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Modernjazz 04.03.2018 10:56

Filtersteilheit
 
Hallo! Wie ich bei meiner Vorstellung geschrieben habe, habe ich einen aktiven Vierweglautsprecher, wo ich mit meinem DSP gern ein bisschen herumexperimentiere. Normalerweise verwende ich Filter mit 48db Steilheit. Das gibt bei mir ein sehr analytisches Klangbild, was mir auch sehr gut gefällt. Wenn ich nur mit 12db trenne, habe ich das Gefühl, dass die Instrumente "größer" wirken und Musik bei nicht so guten Aufnahmen etwas erträglicher zu hören ist. Ist das alles nur Einbildung oder kann man das technisch erklären?
Lg Helmut

schauki 04.03.2018 11:27

AW: Filtersteilheit
 
Hallo!

Kommt drauf an welchen DSP und welchen Filter du nutzt?
Sind es "normale" LR IIR Filter, dann hast du
1) unterschiedlich breite Überlappungsbereiche
2) unterschiedliche hohe Phasendrehungen

Beides ergibt unterschiedlichen akustischen Output (divser Art) der unterschiedlich klingen kann.

mfg

longueval 04.03.2018 11:28

AW: Filtersteilheit
 
eigentlich hab ich jetzt ein sprachproblem, wie oft, wenn über höreindrücke geschrieben wird, weiß ich nicht genau, was eigentlich mit gewissen ausdrücken gemeint ist. von der tontechnik her ist analytisch eine betonung des oberen mitten unteren höhenbereichs, das in zusammenhang mit filtersteilheit und ohne genaue kenntnis der phasenbeziehungen und den konkreten chassis und dem einbauort und dessen ausformung, sagt mir eigentlich recht wenig. ich müsste also wie ein blinder über farbe schreiben.
das ist eigentlich recht viel verlangt.
würdest du deine konkreten lautsprecher ein wenig genauer darstellen, wär eine beurteilung in technischer sicht mehr voraussagend.
wobei ich schon zu lange von der lautsprecher bastelei weg bin, da sind andere hierorts berufener.
aussagekräftigst wär vermutlich, neben der konkreten konstruktion ein messschrieb.:Z
grunzipiell gilt, je steiler die weiche, desto weniger überlappen frequenzbereiche, desto mehr phasenprobleme bei der summierung. wie oft im leben, kein vorteil ohne nachteil, nix ist schwarz weiß sondern verschieden grau und hoffentlich nicht gräulich;K

was natürlich nicht heißen soll, dass du ohne messschrieb nicht fragen sollst;G

Modernjazz 04.03.2018 11:48

AW: Filtersteilheit
 
Das Ganze ist für mich kein Problem, ist für mich nur technisch interessant. Die Trennung erfolgt bei mir mit Mini DSP, also einfache Filter. Ich hab jetzt einen Kompromiss gefunden und trenne zwischen Bass und Mittelton flacher und Mittelton und Hochton steiler. Das klingt für mich am ausgewogensten. Vielleicht ist aber alles nur Einbildung. Ist zum Glück ja nur ein Hobby. Lg Helmut

longueval 04.03.2018 12:01

AW: Filtersteilheit
 
das könnte daran liegen, dass die raumakustik in den tiefern tonlagen die phase ohnehin mehr verwischt.
aber sei lieb zu uns und stell uns deine lautsprecher ein wenig genauer vor. interessiert uns.

dipol-audio 04.03.2018 12:03

AW: Filtersteilheit
 
In meinem rein privaten Sprachgebrauch - den natürlich niemand teilen muss - bezeichne ich Filter in Mehrwege LS mit Flankensteilheiten > 24dB/Oktave gern als "Idiotenfilter".

Warum (u.a.):

Die Einzelschallwandler (z.B. eines 2- oder 3 Wege Systems) haben i.d.R. im Bereich der Übernahmefrequenz ein stark unterschiedliches Bündelungsmaß (*).

Der Übergang zwischen den Schallwandlern führt bei sehr steilflankigen Filtern dann oft zu deutlichen Diskontinuitäten im frequenzabhängigen Rundstrahlverhalten.

Etwas geringere Flankensteilheiten sorgen in diesen Fällen zumindest für einen "sanfteren" Übergang, was je nach raumakustischer Umgebung eher vorteilhaft für die "Homogenität" der Wiedergabe ist.


Ansonsten gibt es für eine "günstige" Wahl von Filtern in der Elektroakustik/Raumakustik natürlich etliche Abwägungen (als "Güterabwägungen"), die man aber kaum "auf die Schnelle" in einem Post erläutern kann:

Es sind ganze Bibliotheken über diese Abwägungen geschrieben worden ...



______________________

(*) Wenn nicht durch besondere Maßnahmen - wie z.B. Waveguides für die Hochtöner - dafür gesorgt wird, daß es anders ist ...

Modernjazz 04.03.2018 12:27

AW: Filtersteilheit
 
Danke für das rege Interesse. Der Dipol Audio hat das richtige Wort gefunden. Ich habe das Gefühl, mit flachen Filtern klingt es homogener, was wahrscheinlich mit den verschiedenen Lautsprechern und deren Bündelungsverhalten zu tun hat. Ich hab als Hochtöner einen AMT von Mundorf, als Mitteltöner eine 50mm Kalotte, einen 20cm Bass, und einen 30cm Bass - alles von Visaton, das ist natürlich ein ziemlicher "Mischmasch" lg Helmut

longueval 04.03.2018 12:31

AW: Filtersteilheit
 
wenn ich das richtig interpretiere, ist das also eher ein dreiweger mit eingebautem sub?
was hast du als übernahmefrequenzen eingestellt?

Modernjazz 04.03.2018 12:40

AW: Filtersteilheit
 
Übernahmefrquenzen sind 300/1200/2800Hz als eigentlich kein Subbass.

longueval 04.03.2018 13:28

AW: Filtersteilheit
 
was spielt da zwischen 1200 und 2800? die 50mm?

das ist ja fast ein fillerdriver konzept wie früher, durchschau ich nicht ganz. aber wie gesagt, bin lange schon weg vom boxenbau ...

Modernjazz 04.03.2018 15:35

AW: Filtersteilheit
 
Ja das ist die 50mm Kalotte. Ich weiß, ich könnte die Kalotte auch bei 800hz schneiden, aber, und das ist jetzt wieder ganz subjektiv, da klingt alles "dünner" - die Instrumente erscheinen "kleiner"

longueval 04.03.2018 18:36

AW: Filtersteilheit
 
ein 20er bis 1200 spielen zu lassen, erscheint mir tapfer, bündelt das da nicht schon enorm? bzw schankt da nicht die bündelung zwischen 200 und 50mm enorm?
was ist das für ein 50er?

Klaus 04.03.2018 18:41

AW: Filtersteilheit
 
Ich tippe mal auf DSM 50 FFL

Modernjazz 04.03.2018 19:03

AW: Filtersteilheit
 
Stimmt

longueval 04.03.2018 19:16

AW: Filtersteilheit
 
ist das irgendwie an die kleine atlas angelehnt?


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