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Alt 02.01.2017, 18:58   #95
dipol-audio
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Standard AW: Hallo zusammen

@Thelemonk, @alle

im Harman Hörraum (ich spreche hier nicht vom "MLL" <Multichannel Listening Lab>) werden weder ipsilaterale (vom LS auf gleicher Seite des Raums) noch kontralerale Reflexionen (vom LS auf gegenüberliegender Seite des Raums) "gänzlich platt gemacht" (absorbiert):

Man verwendet speziell für die Seitenreflexionen vielmehr einen "Mix" (*) aus
  • Absorption (auch) zu deren Pegelreduktion
  • 'direkt' reflektierenden (Teil-) Flächen und
  • diffus reflektierenden (Teil-) Flächen

http://www.innerfidelity.com/images/...?itok=EpaWq03f


http://3.bp.blogspot.com/_w5OVFV2Gso...ing+in+Ref.png


http://i.imgur.com/mESwI.jpg


Die größten effektiven Absorptionsquerschnitte (äquivalente Fensterflächen) sind hier in Längsrichtung des Raums (Frontwand und Rückwand ebenso am Boden durch Mobiliar und Teppich) installiert und wirken somit primär auf Reflexionen mit geringer seitlicher Komponente, die hohe Ähnlichkeit an beiden Ohren der Hörer zeigen, also eine hohe interaurale Korrelation haben (**).

Auch ist es vorteilhaft, speziell solche Reflexionen, die nahe der Mittelbene auf den Hörplatz einfallen würden (von Frontwand, Boden, Decke, Rückwand), zu diffusieren, um die seitlichen Komponenten des Raumanteils in Relation zu erhöhen.

Für gute Raumakustik ist übrigens Diffusität (durch Diffusoren) noch vor Absorption (durch Absorber) vorzusehen, auch die Funktion der Absorber wird dadurch unterstützt.

In einigen Fällen helfen dabei Mobiliar und Ausstattung ( z.B. Regale, Stuck, ...), in anderen Räumen muss der Diffusität 'nachgeholfen' werden.

_____________

(*) Der 'richtige' Mix würde übrigens auch von der seitlich abgestrahlten Energie und deren Ausgewogenheit beim gegebenen LS abhängen: Damit sind wir - wieder einmal - beim Rundstrahlverhalten der Lautsprecher.

Eine Raumbehandlung kann (muss...) zum Teil auch als der 'Reparaturbetrieb' für Auffälligkeiten im Rundstrahlverhalten der konkret verwendeten Lautsprecher gesehen werden.

Daher kann eine Raumbehandlung auch nicht völlig "am eingesetzten LS vorbei" oder "vorab" geplant werden, bevor dieser feststeht: Das klangliche Erlebnis am Hörplatz resultiert aus einer Lautsprecher-/Raum Interaktion.


(**) Bevorzugt für Räume mit guter Akustik sind Reflexionen mit geringer interauraler Korrelation, die also eine deutliche seitliche Komponenten haben in Relation zur Ausrichtung (Mittelebene, Medianebene) des Hörers bzw. des Stereodreiecks.

Diese Reflexionen kann das Gehör "leichter vom Direktschall unterscheiden" und sie sind einem räumlichen, transparenten und ermüdungsfreien Hörerlebnis förderlicher.
__________________
Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

Gewerblicher Teilnehmer

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Nihil sine causa




Geändert von dipol-audio (02.01.2017 um 20:02 Uhr).
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