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Alt 07.07.2017, 15:41   #68
dipol-audio
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Standard AW: Subwoofer: Nimm 2

Zustimmung Richard.

Den "Rolloff" (passende Hochpasscharakteristik ggf. mit raumbezogenen Korrekturen) der Haupt-LS richtig zu wählen, gehört natürlich zur Integration eines Subwoofers mit dazu.

Wenn man hier zwischen BR und "zugestopft" wechselt, dann ist es in vielen Fällen nicht verwunderlich, daß ein meist bei etwas höheren Frequenzen einsetzender und "sanfterer" Bassabfall hier "unproblematischer" ist, zumal viele kommerzielle BR Lautsprecher tendenziell für übliche Aufstellungen "zu fett" im unteren Tiefton abgestimmt sind:

Dann wäre übrigens wieder einmal nicht das "Prinzip" die Ursache, sondern die konkrete Ausführung eines LS.

Mit von außen wählbaren Filtern kann man natürlich den Übergang zwischen Haupt-LS und Subwoofer(n) wesentlich besser (d.h. feiner) abstimmen und gerade diesen Frequenzbereich ggf. sogar gezielt nutzen, um Auffälligkeiten durch den Raum zu umgehen: Denn man hat hier zusammen mit dem Subwoofer 3 (oder mehr) Tieftonquellen mit denen man den Raum "verteilt" anregen kann.


Noch ein Nebenaspekt:

Ein BR System bietet den Tieftönern im Bereich der Abstimmfrequenz bzw. nahe der unteren Grenzfequenz eine höhere mechanische Impedanz, was einen verminderten Membranhub zur Folge hat:

Das mindert Klirr und Intermodulation im Tiefbass, sofern das System vernünftig konstruiert ist (und man ihm keine zu hohen Pegel deutlich unterhalb seiner Abstimmfrequenz zuführt).

Stopft man die BR Rohre nun zu (> CB, geschlossene Box), dann steigt auch der Membranhub in diesem o.g. Frequenzbereich um fb wieder an, um einen vergleichbaren Pegel zu erreichen (z.B. ein Faktor 4 ist dabei nicht ungewöhnlich, je nach konkretem LS).

Würde man hingegen die Haupt LS "von außen filtern" (etwa per DSP ein sanfteres Rolloff evt. bereits bei höheren Frequenzen einstellen), so bliebe das BR System erhalten und der Membranhub würde noch geringer als zuvor ...

Ein Vorteil der Hochpassfilterung der Haupt-LS und dem Einsatz von Subwoofern ist geringerer Klirr und geringere Intermodulation der Haupt-LS, die nun vom Tiefbass entlastet werden.

(Dazu sagt u.a. auch die Neumann Seite etwas ...)

Wer seine Haupt-LS nicht hochpassfiltert und evt. versucht, ihren "Rolloff" nur (!?) über das "Zustopfen" von BR Kanälen zu modifizieren, der wird diesen o.g. Vorteil der Minderung von Verzerrungen nicht nutzen, ja ihn sogar in einen Nachteil verwandeln: Dann hängt es wieder von den geforderten/gewünschten maximalen Abhörpegeln ab, wie relevant das wird.


Sind die Haupt-LS jedoch zufällig kleine 2-Wege BR Systeme, deren BR Kanal z.B. irgendwo im Mittelton eine Resonanz aufweist (so etwas kommt übrigens "in den besten Familien" vor) (*), dann kann die Abwägung tatsächlich auch in Richtung "zustopfen" gehen, weil man so u.U. einen verfärbungsärmeren LS im Mittelton bekommt: Das sind alles "Abwägungssachen" (**).

Auch solche LS profitieren dann jedoch (besonders) von einer Hochpassfilterung von außen, um ihnen den Tiefbass "vom Leib" zu halten.

_____________

(*) Auch 3- oder mehr Wege Systeme können betroffen sein:

Es kommt nur darauf an, ob die Tieftöner beim konkreten LS innerhalb ihres jeweiligen Übertragungsbereiches eine Resonanz mit halber Wellenlänge im Reflexkanal anregen können ...


(**) Bei BR-Gehäusen, die bis in den Mittelton betrieben werden, kommt es u.a. auf die Bedämpfung des Gehäuses und den Aufbau des BR-Kanals an, wieviel (hier nun) unerwünschter Schall aus dem BR Rohr abgestrahlt wird.

U.a. viele 2-Wege BR Systeme sind hier nicht ganz so "sauber", wie CBs ...

Daher sehe ich BR primär als Option für reine Tieftonsysteme (bzw. reine Tieftonzweige ggf. auch innerhalb von Mehrwege LS).

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Grüße aus Reinheim, Oliver Mertineit

Gewerblicher Teilnehmer

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Nihil sine causa




Geändert von dipol-audio (07.07.2017 um 16:33 Uhr).
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