher ein Qualitätsbegriff oder "Authentizität/Glaubhaftigkeit" als mögliche Dimensionen von Aufnahmen schwerer anzusetzen, aber auch hier gibt es "bessere" und "weniger überzeugende Produktionen":
Die meisten sind schlecht.
Laut, verzerrt und ohne Dynamik.

Zitat:
Diese Genre nehme ich jedoch für die Bewertung u.a. von Lautsprecher/Raum Systemen ganz nicht so ernst, obwohl ich sie auch oft höre.
Kann man auch nicht. Trotzdem wird derartige Musik immer wieder dazu verwendet.

Zitat:
Die Lamentiererei über schlechte Aufnahmen kommt jedoch meist von Hörern, die Anlagen mit deutlichen "Auffälligkeiten" haben, so daß das "genussvoll hörbare Repertoire" ganz einfach stark eingeschränkt ist.
Das mag schon sein, ist in meinem Fall aber nicht so, denn "meine" schlechte Aufnahmen (und das sind leider viele) klingen auf allen Anlagen schlecht.
__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Gäste können Beiträge verfassen, die ich aber nur freischalte, wenn sie den Forumsregeln entsprechen. Zensur (nur in Bezug auf Respektlosigkeiten) behalte ich mir vor.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 02.05.2015, 10:18   #52
ra
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

ich hab auch einige grausame aufnahmen.
jedoch vieles, das möglicherweise nicht optimal, jedoch durchaus anhörbar ist - wenns drum geht, musik zu hören.
wenn ich sehr drauf erpicht bin, wiedergabe nahe der perfektion zu erleben, hör ich ja ganz anders, bin immer kritisch.
wo ein anderer schon längst swingt und genießt, nehmen diese menschen oftmals mehr mängel der aufnahme als musik war.
zu den gschichten, mit denen ich überhaupt nicht leben kann gehören eine reihe von bootlegs mit diesem garagensound.
gruß reinhard
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Alt 02.05.2015, 10:23   #53
JoachimA
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Zitat:
Zitat von ra Beitrag anzeigen
zu den gschichten, mit denen ich überhaupt nicht leben kann gehören eine reihe von bootlegs mit diesem garagensound.
Habe den Ausdruck "bootlegs" noch nie gehört, klär mich bitte mal auf, was ist das?

schönen Gruss,
joachim
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Alt 02.05.2015, 10:42   #54
Dezibel
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Illegale Konzertmitschnitte aus dem Publikumsraum heraus z.B. ... oder andere Räubersgeschichten ....

Es wird oftmals behauptet dass es viele schlechte Aufnahmen gibt die nur mit sehr guten Anlagen entlarvt werden können - das ist schlichtweg falsch. Früher kämpfte ich auch mit diesem Problem - selbst meine vorletzten LS, Canton Digital 1 waren da noch wählerisch. Jetzt bin ich dort angelangt dass es nur wenige nicht anhörbare CDs gibt - obwohl man über meine LS das Gras wachsen hören könnte ... nur mit großorchestraler Klassik komme ich hörpsychologisch nicht zurecht. Die Abbildung ist in Stereo in meinem kleinen Raum einfach zu klein - tonal passt es perfekt, aber der Klangkörper plus Konzertsaal kann sich nicht wirklich entfalten. Da habe ich nur eine Hand voll Aufnahmen wo das mit geschlossenen Augen einigermaßen funktioniert - das Kopfkino ....

LG, dB
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Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher ...
Albert Einstein

Geändert von Dezibel (02.05.2015 um 10:53 Uhr). Grund: Satzfehler
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Alt 02.05.2015, 11:54   #55
longueval
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

das mit den orchestern ist interessant

ich bin bei diesen erscheinungen immer versucht, so viel wie möglich über die mikrophonierung herauszubekommen. ich habe den verdacht es liegt an der aufnahmetechnik.
wenn sich die mit dem indirekten schall im hörraum nicht verträgt, dann ists schade um die mühe.
einer der gründe, warum ich indirekten schall des eigenen raumes hasse. aber das wurde ohnehin schon oft diskutiert.

ich vergleich dann oft mit kopfhörern über crossfeed ... bei manchen aufnahmen stört dann weniger.

http://www.sengpielaudio.com/Verglei...krofonSyst.pdf

ich bevorzuge solche aufnahmen
die an ortf und abwandlungen angelehnt sind.
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Alt 02.05.2015, 15:58   #56
Unregistriert
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Vielleicht zu der eigentlichen Frage, nämlich Quelle zuerst.

Zum Glück schmeckt nicht jedem die gleiche Küche. Jedoch wäre es einmal gut auch die zu Wort kommen zu lassen die über eine bestimmte, auf das Musikhören übertragen, die Naim Küche, etwas sagen wollen und auch können.

Naim lebt,sehr vereinfacht, von Rhythmus und Kontrolle, sowohl der einzelnen Stimmen als auch dem Anschlag z.b. am Klavier.

Diesen Ansatz mag man oder man mag ihn weniger oder auch gar nicht. Dies erklärt auch weshalb es generell eine Pro Naim und eine Anti Naim Fraktion gibt. Die einen hören einfach nicht was den anderen gefällt bzw. nicht gefällt. Und das sollte einmal wertfrei sein.

Zurück zu der Quellenfrage. Über die einzelnen Komponenten kann ich nur spekulieren, deswegen nehme ich ein konkretes Beispiel mit ähnlicher Fragestellungen.

Damalige Kette, cd 5i, nac 112, nap 150, sbl. War absolut zufriedenstellend bis umständehalber der cd 5i kurz verborgt wurde und übergangsweise ein cd2 kam.

Der Besitzer der Anlage, vollkommen pragmatisch und 100% an hifi desinteressiert hat nur knapp kommentiert: den 5i brach ich nicht mehr, am morgen was ähnliches wie den cd2. Gekommen ist ein cdx2 mit folgenden Veränderungen.

Präzieser, klarere und natürlichere Stimmen, tieferer und klarerer Bass, viel mehr Spaß beim Hören.

Wie gesagt, diese Aussage soll nur bei Naim gelten. Weder eine 250er Endstufe oder NBLs hätten dieses Ergebnis erzielen können.
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Alt 02.05.2015, 16:27   #57
dipol-audio
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Standard AW: Die Quelle zuerst - oder??

Zitat:
Zitat von Unregistriert
Naim lebt,sehr vereinfacht, von Rhythmus und Kontrolle, sowohl der einzelnen Stimmen als auch dem Anschlag z.b. am Klavier.
(Hervorhebungen von mir)


@Unregistriert

Hallo,

welcher Verstärker hat denn insbesondere die Wiedergabe von Transienten an einem jeweils gegebenen Lautsprecher mehr "unter Kontrolle":

- ein Verstärker mit einem Dämpfungsfaktor von ca. 13 an 4 Ohm ?

oder

- ein Verstärker mit einem Dämpfungsfaktor von >100 an 4 Ohm ?


Verstärker mit sehr geringen Dämpfungsfaktoren - wie u.a. der Naim "Supernait" aber auch viele Röhrenverstärker - zeichnen sich hier durch ein weit unterdurchschnittliches Maß an "Kontrolle" aus, weil insbesondere Transienten mit Spektralanteilen in Eigenfrequenzbereichen des Schallwandlersn "verschliffen" werden und von der "Soll-Form" abweichen.

Hier wird lautsprecherseitig das Vorhandensein elektromagnetischer Eigendämpfung ("Gegen EMK") in der Entwicklung so einkalkuliert, wie es von einem guten Verstärker - der sich u.a. durch einen hohen Dämpfungsfaktor auszeichnet (Paradigma "Verstärkungsdraht") - heute erwartet werden kann.

Es ist also bei o.g. Verstärkern mit niedrigem Dämpfungsfaktor (einzelne Hersteller zu benennen ist hierbei sogar völlig uninteressant ...) genau das Gegenteil der Fall: Das was im oben zitierten Post subjektiv als "Kontrolle" empfunden bzw. beschrieben wird, ist in Wirklicheit das genaue Gegenteil.


Dazu kommt eine weitere Frage:

Wie soll man einem Verstärker überhaupt "klangliche Eigenschaften" zuschreiben (ganz besonders dann ...), wenn dieser sehr deutlich auf Eigenschaften (Eigenfrequenzen, Impedanzverlauf) unterschiedlicher Lautsprechertypen reagiert und in der Folge u.a. jeweils abweichende Amplitudenfrequenzgänge produziert (*) ?

Was "klingt" denn hier wirklich ?

Ist es der Verstärker oder ist es der jeweils angeschlossene Lautsprecher ?


Versuch einer Antwort:

Was hier "klangliche Eigenschaften" haben kann, ist ein zusammengesetztes System aus Verstärker und (hier: Passiv-) Lautsprecher, welches im Falle eines Verstärkers mit niedrigem Dämpfungsfaktor unter einer instabilen Schnittstelle leidet, weil Spannungssteuerung (eine Form von Kontrolle) nicht mehr im angemessenen Maß möglich ist (**).

Ein anderes Diskussionsthema wäre die Verwendung von Stromsteuerung anstatt Spannungssteuerung (Verstärker als Konstantstromquelle anstatt einer Konstantspannungsquelle, wie üblich), die u.a. bei bestimmten Problemen mancher Hornlautsprecher Vorteile erbringen kann: Dafür müssten LS aber jeweils explizit ausgelegt werden.

U.a. die o.g. Verstärker mit geringen Dämpfungsfaktoren sind jedoch sind keine Konstantstromquellen, es sind immer noch angenäherte Konstantspannungsquellen, nur leider eben schlechte.


Nochmal @Unregistriert:

Deine o.g. scheinbar "klanglich" motivierten Beschreibungen beziehen sich - ich entschuldige mich für die Anmerkung im Voraus - auf Manifestationsebenen, die nichts mit Verstärkereigenschaften zu tun haben.

Ich halte sie daher für "begrifflich aufgepumpte" Fanboy-Aussagen, die schon beim Aufstellen der Aussagen zerplatzen wie Seifenblasen ...

Mit dieser Art von Herangehensweise und "Kriterien" der Komponentenauswahl kommt man hochwertiger Wiedergabe deshalb nicht näher (oder nur viel zu langsam für menschliche Lebensspannen ...), weil man einem Teilsystem - wenn auch aus Unkenntnis - klangliche "Verantwortung" für scheinbare Eigenschaften zuschreibt, die das System nur in Verbindung mit bestimmten anderen Komponenten überhaupt ausbilden könnte, also hier zusammen mit bestimmten Lautsprechern.

Einen direktstrahlenden dynamischen Lautsprecher, der an einem für Spannungssteuerung gedachten Verstärker - jedoch mit deutlich erhöhtem Ausgangswiderstand - "bessere" Transienten produzieren soll als an einem Verstärker mit wirklich niedrigem Ausgangswiderstand, kann es jedoch aus prinzipellen Gründen kaum geben (***).

Hier wurde also m.E. im oben zitierten Post offensichtlich viel mehr über eigene (gesicherte?) "Hörvorlieben" gesprochen, als über "Verstärkereigenschaften"(!).

Die Grundaussage war dabei im Endeffekt: "Person X empfindet 'verschliffene' Transienten (Hier: Leichte Tendenz für Überschwingen und verlängertes Nachschwingen) gehörmäßig als einen Zugewinn an Präzision."

Für so ein Urteil kann es vielfältige Ursachen geben, aber darauf möchte hier im Einzelnen nicht mehr eingehen, denn meine Antwort ist ohnehin schon zu lang.

Man kann jedoch das Zustandekommen solcher Urteile im Einzelfall oft aufklären ...

______________

(*) Man könnte hier auch fragen: "Welche Farbe hat ein Chamäleon ?"

(**) Auch ein Lautsprecher mit hoherer Impedanz und einer - evt. durch Kompensationsschaltungen - flach verlaufenden Impedanz über der Frequenz wird das Gesamtsystem hier stabilsieren, wenn kein anderer Verstärker verwendet werden soll.

(***) Eine gewisse "Entdämpfung" wäre denkbar, z.B. bei Lautsprecher/Raum Systemen, die im Tieftonbereich (im Eigenfrequenzbereich des Lautsprechers) "überdämpft" wären: Solche Fälle wären aber eher exotisch als realistisch ...
__________________
Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

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Geändert von dipol-audio (02.05.2015 um 18:22 Uhr).
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Alt 02.05.2015, 16:38   #58
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Zitat:
Zitat von dipol-audio Beitrag anzeigen
Welcher Verstärker hat Transienten an einem jeweils gegebenen Lautsprecher besser "unter Kontrolle":

- einer mit einem Dämpfungsfaktor von ca. 13 an 4 Ohm ?

- einer mit einem Dämpfungsfaktor von >100 an 4 Ohm ?

Verstärker mit sehr geringen Dämpfungsfaktoren - wie der Naim "Supernait" zeichnen sich hier durch ein weit unterdurchschnittliches Maß an "Kontrolle" aus, weil insbesondere Transienten mit Spektralanteilen in Eigenfrequenzbereichen von Schallwandlern "verschliffen" werden und von der "Soll-Form" abweichen.

Es ist also genau das Gegenteil der Fall: Das was hier subjektiv als "Kontrolle" empfunden bzw. beschrieben wird ist in Wirklicheit das genaue Gegenteil.

Dazu kommt eine weitere Frage:

Wie soll man einem Verstärker klangliche Eigenschaften zuschreiben, wenn dieser sehr deutlich auf Eigenschaften (Eigenfrequenzen, Impedanzverlauf) unterschiedlicher Lautsprechertypen reagiert ?

Was "klingt" hier wirklich ?

Ist es der Verstärker oder ist es der jeweils angeschlossene Lautsprecher ?

Antwort:

Es ist ein zusammengesetztes System aus Verstärker und (Passiv-) Lautsprecher,
welches im Falle eines Verstärkers mit niedrigem Dämpfungsfaktor unter einer instabilen Schnittstelle leidet, weil Spannungssteuerung (eine Form von Kontrolle) nicht mehr im angemessenen Maß möglich ist.

Etwas anderes ist die Diskussion von Stromsteuerung anstatt Spannungssteuerung, die u.a. bei bestimmten Hrnlautprchertypischen Problemen Vorteile erbringen kann:

Dafür mussten LS aber ausgelegt werden.

U.a. die o.g. Verstärker mir geringen Dämpfungsfaktoren sind jedoch sind keine Konstantstromquellen, es sind immer noch angenäherte Konstantspannungquellen, nur leider eben schlechte.

@Unregistriert:

Die o.g. Beschreibungen beziehen sich - Entschuldigung - auf Manifestationsebenen, die nichts mit Verstärkereigenschaften zu tun haben. Ich halte sie für begrifflich "aufgepumpte" Fanboy-Aussagen ...

Bitte vollständig zu zitieren, niemanden muss gefallen wie Naim Musik präsentiert.

Ich wähle nach Gehör aus und nicht nach technischen Daten. Supernait habe ich noch nie gehört.
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Alt 02.05.2015, 19:44   #59
David
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Was ich immer sage: eine "falsch spielende Audiokomponente" kann besser gefallen als eine, die (fast!) alles richtig macht.

Strittig wird die Sache erst, wenn behauptet (oder angenommen) wird, dass "besser gefallend" auch technisch besser sei. Genau das passiert aber ständig.

Zitat:
Ich wähle nach Gehör aus und nicht nach technischen Daten.
Ist völlig OK!
__________________
Gruß
David


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Alt 02.05.2015, 19:59   #60
longueval
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ich glaube der gast hat von cd spielern geschrieben.

diese wahrnehmungen sind mir gänzlich unerklärlich, bei mir klingen cd spieler nie.
in grauer vorzeit hatte ich mal einen naim nait vollverstärker, war ein putziges kerlchen.
soweit ich mich erinnern kann, war da was skurriles mit der verkabelung ...
hatte der nicht din buchsen?

irgendwie haben die scoten das esoterische im hifi eingeführt, kommt mir vor.

nennt man das nicht im marketing usp?

unique selling proposition

verrundung der leiterbahnen, war das nicht auch naim?
__________________
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Geändert von longueval (02.05.2015 um 20:10 Uhr).
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