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Alt 28.06.2017, 12:30   #4
dipol-audio
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Standard AW: Biegewellenwandler im PKW

In den letzten Jahren hatte ich ja selbst Fullrange Biegewellenwandler konstruiert und gebaut ...

http://abload.de/img/om_small_01bhuzw.jpg

http://abload.de/img/om_small_02h3u1b.jpg



Beim Einsatz von Biegewellen LS nach dem "Distributed Mode" Paradigma u.a. in Fahrzeugen, der schon seit Jahren vorgeschlagen wird, sehe ich das Problem, daß bestimmte in Frage kommende Bauteile (etwa Türverkleidungen, Wagenhimmel, etc.) dann mehreren Anforderungen gleichzeitig genügen müssen:

Den "praktischen" einerseits und den akustischen andererseits (nämlich als geeignete Membran zu fungieren) ... so eine Situation ist vom Entwurfsstandpunkt m.E. immer etwas "kitzlig".

Unmöglich ist das keineswegs, aber es ist dabei sicher ein Unterschied, ob man ein "Demo Fahrzeug" für diesen Zweck herrichtet oder ob es um rationelle Serienproduktion für "Alltagsautos" geht.

Theoretische Vorteile können sich für die Autoindustrie u.a. ergeben, wenn die Lautsprecher als "ein Teil" mit den o.g. Komponenten eingebaut werden können und evt. Installationsaufwände entfallen ... so etwas kann man aber m.E. auch durch Vormontage konventioneller Systeme handhaben.

Die Anforderungen an die Verarbeitung und Randeinfassungen (Aufhängung, Montage) dieser Bauteile sind m.E. recht hoch, d.h. es darf auch nach längerer Zeit im Betrieb eines Fahrzeugs nichts "knarren" oder "rasseln" oder "scheppern" (das ist aber bei konventionellen Systemen im Grunde auch nicht viel anders ...).

Beim Gewicht ist ein entscheidender Schritt, etwa Neodym anstatt Ferrite in den Antriebsmagneten einzusetzen: Das gilt für konventionelle Systeme jedoch ebenso.

Auch kann man bei den Chassiskörben (konventionell) auf Alu-Druckguss oder Stahlblech verzichten und ggf. leichtere Kunststoffe einsetzen: Was uns jedoch wieder mehr Plastik beschert ...

Ob also die im Artikel angegebenen 90% Gewichtsersparnis (bei jeweils vergleichbaren Anforderungen z.B. im Tiefbass ...?) wirklich immer realisiert werden können, wage ich ebenso zu hinterfragen, weil man auch mit konventioneller Technik relativ leicht bauen kann, wenn dies denn eine Anforderung ist (*).

Wenn ein Zuliererer (wie etwa Conti oben im Artikel) so etwas als stimmiges "Gesamtpaket" und individuell zugeschnitten für bestimmte Wagentypen der Industrie anbieten kann, dann gibt es sicher eine Chance: Dabei zählen aber auch die ganzen Abwägungen vom Preis der Bauteile selbst bis zum Montageaufwand ...

Daß diese Technik grundsätzlich sehr gut funktionieren kann, zumal bei einem gut gemachten Demo Fahrzeug, daran besteht jedoch kein Zweifel.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob es schon das ein- oder andere Fahrzeug gibt, wo Vergleichbares eingesetzt wird, Car-HiFi ist nicht so mein Interessengebiet.

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(*) In einem Flugzeug sicher noch mehr als in einem Auto.
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Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

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Nihil sine causa




Geändert von dipol-audio (28.06.2017 um 12:55 Uhr).
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