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Alt 18.02.2015, 11:00   #74
dipol-audio
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Standard AW: HiFi und Heimkino-Raum akustisch optimieren

Hallo Alex,

schön, daß Du noch Geduld mitbringst. Ganz ohne geht es bei diesem Thema nicht ;) .

Und wie oben schon gesagt:
Raumakustische Maßnahmen (z.B. durch passive Absorption) unterhalb ca. 100Hz, sind aus meiner Sicht zum nachträglichen Einbau eher illusorisch. Jedenfalls dann, wenn es noch ein "erkennbares Wohnzimmer" bleiben soll ...


Zitat von karlkaefer
Ich bin leider gestern Abend nicht zum Messen gekommen ...


Manchmal sind kreative Pausen ganz gut, die Dinge können sich dann besser sortieren ...

In der Praxis werden Tieftonprobleme im modalen Bereich (unterhalb der Schröderfrequenz eines Raums) in gewöhnlichen Wohnräumen durch passende Subwoofersysteme bzw. aktive Bassfallen gelöst oder gar nicht. Das "raumakustische Problem" wird hier eher zur elektroakustischen Lautsprecher/Raum Aufgabenstellung.

Ein Problem z.B. um 40Hz kann durch passive (Absorbtions-) Maßnahmen nicht gelöst werden: Wenn es nicht mit einem Subwoofersystem nach den Quelle/Senke Prinzip ansatzweise vermieden wird, dann sind nur noch aktive Basstraps möglich.

Für solche Quelle/Senke Ansätze werden üblicherweise minimal 4 Subwoofer benötigt und wenn das Monopol-Subwoofer sind, kann man damit nur ein Quelle/Senke Systeme mit sehr niedrigen oberen Grenzfrequenzen aufbauen: Die Funktion im mittleren Bassbereich ist bereits nicht mehr "verlässlich".

Was wir hier bei Dir mit einem einzigen Subwoofer und den Fronts versuchen, ist also eigentlich unmöglich ;), deshalb dürfen wir auch scheitern und dann zu einer konventionelleren Lösung greifen, wenn es sein muss ...

Hier nochmal die 3 Grundoptionen im Tiefton, die ich sehe, und die hier vorgeschlagen wurden:

http://www.hififorum.at/forum/showpo...5&postcount=67



Das hier könnte Dich evt. auch interessieren:
http://www.zehner.ch/aktiveabsorber.htm
Zitat: "...
Gibt es Alternativen zu AA?
Grundsätzlich kann man auch passive Resonatoren (Plattenschwinger, Helmholtzresonatoren) verwenden. Um aber z.B. die Performance einer E-Trap zu erreichen, sind riesige Flächen (mehrere Dutzend Quadratmeter) oder sehr grosse Volumina (mehrere Tausend Liter) erforderlich (s.a. Fallbeispiel oben). Deshalb kommen diese Massnahmen oft aus praktischen Überlegungen nicht in Frage.
..."

Anmerkung: Mit "AA" ist "aktiveAbsorption" gemeint und es geht hier speziell um den Tiefton. Einer der anerkanntesten Akustiker im deutschsprachigen Raum sagt also letzendlich zu nachträglichen baulichen Maßnahmen in Wohnräumen zum Zweck der passiven Absorbtion im tiefen und mittleren Bass "Vergiss es !", wenn ich das mal so salopp umschreiben darf ... und dieser Meinung schließe ich mich problemlos an.

Der Grund dafür sind u.a. die erheblichen Wellenlängen, welche ca. im Bereich 17m ... 4m liegen. Es gibt nur wenige Situationen, in denen sich hier nachträglich etwas "reißen" lässt, u.a. wären das sehr lange Räume, bei denen sich ganze Teile mittels schwerer Vorhänge u. dergl. abtrennen ließen.

Bei Neubauten von Räumen sieht das anders aus, wenn man mit abgestimmten und bedämpften Trockenbauwänden arbeiten kann.

Viele raumakustische Begriffe (u.a. "Nachallzeit") sind für den modalen Bereich eines akustisch kleinen Raums unterhalb der Schröderfrequenz übrigens noch gar nicht definiert, weil noch gar keine freie Wellenausbreitung stattfindet.


http://www.zehner.ch/index.htm
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Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

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Nihil sine causa




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