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Alt 20.05.2018, 11:40   #1
Selfmade-Man
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Selfmade-Man
Standard Zum Thema Digitalisierung...

Ich finde es immer wieder amüsant wenn Politiker, die das Internet gerade erst entdeckt haben ("Neuland"), mehr Digitalisierung fordern. Ein schweizer Politiker hat erst kürzlich gesagt, dass seine liebste Infomationsquelle der Teletext sei...

Zu diesem Thema habe ich eine Geschichte entdeckt (Youtube, David Kreisel, 2013). diese sollte Pflichtlektüre für Digitalisierer werden.
2013 hat der Informatiker Kreisel entdeckt, dass Kopiergeräte von Xerox beim Scannen in eine Datei Fehler machen. Das Problem wurde entdeckt, als eine Baufirma feststellte, dass auf den gescannten Bauplänen die Quadratmeterangaben der Räume nicht stimmten. Die kleinen Räume hatten plötzlich mehr m2 als die grossen.
Es stellte sich heraus, dass die Datenkomprimierung fehlerhaft arbeitete. Es handelt sich dabei um das JBIG2 Verfahren. Dieses koprimiert Text-Daten so, dass es einzelne Buchstaben und Zahlen erkennt und diese dann nur jeweils ein mal speichert. Kommt im Text ein Buchstabe mehrmals vor, wird nur noch die Position gespeichert aber nicht erneut das ganze Abbild. (am besten mal das Video schauen...) So kam es zu fehlerhaftem Erkennen von einzelnen Zahlen und das Gerät hat diese einfach vertauscht.

Richtig übel an der Sache ist, dass der Fehler 8 Jahre lang nicht entdeckt wurde. So lange waren die Geräte schon auf dem Markt.
Alle Dokumente, die in dieser Zeit gescannt wurden (Urkunden, Pläne, amtliche Dokumente) sind möglicherweise Fehlerbehaftet! Zum Teil wurden die Originale vernichtet, eine Überprüfung wird schwierig.
Ganze Stadtarchive sind nun nicht mehr Vertrauenwürdig.... gerichtliche Beweismittel möglicherweise ungültig... Baupläne mit falschen Grössenangaben.

Man verlässt sich bei der "Digitalisierung" auf Technische Hilfsmittel, deren Funktion und Verhalten in der Praxis nicht mal den Herstellern völlig klar ist.
Auch die Datenspeicherung ist nicht besonders langlebig. Alle paar Jahre müssen die Daten auf neue Datenträger umkopiert werden. 30 Jahre alte Magnetbänder kann heute kaum noch einer abspielen weil schlicht die Geräte nicht mehr da sind.
Papier ist zwar auch kein ewiges Speichermedium aber es hält immerhin einige 100 Jahre. Und es ist bisher noch nie vorgekommen, dass ein Buch plötzlich leer war. Bei elektronischen Daten kann es schnell mal passieren, dass mal etwas irrtümlich gelöscht wird oder durch einen Defekt ins Niwana geht.

Auch dem "Internet der Dinge" schaue ich skeptisch entgegen. Wenn jeder Toaster, Kühlschrank oder Waschmaschine am Internet hängt, wird die Spielwiese für Hacker immer grösser.
Hier sei einmal die Suchmaschine "Shodan" erwähnt, mit deren Hilfe man Geräte finden kann, die am Internet hängen. Sucht man zum Beispiel nach "Webcam" findet man schnell einige private Webcams, die ohne Paswort am Netz hängen. Kann man den Leuten in die Stube schauen..... Ist so, hab ich ausprobiert.
Oder im Wasserkraftwerk mal die Schleuse öffnen? Die Kirchenglocken läuten lasen?
__________________
Was nicht passt wird passend gemacht.
To invent, you need a good imagination and a pile of junk.
- Edison

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Alt 20.05.2018, 12:50   #2
hifi_angel
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Standard AW: Zum Thema Digitalisierung...

Zitat:
Zitat von Selfmade-Man Beitrag anzeigen
Ich finde es immer wieder amüsant wenn Politiker, die das Internet gerade erst entdeckt haben ("Neuland"), mehr Digitalisierung fordern. Ein schweizer Politiker hat erst kürzlich gesagt, dass seine liebste Infomationsquelle der Teletext sei...

Da sind die chinesischen Politiker uns ja weit voraus. http://www.tagesschau.de/ausland/ueb...china-101.html


Und irgendwann bekommt jeder Mensch einen Chip mit eigener Internet Adresse eingepflanzt. Also er wird dann ein Teil des Internet der Dinge. Der Mensch wird dann endgültig zum Ding zu einer Sache
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Alt 20.05.2018, 14:15   #3
JoachimA
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Standard AW: Zum Thema Digitalisierung...

Zitat:
Zitat von hifi_angel Beitrag anzeigen
Und irgendwann bekommt jeder Mensch einen Chip mit eigener Internet Adresse eingepflanzt. Also er wird dann ein Teil des Internet der Dinge. Der Mensch wird dann endgültig zum Ding zu einer Sache
Wundert mich eigentlich, das noch keiner drauf gekommen ist, den E-Personalausweis gegen einen RFID Chip unter der Haut ersetzen zu wollen. Verkauft würde uns der Krempel dann vermutlich damit, das das kostengünstiger als ein Ausweis sei und der oder man praktisch nicht mehr verloren gehen könnte. Tolle Sache, jederzeit und überall ortbar, so ganz ohne Mobiltelefon. Wenn man dann einen Laden betritt, würde man vielleicht sogleich mit Namen freundlich begrüßt, oder bei negativem Feedback wahrscheinlich der Zugang gesperrt und die Sicherheitskräfte alarmiert. So könnte eine imaginäre Zukunft aussehen, wenn die mit der Digitalisierung wirklich Ernst machen. Dient natürlich alles nur unserer Sicherheit, klar, wers glaubt. Es gibt ja heute schon eine ganze Szene, die ihren Körper freiwillig mit solchen Chips "optimieren", wie sie es nennen, um z. B. Türen damit zu öffnen oder damit sogar kontaktlos bezahlen. Gibt sogar einige Spinner darunter, die sich als Cyborg sehen. - Komisch ich hatte immer gedacht, nur Haus, Zoo- oder Nutztiere würden gechipt? - In Skandinavien gibt es bereits Firmen, wo die Mitarbeiter nur mit so einem unter die Haut verpflanzten Chip reinkommen. - Wo soll das noch hinführen, totale Überwachung, Gängelung und Kontrolle? - Bereits in einem sehr alten Buch steht geschrieben, man mag davon denken was man will, unter anderem: "...das niemand kaufen oder verkaufen kann, der nicht das Mal des Tieres an sich habe..." - Verblüffend, so etwas in einem mehrere tausend Jahre alten Text zu lesen.

Gruß,
joachim
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Ein Computer löst all die Probleme, die ich ohne ihn nicht hätte.

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Alt 20.05.2018, 19:12   #4
David
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Standard AW: Zum Thema Digitalisierung...

Angenommen man hat so einen Chip in einer Hand implantiert. Verbrecher hätten dann keine Scheu, bei Bedarf gleich die ganze Hand abzuhacken.
__________________
Gruß
David


Erst wenn man begriffen hat, dass Raumakustik, Lautsprecheraufstellung und Hörplatzwahl wichtiger sind als die Anlage selbst, hat man die Audiowiedergabe verstanden.
Auch Personen, die noch wenig Wissen auf diesem Gebiet haben, oder solche, die Rat und Hinweise von Erfahrenen suchen, sind hier richtig.
Meine Auffassung von seriösen Vergleichstests: Klick mich - Die bisherigen Testergebnisse: Klick mich - Private Anlage: Klick mich
Grundsätzlich: Behauptungen die mir bedenklich erscheinen, glaube ich erst, wenn sie mir in Form eines verblindeten Vergleichs bewiesen werden konnten. Das gilt für das was ich selbst zu hören glaube ebenso.
Eine Bitte an Alle: nicht ganze (noch dazu große) Beiträge zitieren und darunter einen kurzen Kommentar schreiben! Besser (beispielsweise): "Volle Zustimmung zu Beitrag 37".
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Alt 21.05.2018, 15:47   #5
JoachimA
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Standard AW: Zum Thema Digitalisierung...

Hallo David, denkbar wäre so vieles mit der Digitalisierung, aber Hand abhacken würde glaube ich nicht unbedingt nötig ein, um sich einer fremden Identität zu bemächtigen. Man könnte die Daten schlicht auslesen, es gibt heute bereits für alles Mögliche Programme, die das erledigen.

Die Frage die ich mir stelle ist die, würden die (Behörden oder Regierungen) eines Tages wirklich soweit gehen und ihre Bevölkerung "chippen" wie man das mit Tieren tut. - Oder gäbe es da doch noch einen Restbestand an moralischen Bedenken? - Käme wahrscheinlich darauf an, in welche Richtung sich die heutigen westlichen Demokratien hinentwickeln. Ein totalitärer Staat würde das sicher machen, einfach um mehr Kontrolle zu haben. China ist da ein gutes Beispiel mit ihrem Punktesystem, das jeden beurteilt und entweder als guten Bürger erfasst oder als schlechten brandmarkt. Dem schlechten Bürgern drohen drakonische Strafen und werden ausgegrenzt, bekommen z. B. keinen Kredit oder werden in einer Hierarchie nicht mehr befördert oder können bestimmte andere Dinge nicht mehr machen usw. Totale Gleichschaltung, wer aus der Reihe tanzt und seine Meinung vertritt oder Kritik äußert ist unten durch und landet nicht selten sofort im Knast. - Haarsträubend, wenn man sich anschaut, was die mit ihren Bürgern machen. Da kann man ja Angst bekommen, das das menschenverachtende chinesische Regime vielleicht noch auf die Idee kommt "ihre Wertvorstellungen "in allle Welt zu "exportieren".

Gruß,
Joachim
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