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Alt 21.06.2016, 19:16   #1
dipol-audio
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Standard Aktueller Hörraum

Grundgedanken zum beschriebenen Hörraum

Der Hörraum hat eine Nachhallzeit bezogen auf die Volumenklasse, wie sie für Wohnräume in Deutschland etwa dem Durchschnitt entspricht. Dadurch werden die Eigenschaften vorgeführter Lautsprecher für möglichst viele Hörer mit den eigenen realen Raumverhältnissen in einen realistischen Bezug gesetzt, der weder von zu halligen noch von zu stark absorbierenden Bedingungen ausgeht.

Bei dieser grundsätzlichen Entscheidung spielte daher bewusst noch keinerlei "Idealvorstellung" zu einem Hörraum eine Rolle, sondern einzig die Orientierung an den räumlichen Verhältnissen, welche die meisten Hörer in ihren Räumen antreffen.


Durchschnittliche Nachhallzeiten in Wohnräumen

Durchschnittliche Nachhallzeiten wurden u.a. in

"Nachhallzeit in eingerichteten und leeren Wohnräumen und Konsequenzen für Geräuschmessungen" von C. Burkhart (Akustikbüro Schwartzenberger, Pöcking / Ingenieurbüro Schwartzenberger)

http://www.akustikbuero.com/download...hallzeiten.pdf

ermittelt. Für die dort gemessenen aus statistischer Sicht deutlich streuenden Räume wurde als Näherung durch lineare Regression die Abhängigkeit

T = 0.28 + 0.0039 V (T: Nachhallzeit, V: Volumen des Raums)

gefunden. Eine Gültigkeit dieser Näherung wird Veränderungen u.a. nach Region und im Lauf der Zeit auch durch den jeweils vorherrschenden Bau- und Einrichtungsstil unterliegen.

Auch in einer anderen Online verfügbaren Quelle im Vortrag "Reverberation" von Anastasia Matthews http://slideplayer.com/slide/6381968/ werden vergleichbare Werte (Folie 21) zitiert, die nicht auf Deutschland bezogen sind.


Auslegung des Hörraums

  • Eine weitestgehend konstante Nachhallzeit T30 bis in den Tiefton unterstützt ein differenziertes Hören ohne ausgeprägte Verdeckungseffekte, denn tiefe Frequenzen verdecken bei höheren Abhörlautstärken eher hohe Frequenzen als umgekehrt.
  • Für den ca. 35qm großen Hörraum üblicher Deckenhöhe, wäre eine Nachhallzeit um 0.61s als durchschnittlicher Rahmen anzusetzen, dabei tendenziell im Tiefton mehr und im Hochton etwas weniger: Der Hörraum unterschreitet diesen Wert für T30 tendenziell bei allen Frequenzen geringfügig und realisiert bei der Early Decay Time (EDT), welche für den Höreindruck von größerer Bedeutung ist, Werte von ca. 0.45s. Die häufige Tendenz zu längeren Nachhallzeiten von Wohnräumen im Tiefton wird hier ganz bewusst nicht abgebildet.
  • Ein sehr gleichmäßiger Verlauf der Nachhallzeit im Hörbereich, jedoch mit moderater Verminderung bis in den obersten Hochton (Oktave um 8Khz) auf ca. 70% schafft hier "harte aber faire" Bedingungen, unter denen sehr verschiedene Lautsprecher eine Chance erhalten, einen "anerkannten" Raumfrequenzgang z.B. nach Bruel & Kjaer oder Harman am Hörplatz annähernd zu erreichen. Dazu müssen sie über einen ausgewogenen Energiefrequenzgang mit nur moderatem Anstieg des Bündelungsmaßes zum Hochton hin verfügen, wie er u.a. bei vielen modernen Abhörmonitoren üblich ist.
  • Eigenschaften von in Entwicklung befindlichen LS bezüglich Rundstrahlverhalten und Bündelungsmaß sollen beim Abhören gut differenziert werden können. Anpassungen an andere Räume sollen mit möglichst geringen Änderungen möglich sein.


Absorption im Tiefton

Zur Absorption im Tiefton verfügt der Raum an Boden, Seitenwänden und Decke über vorgesetzte Trockenbauwände, die als Plattenabsorber im Tiefton fungieren und in verteilter Abstimmung durch eine varierende Unterlattung hauptsächlich zwischen 40 und 250Hz wirksam sind. Der Zwischenraum zwischen gemauerter Wand und Vorsatzschale ist im gesamten Raum mit Schurwolle (aus Österreich ...) gefüllt, um die Plattenabsorber mit passender Dämpfung zu versehen. Der Raum hat u.a. aufgrund dieser Maßnahmen weitestgehend konstante Nachhallzeiten bzw. Abklingzeiten bis in den Tiefbass hinein.


Absorption im Mittel- und Hochtonbereich

Die Absorption im Mittel- Hochton wird hauptsächlich über poröse Absorber bewerkstelligt (meist Schurwolle oder Polyesterwatte mit Filz kaschiert), die über die Fläche verteilt an den Seitenwänden und in den vorderen Raumecken angebracht sind.

Bei diesen Absorbern hatte eine gleichmäßige und breitbandige Wirkung Priorität vor dem Absorptionsgrad: Die Poren der Absorber bzw. deren Filzverkleidung sind mit Strohmatten abgedeckt, um einen zu starken Anstieg der Absorption zum obersten Hochton hin zu verhindern.

Weiterhin bilden die Seitenwandabsorber (bis ca. 10cm stark) eine mäandernde/wellige Öberfläche, die für reflektierte Schallanteile zusätzlich diffusierend wirkt.

Direkte (Erst-) Reflexionen aus seitlicher Richtung auf den Hörplatz (ipsilateral und kontralateral) durch teilweise unbehandelte Wandabschnitte werden bewusst zugelassen.


Universelle Eignung des Raums für Dipol, Kardioid und gängige Monopol Lautsprecher

Da der Hörraum u.a. auch für Dipol-LS geeignet sein soll, verfügt er über eine diffusierende Gestaltung durch senkrechte Lamellen im Frontwand-Bereich der vorderen Raumecken. Diese werden insbesondere beim Einsatz von auf den Hörplatz eingewinkelten Fullrange Dipol-LS vermehrt angestrahlt und dienen dazu, von dort reflektierte Schallanteile vom oberen Bass bis in den Hochton zu streuen (zu "diffusieren").

Die Lamellen in voller Raumhöhe leiten Schallanteile z.T. auch auf die jeweils gegenüberliegenden Seitenwände um. Dadurch werden frühe Reflexionen aus der Nähe der Mittelebene auf den Hörplatz (hohe interaurale Korrelation) in Relation vermindert und der Anteil seitlicher Reflexionen (geringe interaurale Korrelation) erhöht. Gleichzeitig werden die auf den Seitenwänden in voller Tiefe des Raums verteilten Mittel-Hochtonabsorber nun auch für diese Schallanteile - früh nach dem Direktschall - mit wirksam, so daß für diese porösen Absorber ein diffuser Schalleinfall aus vielen Winkeln besteht. Das erhöht ihre Wirksamkeit im Raum und sorgt für ein noch ausgewogeneres Absorptionsspektrum dieser Absorber.

Die Maßnahme einer diffusierenden Frontwand, bzw. vorderer Raumecken kommt dabei allen Bauarten von LS zugute, die im Hörraum betrieben werden. Darunter fallen u.a. auch kleinere konventionelle LS, welche erhebliche Tiefton- und Mitteltonanteile nach hinten zur Frontwand und in die Ecken eines Raums abstrahlen.
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Alt 21.06.2016, 20:27   #2
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Während einer der Messungen ...

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Standard Aktueller Hörraum Messdaten Überblick

Einige Daten im Überblick ...





Anmerkungen:
  • "Messposition 1" entspricht dem Haupthörplatz
  • "Messposition 2" entspricht einem Platz etwa in der Reihe dahinter
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