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hyperion 09.04.2016 11:07

bi-wiring
 
Meine erste Frage an das Forum:
Bringt ein bi-wirering etwas?
Ich kann bei meinem Verstärker (accuphase e206, Lautsprecher Jamo C809) zwei Lautsprecherkabel anschließen. Geht wahrscheinlich bei vielen Verstärkern. Natürlich muß man das gleiche Kabel und die gleiche Länge verwenden.
Würde mich über Antworten freuen!
freundliche Grüße
Alex

schauki 09.04.2016 11:35

AW: bi-wirering
 
Hallo!

Man muss weder gleiche Länge noch gleiche Dicke noch gleicher Typ verwenden.
Du hast aber das richtige Unterforum gefunden.

Es wird einige geben die sagen es bringt klanglich etwas andere werden sagen es bringt klanglich nichts.

Ein valider Test der in einer üblichen Konfiguration eine klangliche Änderung durch bi-wiring bestätigt ist mir nicht bekannt.

mfg

David 09.04.2016 11:38

AW: bi-wirering
 
Hallo @hyperion und ;M :M

@schauki schrieb:
Zitat:

Ein valider Test der in einer üblichen Konfiguration eine klangliche Änderung durch bi-wiring bestätigt ist mir nicht bekannt.
Mir auch nicht.

dipol-audio 09.04.2016 14:24

AW: bi-wiring
 
Zitat:

Zitat von hyperion (Beitrag 310808)
Bringt ein bi-wirering etwas?


https://de.wikipedia.org/wiki/Bi-Wiring

@Alex

Natürlich, es bringt sogar viererlei:

  • Unnötige Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung bei der Herstellung einer größeren dafür benötigten Menge von Kabeln, Isolationen, Kabelbrücken und Klemmen
  • Besseren Umsatz für Kabelhersteller und "möchtegern Gurus", die nicht dazu in der Lage sind, ihre Klienten bezüglich der wirklichen Verbesserungspotentiale einer gegebenen Musikanlage zu beraten
  • Einen potentiell schlechteren Kontakt (bei normaler Verkabelung mit 2 Steckern am LS) für Tiefton- oder Hochtonzweig zum Vertstärker, weil in einen der beiden Pfade bei einem typischen Bi-Wiring Terminal oft insgesamt 4 zusätzliche Klemmkontakte eingefügt werden, wo sonst gar keine sein müssten (*)
  • Zeitverschwendung für alle, denen solche Themen aufgenötigt werden (das ist nicht gegen die Frage von @hyperion gerichtet, denn hier ist ja ein spezielles Unterforum für diese Voodoo- und "Grenzthemen" ...)

Grundlage eines jeden Vergleichs muss natürlich immer eine gute bzw. vernünftige "normale" Anschlusstechnik sein und nicht etwa schon ein "Konstrukt", welches z.B. absichtsvoll zu Demonstrationszwecken grenzwertige Verhältnisse herstellt, etwa durch "exotische" Kabel o. dergl. ... (**)

________________

(*) Suche nach "Bi-Wiring Terminal":

https://www.google.de/search?q=Bi+WI...w=1120&bih=739

Wird die Bi-Wiring Option nicht genutzt und man steckt ein einfaches Kabel z.B. mit 2 Bananensteckern in den "Tiefpass-Zweig" (üblicherweise das untere Klemmenpaar) ein, dann durchläuft das Signal insgesamt 4 sonst vermeidbare Klemmkontakte auf dem Weg zum Hochtonzweig:

(1) "Klemme Tiefpass +"...auf... "Bi-Wiringbrücke +"
(2) "Bi-Wiringbrücke +"....auf... "Klemme Hochpass +"
(3) "Klemme Hochass -"...auf.... "Bi-Wiringbrücke -"
(4) "Bi-Wiringbrücke -" ....auf... "Klemme Tiefpass -"

Diese 4 Klemmkontakte - als die schlechteste, unsicherste und alterungsanfälligste aller möglichen Verbindungsarten - ohne triftigen Grund in einen niederohmigen Signalpfad einzufügen, wo bei "normaler" Verkabelung überhaupt keine Klemmkontakte benötigt würden, dazu gehört schon was ...

Kurzum: Der erste Fehler an einem Bi-Wiring Terminal ist m.E. bereits seine bloße Existenz(!) an einem LS.


(**) Der o.g. Absatz ist für die meist "Unregistrierten", die nach solchen Aussagen gern aus ihrer anonymen Deckung kommen und dann Dinge schreiben wie sinngemäß:

"@dipol-audio: Du bist inkompetent, weil ich bei einer Vorführung 'abc' in 'xyz' sehr deutlich den Unterschied zwischen Voodoo A und Vodoo B erleben konnte ..."

Daher bitte künftig eine Bezugnahme auf mich einfach sparen, denn ich diskutiere keine Voodoothemen. Ich beziehe nur gelegentlich Stellung dazu.

David 09.04.2016 16:01

AW: bi-wiring
 
Habe auf "bi-wiring" ausgebessert.
Admin

ra 09.04.2016 16:52

AW: bi-wiring
 
hab über all die jahre alles ausprobiert - es gibt bei fast jedem eine zeit, in der er "gläubig" ist.
mit anlagen in einer qualität, in der veränderungen, auch subtilerer natur, hörbar sind.
hatte jahrelang biwiring, weil ich auch genug kabel hatte und wegen des besseren gefühls.
dann aus interesse und aus praktischen gründen wieder auf normal gesteckt.
seitdem ist es so geblieben - einfach, praktisch, gut.
gruß reinhard

hyperion 09.04.2016 17:06

AW: bi-wiring
 
Hallo
Danke für die Antworten.
Habe es mir gedacht - es bringt nichts.
Bei David habe ich irgendwo gelesen, daß die Aufstellung im Raum und der Raum an sich am meisten bringt.
Genauso halte ich es auch.
Gefallen hat mir auch der Kommentar von Oliver Mertineit, das es unnötige Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung ist.

PS.: danke an David für die richtige Schreibweise!

freundliche Grüße
Alex

hyperion 09.04.2016 17:10

AW: bi-wiring
 
Hallo noch eine Frage an Oliver Mertineit!
Wenn ich das richtig verstanden habe, brauche ich bei einen bi-wiring Anschluß auch keine Kabelbrücke?
freundlichst
Alex

dipol-audio 09.04.2016 17:53

AW: bi-wiring
 
Hallo Alex,

Nein, das war dann wohl ein Missverständnis ...


Wenn Du die Brücken am "Bi-Wiring Terminal" des LS einfach wegnimmst und z.B. nur den Tieftonzweig anschließt, bekommt der Hochtonzweig dann wirklich kein Signal mehr, hängt also unverdrahtet "in der Luft".

Die von mir bemängelte Eigenschaft eines "Bi-Wiring Terminals" ist, daß bei "Einfachverkabelung" der jeweils (nur) über die Klemmbrücken angeschlossene Zweig über insgesamt 4 Klemmkontakte mehr (s.o.) läuft, man damit also am Ende sogar schlechter dasteht, als mit einem Terminal, welches nur 1 einzelnes Klemmenpaar hat (*).


Was Du jedoch bei Interesse machen kannst (**):

Löte 2 Steckerpaare (2x "+" und 2x "-" z.B. über kurze Zusatzstrippe) an Dein LS-Kabel und gehe damit direkt in die Klemmen/Buchsen von Tiefton- und Hochtonzweig (auf korrekten Anschluss und Isolation "+" gegen "-" achten).

Dann können die Brücken am Terminal sogar herausgenommen werden, denn Du hast sie nun mit einer teilweise gelöteten eigenen Brücke ersetzt, d.h. ihrerseits überbrückt, und Hochtonzweig wie Tieftonzweig hängen nun direkt am LS-Kabel mit wenigstens dort angelöteten Steckern:

Jetzt sieht jeder Zweig (Tiefton wie Hochton) nur noch 2 gesteckte Verbindungen direkt am LS-Terminal, vorher hat der Zweig mit den Brücken insgesamt 6 ungelötete Verbindungen am LS-Terminal gesehen (mit denen am Verstärker zusammen sind es dann 8 ungelötete Verbindungen im Signalpfad) ...

Diese Variante mit 2 Steckerpaaren hieße dann evt. "Bi-Steckering" ;) (oder "Bi-Bananing") und würde wenigstens den inhärenten Nachteil eines typischen "Bi-Wiring" Terminals gegenüber einem simplen Terminal bei Einfachverkabelung ausgleichen. Dies nur, falls Du Dir die Mühe machen willst.

"Bi-Wiring", d.h. 2 getrennte LS-Leitungen pro Box durch's Zimmer legen, kannst Du Dir trotzdem sparen.

_______________

(*) Bei derartigen LS hat man werkseitig die intern sonst meist gelöteten Verbindungen zw. Hochtonzweig und Tieftonzweig der Weiche aufgetrennt: Deshalb geht es dann bei Einfachverkabelung auch nicht mehr ohne die Brücken am Bi-Wiring Terminal, wenn ein solches eingebaut ist.

Das ergibt dann für denjenigen Zweig, der über die Brücken am Terminal läuft, 4 ungelötete Kontakte mehr (also in der Regel 8 ungelötete Kontakte im Signalpfad anstatt der sonst üblichen 4) bei einer Passivbox und üblicher Verkabelung.

(**) Keine Gewähr für "Bastelanregungen" an Unerfahrene.

hyperion 09.04.2016 18:44

AW: bi-wiring
 
Danke Oliver für die detailierte Erklärung!
Jetzt ist alles klar!
freundlichst
Alex

bugatti66 09.04.2016 18:53

AW: bi-wiring
 
Nubert empfiehlt auch Bi-Steckering.
http://www.nubert.de/downloads/technik_satt.pdf
Seite 20

dipol-audio 09.04.2016 20:17

AW: bi-wiring
 
Solange evt. sogar alle 4-8 (s.o) ungelöteten Verbindungen in einem Signalpfad (zu passiven LS) noch "intakt" sind, mag das oft noch kein allzu großes Thema sein.

Aber im Lauf der Zeit werden solche Verbindungen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit doch mal locker und/oder korrodieren. Wer prüft regelmäßig alle "Klemm- und Steckkontakte" seiner Musikanlage nach ?

Deshalb bin ich schlicht für eine Vermeidung (Verminderung der Anzahl) ungelöteter Verbindungen insbesondere in niederohmigen Signalpfaden.

DIN-HiFi 09.04.2016 20:49

AW: bi-wiring
 
Zitat:

Zitat von hyperion (Beitrag 310827)
das es unnötige Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung ist.

Und beim nächsten Kauf von LS Kabeln an den Querschnitt denken beim Psychoduell an der Kabeltrommel. Ich bin beim Querschnitt ein Hardliner.

David 10.04.2016 08:33

AW: bi-wiring
 
Selbst wenn bi-wiring etwas bringen würde (bei Verwendung ohnehin schon ausreichend dicker single-wiring Kabel), so wäre das in einer Größenordnung die ungefähr dem entspricht, als würde man beim Musikhören einmal dicke und einmal dünne Socken anhaben.;O

DIN-HiFi 10.04.2016 16:29

AW: bi-wiring
 
Darin läuft es sich nicht besser :-)


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