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Interessante Neuigkeiten am Markt Ankündigungen, Neuvorstellungen von HiFi Komponenten

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Alt 01.12.2016, 22:21   #2191
Jakob
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Zitat:
Zitat von DAVID Beitrag anzeigen
Jakob schrieb:

Du scheinst auch zu denen zu gehören (in meiner Familie ärgere ich mich oft darüber), die immer mit "du hast damals gesagt" daherkommen. Damals war damals und heute ist heute.
Ich habe damals gegoogelt und vor ein paar Tagen auch. Damals hieß es, dass Permanenzen von 15 oft vorkommen, jetzt habe ich von über 50 gelesen, aber nicht, dass das schon oft vorgekommen ist. Kann ich mir auch nicht vorstellen, ist sicher auch ein Fall für's Buch der Rekorde.
Alles das ist doch schnuppe, fest steht (deshalb auch mein Versuch mit dem Würfel), dass 5 Proben so gut wie gar nichts aussagen. Warum nicht gleich nur zwei?
Warum nicht "gleich nur zwei" ? Weil die Wahrscheinlichkeit per Zufall zwei Treffer in einem Bernoulli-Experiment zu erzielen halt 0,5 x 0,5 = 0,25 ist, d.h. mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% erreicht man das Ergebnis per Zufall.
Bei 5 Versuchen liegt die Wahrscheinlichkeit 5 Treffer per Zufall zu erzielen hingegen bei ~3,1% , "kleiner" Unterschied, nicht wahr?

Was die Rückgriffe auf früher geschriebenes angeht,so würd ich dir ja zustimmen, aber die Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung haben sich in den letzten Jahren nicht verändert; zusätzlich machst du ebenfalls recht freizügig Gebrauch davon, an frühere Zeiten zu erinnern (der oder der habe noch nie, hätte früher schon, usw. usf.)

Zitat:
Genau das machst du in den ersten paar Sätzen zur Beschreibung deines Tests. Du stellst Dinge in den Raum, die man bestenfalls als Vermutungen durchgehen lassen kann, aber nicht als Tatsachen.
Du irrst, denn all das könntest du (nur noch wesentlich ausführlicher dargestellt) in der Fachliteratur zur Testung finden, nur du müßtest halt dazulernen wollen.


Zitat:
Ohne zu wissen um welche Feinheiten es ging, ist auch das "Irgendwas". Ich übertreibe bewusst: wenn man zwischen 300Hz und 3kHz den Pegel um 6dB abschwächt, dann wird man das in jedem Fall hören.
Du hast selbst während der "Wiener Tests" miterlebt, dass selbst gut hörbare Unterschiede (mehrere dB) plötzlich im Test nicht mehr ausreichend wahrgenommen wurden. Beide Teilnehmer haben dein Signifikanzkriterium nicht erreichen können.

Zitat:
Was hätte ich "dazulernen" sollen, bei einer Sache die so klar ist? Vor Verblindung die angeblich eindeutig hörbaren Unterschiede und Sekunden danach, nach Verblindung, ist alles schlagartig weg.
Siehe oben, du hast es selbst miterlebt, aber offenbar ist es einfachen,die Tatsachen beharrlich zu negieren; es ist leider "Glaubensprosa" reinsten Wassers und das auch noch in der xten Wiederholungsrunde.

Zitat:
Auch die "putzigen" Würfelspiele sind Fakten, die nicht wegzuleugnen sind. Wer aber - so wie auch du - ununterbrochen nach Fehlern bei den einfachsten Sachen dieser Welt sucht, der wird sich damit nicht zufrieden geben. Das ist aber nicht besser als das Suchen nach Fehlern bei Naturgesetzen.
Wie gesagt, die Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung haben sich nicht verändert, wenn dir das Würfeln hilft, nichts dagegen einzuwenden, aber leider sind Wahrscheinlichkeiten alles andere als intuitiv verständlich. Wenn du also die falschen Schlüsse aus dem "Würfelmarathon" ziehst, ist das zwar verständlich, aber leider nicht richtiger.


Zitat:
Die Begründung sollte klar sein, umso weniger Proben, desto "nixer" das Resultat.

Jakob, wir ticken in dieser Sache sehr unterschiedlich und auch wir werden hier nie auf einen Nenner kommen. Für dich sehe ich alles zu einfach, aber 1+1 ist nunmal 2, darüber brauche ich nicht weiter zu diskutieren.
"Je nixer" ist zwar schön, aber, wie gesagt, die Ratewahrscheinlichkeit bei 5 Versuchen (und SL = 0.05) liegt halt bei ~3,1% .

Übrigens die Wahrscheinlichkeit, per Zufall 12 Treffer aus 16 Versuchen zu erzielen, liegt bei ~3,8%.
Die Wahrscheinlichkeit, per Zufall 15 Treffer aus 20 Versuchen zu erzielen, liegt bei ~2,1% .
Die Wahrscheinlichkeit bei deinem Kriterium per Zufall 16 Treffer aus 20 Versuchen zu erzielen, lieg übrigens bei ~0,6%, d.h. die von dir akzeptierte Irrtumswahrscheinlichkeit (meint die Nullhypothese zu verwerfen, obwohl sie eigentlich richtig ist) liegt bei nur ~0,6%.
Wenn du nun aus Fairnessgründen die andere Fehlerwahrscheinlichkeit (meint die Nullhypothese beizubehalten, obwohl sie eigentlich falsch ist) ebenfalls gleich gering halten willst, dann brauchst du 61 Durchgänge, du machst aber nur 20. Voraussetzung der Rechnung ist ein Erkennungsvermögen von 80%, d.h. bereits ziemlich große Unterschieden bzw. recht gute Detektionsfähigkeit. Liegt sie niedriger, dann steigt der notwendige faire Durchgangsumfang weiter an.

Machst du aber nur 20 Durchgänge, dann liegt die tatsächliche Teststärke nur bei ~63%, d.h. das Risiko, das ein eigentlich vorhandener, wahrnehmbarer Unterschied bei dir durchrutscht, liegt bei ~37% und das ist noch deutlich höher als die Irrtumswahrscheinlichkeit bei nur 2 Durchgängen..... ;)
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Jakob ist offline  
Alt 01.12.2016, 22:42   #2192
schauki
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@Jakob
Du bist jetzt wie lange in Foren am BT Thema dran? 15 Jahre?
Hast du in diesen Jahren irgendwo selbst Tests gemacht die auch von externer Stelle nachgeprüft werden kann, oder zumindest so dokumentiert als dass sie prüfbar sind, bei denen die jew. Testobjekte sich messtechnisch unter den "bekannten" Hörschwellen unterschieden haben aber der Test die Hörbarkeit mit nahelegt - also z.B. 5% Ratewahrscheinlichkeit?

Ich könnte hier nun auch Tests "päsentieren" die ähnlich gut/schlecht waren wie dein Amp-Test, die andere Ergebnisse zeigen würden. Wie viel sind die wert?
Würdest du mir glauben?


Ich will dir natürlich nicht vorschreiben was du mit deiner Zeit anstellen sollst.
Aber zumindest bin ich schon darüber erstaunt, dass dir anscheinend mehr daran liegt über kontrollierte Tests zu schreiben als welche zu machen.

Vor allem weil diese Ergebnisse ja dann nicht nur dem eigenen Spaß dienen würden, sondern sowohl für viele Goldohren eine Art Bestätigung und auch für Hersteller ein Verkaufsargument darstellen würde.

mfg
schauki ist offline  
Alt 02.12.2016, 00:37   #2193
hifi_angel
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Zitat:
Zitat von Holger Kaletha Beitrag anzeigen
Das ist lustig! Ihr seid es, die Euch hier im Forum immer nur selbst bespiegelt. Und wer Eure Selbstbespiegelung nicht mitmacht wie meine Wenigkeit, der wird dann auch wieder in Eurem Spiegel gespiegelt und als Spiegel-Störung und Spiegel-Eintrübung betrachtet. Die Störung muss also weggeputzt werden, damit die Realo-Selbstbespiegelungs-Klarheit wieder hergestellt ist. Es ist aber nicht selten so, dass es die (in einer Weltanschauung) Gefangenen sind, die glauben, sie seien die eigentlich Freien, während für sie dann die eigentlich freie Welt das Gefängnis ist. Verkehrte Welt!
Und jetzt? Wie schon gesagt, dann leben wir halt in zwei Welten. Deine Welt ist ja für dich selber ja wohl auch nicht weiter hinterfragbar. Quasi in sich kompatibel. ;)

Unsere Welt ist spätestens seit Galileo (ein wesentlicher Begründer der modernen Naturwissenschaften) gegeißelt von dem Zwang des objektiven Nachweises von Phänomenen und der Richtigkeit von Theorien. Für die Mühsal Wahrgenommenes von der Subjektivität zu filtern und somit gleichzeitig von der Beliebigkeit zu befreien erhalten wir jedoch verlässliche, objektive und übertragbare Erkenntnisse. Mit der Konsequenz, dass in unserer Welt solange etwas als nicht existent gilt, solange es nicht zweifelsfrei, objektiv, reproduzierbar nachgewiesen wurde. Egal wie lange es dauern mag. Selbst an die Plausibilität von Theorien stellen wir hohe Anforderungen.

So tickt halt unsere Welt, die wir sowohl im Mikro- als auch im Makrokosmos anwenden, Nichts anderes können wir dir mitteilen, egal was auch immer du erwartest, was mir aber immer noch nicht wirklich klar ist?

Andere sogn. "Gelehrte" (also Vertreter aus deiner Welt) können uns ja durchaus bedrängen wollen von unserem Denken und Handeln Abstand zu nehmen. Aber das hat schon zu Zeiten von Galileo nicht funktioniert.
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Alt 02.12.2016, 03:03   #2194
dipol-audio
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Zitat:
Zitat von hifi_angel Beitrag anzeigen
...
Unsere Welt ist spätestens seit Galileo (ein wesentlicher Begründer der modernen Naturwissenschaften) gegeißelt von dem Zwang des objektiven Nachweises von Phänomenen und der Richtigkeit von Theorien. Für die Mühsal Wahrgenommenes von der Subjektivität zu filtern und somit gleichzeitig von der Beliebigkeit zu befreien erhalten wir jedoch verlässliche, objektive und übertragbare Erkenntnisse.
...

Und das ist ein mühsamer Prozess. Viele Menschen sind dem nicht gewachsen oder wollen sich dem nicht aussetzen ...

Es ist wohl einfacher, in der eigenen Wahrnehmung "zu baden", ja sie für "die Welt" zu halten und womöglich andere noch belehren oder dafür - für die Eigenwahrnehmung - instrumentalisieren zu wollen:

"He 'Techniker', belege mir meine Wahrnehmung !" (Nur dann bist Du für mich ein "braver Techniker" ...)

Aber wo nichts ist, da ist eben nichts außer dem, das um sich selbst kreist und nichts von allgemeinem Nutzen hervorbringt.

HiFi hat nicht primär mit "Kabeln" oder irgendeiner Art von (in Wahrheit visuell orientiertem) Materialfetischismus zu tun: HiFi Komponenten sind - soweit es die Wahrnehmungsmöglichkeiten unseres Gehörs betrifft - primär funktional definiert. Und diese Ebene ist ohne Fach- und Überblickswissen offenbar vielen, die auf dem Gebiet "gern mitreden", gänzlich unzugänglich.

Man muss es in dieser Deutlichkeit wohl einmal sagen ...
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Alt 02.12.2016, 06:53   #2195
David
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Standard AW: AVM Jubiläumsserie zum 30.

Jakob schrieb:
Zitat:
Machst du aber nur 20 Durchgänge, dann liegt die tatsächliche Teststärke nur bei ~63%, d.h. das Risiko, das ein eigentlich vorhandener, wahrnehmbarer Unterschied bei dir durchrutscht, liegt bei ~37% und das ist noch deutlich höher als die Irrtumswahrscheinlichkeit bei nur 2 Durchgängen.....
OK, ich nehme zur Kenntnis, dass 20 Proben weniger aussagen als 2 Proben und gebe somit einfach auf, denn ich muss nicht bei jedem Unsinn mitmachen.
__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 02.12.2016, 07:27   #2196
Holger Kaletha
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Zitat:
Zitat von hifi_angel Beitrag anzeigen
Und jetzt? Wie schon gesagt, dann leben wir halt in zwei Welten. Deine Welt ist ja für dich selber ja wohl auch nicht weiter hinterfragbar. Quasi in sich kompatibel. ;)

Unsere Welt ist spätestens seit Galileo (ein wesentlicher Begründer der modernen Naturwissenschaften) gegeißelt von dem Zwang des objektiven Nachweises von Phänomenen und der Richtigkeit von Theorien. Für die Mühsal Wahrgenommenes von der Subjektivität zu filtern und somit gleichzeitig von der Beliebigkeit zu befreien erhalten wir jedoch verlässliche, objektive und übertragbare Erkenntnisse. Mit der Konsequenz, dass in unserer Welt solange etwas als nicht existent gilt, solange es nicht zweifelsfrei, objektiv, reproduzierbar nachgewiesen wurde. Egal wie lange es dauern mag. Selbst an die Plausibilität von Theorien stellen wir hohe Anforderungen.

So tickt halt unsere Welt, die wir sowohl im Mikro- als auch im Makrokosmos anwenden, Nichts anderes können wir dir mitteilen, egal was auch immer du erwartest, was mir aber immer noch nicht wirklich klar ist?

Andere sogn. "Gelehrte" (also Vertreter aus deiner Welt) können uns ja durchaus bedrängen wollen von unserem Denken und Handeln Abstand zu nehmen. Aber das hat schon zu Zeiten von Galileo nicht funktioniert.
Zwei Anmerkungen dazu:

1. Deine Interpretation der modernen, neuzeitlichen Naturwissenschaft ist durchaus nicht unstrittig. Du sagst, die Verpflichtung zur Objektivität ist die nach eindeutiger Beweisbarkeit. Da hat aber z.B. das berühmte "Dreistadiengesetz" von Auguste Comte Naturwissenschaft ganz anders interpretiert. Comte sagt nämlich, dass die Suche nach Gründen und Beweisen das mythische Zeitalter kennzeichnet, und gerade nicht das modern-naturwissenschaftliche. Das wissenschaftliche Zeitalter sucht nicht nach Gründen und Beweisen, sondern ihm geht es um die Beschreibung der Welt durch Gesetzeszusammenhänge - was der Newtonschen Auffassung von Physik entspricht. Man hat z.B. nach dem "Beweis" für die Existenz des Pluto gesucht, weil die Gesetzesbeschreibung unseres Planetensystems unvollständig war - und nicht etwa umgekehrt. Kann man den Urknall wirklich beweisen? Natürlich nicht, man kann ihn rekonstruieren aufgrund einer Gesetzesbeschreibung.

Wenn Du mir also unterstellst, meine Auffassung der Wahrnehmung sei irrational, weil sie sich auf keinen meßtechnischen Beweis stützt, dann ist das aus diesem Grund nämlich fragwürdig. Denn ich berufe mich ja auf einen Wahrnehmungssinn, der eine eigene Gesetzmäßigkeit darstellt. Das ist nun sehr wohl mit dem Geiste des "wissenschaftlichen" neuzeitlich-naturwissenschaftlichen Zeitalters vereinbar, das primär nach Gesetzesbeschreibungen von Phänomenen sucht. Die Entstehung der Psychologie als Wissenschaft war übrigens, dass sich psychologische Phänomene als Gesetzmäßigkeiten beschreiben lassen ohne ein physiologisch meßbares Fundament. Psychologie ist nicht nur angewandte Physiologie. Auch da zeigt sich, dass sich Wissenschaftlichkeit nicht durch Beweisbarkeit, sondern den Nachweis einer Gesetzmäßigkeit konstituiert.

2. Die andere Prämisse bei Dir ist, dass Du unterstellst, dass man ein konsistentes Weltbild haben müsste, also der Anspruch der wissenschaftlichen Beweisbarkeit überall gelten müsse. Auch das ist zutiefst fragwürdig. Hier verweise ich auf Alfred Schütz und seine Rekonstruktion der Gesetzmäßigkeit lebensweltlicher Alltagslogik. Schütz sagt, für die Alltagslogik ist "Inkonsistenz" konstitutiv. Beispiel: Der Richter muss sich bei seinem Urteil an Gesetze halten auch dann, wenn er die Gesetze für nicht human hält. Er kann allerdings als Bürger für die Reform der Gesetze streiten. D.h. er muss sich in zwei inkompatiblen Logiken bewegen. In diesem Sinne ist es eben nicht sinnvoll, überall die Wissenschaftslogik der Beweisbarkeit anzuwenden und das Gegenteil für irrational zu halten. Wenn man von einem Freund verlangt, er solle einen Freundschaftsbeweis bringen, dann ist er beleidigt, weil das ein Ausdruck des Mißtrauens ist. So ein Anspruch gefährdet die Freundschaft. Ebenso kann der Beschäftige seinem Arbeitgeber nie beweisen, dass er vertrauenswürdig ist. Wenn der Arbeitgeber nun auf die Idee kommt, ihn permanent deswegen zu überwachen, ist das verfassungswidrig. Und in diesem Sinne kann ich eben sehr wohl vernünftig sagen, dass der Anspruch wissenschaftlicher Beweisbarkeit endet vor meinem Privatzimmer, wo ich Musik höre und das genieße. Ich vertraue da meinen Wahrnehmungen wie ich z.B. meinem Freund vertraue und dafür bedarf es keiner weiteren Beweise. Das ist nicht irrational, vorausgesetzt, man akzeptiert die Inkonsistenz der Alltagslogik und konstruiert sich nicht ein konsistentes, geschlossenes Weltbild auf rein naturwissenschaftlicher Basis. Der alte Aristoteles hat zu Recht in Bezug auf die Alltagspraxis und praktische Vernunft gesagt, dass es unklug ist, mehr Beweisbarkeit und Genauigkeit zu verlangen, als unbedingt erforderlich ist. Wissenschaftliche Theorie und lebensweltliche Praxis folgen nicht denselben, sondern anderen Regeln.

Schöne Grüße
Holger
Holger Kaletha ist offline  
Alt 02.12.2016, 08:21   #2197
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Hallo Holger,

ich möchte mich einmal ausdrücklich für deine blitzgescheiten Beiträge hier bedanken. In keinem HiFi-Forum finde ich solch tiefschürfenden Beiträge zur Wissenschaftlichkeit und Alltagswirklichkeit und deren Relevanz für den einzelnen. Es bleibt dein Verdienst, diese grundlegenden Gedanken gegen alle Widerstände hier konsequent verfolgt zu haben. Dafür gebührt dir Respekt und Anerkennung.

Gruß
Franz
 
Alt 02.12.2016, 08:53   #2198
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Zitat:
Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
Hallo Holger,

ich möchte mich einmal ausdrücklich für deine blitzgescheiten Beiträge hier bedanken. In keinem HiFi-Forum finde ich solch tiefschürfenden Beiträge zur Wissenschaftlichkeit und Alltagswirklichkeit und deren Relevanz für den einzelnen. Es bleibt dein Verdienst, diese grundlegenden Gedanken gegen alle Widerstände hier konsequent verfolgt zu haben. Dafür gebührt dir Respekt und Anerkennung.

Gruß
Franz
Einerseits muss ich Dir Recht geben. Andererseits muss für mich eine Theorie sich in der Praxis bewähren. Und wenn ich dann die Anfängerfehler von Holger sehe und seine Hörberichte, die Ausdruck höchster hörtechnischer Unsicherheit sind und schlussendlich das mangelnde Verständnis von ganzheitlicher kohärenter Wiedergabe mir vor Augen führe, muss ich konstatieren, dass diesen Theorien einfach nicht richtig sein können. Er ist sich da aber so sicher, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe, ein weiteres Mitglied in der ernsthaften Hör-Community begrüßen zu können. Schade
 
Alt 02.12.2016, 08:54   #2199
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Hallo Holger,

ich möchte mich einmal ausdrücklich für deine blitzgescheiten Beiträge hier bedanken. In keinem HiFi-Forum finde ich solch tiefschürfenden Beiträge zur Wissenschaftlichkeit und Alltagswirklichkeit und deren Relevanz für den einzelnen. Es bleibt dein Verdienst, diese grundlegenden Gedanken gegen alle Widerstände hier konsequent verfolgt zu haben. Dafür gebührt dir Respekt und Anerkennung.

Gruß
Franz
Franz,

jetzt schuldest Du mir eine neue Tastatur, weil mir gerade vor Lachen der Kaffee aus dem Gesicht gefallen ist.....
 
Alt 02.12.2016, 08:58   #2200
ruedi01
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Zitat:
Zitat von Jakob Beitrag anzeigen
Wieso unterstelle ich da etwas? Ich habe zitiert, was du schriebst und in einem früheren Beitrag schriebst du, du habest noch nie an einem "Blindtest" teilgenommen (würdest aber gerne mal).
Ergo kann sich deine Hörerfahrung doch nur auf "offene Tests" beziehen, deshalb folgt gleiche Vorgehensweise.
Wieder so eine nicht zulässige Schlussfolgerung. Ich würde mal glatt weg behaupten, dass die Wenigsten hier (im Forum) oder auch darüber hinaus jemals an einem echten Blindtest teilgenommen haben, der unter wissenschaftlich korrekten Bedingungen organisiert worden ist. Das ist nämlich ein ziemlich großer Aufwand, den man zu Hause mit gegebenen Ressourcen kaum realisieren könnte. Aber ich habe schon recht viele verblindete Vergleiche zu Hause durchgeführt. Gegenstand der Vergleiche waren Verstärker, CD-Spieler, CD-Rohlinge (auch gegen originale CDs), Audio-Kompressionsformate und eben auch Kabel. Und ich habe nie behauptet meine Vergleiche würden objektiven Maßstäben genügen und die (meine) Ergebnisse wären repräsentativ und allgemeingültig.

Zitat:
Zitat von Jakob Beitrag anzeigen
Auf Basis der Naturgesetze kann man nur beurteilen, ob messtechnische Unterschiede vorhanden sind (sind sie iaR); falls mir da ein "Naturgesetz" entgangen sein sollte, das die Wahrnehmungmöglichkeit bei nichtidentischen Stimuli negiert, bitte ich um Nennung desselben. :)
Messtechnische Unterschiede bei Kabeln für die Audiowiedergabe? Da musst Du aber schon lange suchen, bis Du ein Kabel gefunden hast, das messtechnische Auffälligkeiten zeigt. Und dann kommt der Zweite Schritt, ergeben sich aus diesen Auffälligkeiten tatsächlich hörbare Unterschiede? Was wiederum nur durch einen korrekten Blindtest nachweisbar wäre. Hast Du diese Beweiskette jemals voll durchgezogen?

Zitat:
Zitat von Jakob Beitrag anzeigen
Die "Wissenschaft" kann aufgrund empirischer Resultate (gewonnen unter anderen Zusammenhängen) Hypothesen aufstellen; da mWn niemand unter den spezifischen Randbedingungen gemessen hat (weder bei dir noch bei dem anderen), steht die Hypothesenformulierung ("kann man nicht hören") auf eher unsicherem Boden.
Von welchen spezifischen Randbedingungen redest Du? Ein Kabel (NF oder LS) durchzumessen ist eine der leichtesten Übungen für jeden Elektrotechniker. Da gibt es keine besonderen Bedingungen, das kann jeder Elektroniker mit modernen Standardmessinstrumenten in ein paar Minuten erledigen. Da ist nix 'spezifisches' oder gar mystisches dran.

Zitat:
Zitat von Jakob Beitrag anzeigen
Das du findest, es korreliere, sei dir natürlich unbenommen, aber die Fähigkeit des Menschen, das zu hören, was er für sinnvoll/richtig halte (eben gerade die Beeinflussbarkeit), ist doch gerade die Grundlage für die Forderung nach kontrollierten Tests.
Ich weiß jetzt nicht so ganz genau worauf Du hinaus willst. Aber ist das nicht die Forderung der sog. Technikerfraktion hier? Und bist es nicht gerade Du der in diesem Zusammenhang Behauptungen aufstellst, die unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten...sagen wir mal...etwas weit greifen?

Für mich steht fest, zeigt ein Kabel bei den einschlägigen Standardmessungen keinerlei Auffälligkeiten, dann gibt es keinen Grund anzunehmen es gäbe besondere klangliche Eigenschaften. Da die Anforderungen an ein Kabel für den Audiobereich geradezu lächerlich gering sind (anders bei Computerkabeln!) steht ebenso für mich fest, jede stink normale aber ordentlich gemachte Standardstrippe macht ihren Job hier perfekt. Da ist für mich die Diskussion um Kabelklang endgültig beendet.

Gruß

RD
ruedi01 ist offline  
Alt 02.12.2016, 10:27   #2201
longueval
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"Ignorance more frequently begets confidence than does knowledge. " Charles Darwin
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ALSregel: besser man kann mehr, als man macht, als man macht mehr, als man kann. (brecht)
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Alt 02.12.2016, 11:32   #2202
armin75
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Errare humanum est :-)

Hier dreht sich alles im Kreis, so wird das einfach nix mehr, naja allen ein schönes WE.

lG

Armin
armin75 ist offline  
Alt 02.12.2016, 11:35   #2203
David
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Zitat:
Hier dreht sich alles im Kreis, so wird das einfach nix mehr.....
Und deshalb ist hier jetzt auch zu.

Tausende Worte, Null Veränderung in beiden Lagern.
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Gruß
David


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