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Alt 27.01.2012, 22:56   #55
KSTR
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Mal was aus der Praxis :
Eine VST-Chain für Bearbeitung und (Blind-)Test einiger elementarer Dinge.

Wenn man die Chain zB in Foobar einbindet (via Foobar-->DSP-Plugins-->VSTWrapper-->Legree-->VSTHost in meinem Fall), kann man in Echtzeit damit arbeiten und gleichzeitig ganz normal Musik hören und dabei entspannt testen, nach Belieben. Da VST 32bit floating-point rechnet, gibt es auch keine Dreckeffekte durch Rundungsfehler etc, bei ordentlich programmierten Algorithmen und normalen Einstellungen.




Zu sehen ist ein Auschnitt aus einem größeren VSTHost(Herman Seib)-Setup, am Ende der Kette drei offene Plugs (Freeware, wie alles andere auch) :

1. Matrix-Kanalmischer, damit kann man wie im Beispiel zu sehen die Polarität invertieren, Pegelunterschiede, Kanalungleichheit, Übersprechen gleich- und gegenphasig, M/S und zurück, etc etc

2. Klirrgenerator. In der gezeigten Einstellung macht der "Tubeamp" mit Sinus (1kHz@-6dB) bereits deutlichst hörbare K2-Anteile, einige Prozent.

3. Equalizer. Der gezeigte kann alles notwendige, auch zB. Allpässe zur Simulation von Gruppenlaufzeit/Phase durch Mehrwege-Trennungen (so die Abhören "zeitrichtig" sind, für absolute Vergleiche). Hier zB der Phasengang einer 100Hz-Trennung 4ter Ordnung akustisch (macht 360° Drehung).

Die Plugs lassen sich per Maustoggle bypassen und das ist zB mit einer Zusatz-Maus am Hörplatz problemlos blind bedienbar (wozu die Maus ebenfall blind gemacht werden muss ;))

Sehend hört man sich schnell irgendwas was zurecht, aus Erwartungshaltung und Gelerntem. Dennoch haben quasi "die Neuronen Zeit sich mit den Mustern vertraut zu machen" (mangels besserer Formulierung), was sie mE auch am Oberbewusstsein vorbei tun, egal was sich dieses einbildet.

Blind umgeschaltet sieht die Sache anders aus mit der Zuordnung, sobald man nicht mehr weiß was was ist. Durch oftmaliges unkontrolliertes Klicken am Anfang einer Session kann man mE genug Randomisierung des Startzustand erreichen für unsere häuslichen Zwecke, sonst muss man anderweitig dafür sorgen wer da mehr Sicherheit haben will.

Während des Hörens schaltet man blind um, wie man mag, und hört eben, ganz normal. irgendwann legt man sich fest was gerade spielt und öffnet die Augen Richtung Monitor und schaut ob man richtig lag.

Nun kommt die Schlüssel : Dadurch dass man diese Möglichkeiten immer parat hat (als vom-Rechner-Hörer) wird es Alltag. Wer nun schafft sich nicht dauerhaft selbst zu belügen, der kann solcherhand seine in-situ Hörschwellenbereiche (für eben die konkrete Situation und gewählte Manipulation) recht bequem und stabil ermitteln. Es sind immer genug Überraschungen dabei, was man hört oder doch nicht hört und wie sich das entwickelt und immer wieder ändert, denn diese Form Alltags-Testhören unterliegt starken Schwankungen aber auch Lernprozessen.

Ebensogut kann man abgespielte Tracks aus Foobar in Files speichern (Convert) und damit das ABX-Plug füttern. Mir ist das vom Handling zu fummelig und labormäßig (dafür dann umso wasserfester), weil nicht voll Echtzeit. Dto mit brennen und auf dem CDP hören.

In jedem Fall muss man aufpassen, dass nicht zB etwa zusätzliche Latenzen durch Bearbeitungen ein verräterisches Erkennungsmerkmal werden, dann muss man mit dem Editor ran und Files gleich schneiden so gut es geht, vorher. Pegel/Headroom usw sollten ebenso kontrolliert werden usw, das übliche bedachte Vorgehen halt.

Grüße, Klaus
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