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-   -   Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz (http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=7742)

JoachimA 10.03.2015 15:21

Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Für den einen oder anderen ist das vielleicht eine etwas kuriose Frage, und für manche schlichtweg eine Glaubensfrage. Ich frage deshalb, weil ich selbst Fullrange Exponentialhörner betreibe und möchte mögliche andere Konzepte kennen lernen, Vor- und Nachteile etc.

Es gibt ja noch viele andere Breitbandtreiber als nur Lowther, wie sind da bei den Einzelnen die Erfahrungswerte, das würde mich brennend interessieren.

Wovon ich auch sehr angetan war, waren Elekrostaten, also Flächenlautsprecher, hatte mal einen QuadSL Probe gehört, aber das ist schon lange her.

schönen Gruß,
joachim

Punktstrahler 10.03.2015 15:30

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Joachim,

ich habe aktuell einen Pfleid FRS 20 R seit vielen Jahren im Einsatz und bin hochzufrieden damit. Für mich zählt das zum Besten in Sachen Geschlossenheit und Abbildung.

Siehe auch www.pfleid.de

Grüße vom Punktstrahler

Cay-Uwe 10.03.2015 15:49

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Ich habe einen Lautsprecher, die Stella, im Programm mit dem Manger MSW und einen Tieftöner zur Unterstützung. Dieser ist "zeitrichtig" an den Manger MSW angekoppelt.

Hier gibt es etwas Infos: http://www.sonus-natura.com/StellaHS20.pdf

JoachimA 10.03.2015 16:11

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von Punktstrahler (Beitrag 291836)
Hallo Joachim,

ich habe aktuell einen Pfleid FRS 20 R seit vielen Jahren im Einsatz und bin hochzufrieden damit. Für mich zählt das zum Besten in Sachen Geschlossenheit und Abbildung.

Siehe auch www.pfleid.de

Grüße vom Punktstrahler

Hallo Punktstrahler, Pfleid kannte ich noch gar nicht, ein sehr interessantes Konzept, habe mir den Seitenaufriss eines Chassis mal angesehen. Also, wenn ich das richtig deute wirkt nur die Titankalotte in der Mitte als Mittelhochtonstrahler und die übrige Membran ist sozusagen durch den Gummiring gegen den Hochtonbereich akustisch abgekoppelt. - Wirklich sehr interessant, wo liegt man denn da preislich bei einem 20 cm Chassis in etwa?

Dann wäre noch imteressant, in welchem Horn hast Du die laufen oder gehen die auch in einem geschlossenen System?



Auf jeden Fall vielen Dank für die Info, Pfleid werde ich mir mal vormerken,


Gruß,
joachim

JoachimA 10.03.2015 16:45

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Punktstrahler, jetzt weiß ich auch warum du dich so nennst, hehe.

Habe mal ein bisschen "gegurgelt", scheint ein schwerbeschaffbarer Klassiker zu sein, da habe ich wohl einiges verpasst. Könnte das Konzept aber auch versuchen selbst umzusetzen, habe auch schon Lowther Membranen für den Eigenbedarf nachgebaut, die fast besser wie das Original waren. Die richtige Papiersorte ist da entscheident, hatte sogar die doppelt gewickelten Schwingspulen in dem verdammt engen 1 mm Spalt hinbekommen. Nur als Draht musste ich leider auf handelsüblichen Cu Lackdraht ausweichen, Alluminium war nirgends zu bekommen. - Naja, aber das ist schon länger her, das Konzept der Pfleid finde ich grossartig.

Warum nicht das gute mit dem guten kombinieren? - Also die ungeheuer starken Magneten von Lowther, dazu das unglaublich leichte und verwindungsteife Papiermaterial gepaart mit eine Abkopplung des Hochtons und das Ganze natürlich in einem Expohorn, wäre ein unheimlich interessantes und spannendes Projekt,

Gruß,
joachim

Punktstrahler 10.03.2015 17:07

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Joachim,

es gibt den Pfleid FRS leider nicht mehr neu zu kaufen, gebraucht sehr sehr schwer zu bekommen. Die Firma Medianet in Dreieich Sprendlingen bei Frankfurt am Main führt die Pfleidschen Entwicklungen gekonnt fort mit ihrer "Voicepoint VP 160 A" und macht auch noch anderes, Thema Line sources.

Der Chef und Entwickler Herr Hnida ist im übrigen ein echter Profi.

http://www.voicepoint.de/

Viele Grüße vom Punktstrahler

Sven 10.03.2015 17:27

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,

ich hatte während meines Erststudiums eine lange Zeit TangBands im Selbstbaugehäuse. (War ein Cheap Trick aus der Klang & Ton)

Haben bestimmt 3 oder 4 Jahre gespielt, bevor ich sie dann verkauft habe. Fand den Klang immer sehr speziell, aber angenehm. Ich werde mir bestimmt (nach nun baldiger Beendigung meines Zweitstudiums) ein Paar zum "Spaß haben" bauen, vll. die "Needle".

Für mich ist ein Breitbänder kein Ersatz zu einem Mehrwege-LS - aber das ist für mich ganz klar eine Geschmacksfrage, ich kann auch absolut verstehen, wenn es jemand genau anders herum sieht. Für mich hat immer ein klein wenig gefehlt, obwohl ich den Klang immer sehr genossen habe. Es ist für mich eben wirklich was zum "Spaß haben".

JoachimA 10.03.2015 18:46

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von Punktstrahler (Beitrag 291850)
Hallo Joachim,

es gibt den Pfleid FRS leider nicht mehr neu zu kaufen, gebraucht sehr sehr schwer zu bekommen. Die Firma Medianet in Dreieich Sprendlingen bei Frankfurt am Main führt die Pfleidschen Entwicklungen gekonnt fort mit ihrer "Voicepoint VP 160 A" und macht auch noch anderes, Thema Line sources.

Der Chef und Entwickler Herr Hnida ist im übrigen ein echter Profi.

http://www.voicepoint.de/

Viele Grüße vom Punktstrahler

Hallo, habe ich mal reingeschaut, ist natürlich starker Tobak, Rechteckschwingungen, Phasenlage etc. , habe immer gedacht, nur sinusförmige Schwingungen seien relevant. Ist aber interessant zu lesen. Müsste man sich wirklich mal anhören. Was mich allerdings skeptisch an dem Lautsprecherkonzept macht, sind viele kleine Treiber, die in einer Achse in Reihe oder parallel geschaltet werden? - Da gibts mit Sicherheit auch Probleme mit Phasenauslöschungen entlang der Lautsprecherachse. Also so ganz kaufe ich die Perfektion nicht ab, über das Thema habe ich schon so einiges gelesen.

Gruß,
Joachim

JoachimA 10.03.2015 18:56

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von Sven (Beitrag 291854)
Für mich ist ein Breitbänder kein Ersatz zu einem Mehrwege-LS - aber das ist für mich ganz klar eine Geschmacksfrage, ich kann auch absolut verstehen, wenn es jemand genau anders herum sieht.

Das stimmt, letztlich ist es eine Geschmacksfrage, vielleicht auch ne Glaubensfrage. Jedes Prinzip hat seine Vor- und Nachteile. Bei Mehrwegsystemen ist es vielleicht das ausgewogenere Klangbild, wo dann manche sagen flachgebügelte Langeweile. Bei Breitbändern ist es wohl das grandiose Impulsverhalten, dafür aber massive Probleme mit einigermassen linearem Frequenzgang. Es gibt eben keine perfekte Lösung, bis jetzt jedenfalls nicht.

Gruß,
joachim

Punktstrahler 10.03.2015 19:13

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Was mich allerdings skeptisch an dem Lautsprecherkonzept macht, sind viele kleine Treiber, die in einer Achse in Reihe oder parallel geschaltet werden?
Hallo Joachim,

die 3 kleinen Raumakustik-LS arbeiten oberhalb 5kHz und dienen über die 1. schallstarken Reflexionen nur zur feinen Raumanpassung. Der Direktschall wird nicht verfälscht.

Grüße vom Punktstrahler

Punktstrahler 10.03.2015 20:31

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Joachim,

nochmal zu den 3 kleinen Raumakustik-Lautsprechern:

Die zusätzlichen Raumakustik-LS lassen sich unabhängig von dem 20er Breitband-Chassis, also dem Hauptlautsprecher für den Direktschall, einstellen. Sie, die Raumakustik-LS, strahlen den Schall nicht nach vorne in die gleiche Richtung wie das 20er Fullrange-Chassis, sondern dazu senkrecht an die Seitenwände sowie an die Decke des Hörraums. Durch ihren speziellen Übertragungsbereich von 5kHz bis 20kHz und die gerichtete Schallabstrahlung verbessern sie maßgeblich die akustische Wirkung der 1. schallstarken Reflexionen und bewirken auch einen frequenzmäßig ausgeglicheneren Nachhall im Höraum. Überdies werden dadurch akustische Überlagerungen mit dem Direktschall des Haupt-LS im Bereich vor den vor den Haupt-LS vermieden und sind somit sozusagen "das Salz in der Suppe" (die Feindosierung).

Grüße vom Punktstrahler


Quelle: Pfleid

Grüße vom Punktstrahler

Thelemonk 11.03.2015 09:32

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 291863)
Das stimmt, letztlich ist es eine Geschmacksfrage, vielleicht auch ne Glaubensfrage. Jedes Prinzip hat seine Vor- und Nachteile. Bei Mehrwegsystemen ist es vielleicht das ausgewogenere Klangbild, wo dann manche sagen flachgebügelte Langeweile. Bei Breitbändern ist es wohl das grandiose Impulsverhalten, dafür aber massive Probleme mit einigermassen linearem Frequenzgang. Es gibt eben keine perfekte Lösung, bis jetzt jedenfalls nicht.

Gruß,
joachim


Gepflegtes Vorurteil, Fanboy-Spruch, Legende oder ist da was (messtechnisch) dran, an der oft gehörten Behauptung:
"Bei Breitbändern ist es wohl das grandiose Impulsverhalten"
Ist ja ein bekannter Spruch.

Viele Grüße
Thekemonk

JoachimA 11.03.2015 11:37

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Punktstrahler, danke für die ausführliche Erklärung, ich habe das Konzept jetzt so weit verstanden. Gibts die Lautsprecher eigentlich im Fachhandel, das man die mal probehören könnte?

schönen Gruß,
Joachim

longueval 11.03.2015 12:43

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
http://www.spectrumaudio.de/breit/tabelle.htm

ein kleiner marktüberblick

Punktstrahler 11.03.2015 14:19

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Gibts die Lautsprecher eigentlich im Fachhandel, das man die mal probehören könnte?
Hallo Joachim,

die Voicepoint VP 160 A ist bei gut sortierten Fachhändlern vorzufinden. Ich würde Dir empfehlen beim Hersteller Medianet in Dreieich nachzufragen, wo einer in Deiner Nähe ist.

Grüße vom Punktstrahler

P.Krips 11.03.2015 14:42

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,
Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 291835)
Für den einen oder anderen ist das vielleicht eine etwas kuriose Frage, und für manche schlichtweg eine Glaubensfrage. Ich frage deshalb, weil ich selbst Fullrange Exponentialhörner betreibe und möchte mögliche andere Konzepte kennen lernen, Vor- und Nachteile etc.

Habe in einem anderen Forum mal ein wenig Grundlagen dazu vermittelt:
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...&postcount=104
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...&postcount=105
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...&postcount=118
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...&postcount=123
Das sind nur ein paar ausgewählte Posts, wer sich das Ganze antun will:
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...ead.php?t=8004

Gruß
Peter Krips

P.Krips 11.03.2015 14:47

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,
Zitat:

Zitat von Punktstrahler (Beitrag 291850)
und macht auch noch anderes, Thema Line sources.

Lines sind ein jahrzehntealter Hut, kann man u.A. in vielen Kirchen hängen sehen zur Sprachübertragung.

Zitat:

Der Chef und Entwickler Herr Hnida ist im übrigen ein echter Profi.
Wenn es "echte" Profis gibt, woduch unterscheiden die sich dann von "unechten" Profis ?

Gruß
Peter Krips

P.Krips 11.03.2015 14:56

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,
Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 291861)
Hallo, habe ich mal reingeschaut, ist natürlich starker Tobak, Rechteckschwingungen, Phasenlage etc. , habe immer gedacht, nur sinusförmige Schwingungen seien relevant.

Die Sache mit der Fähigkeit, Rechteckschwingungen wiedergeben zu können ist ein in der Breitbänderszene gerne verwendeter Scheinvorteil.
Eine Rechteckschwingung setzt sich auch nur aus Sinusfrequenzen zusammen, nämlich aus der Grundwelle und ungradzahligen Vielfachen derselben. Dabei ist die Sauberkeit eines Rechtecks abhängig von der Bandbreite und der korrekten Phasenlage der Oberwellen.
Allerdings gibt es in der Musik i.d.R. keine Rechtecksignale, was soll diese Eignenschaft daher ?
Ausserdem gibt es Untersuchungen, dass es für das Gehör nur auf die korrekten Pegelverhältnisse ankommt und NICHT auf die Phasenlage.
Mit anderen Worten: Zwischen einem sauberen Rechteck und einem verunstalteten gibt es keinen hörbaren Unterschied.
Ein völlig irrelevanter Scheinvorteil eben.....

Gruß
Peter Krips

P.Krips 11.03.2015 15:07

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,
Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 291863)
Bei Breitbändern ist es wohl das grandiose Impulsverhalten,

Leider auch so eine der unhaltbaren Legenden. Die Fähigkeit, Impulse sauber wiederzugegeben, hat mit den Dynamikfähigkeiten zu tun.
Und da schwächeln die meisten BBs deutlich mangels linearem Maxhub. Und wenn der Maxhub (was schnell geht, siehe Links weiter oben) überschritten wird, klirren die dann wie Sau, was auch als "impulsiv" empfunden wird.
Habe vor Jahren bei der HMW in Gelsenkirchen mal einigen rennomierten BB-Konstruktionen mit Lowther, Fostex und Co mit einer wirklich dynamischen Klassikaufnahme "auf den Zahn" gefühlt. Die konnten den Dynamiksprüngen meist nicht folgen und wenn doch, klang es dann unerträglich.

Gruß
Peter Krips

P.Krips 11.03.2015 15:16

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,

darauf:

Zitat:

Die zusätzlichen Raumakustik-LS lassen sich unabhängig von dem 20er Breitband-Chassis, also dem Hauptlautsprecher für den Direktschall, einstellen. Sie, die Raumakustik-LS, strahlen den Schall nicht nach vorne in die gleiche Richtung wie das 20er Fullrange-Chassis, sondern dazu senkrecht an die Seitenwände sowie an die Decke des Hörraums. Durch ihren speziellen Übertragungsbereich von 5kHz bis 20kHz und die gerichtete Schallabstrahlung verbessern sie maßgeblich die akustische Wirkung der 1. schallstarken Reflexionen und bewirken auch einen frequenzmäßig ausgeglicheneren Nachhall im Höraum. Überdies werden dadurch akustische Überlagerungen mit dem Direktschall des Haupt-LS im Bereich vor den vor den Haupt-LS vermieden und sind somit sozusagen "das Salz in der Suppe" (die Feindosierung).

Quelle: Pfleid
würde ich nun nicht so viel geben. Was Hersteller zu ihren speziellen Produkten verbreiten, muss nicht wirklich viel Wahrheitsgehalt haben.

Grundsätzlich zu BBs: Bin auch nach ausgiebigen Hörerfahrungen und auch Selbstbauten kein Breitbänderfan mehr, zumindest, wenn sie fullrange betrieben werden.
Wenn überhaupt, dann sind die für meine Ohren nur dann halbwegs akzeptabel, wenn man sie sie so hoch trennt, dass sie kaum noch Hub machen müssen. Dann noch eine passende Bassunterstützung dazu, also als FAST, dann sind auch ordentliche Ergebnisse möglich.

Gruß
Peter Krips

JoachimA 11.03.2015 17:27

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Danke Dir Punktstrahler und auch Dir Longueval für die aufschlussreiche Liste. Ist ja einiges sehr hochpreisig, meine Treiber würde ich wohl nicht so schnell ersetzt bekommen. Problem beim PM6C und wohl auch bei vielen anderen, die Schaumstoffsicken und Zentrierspinnen, die sind bei meinen wohl auch so langsam fällig und müßten ersetzt werden. Habe da zwar schon Reparatur Sets im Netz gesehen, aber leider keine Zentrierspinnen.

Gruß,
Joachim

JoachimA 11.03.2015 18:48

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von P.Krips (Beitrag 291914)
Hallo,

Leider auch so eine der unhaltbaren Legenden. Die Fähigkeit, Impulse sauber wiederzugegeben, hat mit den Dynamikfähigkeiten zu tun.
Und da schwächeln die meisten BBs deutlich mangels linearem Maxhub. Und wenn der Maxhub (was schnell geht, siehe Links weiter oben) überschritten wird, klirren die dann wie Sau, was auch als "impulsiv" empfunden wird.s

Hallo Peter, einen gewissen Klirrgrad macht jeder Lautsprecher. Breitbänder kann man auch deswegen nicht so einfach in geschlossene Kisten packen. Die meisten sind für Hörner und daher nur für minimale Auslenkungen konzipiert. Stimmt die Anpassung von Druckkammer an den Hornhals, sind die Auslenkungen im Normalfall auch minimal. Sicher entstehen trotzdem noch nichtlineare Verzerrungen, aber die sind in einem Exponentialhorn erheblich geringer, ich meine eine Zehnerpotenz weniger irgendwo gelesen zu haben, als in einem geschlossenen System. Nur bei hohem Pegel machen die dann deutliche Auslenkungen wegen der enormen Rückstellkraft auf das Horn. Kommt aber auch wesentlich auf die Feldstärke des verwendeten Treibers an. - Für Hübe von über 10-20 mm sind die meisten nicht ausgelegt. So viel ist in einem Horn allerdings auch nicht nötig, wegen der exponentiellen Schallverstärkung zum Hornmund hin. Das ist ja der eigentliche Sinn bei der Konstruktion, die Amplitude möglichst gering halten bei gleichzeitig wenig Verzerrung oder Klirrgrad.

Ich weiß jetzt nicht im Detail, welche Modelle Du gehört hast, bei Hörnern gibt es auch herbe Qualitätsunterschiede, ist eben wie so oft auch eine Preisfrage, leider. Der von mir gehörte Audiovector von Lowther z. B. macht bei extrem hohen Pegeln oder Spitzen in etwa 1-2 mm Hub, die meiste Zeit sieht man nicht, das sich da irgendwas was bewegt. - Okay, das ist nicht unbedingt ein repräsentativer Lautsprecher in dem Sinne, so etwas können sich wohl nur die wenigsten leisten, ich auch nicht. Allein der Treiber ist mit der enormen Feldstärke von 2,4 Tesla etwas, was man kaum irgendwo anders vorfindet. Ich habe den neulich nochmal ausgiebig gehört.

Was soll man zum Klangeindruck sagen, ich kann nur meine ganz subjektiven Eindrücke wiedergeben. Er ist eigentlich unbeschreiblich, auf eine merkwürdige Art völlig karakterlos, unaufdringlich, gleichzeitig sehr lebendig und praktisch frei von Verfärbungen. Man hört es einfach nicht, was da vor sich hin werkelt. Es ist so, als ob der Klang völlig losgelöst im Raum steht, besser kann ich es nicht beschreiben. Das muss man selbst gehört haben.

Dieses "Gerät", ums mal so zu nennen, ist mit meinen armseligen Tröten nicht zu vergleichen, das ist einfach eine andere Liga, vom Preis her allerdings auch.

Zu Fostex kann ich nichts verlässliches sagen, habe die nie probegehört, kenne aber Leute die sehr angetan davon sind.

Was die von Dir erwähnten Rechtecksignale anbelangt, da kann ich nicht so richtig mitreden, ohne mich in die Materie eingelesen zu haben. Scheint so, als ob es da durchaus kontroverse Ansichten gibt? - Ich war bisher immer der Ansicht, das nur sinusförmige Schwingungen von Relevanz sind. Naja wieder was dazu gelernt.

schönen Gruß,
joachim

JoachimA 11.03.2015 19:24

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von P.Krips (Beitrag 291905)

Danke für die Links, ist sehr interessant zu lesen, übrigens als Erfinder des dynamischen Lautsprechers gilt die britische Lowther Ltd, wollte ich nur ergänzend erwähnen.

Gruß,
joachim

dipol-audio 11.03.2015 19:50

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 291961)
Danke für die Links, ist sehr interessant zu lesen, übrigens als Erfinder des dynamischen Lautsprechers gilt die britische Lowther Ltd, wollte ich nur ergänzend erwähnen.

Gruß,
joachim


Hallo Joachim,

hast Du dafür Quellenhinweise ?


Ich denke, daß u.a. das Rice-Kellogg Patent weiter zurückreicht:

http://www.radiomuseum.org/forum/lau...taet_1924.html

(nach unten scrollen)


Zitat:

Zitat von JoachimA
Breitbänder kann man auch deswegen nicht so einfach in geschlossene Kisten packen. Die meisten sind für Hörner und daher nur für minimale Auslenkungen konzipiert.

Für mich ist das als generelle Aussage so nicht nachvollziehbar/haltbar, es gibt eine überwiegende Anzahl von Breitband Chassis mit "üblichen" Motortopologien.

Es gibt auch solche mit echter "Langhub" Auslegung:

http://www.spectrumaudio.de/breit/css/cssFR125S.html

Man sollte hier m.E. nicht vom "bevorzugten Strickmuster" eines best. Herstellers auf eine ganze (sehr heterogene) Klasse von Produkten schließen.

P.Krips 11.03.2015 19:57

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,
Zitat:

Zitat von dipol-audio (Beitrag 291964)
Ich denke, daß u.a. das Rice-Kellogg Patent weiter zurückreicht:

So kenne ich das auch....

Gruß
Peter Krips

P.Krips 11.03.2015 20:57

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,

Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 291954)
Hallo Peter, einen gewissen Klirrgrad macht jeder Lautsprecher.

Aber Breitbänder machen halt zu viel im Mittel- Hochtonbereich, wenn tiefe Frequenzen die Schwingspule aus der linearen Auslenkung treiben.

Zitat:

Die meisten sind für Hörner und daher nur für minimale Auslenkungen konzipiert.
das mit den minimalen Auslenkungen bei Hörnern ist auch so ein Mythos, bin ich übrigens in den Links darauf eingegangen.
Die BL-Pseudohörner sind ausgerechnet im unteren, hubintensivsten Frequenzbereich keine Hörner, sondern TMLs, da ist nix mit Hubentlastung. Allenfalls punktuell bei dem TML-Resofrequenzen, kann man in den verlinkten Simus klar sehen.

Zitat:

Stimmt die Anpassung von Druckkammer an den Hornhals, sind die Auslenkungen im Normalfall auch minimal.
Von welcher "Anpassung" ist da die Rede ? Die Druckkammer ist in dem Fall zunächst ein akustische Tiefpass, der je nach Volumen das "Horn" zu höheren Frequenzen beschneidet.
Zitat:

Sicher entstehen trotzdem noch nichtlineare Verzerrungen, aber die sind in einem Exponentialhorn erheblich geringer
Nur dann, wenn das Horn bei der fraglichen Frequenz auch horntypisch hohen Strahlungswiderstand zur Verfügung stellt, das ist bei den durchgängig zu kleinen BL-Hörnern aber nicht der Fall.
Zitat:

ich meine eine Zehnerpotenz weniger irgendwo gelesen zu haben, als in einem geschlossenen System.
Ja, steht so im uralten Klinger zum Schmackshorn, habe das hier vor mir liegen. Bei dem Vergleich gibt es aber Ungereimtheiten:
So wurden in der geschlossenen Box zwei 8 Ohm Treiber parallelgeschaltet verwendet, aber andere als der Treiber im Schmacks. Im Schmacks steckte ein Tieftöner mit 4 Ohm.
Bei den Schalldruckmessungen ist auffällig, dass die geschlossne Box oberhalb 100 Hz lauter als das Schmacks ist, unterhalb etwa Gleichstand herrscht.
Schon alleine wegen der unterschiedlichen verwendeten Treiber ist das Ergebnis eigentlich wertlos.
Solche Messungen müsste man heutzutage mal wiederholen, da könnte so ein Schmacks zwar noch Vorteile haben, aber kaum so gewaltig wie bei Klinger dargestellt.

Schade, dass ich mit meinem Messsystem keine Klirrmessungen machen kann, den zwei Schmackse hätte ich hier in meiner Scheune verfügbar.

Zitat:

Kommt aber auch wesentlich auf die Feldstärke des verwendeten Treibers an.
Zu hohe Feldstärken/Qe ist bei BL-Pseudohörnern eher hinderlich für Basswiedergabe.

Zitat:

Für Hübe von über 10-20 mm sind die meisten nicht ausgelegt. So viel ist in einem Horn allerdings auch nicht nötig, wegen der exponentiellen Schallverstärkung zum Hornmund hin.
Ackere dich mal durch den gesamten verlinkten Thread, da wirst du dich wundern, was da z.T. an Membranhub benötigt wird, da viele behannte Hornkonstruktionen technisch keine Hörner sind, da viel zu klein.

Zitat:

Das ist ja der eigentliche Sinn bei der Konstruktion, die Amplitude möglichst gering halten bei gleichzeitig wenig Verzerrung oder Klirrgrad.
Richtig, wenn das Horn groß genug ist. Für tiefen Bass reden wir dann aber für ein echtes Eckhorn von 2,5 qm Mundfläche und 4 m Länge und einen Raumbedarf des Horns von ca. 3 cbm.
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...7&postcount=53
Die Crux bei Hörnern ist, wenn sie im Bass als Horn funktionieren sollen, werden sie riesig.

Zitat:

Ich weiß jetzt nicht im Detail, welche Modelle Du gehört hast, bei Hörnern gibt es auch herbe Qualitätsunterschiede, ist eben wie so oft auch eine Preisfrage, leider. Der von mir gehörte Audiovector von Lowther z. B. macht bei extrem hohen Pegeln oder Spitzen in etwa 1-2 mm Hub, die meiste Zeit sieht man nicht, das sich da irgendwas was bewegt. - Okay, das ist nicht unbedingt ein repräsentativer Lautsprecher in dem Sinne, so etwas können sich wohl nur die wenigsten leisten, ich auch nicht. Allein der Treiber ist mit der enormen Feldstärke von 2,4 Tesla etwas, was man kaum irgendwo anders vorfindet. Ich habe den neulich nochmal ausgiebig gehört.
Speziell das Audiovector habe ich noch nicht gehört, was ich aber an Lowther hören konnte, hat mir für den Rest meines Lebens gereicht...

Zitat:

Zu Fostex kann ich nichts verlässliches sagen, habe die nie probegehört, kenne aber Leute die sehr angetan davon sind.
Auch da kommt es wieder darauf an: Die Hörner sind durchgängig zu klein und ich hatte das Pech mal bei "Hardcorebreitbänderfans" zu hören. Die hörten die Teile völlig "pur", eine dringend notwendige Entzerrung lehnten sie ab....

Gruß
Peter Krips

JoachimA 11.03.2015 21:36

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von P.Krips (Beitrag 291973)
Hallo,


Aber Breitbänder machen halt zu viel im Mittel- Hochtonbereich, wenn tiefe Frequenzen die Schwingspule aus der linearen Auslenkung treiben.

Ja gut, kann schon sein, aber doch wohl nur bei exzessivem Pegel, da möchte ich andere sogenannte Highends auch nicht unbedingt hören. Hatte mir mal eine echte TML angehört, Quadral Vulkan, der Klang war schon aussergewöhnlich zu nennen, aber auch die hatte trotz Langhuber bei hohem Pegel extrem zu kämpfen, so verzerrungsfrei war das nun auch wieder nicht, subjektiv gesehen.

Zitat:

Die BL-Pseudohörner sind ausgerechnet im unteren, hubintensivsten Frequenzbereich keine Hörner, sondern TMLs, da ist nix mit Hubentlastung. Allenfalls punktuell bei dem TML-Resofrequenzen, kann man in den verlinkten Simus klar sehen.
Was heisst keine echten Hörner, ja sie sind verkürzt auf 1/4 Lamda, aber darum sind sie noch lange keine TMLs. Außerdem fehlt die für TMLs typische Bedämpfung des gesamten Schallweges.

Zitat:

Von welcher "Anpassung" ist da die Rede ? Die Druckkammer ist in dem Fall zunächst ein akustische Tiefpass, der je nach Volumen das "Horn" zu höheren Frequenzen beschneidet.
Das ist richtig, sie fungiert unter anderem auch als Tiefpass.

Zitat:

Ja, steht so im uralten Klinger zum Schmackshorn, habe das hier vor mir liegen.
Nur weil es alt ist, muss es ja nicht unbedingt grundsätzlich falsch sein. Im Kern trifft das schon zu.

Zitat:

Zu hohe Feldstärken/Qe ist bei BL-Pseudohörnern eher hinderlich für Basswiedergabe.
Sicherlich richtig, wenn die Auslenkungen geringer werden, nimmt auch der Tieftonanteil ab, die Verzerrungen aber ebenfalls.

Zitat:

Richtig, wenn das Horn groß genug ist. Für tiefen Bass reden wir dann aber für ein echtes Eckhorn von 2,5 qm Mundfläche und 4 m Länge und einen Raumbedarf des Horns von ca. 3 cbm.
Ja hätte ich schon gern, aber der Raum ist eindeutig zu klein, oder sollte man besser das Haus drumherum bauen?
Kleiner Scherz, aber man muss in einem Wohnraum eben Kompromisse bei der Grösse eingehen.

Zitat:

Speziell das Audiovector habe ich noch nicht gehört, was ich aber an Lowther hören konnte, hat mir für den Rest meines Lebens gereicht...
Hörs dir vielleicht trotzdem mal an, es lohnt sich wirklich. Das hat mit dem übrigen Programm von Lowther wenig bis gar nichts zu tun. Der Schall wird dort nicht direkt nach vorn abgestahlt, sondern senkrecht nach oben über ein Kugelwellenhorn und Diffuser. Der eingebaute Fronttreiber dient nur zur Untertützung.

Auf jeden Fall danke für deine Sichtweise und Schilderung deiner Erfahrungen, ich lerne gern was dazu, in diesem Sinne,

schönen Gruß,
Joachim

PS: Ich bin nicht beratungsresistent

JoachimA 11.03.2015 21:55

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von dipol-audio (Beitrag 291964)
Hallo Joachim,

hast Du dafür Quellenhinweise ?


Ich denke, daß u.a. das Rice-Kellogg Patent weiter zurückreicht:

http://www.radiomuseum.org/forum/lau...taet_1924.html

Hatte das irgendwo im Netz gelesen, eine direkte Quelle kann ich nicht nennen, es hieß da unter anderem, das das wohl die ersten waren, die diesen Typ Lautsprecher in Serie produziert haben, mehr weiß ich da auch nicht. Mag sein, das es schon viel frühere Entwicklungen gab.

Zitat:

Für mich ist das als generelle Aussage so nicht nachvollziehbar/haltbar, es gibt eine überwiegende Anzahl von Breitband Chassis mit "üblichen" Motortopologien.

Es gibt auch solche mit echter "Langhub" Auslegung:

http://www.spectrumaudio.de/breit/css/cssFR125S.html

Man sollte hier m.E. nicht vom "bevorzugten Strickmuster" eines best. Herstellers auf eine ganze (sehr heterogene) Klasse von Produkten schließen.
Schon klar, ist mir auch bewusst bzw. bekannt, ich wollte mein Statement nur nicht unnötig verkomplizieren, deshalb der reine Bezug auf Hörner.

schönen Gruß,
Joachim


PS: Nachtrag zu Erfinder des dynamischen Lautsprechers, habs gefunden, das stand in der Klang & Ton Heft 2/97, also 1997.

Punktstrahler 12.03.2015 00:27

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Die Sache mit der Fähigkeit, Rechteckschwingungen wiedergeben zu können ist ein in der Breitbänderszene gerne verwendeter Scheinvorteil.
Allerdings gibt es in der Musik i.d.R. keine Rechtecksignale, was soll diese Eignenschaft daher ?
Wir wollen auch keine Rechtecke hören. Das dieser LS ein Rechteck kann, im Gegensatz zu Mehrwegern mit F-Weichen, zeigt und beschreibt nur sein gutes Übertragungsverhalten. Gibt man ihm in Rechteck, spuckt er es auch wieder aus. Zu so etwas könnte man auch hohe Wiedergabetreue sagen. Es sollte dem Diskutanten vielmehr zu eigenem sich fragen veranlassen, dass die Schallwandler die er präferiert, eben dies nicht können.

Grüße vom Punktstrahler

dipol-audio 12.03.2015 09:05

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von JochimA
PS: Nachtrag zu Erfinder des dynamischen Lautsprechers, habs gefunden, das stand in der Klang & Ton Heft 2/97, also 1997.


Hallo Joachim,

interessant, was die so alles schreiben ... (evt. kannst Du es uns verfügbar machen, nur wenn sich der Aufwand für Dich lohnt ?)

Aber da bist Du m.E. wohl einer Fehlinformation aufgesessen, ich kann derzeit auch nicht genau prüfen, was da in Klang & Ton konkret geschrieben wurde ...

Die Patentlage zur Entwicklung der dynamischen LS ist jedenfalls recht klar und die Archive der Patentämter genießen bei mir ein höheres Vertrauen als "Klang & Ton".

Das Rice-Kellogg Patent (s.o.) gilt allgemein als die erste Bauform eines Lautsprecherchassis, welches den heute "üblichen" sehr ähnlich ist. Aber die Geschichte des dynamischen LS geht auch noch weiter zurück.

P.Krips 12.03.2015 09:19

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo,
Zitat:

Zitat von Punktstrahler (Beitrag 291988)
Wir wollen auch keine Rechtecke hören. Das dieser LS ein Rechteck kann, im Gegensatz zu Mehrwegern mit F-Weichen, zeigt und beschreibt nur sein gutes Übertragungsverhalten.

Nein, das bedeutet es genau nicht.
Vor mittlerweile vielen Jahren hat in einem anderen Forum mal jemand die Entzerrung eines Pfleid mit dem TPS (so heisst das Teil wohl ?) dokumentiert.
Tatsächlich konnte das Teil dann bei ausgewählten Frequenzen Rechteck, der dafür nötige Schalldruckverlauf war aber völlig inakzeptabel und glich einem Alpenpanorama.

Zitat:

Gibt man ihm in Rechteck, spuckt er es auch wieder aus. Zu so etwas könnte man auch hohe Wiedergabetreue sagen. Es sollte dem Diskutanten vielmehr zu eigenem sich fragen veranlassen, dass die Schallwandler die er präferiert, eben dies nicht können.
Das Problem ist nur, dass es gehörmäßig völlig irrelevat ist.
Es gab einen aktiven Studiomonitor (3-Wege) von K+H, bei dem man zwischen linearphasig(dann konnte das Teil auch Rechteck) und normalphasig, also dem üblichen Phasenverlauf eines Mehrwegers umschalten konnte.
Das Ergebnis: Keinerlei hörbarer Klangunterschied zwischen den beiden Varianten.

Es würde also die Diskussion über Vor- und Nachteile von Breitbändern deutlich versachlichen, wenn man nicht auf Scheinvorteilen, die gehörmäßig keine Relevanz haben herumreitet.

Gruß
Peter Krips.

JoachimA 12.03.2015 09:20

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Oliver, das steht in dem besagten Heft von 97, in dem Lowther Academy Testbericht, ziemlich am Anfang.

Naja, da haben die wohl nicht richtig recherchiert. Als Leser, konnte man zumindest damals solche Dinge kaum nachprüfen, da das Internet als Informationsquelle auch noch nicht so verbreitet war, zumindest hier in Deutschland.

Jedenfalls danke für die Richtigstellung,

schönen Gruß,
joachim

dipol-audio 12.03.2015 09:55

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von JoachimA (Beitrag 292000)

Jedenfalls danke für die Richtigstellung,

schönen Gruß,
joachim


Hallo Joachim,


kein Problem, ich lerne aber auch selbst gerne dazu. Manchmal findet man versteckte Hinweise auf etwas, das man nicht kennt. Aber in diesem Fall bin ich sehr sicher, eine "nachprüfbare" Information zu haben.

schauki 12.03.2015 10:45

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von Punktstrahler (Beitrag 291988)
Wir wollen auch keine Rechtecke hören. Das dieser LS ein Rechteck kann, im Gegensatz zu Mehrwegern mit F-Weichen, zeigt und beschreibt nur sein gutes Übertragungsverhalten. ...

Auch Mehrweger mit F-Weichen können das.
Da gibts einige Hersteller die mit "Zeitrichtigkeit", "richtig wandeln" werben.

Und sonst kann man per Phasenentzerrung nahezu jeden Lautsprecher dazu bringen.

Zitat:

Zitat von P.Krips
Es gab einen aktiven Studiomonitor (3-Wege) von K+H, bei dem man zwischen linearphasig(dann konnte das Teil auch Rechteck) und normalphasig, also dem üblichen Phasenverlauf eines Mehrwegers umschalten konnte.
Das Ergebnis: Keinerlei hörbarer Klangunterschied zwischen den beiden Varianten.

Das stimmt aber nicht.
Aus diesem Artikel http://www.ifaa-akustik.de/files/DAGA2002-Teil1.PDF :
Zitat:

Die gemischt linearphasige
Einstellung bringt für kritische Ohren einige Details mehr ans
Tageslicht. Die vollständig linearphasige Wiedergabe hebt sich
dann vor allem durch eine präzisere Basswiedergabe ab, die
insbesondere bei elektronischer Musik stark ins Gewicht fällt.

Anmerkung: "gemischt linearphasige" ist in etwa das was ein Breitbänder oder eben analog auf "Zeitrichtigkeit" ausgelegter Lautsprecher macht.

mfg

Ellesound 12.03.2015 11:11

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Das stimmt aber nicht.
Aus diesem Artikel http://www.ifaa-akustik.de/files/DAGA2002-Teil1.PDF :
Sind aber BR Lautsprecher, kann mir daher schon vorstellen, dass ohne Entzerrung was hörbar werden könnte, mit CB kann ich mir das kaum noch vorstellen.

Gruß, Felix

P.Krips 12.03.2015 11:24

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Hallo Schauki,
Zitat:

Zitat von schauki (Beitrag 292009)
Auch Mehrweger mit F-Weichen können das.
Da gibts einige Hersteller die mit "Zeitrichtigkeit", "richtig wandeln" werben.

Und sonst kann man per Phasenentzerrung nahezu jeden Lautsprecher dazu bringen.


Das stimmt aber nicht.
Aus diesem Artikel http://www.ifaa-akustik.de/files/DAGA2002-Teil1.PDF :

Das ist richtig, die Verbesserungen im Bassbereich, da es sich bei dem Lautsprecher um eine BR mit entsprechender Gruppenlaufzeit handelte, hätte ich erwähnen sollen.
Diese Passage in dem Paper sollte man aber dann auch erwähnen:

Zitat:

Oberhalb von
200 Hz waren dagegen nur filigrane Unterschiede zwischen linearund
minimalphasigen Lautsprechern zu hören, es sei denn, es
wurden pathologische Einstellungen mit extremen Filtern, z.B.
Frequenzweichen mit 96 dB/Oct als minimalphasige Filter
gewählt. Daraus sind zwei Schlussfolgerungen zu ziehen:
1) Zeitsignale in Form von Impulsen, Sprüngen oder
Rechtecken sind kaum geeignet um eine umfassende
Schlussfolgerungen auf das klangliche Verhalten einer Box
zu ziehen. Die grundsätzliche, hörrelevante Information ist
hier zwar enthalten, aber nur schwerlich oder gar nicht zu
erkennen. Eine getrennte Darstellung von Amplituden- und
Phasenverlauf bzw. der Gruppenlaufzeit ist dagegen
wesentlich anschaulicher.
2) Das dominante Kriterium für den Höreindruck ist der
Amplitudenverlauf. Phasengänge werden dagegen deutlich
weniger kritisch wahrgenommen. Der drastische Unterschied,
der z.B. in den Zeitsignalen und im Phasengang der blauen
und grünen Kurve erscheint, spiegelt nicht den Unterschied
im Höreindruck wieder. Schon minimale Änderungen im
Amplitudenverlauf sind dagegen deutlicher wahrnehmbar,
obwohl sie weder in der Impuls- noch in der Sprungantwort
erkennbar sind.
Gruß
Peter Krips

dipol-audio 12.03.2015 11:53

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Ich hatte hier vor eniger Zeit einmal etwas zur Hörbarkeit von Gruppenlaufzeit Verzerrungen geschrieben:
http://www.dipol-audio.de/wahrnehmun...nlaufzeit.html

Die Gruppenlaufzeit ist durch die Steigung der Phase über der Frequenz gegeben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppenlaufzeit


Eine konstante Gruppenlaufzeit ist dabei "unhörbar": Worauf es ankommt, sind große "Schwankungen" oder deutliche "Steigungen" des Phasengangs, welche vermieden werden sollten. Sind große Schwankungen der GLZ nicht vorhanden, so ist ein LS hier als "gutmütig" einzustufen.

Deutlich vorhandene Gruppenlaufzeit Verzerrungen beeinflussen (zudem noch pegelabhängig ...) auch die Wahrnehmung von nichtlinearen Verzerrungen (Klirr).

Ich habe daher schon öfter darauf hingewiesen, daß man hier im Grunde ein "kombiniertes Verzerrungsmaß" bräuchte.

Grundsätzlich ist m.E. bei vielen üblichen Breitbandsystemen zu fragen, ob sie einen eventuellen Vorteil (falls im konkreten Einzelfall nachweisbar ...) im Bereich der Gruppenlaufzeit nicht an anderer Stelle - z.B. bei den nichtlinearen Verzerrrungen - wieder "zunichte" machen.

Dieser Einwand ist berechtigt, weil die Wahrnehmungsschwellen beider Verzerrungsarten "miteinander verwoben" und pegelabhängig sind.

Wie immer im Lautsprecherbau, sind hier allzu einseitige Betrachungen, wie z.B. eine alleinige Fixierung auf "Rechtecktauglichkeit" (reiner Zeitaspekt) kontraproduktiv.

Man kann jedoch einen "gesunden Korridor" von GLZ-Verzerrungen und nichlinearen Verzerrungen definieren, innerhalb dessen ein LS diesbezüglich als "verzerrungsarm" und "pegelkonsistent" (Gemeint sind auch auditiv als "sehr gut" bewertete Eigenschaften im Bereich Dynamik/Feindynamik, mir fällt gerade kein anderes Wort dazu ein ...) im Klang gelten könnte.

Damit hätte auch ein erweiterter und vor allem im auditiv bewerteten Zusammenhang zu betrachtender Aspekt von Zeitrichtigkeit seinen Platz in der Beurteilung von LS-Eigenschaften.

Amplitudenfrequenzgang nahe der Achse, Rundstrahlverhalten und Energiefreuenzgang ... bleiben aber weiterhin sehr dominante Merkmale, wenn es um die Hörerpräferenz geht.

Breitbandkonzepte profitieren potentiell m.E. also auch klanglich sehr, wenn es gelingt, nichlineare Verzerrungen deutlich zu verringern (u.a. durch lineare Antriebe, geringeren Hub...). Die dabei zur Verfügung stehenden Mittel im Bereich herkömmlicher Kolbenmembranen sind aber begrenzt, denn eine beliebige Vergrößerung der Membranfläche führt bei BB Systemen bereits zu erheblicher Bündelung (und auch Partialschwingungen ....) bereits im Mittelton.

Bei kleineren Einzelmembranen sind also "FAST" Systeme mit Subwoofern eine sehr gute Idee (*). Fast alle im Mittel- und Hochtonbereich akzeptablen Breitbänder haben relativ kleine Membranen. Ich sehe hier im Bereich konventioneller BB-Chassis eine "Schallmauer" bei ca. 130mm (+/- X) im Membrandurchmesser.


_____________

(*) @P.Krips und ich haben hier offenbar unabhängig voneinander sehr vergleichbare Erfahrungen gesammelt. "Abgesprochen" haben wir uns nämlich nicht ... ;)

David 12.03.2015 11:53

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Wie schon einmal erwähnt, könnte ich mir vorstellen, dass es ein guter Weg wäre, wenn man als "Zentrum" einen Breitbänder - bzw. einen Mitteltöner verwendet, der die wichtigsten vier Grundton-Oktaven abdeckt und wenn man unten und oben durch Chassis ergänzt, die jeweils die zwei fehlenden Oktaven übernehmen.

Ich weiß schon, es wird Probleme wegen der Bündelung geben, aber wie dramatisch ist die wirklich und überwiegen dann nicht doch die Vorteile?

dipol-audio 12.03.2015 12:39

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Zitat von HiFiAktiv
Ich weiß schon, es wird Probleme wegen der Bündelung geben, aber wie dramatisch ist die wirklich und überwiegen dann nicht doch die Vorteile?

Hallo David,

ich habe sowohl den "Mehrwege" Weg als auch den "Breitband" (mit konventionellen BB) Weg für längere Zeit beschritten.

Es gibt am Ende mehrere Konzepte, wie man einen "homogen" klingenden LS aufbauen kann.

Nach meinem Dafürhalten hauen die meisten Konzepte, die einen Breitbänder im Hochton - mit relativ hoher Übernahmefrequenz - "ergänzen" wollen, daneben ... und sind für mich klanglich unter dem Aspekt der "Homogenität" nicht akzeptabel.

Nicht unbedingt weil es "unmöglich" oder "verboten" wäre ... aber eine allzu abrupte Änderung im Rundstrahlverhalten ist im mittleren bis oberen Hochton gehörmäßig nur schwer zu verkraften: Hier ist wirklich das "wie" die Kunst. Nicht alle Hochtonkonzepte können einen BB "nahtlos" z.B. irgendwo oberhalb 4Khz ergänzen.

Der gewöhnliche "DIYer" ohne größeren "Entwicklerehrgeiz" fährt mit einem kleineren BB - gut ausgewählt und angesteuert - ganz ohne "Superhochtöner" m.E. oft das bessere Ergebnis hinsichtlich "Homogenität" ein ("trotz suboptimalem Energiefrequenzgang ...").

Ellesound 12.03.2015 13:15

AW: Wer hat denn alles Breitbandsysteme im Einsatz
 
Zitat:

Nach meinem Dafürhalten hauen die meisten Konzepte, die einen Breitbänder im Hochton - mit relativ hoher Übernahmefrequenz - "ergänzen" wollen, daneben ... und sind für mich klanglich unter dem Aspekt der "Homogenität" nicht akzeptabel.

Nicht unbedingt weil es "unmöglich" oder "verboten" wäre ... aber eine allzu abrupte Änderung im Rundstrahlverhalten ist im mittleren bis oberen Hochton gehörmäßig nur schwer zu verkraften: Hier ist wirklich das "wie" die Kunst. Nicht alle Hochtonkonzepte können einen BB "nahtlos" z.B. irgendwo oberhalb 4Khz ergänzen.
Das stimmt allerdings:N

Mit einem flachen 6db Filter könnte man einen 6,5" noch halbwegs anpassen, mit einem 8" geht sichs mit einer Standard 1" Kalotte nicht mehr aus, B&W macht es so ähnlich.

Zitat:

Wie schon einmal erwähnt, könnte ich mir vorstellen, dass es ein guter Weg wäre, wenn man als "Zentrum" einen Breitbänder - bzw. einen Mitteltöner verwendet, der die wichtigsten vier Grundton-Oktaven abdeckt und wenn man unten und oben durch Chassis ergänzt, die jeweils die zwei fehlenden Oktaven übernehmen.
Ist aber nicht nötig, es gibt viele Varianten um das zu lösen, ohne das Schallzentrum hörbar zu "beleidigen".

Gruß, Felix


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