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Alt 27.10.2016, 23:44   #59
Holger Kaletha
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Registriert seit: 16.11.2014
Beiträge: 1.484
Holger Kaletha befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: Das Problem der Reproduktion (1)

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Nur, dass nach meinen Kriterien und die vieler Anderer ein "soundendes" Gerät die Bedingungen gerade nicht erfüllt.
Unterhalb von "Sounding" gibt es eine ganze Bandbreite von Variabilität im Sinne klanglicher Anpassung, die mit diesen Bedingungen sehr wohl übereinstimmt. Wenn man natürlich von absolut identischer Reproduktion ausgeht als Maßstab, ist alles, was nicht gleich ist, ungleich und damit Sounding. Das liegt dann aber an der (falschen) Prämisse einer solchen Betrachtung.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Es hat ein Großer der Branche mal den Satz geprägt:
"Music is Art, Audio is Engineering"
Das gilt auch noch heute...
Die Erreichung von neutraler Wiedergabe ist eine rein technische Fragestellung.
Aber die Erstellung von Standards, was und wieweit etwas als "neutrale" Wiedergabe zu gelten hat, ist eben keine rein technische Fragestellung. Die ist von ganz anderen Faktoren abhängig, die mit Hörbedürfnissen, Wertungen, Interessen etc. zu tun haben.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Das Problem, dass du offensichlich nicht erkennen willst, ist, dass kein Mensch weiss, wie der Tonträgerinhalt tatsächlich klingen muss.
Die einzige Möglichkeit, dem tatsächlich auf dem Tonträger verewigten Klang nahezukommen ist die Schaffung von neutralen Abhörbedingungen. Und das ist nach wie vor, da kannst du noch so viel herumeiern, in erster Line eine rein technische Fragestellung. Das ist auf der Lautsprecher/Raumseite schon schwer genug zu erreichen, da sind Elektronikkomponenten, die einen (nachweislichen !!!) Eigensound haben völlig irrwitzig und kontraproduktiv.
Das Problem, dass Du nicht erkennen willst, ist, dass Technik nicht um der Technik willen da ist, kein Selbstzweck ist. Ein Hifi-Gerät ist ein Gebrauchgerät nicht anders als ein Staubsauger. Über den Sinn der technischen Produktion entscheidet deshalb maßgeblich der Verwendungszweck, "wofür" diese Technik gemacht wird. Es macht keinen Sinn, Staubsauger nur für Parkettböden zu produzieren, wenn die meisten Menschen Teppichböden haben. Toningenieure wissen, dass es "neutrale Abhörbedingungen" faktisch nicht gibt. Wer einen Hochleistungslautsprecher hat, der wird z.B. Probleme mit Aufnahmen der DGG bekommen, wo die Geigen unnatürlich vordergründig aufgenommen sind. Mit einer durchschnittlichen Regalbox klingt das dagegen gerade richtig. Also ist Abstimmungsarbeit nötig, die sich ein Stück weit vom Ideal "identischer Reproduktion" entfernt, sonst ist eben ein größerer Teil von Aufnahmen nicht mehr gut hörbar. Was ist die aktuelle Lautsprechertechnologie, was sind die aktuellen Hörbedürfnisse, was sind die marktspezifischen Abhörbedingungen (Raumgröße, Baumaterialien), wie weit legt der potentielle Kunde auf "Neutralität" wert oder sind ihm vielleicht andere Dinge wichtiger? All das hat die Produktion von Hifi zu berücksichtigen und hat es immer schon berücksichtigt, sonst nämlich sind solche Geräte mangels Nachfrage schwer zu verkaufen.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Nun kommen wieder deine Einbildungen ins Spiel....
Wenn Du so denkst, ist das einfach Realitätsverweigerung. Denn Marken wie Naim und Linn leben von einem genügend großen Kreis von Menschen, die solche vermeintlichen "Einbildungen" alle haben und diese Produkte deshalb schätzen.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Das ist doch ein Widerspruch in sich: Eigenklang KANN nicht neutral sein, never....
Das ist so, wenn man "objektivistisch" denkt und die Ästhetik vergißt. Die Neutralität bezieht sich auf objektive Eigenschaften wie Ausgewogenheit, die räumliche Abbildung, den präzisen Baß etc. Klarheit, Tonschönheit, Fluß sind dagegen ästhetische Qualitäten, also von ganz anderer Art. Im übrigen ist "Neutralität" immer relativ. Welcher LS kann schon 20 Hz-Töne wiedergeben?

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Und woher beziehst du die Kenntnis/die Annahme, welches "Brustvolumen" der Sänger bei wirklich neutralen Abhörbedingen, die dem Tonträgerinhalt nahekommen, tatsächlich auf der Aufnahme hat ?
Durch reichliche Erfahrung. Die Ausnahme bestätigt dann den Regelfall.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Woher beziehst du deine Vorstellung von Neutralität, wenn du auf einer technisch nicht auf Neutralität ausgelegten Anlage hörst ?
Wenn man z.B. ein Instrument spielt, dann entwickelt man Kriterien, wie eine neutrale Wiedergabe eines solchen Instrumentes aussieht. Auch das ist Erfahrungssache und ein Lernprozeß.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Wenn er in dem beschriebenen und wohl auch gemessenen Umfang "soundet", ist er eben genau NICHT technisch perfekt, sondern eher untauglich.
Die Tauglichkeit bzw. "Perfektion" eines technischen Gerätes bemißt sich am Verwendungszweck. Auch hier wieder übersiehst Du, dass Technik nicht Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zu einem Zweck ist. Weil bei Wadia beabsichtigt war, einen "analogen Sound" zu produzieren, erfüllt die Technik diesen Zweck perfekt.

Zitat:
Zitat von P.Krips Beitrag anzeigen
Wie David schon schrieb, ist das eine Sache von Minuten (bei elektronischen Geräten), während du, nach Allem, was du hier im Forum schon zum Besten gegeben hast, es wahrscheinlich NIE herausbekommen wirst.
Dann erkläre mal meßtechnisch in ein paar Minuten und deduziere aus dem Meßprotokoll, ohne irgend etwas gehört zu haben, die Flüssigkeit und das geringere Brustvolumen der Sänger bei Linn und Naim.

Zitat:
Zitat von ursus Beitrag anzeigen

Eigenklang ist das Entfernen von Neutralität.
Das ist bei einer Verfärbung so. Aber Eigenklang muss so einen Verdeckungseffekt nicht haben.

Schöne Grüße
Holger
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